
Raum der Ahnungslosen: Jeder kennt KI – niemand weiß, was tun
398 von 400 Projektmanagern hörten auf dem weltgrößten PMI-Kongress in Atlanta zum ersten Mal von KI. Heute kennt sie fast jeder – und trotzdem ist der Raum der Ahnungslosen voller denn je. TJ erklärt, warum sich die Art der Ahnungslosigkeit verschoben hat und wie du das „4+3 Räume der Veränderung"-Modell nutzt, um Menschen wirklich dort abzuholen, wo sie stehen.
Atlanta, 400 Projektmanager – und zwei, die KI kannten
TJ hielt vor etwa drei Jahren auf dem PMI-Kongress in Atlanta eine Keynote – dem größten Projektmanagementkongress der Welt, hinter dem eine halbe Million zertifizierter Fachleute stehen. Als er im Saal fragte, wer zum ersten Mal von KI gehört habe, streckten 398 von 400 Teilnehmern die Hand. Zwei hatten vorher davon gehört. Dieser Moment zeigt, wie tief der blinde Fleck damals war: KI existierte als gesellschaftliches Thema schlicht noch nicht im Bewusstsein der meisten Fachleute. Dieses Bild hat TJ seitdem immer wieder auf der Bühne eingesetzt – und erlebt, wie es sich fundamental verändert hat.
Warum der Raum der Ahnungslosen heute voller ist als je zuvor
Die Überraschung: Der Raum hat sich nicht geleert. Er hat sich neu gefüllt. Früher saßen dort Menschen, die nie von KI gehört hatten. Heute weiß fast jeder, dass es KI gibt – aber der Raum quillt über mit Menschen, die nicht wissen, was sie damit anfangen sollen, wie sie es einordnen, was sie persönlich damit leisten können. Die Art der Ahnungslosigkeit hat sich verschoben, ihre Wirkung bleibt dieselbe: Lähmung statt Handlung. Das ist die entscheidende Diagnose dieser Episode – und der Ausgangspunkt für jede sinnvolle KI-Kommunikation im Unternehmen.
Exponentialität: Warum auch KI-Profis immer wieder von vorne anfangen
Selbst wer tief in der KI-Welt arbeitet, kennt das Gefühl: Über Nacht tauchen neue Modelle auf, neue Marktteilnehmer verändern das Spielfeld, neue Möglichkeiten entstehen – und plötzlich fühlt man sich wieder wie ein Anfänger. TJ beschreibt das nicht als Versagen, sondern als Normalzustand einer exponentiellen Phase. Die Verdoppelungsgeschwindigkeit der KI-Möglichkeiten nimmt zu, nicht ab. Wer das akzeptiert, kann produktiv damit umgehen. Wer erwartet, irgendwann „fertig gelernt" zu haben, wird dauerhaft frustriert sein. Das Zurückgeschleudertwerden in den Raum der Ahnungslosen ist kein Rückschritt – es ist der Rhythmus dieser Technologie.
Das Modell: 4+3 Räume der Veränderung – und warum Akzeptanz nicht reicht
Das „4+3 Räume der Veränderung"-Modell geht auf ein Konzept aus den 1950er Jahren zurück, wurde unter anderem von Klaas Janssen weiterentwickelt und von TJ für den KI-Kontext erweitert. Die klassischen vier Räume sind Schock, Verneinung, Verwirrung und Akzeptanz – ergänzt um den Raum der Ahnungslosen sowie drei weitere Räume: Integration, Spielwiese und Transformation. Akzeptanz allein reicht nach TJs Verständnis ausdrücklich nicht. Wer bei „Ich finde KI okay" stehen bleibt, hat den entscheidenden Schritt noch vor sich: KI wirklich in den eigenen Arbeitsalltag integrieren, ausprobieren und schließlich transformativ zum Nutzen des eigenen Unternehmens oder der Kunden einsetzen.
Praxistipp: So setzt du das Modell in Vorträgen ab 10 Personen ein
Das Modell funktioniert nicht nur auf großen Bühnen. TJ betont ausdrücklich: 10, 20 oder 30 Personen reichen vollkommen. Der Kern des Ansatzes ist einfach – du lässt das Publikum sich selbst einordnen. In welchem Raum stecke ich gerade? Im Schock über die neuesten Entwicklungen? In der Verneinung? In der Verwirrung? Diese Selbstverortung schafft Bewusstsein, macht Widerstände sichtbar und eröffnet ein ehrliches Gespräch. Genau das ist der erste Schritt, bevor Veränderung möglich wird.
Fazit: Der Raum der Ahnungslosen ist nicht das Problem von gestern – er ist das Problem von heute, nur in einer neuen Form. Wer das versteht und das 4+3-Modell gezielt einsetzt, kann Menschen dort abholen, wo sie wirklich stehen: nicht beim Bewusstsein für KI, sondern beim Mut, sie zu nutzen.
Das nimmst du mit
- Der Raum der Ahnungslosen hat sich nicht geleert – er hat sich neu gefüllt: Früher fehlte das Wissen über KI, heute fehlt das Wissen, was man konkret damit macht.
- Auf dem PMI-Kongress in Atlanta hatten 398 von 400 Teilnehmern vor Ort zum allerersten Mal von KI gehört – dieses Bild zeigt, wie schnell sich das Bewusstsein seitdem verändert hat.
- Akzeptanz ist kein Ziel, sondern eine Zwischenstation: Wer bei „Ich finde KI okay" stehen bleibt, hat Integration und Transformation noch vor sich.
- Auch KI-erfahrene Anwender werden regelmäßig in den Raum der Ahnungslosen zurückgeschleudert, weil neue Modelle und Player über Nacht auftauchen – das ist kein Versagen, sondern der Rhythmus dieser exponentiellen Entwicklung.
- Das „4+3 Räume der Veränderung"-Modell lässt sich in Vorträgen ab 10 Personen einsetzen, um Widerstände sichtbar zu machen und echte Gesprächsbereitschaft zu erzeugen.
Kapitel
- 00:00 Hook: 398 von 400 Projektmanagern hatten noch nie von KI gehört
- 00:28 Der Raum der Ahnungslosen heute: voller denn je – aber anders
- 01:15 Exponentielles Wachstum: Warum auch KI-Profis immer wieder von vorne anfangen
- 01:59 Atlanta-Story: Der PMI-Kongress und die Abfrage im Saal
- 03:02 4+3 Räume der Veränderung: Schock, Verneinung, Verwirrung, Akzeptanz – und was danach kommt
- 05:05 Praxistipp: Wie du das Modell in Vorträgen ab 10 Personen einsetzt
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Das Transkript zum Nachlesen
Auch das war für viele ein Schock. Dann gehen wir in den Raum der Verneinung. Wir wollen das nicht wahrhaben. Wir sagen, das kann nicht sein. Das ist eh nur eine Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Das geht schon wieder weg. Zumindest waren das die Aussagen im Rahmen der Künste. Und wenn wir dann weitergehen aus dem Raum der Verneinung und merken, oh, irgendwie bleibt das doch. Was hat das mit mir zu tun? Dann kommen wir in den Raum der Verwirrung und hoffentlich dann auch in den Raum der Akzeptanz, wo wir diese Veränderung, die stattfindet, die auf uns brasselt, hier anfangen zu akzeptieren. Und ich habe auch am Dienstag darüber gesprochen, dass es unzuländig ist, dieses Modell. Und es gibt ja mittlerweile schon viele Ausprägungen, auch von Klaas Janssen, beziehungsweise Weiterentwicklung. Das Modell mit den vier Räumen der Veränderung kommt aus den 50er Jahren. Und wir besonders in dem Kontext der KI feststellen, es gibt halt auch den Raum der Ahnungslosen. Der ist immer noch proppenvoll. Und früher habe ich gesagt, der ist deswegen proppenvoll, weil die meisten nichts mitbekommen haben darüber, dass es die KI überhaupt gibt. Heute, und ich gehe nachher mit euch die Slides durch, die ich gestern gezeigt habe, heute weiß fast jeder, dass es die KI gibt. Aber der ahnungslose Raum ist voll mit denen, die nicht wissen, wozu ich sie anwenden kann und was ich mit der KI überhaupt tun kann, was ich in der Lage bin, damit zu tun. Und ich beschreibe das häufig so, für uns, die jetzt in der Blase sind und sich mit der KI auseinandersetzen, wir auch immer wieder in den Raum der Ahnungslosen zurückgeschleudert werden, weil über Nacht neue Modelle entstehen, neue Marketplayer an den Markts sind, neue Möglichkeiten entstehen und wir dann aufwachen und denken, ist das cool, schon wieder was Neues. Und diese Dynamik, die nimmt zu, denn wir sind in einer exponentiellen Phase, in einem exponentiellen nicht nur Wachstum, was das angeht, sondern auch die Verdoppelung der Möglichkeiten, die wir im Rahmen der KI haben. Und wie ich das auf die Bühne bringe, welche Geschichten ich da erzähle, um die Menschen auch in diesen Raum mitzunehmen, das erzähle ich euch gleich. Also der Raum der Ahnungslosen hat sich fast vollständig gelehrt. Lehrer, die von der KI noch nichts gehört haben. Vor zwei, drei Jahren habe ich dieses Bild immer wieder gezeigt in Keynotes und da waren die Hände immer hoch. Der hat noch nichts über die KI gehört. Und ich war vor drei Jahren in Atlanta, habe auf dem größten Projektmanagement-Kongress der Welt im Keynote gehalten, der PMI-Kongress. Und PMI ist die Projektmanagement-Institution, da sind eine halbe Million zertifizierte Projektmanager nach diesen Standards zertifiziert. Und die machen sich dort zweimal im Jahr einen großen Kongress. Und da war ich in Atlanta. Und das war, ich glaube, es war sogar im März, April, ich weiß es nicht ganz, also ein halbes Jahr circa, nachdem die KI die Gesellschaft erreicht hat. Und als ich da die Abfrage gemacht habe, habe ich gefragt, wer hat im Rahmen dieser Konferenz, die jetzt einen Tag, als ich da aufgetreten bin, und hatte noch drei weitere Tage, wer hat hier zum ersten Mal überhaupt von der KI gehört? Und da waren von 400 Leuten, die ich im Raum hatte, 398, die zum ersten Mal während dieser Konferenz waren. Während dieser Konferenz, was überhaupt davon gehört haben, dass KI gibt. Und zwei waren vorbelastet und haben gesagt, ich habe vor der Konferenz schon davon gehört. Das war damals der Raum der Ahnungslosen. Und dieser Raum hat sich komplett aus meiner Sicht gelehrt. Der Raum der Ahnungslosen ist aber voll mit denen, die nicht wissen, was man mit der KI überhaupt machen kann, wie man sie einordnet und viele andere Fragen, die mir jetzt da auch im Rahmen dieser Konferenz gestellt wurden, die ich euch dann auch gleich berichte, was den Mittelstand aktuell umtreibt. So, und damit nicht einher, sondern wir haben noch den Raum nach der Akzeptanz. Akzeptieren reicht nicht in meiner Welt. Wir müssen es integrieren. Wir müssen uns auf die Spielwiese bewegen und wir müssen transformativ das Ganze nutzen. Das heißt wirklich zu unserem Nutzen oder zum Nutzen unserer Kunden. Und dieses Modell, ihr habt das im Buch, das sind die 4 plus 3 Räume der Veränderung, so habe ich das genannt, 4 plus 3 Räume der Veränderung, ist eine Möglichkeit, zu sensibilisieren. Ganz kurze Unterbrechung und vielleicht kennst du uns schon länger oder erst seit kurzem und möchtest verstehen, wie unsere KI Masterclass, das Business Lab oder die TÜV Rheinland zertifizierte Ausbildung für KI Strategieberatung oder auch die Ausbildung zur Manager für angewandte KI Transformation auch TÜV Rheinland zertifiziert dich weiterbringt, dann bucht dir einfach einen Termin bei uns direkt auf der Webseite unter www.körtting-institut.com slash start und dort können wir über deine Ziele, deine Herausforderungen, deine Wünsche sprechen und schauen, wie wir dir oder die Künstliche Intelligenz helfen und dich auf diesem Weg begleiten kann. Wir sehen uns dort, freue mich dich kennenzulernen und jetzt weiter mit dem Podcast. Denn das, was ihr tun könnt, wenn ihr dieses Modell in irgendeiner Form anwendet, die Menschen einordnen zu lassen oder sich einordnen zu lassen im Sinne von, in welchem Raum bist du? Bist du noch im Schock? Vielleicht auch jetzt gerade durch die Entwicklung der letzten Tage. Bist du im Schock? Bist du im Raum der Verneinung? Du sagst, ich lehne das ab. Ja, ich brauche keine KI, ich will keine KI. Eine KI lügt, eine KI ist teuflisch, eine KI versucht ihre Grenzen zu sprengen. Ich will das nicht. Es ist eine Verwirrung, wie soll ich das Ganze jetzt gerade einordnen? Ist es die Akzeptanz? Ist es die Spielwiese, die Integration oder die Transformation? Oder soweit ahnungslos, ich weiß gar nicht damit, was ich machen kann. Und diese Einordnung und dieses Bewusstsein zu schaffen, ich habe das jetzt bewusst noch mal ausführlicher gemacht, als ich das am Dienstag getan habe, ist eine Möglichkeit zu sensibilisieren. Und, und das sage ich für all diejenigen, die Keynotes halten, die Vorträge halten, und das muss jetzt nicht für 400 Leute sein oder mehr, sondern ein Vortrag lässt sich auch für 10, 20, 30, 50 Personen halten.