Erkenntnis 311
Ich führe vor, was ich am Wochenende gebaut habe, und verkaufe damit den Kurs
Am Wochenende habe ich zwei Stunden an der Verbindung gebastelt, am Montag sehen sechzig Teilnehmer eine Wortwolke, die kein gekauftes Umfrage-Tool so liefert.

„Was macht deine App, wenn bei sechzig Leuten einer ‚viele Grüße aus Timbuktu' reinschreibt?" Die Frage kam am Montagmorgen aus der Runde, und sie war rein technisch gemeint.
Auf der Leinwand lief eine Abfrage-App, die ich am Wochenende gebaut habe. Sie hängt am Zoom-Chat, liest mit, was die Teilnehmer tippen, und baut daraus eine Wortwolke: ein Bild, in dem die häufigsten Begriffe am größten stehen. Allein die Leitung zwischen App und Zoom-Chat hat mich zwei bis drei Stunden gekostet.
Ich habe technisch geantwortet. Die KI liest jede Eingabe im Zusammenhang mit der gestellten Frage und behält, was dazu passt.
Ob das hält, zeigt sich am Abend, wenn siebzig Leute gleichzeitig in den Chat tippen. In der Runde habe ich dann gesagt, worum es mir wirklich geht.
„Und warum mache ich das? Natürlich um Meetings aufzuwerten, aber um Aha-Momente zu gestalten und zu sagen: wenn du das haben willst, musst du in die Masterclass kommen, weil wir da sowas bauen."
Wer selbst baut, rechtfertigt es meistens mit der gesparten Lizenzgebühr. Das ist die kleinste Rechnung, die man aufmachen kann. Der Wert liegt in den vier Minuten, in denen sechzig Menschen auf eine Wortwolke schauen, die in diesem Moment zum ersten Mal entsteht.
In Kalenderwoche 36 habe ich geschrieben: Wer jeden Handgriff zeigt, lässt den Kunden glauben, er könne es schon allein. So pauschal stimmt das nicht. Wer vormacht, was er am Wochenende gebaut hat, verkauft genau damit das Format, in dem man es nachbauen lernt.
Seit Freitag läuft die Umfrage im Raum über meine eigene App.
Mentimeter ist disruptiert seit Freitag.Torsten Koerting
Was sichtbar wurde
Zwei bis drei Stunden gingen allein für die Verbindung zwischen App und Zoom-Chat drauf.
Kein gekaufter Meeting-Assistent kommt an den Zoom-Chat heran, die selbstgebaute App liest ihn mit.
Ein Teilnehmer fragte nach dem Datenschutz statt nach der Wirkung. Die App läuft auf Wunsch mit einem Modell auf dem eigenen Rechner.
Was das für dich heißt
Such dir aus deinem nächsten Workshop den einen Moment, an dem die Teilnehmer staunen sollen. Bau das kleine Ding, das genau diesen Moment herstellt, und zeig es live vor der Gruppe. Danach sagst du, wo man lernt, es selbst zu bauen.
Die Frage an dich
Welchen Moment aus deinem letzten Workshop hat ein Teilnehmer weitererzählt, und was hat er danach bei dir gebucht?
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