Erkenntnis 271
Woher willst du wissen, was du lösen kannst?
Ein Teilnehmer installierte an einem Samstag drei Werkzeuge und suchte danach das Problem dazu. Am Whiteboard des KI-Cafés entstehen zwei Spalten, links das Anliegen, rechts das Werkzeug. Ein Blatt, das du dir selbst aufzeichnen kannst.

Dienstagmorgen im KI-Café. Ein Teilnehmer erzählt vom Samstag: drei neue Werkzeuge installiert, dazu ein kleiner Server in seinem Schrank, auf dem ein eigenes Modell läuft. Während er erzählt, setze ich mich ans Whiteboard.
In der Runde hing schon ein Satz, den vorher jemand anderes gesagt hatte: Wir haben die Werkzeuge, wir haben die Lösungen, und wir suchen noch das Problem. Drei Installationen an einem Wochenende, und der Anlass fehlt bis heute.
Die andere Richtung kenne ich aus eigener Arbeit. In einem Großbankprojekt haben über zehn Leute monatelang geplant, wie ein neues Filial-Frontend in die Häuser kommt, also die Bildschirmoberfläche, mit der die Mitarbeiter am Schalter arbeiten. Durchgespielt hat es vorher niemand. Gelernt haben wir erst, während wir einführten.
Also male ich zwei Spalten auf. Links das Anliegen, rechts das Werkzeug.
„Das habe ich so in der Form noch nie aufgezeichnet. Im Kern liegt eine Erkenntnis dessen, wie ich mich dem nähern kann.“
In eigenen Gesprächen habe ich lange gesagt: Denk vom Anwendungsfall her, niemals vom Werkzeug. Das greift zu kurz. Wer nur vom Anwendungsfall denkt, bleibt bei den Werkzeugen, die er schon kennt. Wer nur vom Werkzeug denkt, sucht monatelang ein Problem, das dazu passt.
Brauchbar wird es dort, wo sich die beiden Spalten berühren. Ein Anliegen von links trifft auf ein Werkzeug von rechts. Daraus wird ein Anlass, mit dem du morgen anfangen kannst.
Damit ich überhaupt weiß, was ich lösen kann, muss ich mich damit auseinandersetzenTorsten Koerting
Was sichtbar wurde
Ein Teilnehmer installierte an einem Samstag drei Werkzeuge, dazu läuft ein eigenes Modell auf einem kleinen Server in seinem Schrank
Im Großbankprojekt planten über zehn Leute monatelang die Einführung, durchgespielt hat sie vorher niemand
Ich habe jahrelang geraten, vom Anwendungsfall her zu denken, und nehme diesen Rat hier zur Hälfte zurück
Was das für dich heißt
Zeichne dir zwei Spalten auf ein Blatt. Links dein nächstes Vorhaben, rechts die Werkzeuge, die dir diese Woche begegnet sind. Trag ein, was sich berührt. Was in keiner Spalte Anschluss findet, streichst du oder lernst du richtig kennen.
Die Frage an dich
Welches Werkzeug hast du in den letzten vier Wochen angesehen, ohne dass dir dafür ein Anlass eingefallen wäre?
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