Erkenntnis 276
»Wo soll ich anfangen, wem kann ich vertrauen«
Vier Leute sitzen über einem neuen Kursformat, auf dem Tisch liegt das Handy mit den sieben Fragen, die Geschäftsführer am Vortag wirklich gestellt haben.

„Der Geschäftsführer von dem Mittelständler, der muss ja nichts bauen." Einer am Tisch sagt das, während wir über Zielgruppe und Preis reden.
Wir sitzen zu viert im Meetingraum und schneiden ein Kursformat zurecht: Preistreppe, Zertifikat, Community. Auf dem Tisch liegt mein Handy. Darin steht eine Notiz vom Vortag, die Fragen, die mir Geschäftsführer nach einer Keynote gestellt haben.
Ich lese sie vor. Welche KI. Was mache ich mit meinen Mitarbeitern. Wo soll ich anfangen. Datenschutz. Wem kann ich bei der Umsetzung vertrauen. Wann soll ich anfangen. Was kostet mich das, und was riskiere ich dabei. Keine dieser sieben Fragen nennt ein Werkzeug.
„Der muss verstehen, aber der muss auch selbst mal anwenden."
Mein eigener Entwurf hing da längst an der Wand: zwölf Wochen Kurs. Am Ende hat der Teilnehmer seine eigenen Agenten konfiguriert, also KI-Programme, die Aufgaben selbstständig abarbeiten. Dazu ein Hochschulzertifikat und dauerhaften Zugang zur Community. Ich habe den Erfolg daran gemessen, was am Ende gebaut dasteht. Der ganze Kursmarkt misst so.
Die Notiz aus dem Saal fragt nach etwas anderem.
Dieser Geschäftsführer will eine Angst loswerden. Die Angst, falsch anzufangen und dem Falschen zu vertrauen. Er zahlt für sein eigenes Urteil. Für den Moment, in dem er ein Angebot liest und selbst weiß, ob es taugt.
Selbst anwenden bleibt trotzdem Pflicht. Wer einmal eigenhändig etwas gebaut hat, erkennt beim nächsten Anbieter, was davon trägt.
Ich beherrsche das, ich habe die Grundlagen, ich kann mir jetzt selbst helfen.Torsten Koerting
Was sichtbar wurde
Im Gespräch stand ein Vier-Wochen-Format für die Orientierung, mein Entwurf an der Wand lief zwölf Wochen.
Die Preistreppe stand fest, bevor am Tisch jemand die Fragen der Käufer vorgelesen hatte.
Wer einmal selbst etwas gebaut hat, prüft das nächste Angebot mit eigenem Urteil.
Was das für dich heißt
Schreib nach deinem nächsten Vortrag die Fragen mit, die wirklich gestellt werden, wörtlich und noch im Saal. Dann leg dein Angebot daneben und prüf, welche dieser Fragen es beantwortet.
Die Frage an dich
Was steht am Ende deines Angebots: eine Zahl gebauter Agenten oder eine Entscheidung, die dein Kunde allein trifft?
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