Überall entstehen gerade KI-Agenturen. „KI-Automatisierung für den Mittelstand" ist zum Standardangebot geworden, und als erster Schritt ergibt das oft Sinn. Man holt sich Expertise, die man selbst noch nicht hat, ohne Personal aufzubauen. Nur ist das Muster nicht neu. Bei der Cloud und beim Webdesign lief es genauso. Am Anfang ist das Wissen knapp und teuer, dann werden die Werkzeuge zugänglicher, das Wissen wandert in die Unternehmen, und außen bleibt das Komplizierte. Bei KI läuft dieser Zyklus ungewöhnlich schnell. Damit landet jedes Unternehmen früher oder später bei derselben Frage. Selbst machen oder einkaufen. Diese Rechnung wird fast immer nur halb aufgemacht. Man schaut auf den Aufwand, grob gesagt Zeit gegen Geld. Dabei wird „selbst bauen" meist unterschätzt, weil in der Kalkulation die Erstellung steht und der lange Rattenschwanz danach fehlt. Pflege, Updates, das Wissen, das mit einem Mitarbeiter geht, der Vorfall am Wochenende. Software zu bauen ist eine laufende Verpflichtung, die das Projekt überdauert. Die andere Seite fehlt oft ganz. Was der Prozess einbringt oder einspart, wenn er läuft, über Jahre gerechnet. Sobald man die dazunimmt, verschiebt sich das Bild. Eine teure Lösung kann sich rechnen, wenn sie dauerhaft genug bewegt. Wer nur auf die Kosten schaut, optimiert am falschen Ende. Selbst eine saubere Einzelentscheidung ergibt noch keine Richtung. Wer KI von Fall zu Fall angeht, sammelt Insellösungen, die je für sich sinnvoll waren, ohne zusammen ein Bild zu ergeben. Was trägt, ist ein Rahmen dahinter, der festlegt, wo KI hingehört und wo nicht, und der auch in zwei Jahren noch hält. Am meisten interessiert mich daran eine offene Frage. KI wird gerade vor allem als etwas beschrieben, das Prozesse wegrationalisiert. Die eigentliche Arbeit liegt woanders, nämlich aus der Technologie überhaupt Nutzen zu machen und Entscheidungen zu treffen, die über Jahre Bestand haben. Ob daraus ein eigenes Berufsfeld wird oder nur ein Übergang, bis die Unternehmen es selbst können, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wie positioniert sich der KI Strategieberater in diesem Tätigkeitsfeld bzw. wie gestaltet sich diese neue Berater Tätigkeit?
Was die BDU-Studie über KI im Beratermarkt wirklich sagt
Der Beratermarkt zeigt seit Anfang 2021 fast durchgehend nach unten – parallel zum IFO-Geschäftsklimaindex. Das ist die nüchterne Ausgangslage einer BDU-Studie, die Torsten in dieser Folge vorstellt und kommentiert. 212 Beratungsunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum wurden im zweiten Quartal zu ihrer Geschäftslage befragt, und was herauskommt, ist eine stark gespaltene Branche: Sanierungsberatung läuft, HR-Beratung schwächelt, und ein Feld wächst als einziges – Strategieberatung. Der Grund: Unternehmen suchen Orientierung, und zwar konkret im Feld der KI.
Besonders aufschlussreich ist, wohin die KI-Nutzung in der Beratung bisher zeigt. 81 Prozent setzen KI intern ein, nach außen zum Kunden hingegen nur gut die Hälfte. Eigene KI-Produkte vermarkten gerade mal 22 Prozent. Wer also wartet, bis die großen Häuser den Markt damit sättigen, wartet auf das Falsche – denn das Fenster, sich durch kundengerichtete KI-Kompetenz abzusetzen, steht gerade offen.
Die zweite Kernbotschaft aus der Studie: KI spart Zeit, das sagen 91 Prozent. Aber das ist nicht der eigentliche Punkt. Interpretation, Einordnung, konzeptionelle Arbeit – das gewinnt an Gewicht, statt zu verschwinden. 52 Prozent nutzen die gewonnene Zeit direkt für Kundeninteraktion. Die Disruption läuft, aber sie endet nicht beim Menschen. Sie endet genau dort, wo es um Vertrauen und Beziehung geht – und da fängt die eigentliche Beratungsarbeit erst an.
Für die Preiskalkulation ist KI längst kein Zukunftsthema mehr – das stellt die Studie klar. Kunden ziehen in Preisverhandlungen nach, und wer noch Zeit für Geld abrechnet und gleichzeitig KI einsetzt, sitzt in der Klemme. Wie man da wieder rauskommt, nimmt sich Torsten für die nächste Folge vor.
Sneak Preview
In der nächsten Folge geht es darum, welchen Einfluss KI auf den wahrgenommenen Nutzen beim Kunden hat – und warum das Modell "Zeit gegen Geld" in Kombination mit KI zum Problem wird.
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TJ bitte verlinke noch die Auswertung der Studie. Danke Thomas
Es gibt ja DEN Markt, und Deinen Markt. In unserem Markt ist von KI und deren Auswirkungen (noch) nichts zu spüren . Wir arbeiten wie seit jeher, und haben trotz Wirtschaftsflaute Steigerungen zum Vorjahr. Einzig bei der Kaltakquise hat man häufiger einen KI-Bot dran . Ich bin aber überzeugt, das jeder Prozess und jede Beratung, von KI übernommen werden kann und wird, je einfacher der Prozess desto schneller. Schon aus Kostengründen für die Unternehmen. Unternehmen werden effizienter, aber für die zukünftigen Arbeitslosen müssen wir uns als Gesellschaft etwas einfallen lassen. Viele sind für die hochqualifizierten Jobs die so dringend benötigt werden, nicht geeignet. Hier könnte eine KI eigene Weiterbildungsprogramme /Qualifizierungsmaßnahmen erstellen und anbieten, um diese Personen aufzufangen. Noch merken wir wie gesagt nichts davon, aber ja, das wird kommen, schneller als uns lieb ist. Und ich will auf jeden Fall vorbereitet sein auf den Tag X ! 🙏🏻💪🏻🤘🏻 Entweder ich disruptiere meine Tätigkeit selber, oder ich schule selber um zum KI -Berater. 😜😅
Danke für deinen Kommentar!
Er steht jetzt unter der Folge.