
Von großen Zielen, Willenskraft und etwas Glück - Im Gespräch mit Hans Kammerlander
Diese Podcastreihe von insgesamt 15 Folgen umfasst die epischsten Interviews, welche ich zur Zeit der Umsetzungsgiganten geführt habe. Du bekommst spannende Einblicke in das Wirken von echten Koryphäen!
Hans Kammerlander gehört zu den erfolgreichsten Extrem-Bergsteigern unserer Zeit. In Ahornach, einem kleinen Dorf an einem steilen Hang im Tauferer Ahrntal geboren, bestieg er als 8jähriger seinen ersten Dreitausender. Heimlich und hinter zwei Touristen her. Danach entdeckte der Südtiroler die zauberhafte Welt der Berge.
In der Biografie von Hans Kammerlander stehen mehr als 2500 Klettertouren, rund 50 Erstbegehungen und 60 Alleinbegehungen großer Alpenwände. Er bestieg zwölf der vierzehn Achttausender. Sieben davon an der Seite von Reinhold Messner. Er fuhr mit Ski vom Gipfel des Everest ab und durch die steilen Flanken des Nanga Parbat. Mit Reinhold Messner umrundete er auf den Landesgrenzen seine Heimat Südtirol. Er durchstieg die Nordwände von Ortler und Großer Zinne innerhalb von 24 Stunden. In der Zeit gelangen ihm auch alle vier Grate des Matterhorns.
Als erstem Bergsteiger der Welt gelang Hans Kammerlander eine der beiden Versionen der Seven Second Summits, also der jeweils zweithöchsten Berge aller sieben Kontinente. Hans Kammerlander ist Bergführer und Skilehrer. Er lebt im Tauferer Ahrntal und ist Vater einer Tochter.
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Das Transkript zum Nachlesen
Wenn du in der Lage bist, Erfolgswege, die andere zu ihren Zielen, zu ihren Gipfeln, die sie erfolgreich gestürmt haben, zu dekodieren, zu demaskieren und anzunehmen, dann bist du möglicherweise in der Lage, sie auf dich zu übertragen und zu reproduzieren. Und unter diesem Glaubenssatz, unter diesem Rahmen habe ich in den letzten Monaten viele, ich würde sagen epische Interviews geführt mit grandiosen Persönlichkeiten wie Jörg Stacy Taniguchi, Martin Frey, Rainer Pitek, Karma Scherper und Hans Kammerlander und vielen mehr, die mir Einblicke gegeben haben, wie andere Menschen Erfolg möglich machen, wie sie Erfolgswege gehen, wie sie in der Lage sind, ihre ganz persönlichen Gipfel zu stürmen. Und das sind alles Menschen, die Abenteuerblut in sich tragen, die weg von der Norm gehen, die außergewöhnliche Wege gehen, die ihre Komfortzone verlassen. Und nicht nur Abenteurer, sondern auch Menschen wie Nico Gundlach, wie Ralf Schmidt, wie John Stepper, wie Manuel Sand, Yvonne Date, Stephan Hagen und andere, Michael Rossier, die in ihren Welten, ihres Businesses, ihrer Selbstständigkeit erfolgreich gewesen sind und immer noch erfolgreich sind, die habe ich nach ihren Erfolgswegen, nach ihren Erfolgsmustern, nach ihren Herangehensweisen, nach ihren intrinsischen Motivationen gefragt. Und daraus ist diese Reihe entstanden, der epischen Interviews. Denn es wäre schade, wenn Sie nur im Thorsten Körting Umsetzungsgiganten-Podcast ein Dasein fristen, sondern natürlich gehören Sie hier auch hinein in den Erfolgreich Selbstständig-Podcast von Birgit und Thorsten Körting, von uns, den Körtings. Und damit du dich jetzt hier voll drauf einlassen kannst, viel Spaß mit diesen epischen Interviews der Thorsten und bis dann! Hallo und ein herzliches Willkommen zu dieser neuen und ganz besonderen Folge des Umsetzungsgiganten-Podcast. In dieser Folge habe ich einen Heroen, eine Koryphäe, jemanden, der ganz außergewöhnliche Dinge in seinem Leben gemeistert hat, ein Vorbild schon vor vielen, vielen Jahren, als ich ihn zum ersten Mal hören und auch sehen durfte, hat er mich immer wieder inspiriert in den unterschiedlichsten Bereichen meines Lebens, durch die unterschiedlichen Bereiche seines Lebens. Und derjenige, den ich in der Lage war zu interviewen im Rahmen dieses Podcasts, ist jemand, der durch ganz besondere Umstände zu einem ganz außergewöhnlichen Menschen geworden ist. Er ist nämlich derjenige, der immer noch den Geschwindigkeitsrekord von einem Basislager, von dem Basislager auf der tibetischen Seite des Mount Everest bis rauf auf den Mount Everest hält. Insgesamt 16 Stunden, die er dafür gebraucht hat. Er ist nicht nur derjenige, der diesen Geschwindigkeitsrekord hält, immer noch, sondern er ist derjenige, der nach diesem Geschwindigkeitsrekord eine weitere, ganz besondere Leistung erbracht hat. Nämlich er ist derjenige, der vom Summit des Mount Everest, also vom Gipfel des Mount Everest, danach, nachdem er eben den Geschwindigkeitsrekord erklommen hat, mit den Skiern auf der anderen Seite abgefahren ist und somit sechs Stunden später wieder im Basislager stand, wo er aufgebrochen ist. Er ist jemand, der heute immer noch nahbar ist. Er ist jemand, der mit seinen 64 Jahren immer noch in seiner Kraft und Energie steht. Er ist derjenige, der andere Menschen, seine Welt des Südtirols in Sand im Taufers zugänglich macht. Er ist derjenige, der uns mit eintauchen lässt in seine Welt. Nicht nur die Welt seiner Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen, sondern auch in die Welt der Berge, wo viele, viele Jahrzehnte vorher alles begann. Er ist derjenige, der uns aufzeigt im Rahmen dieses Podcasts, was es braucht und wie wenig es braucht, um sich die eigene Außergewöhnlichkeit möglich zu machen. Er hat nämlich erkannt, beim Wendepunkt seines Lebens, auf den wir eingehen werden, hat er erkannt, dass zwei ganz wesentliche Kompetenzen und Stärken seinerseits, nämlich das Bergführen, er ist ausgebildeter Bergführer, und die des Skifahrers, weil er auch Skilehrer ist, diese zwei Punkte so zusammenzubringen, dass er in der Lage war, Rekorde aufzustellen wie nie jemand zuvor im Bereich des Alpinismus und der alpinen Bergbesteigung. Und wie wir eben an dem einen Beispiel Everest Besteigung und Abfahrt in die Wand hinein und sechs Stunden später mit den Skiern wieder am Basislager zu stehen, ist nur möglich gewesen, weil er ein außergewöhnlicher Kletterer ist, ein außergewöhnlicher Beherrschender am Berg und ein außergewöhnlicher Skifahrer. Wir gehen in diesem Podcast nicht nur auf seine Karriere ein, sondern wir gehen auch darauf ein, durch wen er groß geworden ist, wer ihm seine Fähigkeiten überhaupt zugänglich gemacht hat, derjenige, mit dem er jahrelang in einer Kletterseilschaft die außergewöhnlichsten Touren der Welt gegangen ist, denn er ist jemand, der mit Reinhold Messner gemeinsam viele, viele Jahre ganz außergewöhnliche Leistungen erbracht hat, nämlich die Übersteigung von zwei Achttausendern, was vorher auch noch nie einer Seilschaft gelungen ist. Und wir schauen genau auf diese magischen Momente, wir schauen genau auf die Wendepunkte, die es gab in seinem Leben, Wendepunkte, die dazu geführt haben, dass Reinhold Messner in sein Leben getreten ist. Wenn er da nicht zu der Zeit an dem Ort gewesen wäre, wo Reinhold Messner ihn angerufen hätte, hätte sein Leben möglicherweise eine ganz andere Wendung genommen. Er ist derjenige, der viele Jahre dann später aus dem Schatten von Reinhold Messner ausgetreten ist. Als Reinhold Messner gesagt hat, ich habe alle Berge bestiegen, ich gehe jetzt raus aus dem hochalpinen Alpinismus und werde Sandwüsten und Eiswüsten durchschreiten und mich in meiner nächsten Lebensphase widmen, er dadurch frei geworden ist und seinen eigenen Weg gehen konnte und somit überhaupt zu den Leistungen, die heute noch einzigartig sind, aufstreben zu können. Wir reden natürlich auch über Tiefpunkte, Wendepunkte im Leben und natürlich über das, was ihn in Zeiten wie diesen aktuell umtreibt, wo natürlich viel Tourismus in den Bergen stattfindet beziehungsweise wir durch die aktuelle pandemische Lage eingeschränkt sind in unserer Bewegungsfreiheit. Ich habe ihn als jemand kennengelernt nach einer zweitägigen Tour, die wir mit ihm gemacht haben in seinem Heimatgebiet Sand in Taufers in Südtirol und hatte danach die Möglichkeit in seinem Büro, in seinem Office direkt am Hans-Kammerlander-Platz zu interviewen und damit ist der Name auch schon raus. Ich darf mich nun freuen auf ein grandioses Interview, auf einen wunderbaren Mensch, auf ganz tolle Insights, auf ganz tolle Erlebnisse, auf ganz tolle Geschichten und damit ihr euch und du als Zuhörer auch und die Rede ist von niemand anderem als Hans Kammerlander. Umsetzungsgegangen. Und in dieser Persistenz habe ich neue Stärken gefunden. Und dann habe ich angefangen, das zu machen. Die Fähigkeit weitergeben zu dürfen, aber es hat was mit geduldig sein zu tun. Also zu erfahren, was denn die jungen Menschen bewegt. Sie machen mich wirklich dankbar für diese Fragen, das ist wundervoll. Hans, wir sind ja gerade zurückgekommen von einer zweitägigen Tour mit dir. Etwas, was du ja aktuell machst mit Kunden, mit Menschen, die mal in deiner Umgebung wandern möchten, in dem Tal, in dem du aufgewachsen bist. Wir haben dich dadurch ja schon mal ein bisschen kennengelernt. Und trotzdem bekommst du die erste Frage gestellt, die jeder gestellt bekommt. Stell dir vor, wir treffen uns oben auf einer Berghütte, irgendwo in den Alpen. Wir kennen uns nicht, du bist irgendwie von der einen Seite hoch oder kommst gerade von irgendeiner Tour zurück. Wir treffen uns dort, tauschen uns so aus, wie der Tag so war, was du vielleicht für den nächsten Tag geplant hast. Und dann kommt die Frage, was machst du denn sonst so, wenn du nicht in den Bergen rumkraxelst? Ja, ich habe natürlich mehrere Hobbys. Vor allem, ich arbeite gern mit Holz, vor allem mit altem Holz. Und ein ganz großes Hobby seit Jahren sind die Oldtimer. Diese alten Maschinen, wo ich selber ein bisschen rumschraube und auch einen Ausflug mache mit so einem alten Auto. Wie zum Beispiel ein Samba-Bus von 1959, der alte VW, der T1. Das sind natürlich ganz tolle Momente, weil so ein Bus, ein Neuensitzer, 34 PS und einfach die Zeit zurückdrehen, entschleunigen. Also das sind so Hobbys, die ich mache zwischen den Bergen, weil im Frühling und Herbst ist immer ein bisschen Zeit, wenn ich nicht gerade auf Expeditionen oder auf Trekking bin. Und dann passt das genau rein. Holz und Autos. Was machst du mit Holz? Ich habe früher von meinem Vater ein bisschen schnitzen gelernt. Aber da verwende ich jetzt nicht altes Holz, sondern vom Zirbelkiefer, das ist ein schönes, weiches Holz. Und mache ein bisschen was und sonst halt mit alten Balken, wo ich von mir aus wieder einmal in meinem eigenen Haus, in meinem Raum gestalte. Und da verwende ich Holz, wie zum Beispiel vom elterlichen Bauernhof, den der Bruder saniert hat. Und diese Balken sind doch 200 Jahre alt. Das sind nicht geschnittene Balken, ganz alte gehackte. Und wenn man sowas jetzt in einem neuen Haus schön platziert, ist das immer, wenn man es anschaut, ein bisschen Erinnerung zurück in die Jugend. Und Holz ja auch etwas, was dich auf all deinen Wegen immer begleitet hat, weil du natürlich auch nicht nur in den hohen Höhen, sondern auch in den Bergen, in den Wäldern unterwegs bist. Du bist ja jemand, der nicht nur in Südtirol, sondern über alle Ländergrenzen hinweg bekannt ist, so eine lebende Legende, könnte man sagen oder darf man sicherlich sagen. Nimm uns doch mal ein bisschen mit auf deine Lebensreise, vielleicht auch auf die Phasen deines Lebens, die so hinter dir liegen. Du bist jetzt 64, wir hatten die Möglichkeit, jetzt zwei Tage mit dir zu verbringen. Und das Ganze hat ja einen Ursprung, das Ganze hat ja einen Anfang und auch einen Teil an der Geschichte zu erzählen. Ja, es hat natürlich begonnen und hat alles sehr überraschend, weil ich wurde ja geboren auf dem Bergbauernhof, war schon in der Kindheit unterwegs in den Gebirgen, aber nicht auf Gipfeln. Wir waren nur unterwegs, wo halt noch unsere Viecher waren, Schafe, Kühe und so. Und dann haben wir die Gipfel schon ab und zu gesehen, aber die haben nichts gesagt. Und irgendwann bin ich doch einmal, weil ich neugierig war, auf so einem Gipfel hoch, Schule geschwänzt, bin einfach da hoch und dann habe ich diese Faszination entdeckt. Und natürlich dann wollte ich das immer wieder erleben, weil es war ein tolles Erlebnis. Und so nach und nach steigert sich halt auch alles, wenn das Können mehr wird, dann werden auch die Ziele steiler, ein bisschen höher und so ging das weiter. Und irgendwann war das schon eine so große Leidenschaft, dass ich mir gedacht habe, mich interessiert kein Beruf zu lernen. Da waren auch wenige Möglichkeiten von diesem kleinen Bauernhof aus. Und dann habe ich gedacht, ja vielleicht, wenn du das einfach ganz konsequent weiter übst, vielleicht kannst du dieses Hobby zum Beruf machen. Und das ist mir dann auch gelungen, und zwar ganz genau schon in der Zeit, wo es vom Alter her möglich war, habe ich die Bergführerprüfung geschafft. Und gleichzeitig auch für den Winter, das ist wieder ganz ein anderer Beruf, die Schülerprüfung. Und dann ist es Hobbyberuf geworden. Und dann hat sich das Leben halt auch verändert. Da war ich im Sommer über unterwegs als Bergführer. Und da war auch ein Glücksfall, weil ich habe sofort in meinem ersten Bergführerjahr in der Alpinschule von meinem großen Vorbild, Idol von Messner, gearbeitet. Und mein Arbeitsplatz waren die schönsten Berge der Welt, das waren die Dolomiten im Sommer. Und im Winter war ich auf der Piste unterwegs, größtenteils hier im Taufer Andal als Skilehrer. Und natürlich Skitouren. So weit es ging, eher lieber die Skitouren, dann im Gelände draußen. Es war doch ein bisschen mehr als auf der Piste, diese links- und rechtskurvenfahren den ganzen Tag. Ja, und dann war das halt vor einfach ein paar Jahren mein Beruf. Und durch das, weil ich in der Alpinschule von Messner gearbeitet habe, und er hat mein Leben ja auch verfolgt, hat er mich dann, das war für mich überraschend, eingeladen, gemeinsam auf den Hohen Berg zu gehen. Und das war dann ein Einstieg in eine komplett andere Welt. Andere Welt meine ich jetzt deswegen so, weil dann war der Bergführerberuf nur noch ganz am Rande, hobymäßig ein bisschen als Ausgleich, aber ansonsten waren einfach die Expeditionen. An der Seite von Messner bin ich dann in einen doch jahrelangen Wettlauf eingeschrien. Da ging es dann mehr auf Leistung, da sind wir einfach dann unterwegs gewesen, auf der Suche nach Neuigkeiten. Und dann hat er einige Jahre an seiner Seite verbracht. Er war für mich ein sehr wichtiger Lehrmeister natürlich, aber es war ein sehr harter Einstieg. An seiner Seite, er war ja der Vollprofi auf den Hohen Bergen. Und selber war ich auf den Hohen Bergen einfach Anfänger, ich war einfach Kletterer. Aber die Hohen Berge sind ganz anders. Das ist natürlich eine ganz andere Form von Alpinismus. Und wenn da so ein erfahrener dabei ist, ist es natürlich wichtiger, führt dich ein, er hilft dir Fehler zu vermeiden. Aber natürlich die Ziele gleich am Anfang, die waren schon sehr hart. Und an seiner Seite habe ich dann natürlich auch vieles erleben können, wo ich gern zurückdenke, wenn ich mich an die Hohen Berge erinnere, wo ich gern zurückdenke, eine Überschreitung von 2.000 bis 8.000, die nur eine Woche ist, noch nicht wiederholt worden bis heute, aber es war halt auch so grenzwertig. Also, wenn man da zurückkommt und dann an diese Tage denkt, die vergangenen Tage, da muss man halt auch sagen, da waren sehr, sehr viele Momente dabei, die ganz, ganz am Limit waren. Da gehört halt einfach ein ganz großes Glück dazu auch. Und das Restrisiko ist schon oben, wenn du fast mit kaum Ausrüstung so abgeschieden und komplett allein oben auf diesen ausgesetzten Graten herumgeigst. Aber im Nachhinein natürlich tolle Erinnerungen, was immer wieder schon schöne Gefühle sind, wenn du zurückdenkst. Aber sowas natürlich, wenn man es einmal gemacht hat, möchte man nicht wiederholen. Und dann, nein, nicht nur das, und dann eben, wenn Messner aus dem Höhenbergsteigen ausgestiegen ist, weil er gesagt hat, das war es jetzt, er war der erste Mensch, der es geschafft hat, auf allen 14.800 an dieser Welt zu sein. Und dann begann für mich natürlich eine neue Etappe. Ich musste dann in dem Moment auch alles selber organisieren, weil es auch eine mühsame Geschichte im Vorfeld ist, das Organisieren. Und früher war es viel komplizierter, die Genehmigungen herholen. Das war alles schriftlich und hat lange gedauert. Inzwischen geht das ja alles schnell und ist Routine. Du schickst eine Mail und hast schon eine Genehmigung da, weil für die Länder ist das auch ein großes Geschäft geworden. Die verteilen die Genehmigungen jetzt ganz gern. Früher musstest du vorweisen, dass du ein erfahrener Alpinist bist, sonst hättest du nicht an so hohen Bergen teilnehmen dürfen, was ich auch ganz richtig finde, weil inzwischen hat sich das schon in eine Richtung entwickelt, wo man denkt, gewisse Leute gehören doch nicht auf diese hohen Berge. Aber ich verstehe auch die Länder, die wollen Geschäft machen, weil es ist für sie ein wichtiges Einkommen. Dann habe ich selber organisiert und bin dann auch frei geworden für meine eigenen Ideen. An der Zeit mit Messner waren es hauptsächlich die Messner-Ideen, weil er hat ja schon ganz vieles gemacht gehabt, z.B. Everest K2, das hat er alles schon gemacht gehabt, als ich mit ihm losgegangen bin. Und dann kamen auch diese Ziele für mich persönlich und ich habe dann auch den Stil geändert. Ich habe versucht, Kombinationen mit Ski durchzuführen, von denen habe ich ja immer geträumt, aber an der Seite von Messner war das keine gemeinsame Idee, weil er ist kein Skifahrer. Und dann habe ich eben diesen Weg, diese Kombinationen gesucht und das war das Maximum. Praktisch diese beiden Hobbys, Skifahren und Klettern, diese beiden Hobbys von meiner Jugendzeit auf den höchsten Bergen der Welt zu kombinieren, das war dann eben die folgenden Jahre mein Hauptziel. Die Besteigungen, aber gleichzeitig das Andenken, wo gibt es eine Linie, die mit Ski machbar wäre. Und ich muss auch sagen, wenn ich zurückdenke an meine intensivsten Stunden am Berg, das waren wahrscheinlich schon diese Stunden der Skiabfahrten. Vor allem der Start am Gipfel, wenn du oben stehst und in die Tiefe schaust und dieses Loskommen, das ist das Beste da oben. Weil oft stehst du da und schaust runter und hast wirklich nur noch die Tiefe unterhalb von dir. Und wenn du lang runter schaust, je länger du runter schaust, irgendwie hat man dann das Gefühl, der Berg wird immer steiler, der wird nicht flacher und die Wand wird nicht kleiner. Also da ist viel besser, wenn du es schaffst, bei jeder steilen Skitour, sogar für die Leute, wenn sie Pisten fahren, oft am Limit, eine schwarze Piste, man soll nicht oberhalb vom Steilhang stehen bleiben und runterschauen, sondern man soll, wenn es geht, einfach hineinfahren in das Gelände. Wenn du mittendrin bist, dann ist alles leichter, aber wenn du von oben runterschaust, dann wird es richtig hart. Und diese Momente,
Zum Beispiel ein Start mit Ski am Everest, wenn du oben stehst und die Ski sind so glatt, weil du ja Stunden und Tage unterwegs warst mit Steigeisen und den Füßen im Aufstieg. Steigeisen geben dir sicher einen Halt. Und dann fahren wir durch die Steigeisen weg und steigen in die Ski rein, in die Bindung. Und die Dinger werden schon glatt, wenn links und rechts die Tiefe dich fast runterzieht. Und dann eben der Moment, das Starten da oben. Das sind die Momente, wenn ich so vielleicht das Leben zurückdenke, immer wieder, die schon die spannendsten waren. Ganz starke, ganz intensive Augenblicke. Ja, und dann natürlich muss man auch sagen, wenn man so einen weiten Weg zurückdenkt, da waren ganz, ganz starke Augenblicke da. Aber da war so viel Schinderei da. Und da waren auch viele Rückschläge da, natürlich sehr, sehr viele. Ich habe leider Gottes einen großen Teil von meinen Expeditionskollegen verloren. Die haben das nicht überlebt. Und so im Nachhinein, wo ich zocke, und jetzt ist das Thema für mich ja vorbei. Den Wettlauf machen jetzt die Jungen. Aber wenn ich zurückdenke, dann wird mir halt auch bewusst, wie viel Glück ich selber gehabt habe. Und wenn ich jetzt zurückdenke, natürlich, ich würde so einen Weg, wissend, was alles an mich zukam, würde ich so einen Weg nicht mehr machen. Aber damals habe ich es ja nicht bewusst. Da ist ein Thema aufgebrochen. Wir haben einfach angenommen, es wird schon nichts schief gehen. Aber so musst du auch denken, sonst darfst du nicht aufbrechen. Wenn du alles negativ im Vorfeld siehst, dann ist das nicht die richtige Beschäftigung. Genauso wie beim Klettern. Wenn jemand aufbricht zu einer Klettertour, auch wenn es eine normale Klettertour ist, und immer alles Negative andenkt, was passieren könnte, ich glaube, dann ist es nicht mehr der richtige Sport. Und wir sind sehr am Limit immer gegangen. Und du musst am Limit gehen, trotz der ganzen Vorbereitung und so. Sonst spielst du gleich in der zweiten, dritten Liga. Und dann ist es eigentlich schwer, das Ganze zu finanzieren. Du musst immer Leistungen bringen. Damit du die Partner, die Sponsorisierung an deiner Seite behältst. Wenn du immer gescheiter zurückkommst, dann ist das, wie wenn du als Skirennläufer vielleicht einmal im Winter unter den Seen bist, und sonst irgendwo, das geht nicht. Das müssen die Erfolge schon sein. Die haben wir schon abgeliefert. Leider war der Preis sehr hoch. Und als dann die Phase zu Ende ging, also die Phase des Wettbewerbs, die Phase der außergewöhnlichen Leistungen, die Phase der Gefahr, des Bewusstscheins der Gefahr, was ist dann gekommen? Es war so, wenn ich mir plötzlich gedacht habe, die paar Ziele, die ich eventuell noch im Hinterkopf gehabt habe, die sind es nicht mehr. Da ist die Zeit wahrscheinlich vorbei von der Schnelligkeit, die das Alter hinterlässt, Spuren. Und dann habe ich aber angefangen, am Anfang ein paar andere Ideen anzurichten. Und das waren ganz schöne Ideen. Ich habe mir gedacht, so konzentriere ich jetzt ein bisschen mehr auf Reisen, Expeditionen in Ländern, wo ich immer gern gewesen wäre. Aber da hat mir die Zeit gefehlt, weil mein alpiner Wettlauf hat sich hauptsächlich auf den hohen Bergen der Welt im Himalaya abgespielt. Und dann habe ich angefangen, da kam zum Beispiel eine Idee, die Sieben Kontinente natürlich auch, aufgrund auch der Länder, die ich entdecken und kennenlernen würde. Und da habe ich mir gedacht, jetzt mache ich natürlich nicht diese Seven Summits, die in den westlichen Höchstengipfeln, die sind überlaufen. Das war für mich einfach kein Reiz. Und dann kam eben die Idee, das ist noch nie gemacht worden, auf jedem Kontinent die Zweithöchsten. Und das war eine sehr schöne Reise. Und man muss auch sagen, die Zweithöchsten sind als Gesamtprojekt viel, viel schwerer als die Höchsten, aber wirklich viel schwerer. Weil wenn man bedenkt, zum Beispiel der Mount Everest als Höchster in Asien, der ist viel, viel leichter als der Zweithöchste, der K2, das ist der König der Achttausender. In der Antarktis, der Höchste ist ein Schittunberg. Der Zweithöchste wurde, als ich dorthin bin, der wurde erst viermal bestiegen und oft probiert. Also da waren andere Granaten dabei, auch in Afrika, und jeder gesunde, konditionsstarke Wanderer konnte hochgehen. Aber in Kenia musst du klettern auf den Zweithöchsten. So ging das weiter in Paukasus genau gleich, der Elbus, Schittunberg. Oder Dichtau ist ein Kletterberg, der Zweithöchste. Also das war eine schöne Geschichte. Und immer wieder Länder, wo ich noch nie war, zum Beispiel der Urwald vom Papua, vom Neugenäher, mit diesen Urwaldmenschen durch die Wälder gehen, und auf dem Zweithöchsten hoch, der war ein ganz leichter Berg, aber die Durchquerung vom Urwald war richtig abenteuerlich, weil wir haben ja kein Wort von diesen Urmenschen verstanden, die immer, wenn sie sich unterhalten haben, wenn man da so zugehört hat, hat man immer wieder das Gefühl gehabt, die kommunizieren fast positiv, nicht negativ gemeint, wie ein Hund, die umso gebellt. Und das alles so zu beobachten, das war eine ganz neue Welt, wo nicht mehr die steile Wand zu ausschlaggebend wäre, sondern die Länder. Also so habe ich dann versucht, diesen Ausstieg wunderbar zu füllen. Oder die Matterhörner dieser Welt, diese dominanten, wunderschönen Berge, dann formen wir das Matterhorn. Das Matterhorn ist ja ein Berg, der vielleicht am häufigsten überhaupt von allen Bergen fotografiert wird, weil es so schön ist. Und da habe ich verschiedene Berge gesehen auf meinen Reisen, oder auch, wenn ich durch Bücher geschaut habe, wo ich gedacht habe, der schaut doch genau gleich aus wie das Matterhorn. Da ging es nur um die Schönheit und die Form der Berge. Habe ich noch ein paar Ideen, wo ich noch hin möchte, aber ich habe schon noch gewisse Ziele, aber die sind angepasst genau auf mein Können, wo ich weggehe und weiß genau, das wird nicht eine Mutzerei werden, weil man das Ziel doch zu hoch wird. Nein, einfach von der Routine heraus. Also die Ziele sind schon noch da, aber wenn es nicht mehr diese Leistungstechnische, aber die Ziele sind wichtiger als die Erinnerungen. Man soll immer ein gewisses Ziel vor Augen haben. Und deswegen, es ist ja nicht vorbei, aber ich freue mich, dass ich jetzt diesen enormen Druck und den Stress vom Wettlauf überhaupt nicht mehr verspüre. Das war ja so ganz in der Jugendzeit, aber wenn mir mal etwas Schönes gelungen ist, zum Beispiel von mir aus eine 13. Notwand oder eine Eigen-Notwand, da war am Gipfeloben ein enormes Gipfelglück spürbar, die Freude, das war einfach, da war ich richtig gefreut. Und später dann als Profi hat sich das doch sehr verändert. Wenn ich auf so einem hohen Gipfel war, auf die Achttausender, dann habe ich so das Gefühl gehabt, da ist nicht mehr das Gipfelglück da, es ist ein Gipfelerfolg. Mit den Gedanken war ich schon wieder beim nächsten Ziel. Also immer weiter, immer weiter. Und jetzt, wo ich sage, der Wettlauf, das war es, jetzt habe ich wieder das Gefühl, wenn ich irgendwo unterwegs bin und oben bin, dass eigentlich wieder diese Bergfreude entsteht. Also ich finde es ganz schön, so wirklich frei zu sein und zu sagen, ich mache das jetzt nicht mehr für irgendwas, sondern für mich selber. Es ist wieder zurückgekehrt, wie es früher noch war, in gewissen Rahmen. Also zurück zum Ursprung, könnte man sagen. Ja, ja. Und das ist eben auch ganz schön. Das macht alles einfach ganz entspannt. Und das habe ich auch immer gewollt. Ich bin da in die Mühle reingeraten und habe mich halt auch diesem Wettlauf gestellt. Aber ich wusste natürlich nicht, es ist ein sehr, sehr, sehr, es ist mit unwahrscheinlich viel Schimmerei und Plagen und Risiken verbunden gewesen. Ja, auf die Frage komme ich gleich noch. Denn war es ja schon gesagt, dass einige deiner Expeditionskollegen gar nicht mehr unter uns sind. Diese Zeit der Expeditionen ist ja noch nicht vorbei. Es gab zwar dazwischen sicherlich noch mal das ein oder andere, was dich auch, glaube ich, sehr stark emotional mitgenommen hat. Aber jetzt nach den Zeiten der Expeditionen würdest du jetzt sagen, auch im Kontext, dass du zurückgehst zum Ursprung, dass das, was du heute tust, auch etwas ist, anderen Menschen deine Welt ein Stück weit zu zeigen und sie mitzunehmen in die Welt, die dich damals und auch heute so begeistert? Ja, natürlich. Mein Traumberuf war ja in der Jugendzeit Bergführer werden. Und das habe ich dann gemacht, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich durch den Leistensalpinismus von denen weggenommen wurde. Und jetzt habe ich eben wieder Zeit, mit Leuten hinauszugehen, auf den einen oder anderen Berg. Und im Endeffekt ist das für mich fast mehr, kann man fast sagen, das Hobby, als der Beruf direkt. Weil ich hätte so viele andere Möglichkeiten. Aber das mache ich dann nicht. Ich meine, ich blocke ganz viele Anfragen von Vorträgen, wo ich sage, in diesem Jahr geht es leider nicht mehr, damit es nicht zu viel wird. Weil ein Vortrag, da muss man auch motiviert sein und gern erzählen und nicht nur die Termine runterleiern. Weil dann macht es mir selber ja keinen Spaß. Ich möchte die Vorträge nur dann machen, wo nicht die schönste Zeit für den Berg ist. So sagen wir im November, wenn es bei uns überall schon kalt ist und auch eine gewisse Müdigkeit vom ganzen Sommer da ist, wenn du so viel unterwegs warst. Oder auch im Frühling, wo es noch nicht so weit ist. Aber eben diese Arbeit, die versuche ich zu reduzieren. Oder auch gewisse Filme machen und so. Und das mag ich aber nicht so gerne, wenn ich in der Früh aufwache und ich weiß, ich kann auf einen Berg gehen, egal ob es auf der Wanderbasis ist oder in den Dolomiten klettern, dann fällt mir das Aufstehen leicht. Wenn ich aber weiß, ich muss auf die Autobahn, ich muss irgendwo hinfahren, um dort so eine Veranstaltung zu machen, dann denke ich mir, oh, jetzt die Fahrt. Oh, da bin ich am Fahrrechtsverfahren. Ein wichtiger Beruf, aber ich bin nicht so glücklich. Und so teile ich mir das deswegen ein, dass ich einfach lieber auf den Berg bin und lasse mich weniger von der an sich wichtigeren Arbeit ablenken. Das ist nicht so. Weil dann bist du eigentlich irgendwann nicht mehr du selber und bist nicht mehr frei. Ich versuche schon, so weit es geht, das zu machen, wo es kühl ist und ich mache das gerne. Und wenn es nicht so ist, dann kommt es auf eine gute Arbeit, wenn es ein Muss ist. Hey, wenn du sagst, das war spannend bis hierher, dann lass uns gerne einen Kommentar da, lass uns gerne eine Bewertung da, entweder hier auf dieser Plattform oder auf den anderen. Weil das ist das, was uns auch ein Stück weit wachsen lässt, was unsere Botschaft nach außen trägt, was uns ein Stück weit hilft, in die Sichtbarkeit zu bekommen. Und da sind wir natürlich auch ein Stück weit auf dich angewiesen. Und wenn du sagst, das war bis hierhin schon ein großer Mehrwert, dann hinterlass bitte einen Kommentar. Da du als Bergführer gestartet bist und auch das Skifahren dir zu eigen gemacht hast, dann im Rahmen der gemeinsamen Expedition mit Reinhold, Reinhold Messner und dahin deinen eigenen Stil dann zu entdecken beziehungsweise auszuleben über die Phase der Expeditionen, um die Länder zu bereisen und auch die Berge zu besteigen, die noch eine besondere Aura für dich haben, bis hin zum heutigen Tag, anderen Menschen auch dein Umfeld zugänglich zu machen und es zu ermöglichen, in deiner Welt oder in deine Welt ein Stück weit einzutauchen. Mein Ziel ist ja unter anderem, diese Wendepunkte im Leben versuchen zu demaskieren beziehungsweise herauszufinden, was die Erfolge, wie auch immer Erfolg definiert wird, Erfolge überhaupt möglich zu machen. Jetzt ist ja da ein ganz besonderer Wendepunkt, gerade am Anfang deines Wirkens entstanden. Der Anruf von Reinhold Messner, der jemanden gesucht hat, besondere Expeditionen oder mit ihm gemeinsam als Kletterpartner zu gehen. Und du bist ja in diesem Wendepunkt eingestiegen in die Vision eines anderen Menschen. Wie bedeutsam war dieser Anruf? Wie bedeutsam war genau dieser Zeitpunkt oder dieser Moment, an den du dich sicherlich heute noch gut erinnern kannst? Ja, es war natürlich, für mich war das ja, ich war komplett baff. Weil ich habe das nicht erwartet gehabt. Und es war gerade auch in der Zeit, wo wirklich die schwierigsten Alpenrouten geklettert sind. Und wo ich so das Gefühl gehabt habe, dass die Alpen für mich irgendwie so aufhören, weil nach vorne immer ganz viele Wege für Möglichkeiten waren. Außer, wenn man versucht, Erstbeginnungen zu machen, dann kannst du immer noch mehr, noch steiler probieren und schauen und tun. Aber eben diese großen Ziele, die oft einmal über Jahre in mir waren, Eiernrouten waren, diese großen Ptolemitenwände, die waren geklettert. Ja und es gingen immer ein bisschen die Ziele aus und genau in diesem Augenblick, in diesem Moment, kam dieser Anruf von Messner. Weil ich habe schon von den Hohen Bergen geträumt, aber ich habe die nicht so richtig, die waren mir zu weit weg von, oder mit meinen Möglichkeiten. Es ist immer ganz schwer, das zu finanzieren. Ich war ja ganz normaler Bergführer und geführt, was sein musste, weil ich die Zeit durch mir genommen habe für meine privaten Routen, die Ziele. Und ja, die waren mir zu weit weg und der hat mir dann einfach die Tür aufgemacht. Er hat mir die Chance gegeben und auch sprachlich. Ich habe hier in den Bergdorf, wo ich geboren wurde, eine ganz normale Schulausbildung gemacht, das Minimalste, was man überhaupt machen muss und da lernst du gar nichts. Und wie willst du ohne Fremdsprache und ohne finanzielle Mittel in die Welt hinaus? Das ist zu schwer. Und ich habe niemanden gehabt, der das unterstützt hätte. Ich war ja einfach unbekannt, ein Bergführer hier vom Tal. Und er hat mir diese Möglichkeit gegeben und ich bin natürlich dann schon seinen Ideen gefolgt. Die Ideen, was wir machen, das waren seine Ideen. Wir haben zwar oft miteinander gesprochen und dann im Laufe der Zeit auch gemeinsam gedacht, weil zum Beispiel eine schöne Idee, was nichts mit Achttausenden zu tun hatte, das war von mir, das Land Südtirol auf der Grenze, genau auf der Grenze zu umrunden. Wir waren da auf einen Achttausenden, das hing gescheitert, eine Wintergesteigung vom Akalu wollten wir probieren. Das war einfach nur kalt und windig. Da haben wir gar keine Chance gehabt. Und dann habe ich gesagt, ich gehe zurück und mache irgendwie eine ganz weite Überschreitung bei uns. Von mir aus in einen Zug die ganzen 60-3000er vom Taufragental, Zillertal. Und dann sagt er, wie wäre das, wenn man das Land Südtirol andenken würde. Die wichtigen Berge sind alles Grenzberge. Und dann bin ich ein bisschen weiter geraten. Am nächsten Tag habe ich schon die Route Ihnen erklärt. Zuerst die Ortlergruppe, die höchsten Berge Südtirols drüber, die ganze Kette Rütztaler Alpen. Ein Kranz von Bergen. Dann kommen die Stubaier Alpen bis zum Brennerpass, dann die Heimatberge, 62-3000er Zillertaler Alpen. Und dann geht es rein in die lieblichen, aber viel steileren Gebiete, nämlich die Dolomiten. Drei Zinnen, Grenzberge, da muss man drüber. Rosengarten, Langkofel, alles Grenzberge. Und da hat sich diese Idee, die habe ich so tief im Kopf gehabt, und da bin ich natürlich ununterbrochen auf die Nerven gegangen und gesagt, das sollten wir machen. Und er hat schon gesagt, es ist brutal weit, wir müssen genau die Grenze verfolgen. Und dann haben wir so gedacht und haben es dann auch durchgeführt, sechs Wochen lang mit nur einem Ruhetag. Und das war ein Kennenlernen der Heimat enorm. Und wenn man dringt über 100.000 Höhenmeter, 1.000 und 100 Kilometer und immer am Bergkamm entlang, mit Blicken in die Heimat rein, schöne Zusammentreffen auf den Schutzhütten, das war wieder seine Idee, dass man so zweimal die Woche kommen Leute auf die Hütten, wir haben nicht bivakiert, immer auf Hütten übernachtet. Und da waren verschiedene Themen, und das waren so Fachleute, die uns über alle möglichen Themen, was mit der Heimat zusammenhängt, haben sie uns einfach erzählt. Egal ob es der Ptolemiten-Krieg war, der Erste Weltkrieg, diese kühnen Stellungen da oben, dieser Wahnsinn, oder egal ob es im Südtiroler Unterland, im Süden von Südtirol, wenn ein Winzer uns die Geschichte vom Wein erklärt hat, ganz toll, der hat mich ganz fasziniert, der war so ehrlich, der hat gesagt, früher hat Südtirol im Kalterer See Wein gekauft, das war der größte Fusel, was man überhaupt hat trinken können, das war ein Essig, die Reben, da hat ja alles nicht gepasst, das war nur Kalterer See. Und später dann, weil ja viel zu wenig Produkt war, und da haben sie mit den Tankautos Wein aus Italien rein, in den Südtiroler Keller reingepumpt, und das war Kalterer See, und dieser Wein war viel besser als der Italienische, und dann haben sie gelernt, die Reben auch wieder ein bisschen umzuändern, und haben auch in unserem Land angefangen, guten Wein zu machen. Und der hat sich so entwickelt, und solche Themen, nicht nur über Berge oder so,
über die Schmugglerwege, über die Pässe drüber, weil es waren ja Zeiten, wo es keine Arbeit gab, da haben halt die Leute schwarz irgendwelche Ware nach Österreich gebracht und von Österreich wieder zurückgetragen, immer in Gefahr, weil es war verboten und wurde brutal hart bestraft, obwohl sie ja nur wenig verdient haben. Ich kam zurück nach diesen sechs Wochen und habe mir gedacht, das war etwas vom Schönsten in meinem Leben. Tagelang wandern und dann wieder ziemlich hart klettern auf diesen exponierten Drahten entlang, um gleichzeitig diese Geschichten zu hören. Du hast ganz viel erfahren über das Land. Also ich habe dann schon auch einmal das Thema messen, er hat seine Achttausenderideen gehabt, er hat die Ziele noch machen wollen, die ihm noch gefehlt haben und das waren gar nicht mehr so viele und mir haben ja alle Ziele gefehlt, also war das für mich auch in Ordnung. Aber am Anfang war es schon der vorgegebene Weg vom Messner, wo ich halt sein Partner, sein Begleiter sein durfte und wichtig war es einfach für mich. Obwohl ich habe damals schon, wenn ich mit Messner war, immer wieder, hätte ich andere Linien gesehen in der Wand oder am Berg, vor allem Schneelinien für Skiabfahrten und zum Teil natürlich auch Felslinien, weil wenn ich, das klingt vielleicht ein bisschen überheblich, aber wenn ich mit ihm aufgebrochen bin, ich glaube schon, ich war in der Zeit einfach der viel stärkere Kletterer. Ich bin ja fast 15 Jahre jünger und ich kam ja direkt von meiner Kletterzeit raus und er war aber schon viele Jahre Expeditionsbergsteiger und da verliert man natürlich an Felskletterkönnen schon, weil es sind Eisberge und Konditionsberge und er selber war ja nicht mehr der Kletterer, weil er sich schon bereits bei seinen ersten Achttausender die Zehen komplett abgefroren hatte und mit amputierten Zehen, also nicht mehr das Gefühl in den Füßen, in den Schuhen, um wirklich ganz am Limit zu klettern. Deswegen die Linien hätte ich schon anders auch gesehen, aber ich war doch auch über seine Ideen, die er gehabt hat, ich war sehr einverstanden. Am Anfang war es für mich pränklich als Unerfahrener und nach ein paar gemeinsamen Reisen wusste ich schon, das geht so, das kann ich machen und hat mich auch dann natürlich beruhigt, wenn ich gewusst habe, ich kann auch mehrere Tage in der Höhe oben sein, ohne dass die Höhe mir wirklich dann das Genick bricht, weil das kann man im Vorfeld ja nicht sagen, wie höhentauglich ist man. Und dann war das alles so, nach und nach ist das alles leichter geworden, du kennst dich selber besser, du wirst nicht schnell verunsichert, wenn ein Amutskopf auf dich zukommt, weil du weißt, das ist normal, das verunsichert dich nicht mehr so. Am Anfang hat es mich schon verunsichert, aber Messner hat mir gesagt, pass auf, der ist normal, mach dir nichts draus, aber wenn er nicht an meiner Seite gewesen wäre, wäre ein Zweifel entstanden, ganz sicher. Jetzt warst du ja damals Bergführer, hast dir das Skifahren sehr professionell zu eigen gemacht, warum glaubst du, hat er dich angerufen und was ging da in dir vor? Ich glaube schon, dass er die jungen Alpinisten, die nachkamen, ganz genau beobachtet hat. Ich war damals eben in der Zeit schon sicherlich als Kletterer in Südtirol, ich glaube auch weiter hinaus, sicher ziemlich führend, vor allem auch durch die Solobegehungen, ich habe so viele Alleinbegehungen gemacht, ganz ohne Seil und vor allem auch so alpine Wände sehr schnell und das beobachtet er ja genau. Wichtig war ihm mit Sicherheit eher mehr das alpine schnell, wo er gesehen hat, die Kondition ist gut von dem. Und das Klettern muss gut sein, sonst kann er nicht so schnell klettern, dann braucht er viel länger. Und das sieht er ganz genau und sagt schon, den kannst du mal ansprechen, vielleicht wird das was. Nach der ersten Reise, wo wir zusammen waren, glaube ich, hat er sich schon sofort herauskristallisiert, dass es gut passt. Er war der unbeschreibliche Planer, der Taktiker und selber war ich einfach der, der extrem gipfelorientiert nach vorne wollte. Und das Risiko haben wir in der Zeit sowieso alle scheißegal, du bist jung, du siehst das Risiko nicht, du willst nur weiter. Und das ist auch für ihn wichtig, weil wenn er so einen Klotz hat, das braucht er gar nicht bei seinen Zielen. Und wenn er jemanden hat, der nach vorne zieht, im richtigen Moment, wo es zu gefährlich wird, dann tut er schon die Bremse zu und sagt, na pass auf, das dürfen wir nicht mehr weiter, weil sonst sind wir komplette Idioten, das wird zu gefährlich, das geht nicht. Und als ich das als Seilschafter war, war es unbeschreiblich passend. Oder wenn einmal eine ganz steile Stelle irgendwo war, dann hat mich das sofort gereizt, das war gar kein Thema, da bin ich einfach dran und dann haben die halt in dem Moment einen Vorstieg gemacht. Aber wir haben es so gut ergänzt und er hat seine Arbeiten wieder, das genaue Aussuchen der Biwakplätze, wo er sofort gesehen hat, wo ist die kleinste Gefahrenzone. Also diese Ergänzung, das hat wunderbar, ohne lang sprechen zu müssen, funktioniert. Was glaubst du, war das Magische an eurer Kombination, also die Erfolge, die ihr hattet, also die Doppelüberquerung zweier Achttausender in einer Woche, was vorher ja noch keiner und auch bis heute nicht in der Form geschafft hat, und vieles mehr, was ihr zusammen erreicht hattet. Was hat diese Kombination so erfolgreich gemacht? Ich denke, es war wirklich die unbeschreiblich große Erfahrung von ihm. Und ich war selber einfach der richtige Kletterer, wo wir auch irgendwas andenken konnten, wo wir wussten, wenn 20, 30 Meter sinklich der Felsstufe ist, dass so weit es überhaupt machbar ist, das wird uns nicht aufhalten. Und die Kondition, da haben wir uns nichts geschenkt. Die Kondition war einfach, wir waren sehr schnell. Und vor allem, Kondition allein ist wohl auch ganz wichtig, aber vor allem mit Steigeisen in diesen klassischen Ländern, ich glaube, dass da auch die Technik perfekt war. Und wenn man die Technik hat, dann verbraucht man weniger Kraft. Also auch das hat uns geholfen, weil technisch, ich habe damals auch in Rheinland gesehen, ich habe bewundert, wie er auf vereisten Platten, Felsplatten, mit Steigeisen da drüber ist. Er ist einfach nur gegangen, wo ein anderer versucht, nach Griffen zu suchen und Klettern, und dann kommt so ein Murks und da ist er einfach drüber gegangen. Also diese wahnsinnige Sicherheit mit Steigeisen, wenn es so vereist war. Und wenn jemand das so macht, dann spart er so viel Kraft, der andere vergeigt Kraft bis zum Gehtnichtmehr. Das kann man fast gleich so sehen, wenn jemand eine gute Skitechnik hat, dann kann er ganz lange schwarze Piste abfahren und sagt, Mensch, das war wohl nichts anderes, das war sowas Berges. Der andere, der die Technik nicht hat, aber die gleiche Kondition, da zittern nun die Beine und der schwitzt und sagt, das war jetzt hart, jetzt brauche ich eine Pause. Und eben auch die Technik in Kombination mit der richtigen Kondition hat uns weitergebracht. Und ich glaube, dass wir in den Jahren, wir haben ganz harte Konkurrenz schon gehabt von anderen, aber ich glaube schon, dass wir da ein bisschen voraus waren, sonst hätten wir die Ziele ja nicht erreicht. Aber ich kann mich erinnern, auch die Polen waren ganz stark, ein paar Schweizer, ein paar Polen, Russen, wir haben schon Sachen gemacht, die waren härter als wir, mit Sicherheit härter, was Kälte und Stürme und sowas anbelangt. Die waren wahrscheinlich auch eine Spur, mehr bereit zu riskieren. Und wir haben einfach versucht, mit einer gewissen Schnelligkeit auszugleichen. Vom Kopf her glaube ich schon, dass uns die anderen vielleicht überlegen gewesen wären. Ich bin ja auch mit Leuten geklettert oder auf Expeditionen gewesen, wie zum Beispiel mit den Top-Polen. Und habe gespürt, in der Lotser Südwand, ich habe gespürt, wir den ganzen Tag hoch sind und abends in den Biwak gekommen sind, da war ich oft viel schneller, weil ich einfach technisch besser war. Und wenn die kamen, habe ich oft gedacht, oh, ob das morgen noch was wird. Ich habe gemerkt, die sind sehr müde. Und dann haben sie mal ein bisschen gerastet, dann haben sie seelenruhig was gegessen. Ich kann nur oben nicht essen, da muss ich fast putzen. Und dann haben sie seelenruhig was gegessen, in aller Ruhe. Und die Wand ist so laut, da kratzt es die ganze Nacht. Da ist immer wieder, wo einmal irgendwas runterfliegt, links oder rechts. Du hörst die Lawine. Schlafen war für mich da auch aufgrund von dieser lauten Wand einfach nicht möglich. Und links und rechts im Zelt hörst du seelenruhige Polen schnarchen. Also ganz stark, mental unbeschreiblich stark. Und am nächsten Tag sind die ausgeruht und die haben immer wieder gemütlich weiter. Also in der Hinsicht habe ich gemerkt, die sind uns im Kopf sicher überlegen. Aber ich glaube, die sind uns wieder technisch überlegen. Aber es war schon sehr, sehr spannend, immer wieder das Beobachten, was machen die anderen. Wo ist etwas probiert worden, schon mehrere Male. Und dann war es halt auch Pflichtprogramm, um hinzugehen und auch probieren. Immer auf der Suche nach neuen Zielen, nach offenen Zielen. Und in der Zeit mit Messner haben wir noch einige schöne offene Ziele gehabt. Er selber sowieso. Weil er hat ja noch den Everest gehabt, wo noch niemand mit Sauerstoff oben war. Riesige Herausforderungen. Weltweit Schlagzeilen natürlich. Diese Ziele hat er noch gehabt und hat den Mut gehabt, das zu probieren. Später sind die Ziele schon weniger geworden. Was noch ganz neu war, waren die Skikombinationen. Weil die guten Höhenbergsteiger sind fast quer durch die ganze Welt überhaupt nicht gute Skifahrer gewesen. Wie Messner. Also ein mittelmäßiger Pistenfahrer. Ich würde eher sagen schlechter Pistenfahrer. Polen, Russen, alles keine Skifahrer. Ich selber wusste, ich kann das doch, weil ich auch durch den Skirennlauf kam. Und durch die Skilagerprüfungen und so. Und das Hochgehen kann ich doch machen. Und das Skifahren auch, also kombiniere das. Diese Ideen habe ich noch gehabt, aber wenn man jetzt so schaut, für die Top-Jungen, und es gibt ja wirklich gute und so, also die ganz großen Möglichkeiten sind vorbei. Die haben es nicht gemacht. Da gibt es nur noch eine rote Ernährungsbegehung, noch ein bisschen schwerer als die anderen. Aber sie können diese Ideen als sehr, sehr, sehr schlecht dann auch vermarkten, dass sie von diesen tun leben können. Ich würde schon noch ein paar Ziele wissen, aber ich würde es den Jungen eigentlich gar nicht empfehlen. Zum Beispiel alle 8000er mit Skifahren. Ich glaube, das geht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand das überlebt, sind nur ein paar Prozent. Das wird dann, wenn es doch so viele Abfahrten sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er mal am Verharra kommt, mit den Brettern, oder an Eisplatten, wo du nichts siehst, und am Schnee, oder an Felszacken. Das ist viel zu groß, aber das wäre halt etwas Wahnsinniges. Wirklich von allen 8000ern mit Ski ins Tal fahren. Aber ich halte das schon für möglich. Ich glaube, dazu wissen, wo die Grenze liegt. Du hast selbst gesagt, dass auch in eurer Kombination, Essener und du, ihr immer wusstet, wo die Grenzen waren, das auch gemeinsam ausgelotet habt, um zu sagen, bis hierhin gehen wir aber nicht weiter. Diese Schnelligkeit, von der du gesprochen hast, und die Technik, die euch jeden Einzelnen individuell ausgezeichnet hat, um das mal so in eine Perspektive für die Zuhörerinnen und Zuhörer zu setzen. Du hast in deinem Film Manaslu, wo es ja auch um dein Leben geht, und die Wendepunkte in deinem Leben, davon gesprochen, dass der Moosstock, dein Hausberg, der erste Berg, den du als Schulschwänzer, wie du so schön gesagt hast, bestiegen hast in deinen besten Zeiten. Dein Rekord bei einer Stunde und acht Minuten war für 1600 Höhenmeter, und ich glaube, knapp unter acht Kilometer, die es braucht, um da auf den Gipfel zu kommen. Unfassbar für viele, die selbst vielleicht in einer Stunde noch nicht mal die acht Kilometer auf gerader Strecke laufen, bis du 1600 Meter hoch und Messner, glaube ich, in der ähnlichen Kategorie mit 1000 Höhenmetern und 35 Minuten, was er in einem seiner Bücher beschreibt, und eure beide Technik euch so ausgezeichnet hat. Gab es irgendetwas, was euch in dieser Kombination so hat einzigartig werden lassen? Ja, natürlich ist das eben die Voraussetzung, auch die Kondition. Die Kondition muss man mitbringen, und die Kondition haben wir auch mit diesen Läufen uns aufgebaut. Weil Messner, als er ganz jung war, hat er, glaube ich, ein moderneres Training entdeckt, weil er ist einfach einmal die Woche, damals schon hat er sich auch von der Ernährung, hat er nur Obst gegessen. Für mich, wenn ich das damals als ganz jung mitbekommen habe, habe ich den Sinn nicht verstanden, aber ich habe gesagt, einmal richtig entschlachsen, damit er normal, ganz normal essen und hart trainieren kann. Und er ist Laufen lernen, Höhenmeter gemacht, schnell, und er ist auf so Mauern herumgeklettert, stundenlang, im Vilnius-Tal auf der Friedhofsmauer, so ein paar Meter hohe, vier, fünf Meter hohe Mauer, und da ist er halt herumgeklettert, bis die Finger losgelassen haben, aber immer sehr am Limit, er hat da ja nicht die großen Griffe nehmen müssen, er hat auch die ganz kleinen probieren können, bis er einfach runter ins Glas gesprungen ist, oder gefallen ist, und da hat er sich die Augenkraft aufgebaut. Also dieses Training, das inzwischen gang und gäbe ist, in Kletterarten und so, und in der Kraftkammer, hat er damals auch schon gemacht, und er war ja ein außergewöhnlicher Kletterer, bevor er mit seinen Expeditionen begonnen hat, die ihn ja berühmt gemacht haben, aber er hat in den Dolomiten Erstbegehungen gemacht, die auch heute noch für einen Topkletterer große Herausforderungen darstellen, aufgrund eben von diesem gezielten Training, auf so Übungssteinen, oder wie ich sag mal, auf der Naturmauer vom Dorf Friedhof, wo er trainiert hat, und das hat ihn, das Talent war da bei ihm, aber das gezielte Training hat ihn dann halt einfach eine Spur weitergebracht, als die anderen waren. Vom Technischen und durch das Laufen, die Kondition, weil das Laufen, das haben die meisten zu wenig gemacht, und nur auf den Berg gehen, um die Kondition aufzubauen, ist schon gut, aber ist zu wenig. Du musst aufs Limit gehen, mit linker Wall trainieren, und auch Rui einmal selber, habe ich auch die Bergläufe, die Wettkämpfe mitgemacht, und das ist auch ein bisschen was anderes, weil wenn du am Wettkampf mitmachst, dann bist du in der Gruppung getrieben. Du musst versuchen, auch wenn du mal richtig beißt, die Krise zu überwinden, du darfst nicht nachgeben, sonst verlierst du sofort ein paar Plätze. Wenn du allein trainierst und bist ein bisschen müde, automatisch schaltest du zurück, gehst ein bisschen nach unten mit dem Tempo. Aber bei den Wettläufen der Startsaison, wo ich volle Pulle durch, und die waren zum Teil nicht nur so Dorfwettkämpfe, ich war zum Beispiel bei den Bergläufen, bei den Europameisterschaften zweimal, war beides mal unter den Zehnen, also nie gewonnen, aber einmal siebter, einmal neunter, und wir waren da nicht weit auseinander, wir waren da ganz dicht, alle ganz knapp beieinander, dass die Zeitabschnitte minimal waren. Also es war läuferisch ein ganz hohes Niveau, und mir war das als Bergläufer ja egal, aber diese Kondition, dieses Niveau, hat mich dann einfach versucht, in die Berge hineinzuflechten. Und du merkst natürlich auch, dass Serge mit viel Ehrgeiz auf Zeit, abends nach seinem Beruf, er war am Lehrer, und natürlich habe ich nicht ausgelastet, da hatte er nachher die Kraft gehabt, und auch die Motivation, schnell tausend Höhenmeter hoch zu laufen. Und das hat mir nicht so leicht gefallen, weil mein Beruf war ja Arbeiten, mein Beruf war nicht Lehrer in der Klasse herumstehen, sondern arbeiten, wirklich, als junger Bub am Bau, als Hilfsarbeiter, und dann nebenbei am Bauernhof, im elterlichen, und wenn dann abends, da war es aber lang, da kostete es natürlich viel Überwindung, anstatt zu sagen, jetzt lege ich mich hin, nein, die Laufschuhe her, und noch einmal von mir aus auf den Mollstock hochlaufen, die 1600 Meter. Also das war von daher, das hat oft brutal viel Überwindung gekostet, und in solchen Momenten, wenn du überwinden kannst, brauchst du auch einen hohen Willen. Und die Grundkondition, die richtige Basiskondition, habe ich mir sicher geholt, als Bergbauernhube, und vor allem im Sommer, wo es oft zu heiß ist, ist es ziemlich hart, weil wir mussten, wenn ich jung war, am Bauernhof, das war reine Handarbeit, weil es war ein Hof, da war kein Strom, wir haben keine Maschine, oder Seilwind, oder irgendwas gehabt, und da war, es war so ein Hof, Gras mähen mit der Sense, und das Gras dann auf den, auf den Rücken in die Scheune bringen, und, ich meine, wenn oft an schönen Tagen doch sehr viel Heu war, da hast du nicht sagen können, jetzt bin ich müde, jetzt lasse ich das.
aufgehört, wenn alles in der Scheune war, das Trockenheu. Und da baust du schon eine Kondition auf. Das ist diese Basis, die du später natürlich sehr zu Gute kommt. Gab es etwas in dieser Kombination, also wo du sagst, dadurch, dass ihr das gemeinsam gemacht habt, gab es etwas, wo du eine Stärke mit in diese Seilschaft mit eingebracht hast, was vielleicht nicht die Stärke von Reinhold gewesen ist, und umgekehrt, abgesehen davon, dass du sicherlich Grifftechniken, Klettertechniken, Risikobewusstsein und vieles mehr auch von ihm hast übernehmen können. Gab es etwas, was jeder Einzelne für sich so mit reingebracht hat, was diese Seilschaft, die er ja viele Jahre belebt hat, so magisch hat werden lassen und so erfolgreich? Ich glaube, was ich reingebracht habe, war sicherlich das wirkliche Klettern. Konditionell haben wir uns nichts beschränkt, aber das Klettern, da war ich ihm auch vom Alter her und von der Zeit her, als Kletterer, war ich ihm überlegen. Und er war mir weit, weit überlegen mit der Erfahrung, mit der Taktik, mit der Planung. Und diese Kombinationen, schön zusammen, wir haben uns einfach ergänzt, jeder wusste, was ist seine Stärke und ist einfach automatisch auf das Drang gehören. Und natürlich war es er mir dann auch, er hat mir einfach die Startmöglichkeit gegeben, wenn ich nach diesen Jahren, wo ich mit ihm war, waren nicht so viele Jahre, die waren nur sehr aktiv. Und wenn ich dann ausgestiegen bin, dann habe ich gewusst, wie man sowas organisieren kann. Ja, wir waren natürlich schon bedingt noch das Alter und gerade in der Zeit, wo wir drin waren, war man verschieden, ich war der Kletterer und er war der Organisierer der Taktik. Und wenn wir dann alles schön kombiniert haben, dann hat es einfach so gepasst. Und ich habe von ihm dann natürlich auch gelernt, wie es organisieren geht, weil wenn er nicht mehr da war, dann war ich nicht mehr so patschig, wie als ich mit ihm aufgebrochen bin, die Sprache gelernt. Auch an seiner Seite, das war ein großer Vorteil, wenn du als Neuling, als Unbekannter komplett an seiner Seite startest, und er war ja der vielleicht weltbekannteste dann schon, als ich mit ihm das erste Mal aufgebrochen bin. Und dann interessieren sich Ausrüstungsfirmen für dich auch. Weil wenn Messner von mir sein Produkt gehabt hat, dann hat eine andere Firma, die das gleiche Produkt gemacht hat, plötzlich schon aufmerksam geworden, oh, da könnte man doch eine Zusammenarbeit mit dem Partner von Messner finden. Weil ihn hätten sie ja nicht gekriegt, er war schon fixiert mit seinen Firmen. Da kamen Firmen auf mich zu, und ich war plötzlich dann von denen sponsorisiert. Und auch das war ein Vorteil, wenn er nicht mehr an meiner Seite war, dann war ich nicht ohne Partner, dann waren die Sponsoren schon da. Und vor allem, wenn er ausgestiegen ist, weil solange wir gemeinsam waren, war er da mit Abstand für die Medien, für die Firmen der Interessantere. Und wenn er plötzlich gesagt hat, das war es, dann war ich plötzlich, ohne dass mir das, das war mir gar nicht so bewusst, war ich vielleicht der Interessanteste im aktiven Höhenbergsteigen. Und darauf kamen die Leute her, oder wenn ich eine Idee gehabt habe, über eine Expedition einen Film zu machen, waren die Sender sofort bereit. Weil sie wussten, diese Geschichten, das sind nicht nur einfach so aus dem Luft gegriffen, da ist eine Idee dahinter und wahrscheinlich auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es gelingt. Wenn ich sage, das probiere ich wirklich in Everest mit Ski erstmals abzufahren. Also das ist für Fernsehsender ja das höchst Interessanteste, vor allem für Länder wie Österreich, das Skiland. Und die waren dann dabei, bis zu einem gewissen Rahmen, haben das für ORF, den staatlichen österreichischen Fernsehen, verfilmt. Übernehmen natürlich alles, die ganzen Kosten, die ja sehr hoch sind bei so einer Expedition. Und deshalb habe ich den Messner zu verdanken, der mich bekannt gemacht hat als sein Partner. Und mir war dann, dass der Weiterweg ohne ihn ist leichter gewesen. Weil wenn jemand, der Junge, muss da ganz selber sich aufbauen, das ist so mühsam, so schwer. Weil die Medien suchen nicht unbedingt den besten Kletterer, wenn sie eine Geschichte machen, die suchen eher den bekanntesten. Weil dadurch vermisst der Leser oder der Zuhörer oder der Zuseher, kennt die Person, über die ein Film gemacht wird. Und wenn es ganz unbekannt ist, ist es für uns Länder auch schwer, das ok zu kriegen, für die, die es machen wollen. Und auch da hat sich eben durch die Zeit mit ihm, hat sich für mich brutal viel geändert. Und für mich selber dann auch eine sehr interessante Arbeit geworden, immer noch und zum Teil jetzt noch intensiver, weil ich die Zeit mehr habe, die Entwicklung von Ausrüstung. Also wir haben ganz viele Sachen so verbessert mit guten Firmen, die die Möglichkeiten, die Technik haben, das zu machen, was mir heute noch richtig Freude macht. Wenn du siehst, wie es sich um mich eigentlich entwickelt, und das ist heute noch top. Und du siehst es bei so vielen Leuten, die das verwenden. Also da sind mir auch die Ideen reingebracht und Ideen entstehen. Und du kannst es selber nicht verwirklichen, du brauchst die Hightech-Anlagen und die Leute von den Firmen, egal die Ski. Und wir haben ein Fleischdekal gebaut, aber trotzdem muss es halt auch die Funktion da sein. Weil du kannst nicht zum Beispiel einen Eisbücken machen, der nicht zwickt, weil dann kannst du nicht ins Eis einschlagen. Der muss schon einen gewissen Zug haben, wie ein Hammer, mit dem du einen Nagel in die Wand schlägst. Und auch das haben wir alles versucht, aber es sind so tausende Ideen im Kopf. Ich möchte zum Beispiel, auch den Firmen, die es oft immer gebracht haben, dass sie immer weiter im Mund aufgemacht haben, obwohl sie es dann nicht geschafft haben zu machen. Weil ich sage, schaut euch einmal zum Beispiel einen Eisbückel an. Geht einmal her und filmt einmal einen Specht, der hängt am Baumstamm, der Specht wiegt nichts. Der hat ja nur Federn und ganz ein kleiner Vogel an sich. Und mit welcher Wucht, der den Schnabel ins Holz haut, dass die Späne fliegen. Auf die Art und Weise müssen wir doch auch einen Eisbückel entwickeln können. Mit der Feder und irgendwas. Haben sie schon angefangen, aber da komme ich mir nicht dran. Auf ein Tier werden mir Menschen nie dran kommen. Solche Funktionen, aber solche Ideen bringe ich denen schon. Ganz, ganz tiefe. Und ab und zu mal etwas geschafft. Und dann ist das natürlich sehr Freude. Und ich möchte ja wirklich eine gute Idee bringen. Auch wissen, dass das für die Firmen entscheidend wichtig sein kann. Dass sie dann auch was rausholen können. Und dass der, der es verwendet, glücklich ist. Also das ist auch so ein Teil von meinem Leben, wo mich außerhalb vom Bergsteigen interessiert. Wo du ja auch durch deine außergewöhnlichen Erfahrungen, die du gemacht hast, weißt, welches Equipment vielleicht funktioniert und welches nicht. Wir sitzen hier gerade in deinem Büro, im Sand in Taufers, und haben eine wunderbare Galerie, wo deine Eisbückel auch ausgestellt sind, mit denen du die unterschiedlichen Eigenschaften hast. Ich hoffe, du konntest mit den bisherigen Impulsen was anfangen. Konntest vielleicht auch das ein oder andere auf dich übertragen. Wenn du das ein Stück weit weiter treiben möchtest, wenn du das reflektieren möchtest, wenn du vielleicht auch mal auf deine Situation schauen möchtest, dann buch dir gerne einen Termin bei uns unter www.die-körtings.com. Und wir schauen mal auf deine aktuelle Situation. Und ich bin sicher, auch wir werden dir die ein oder andere Maßnahme weiterbringen. Und nun viel Spaß bei dem, was noch kommt. Der Moment, der dich aus dieser Seilschaft gemeinsam mit Messner mehr oder weniger herausgeholt hat, als Messner dann gesagt hat, ich gehe jetzt nicht mehr auf die großen Berge, sondern ich würde mich anderen zielen. Du dann deinen eigenen Weg in Anführungszeichen mit all dem, was du an Wissen schon aufgebaut hast, dann gehen konntest, um deine eigene Nische, diesen eigenen Fokuspunkt zu finden. Ja, das ist eben, das habe ich vorhin ein bisschen angesprochen, das ist mir eben gut gelungen. Von Ihnen weg und meine noch offenen Ziele, ich habe diese offenen Ziele dann direkt andenken können, mit neuen Ideen. Und diese Ziele gemeinsam wären nicht mehr gewesen, weil Messner bereits auf den Gipfeln war. Auf dem Everest, ich habe auf dem Everest ja sowieso geträumt, aber es war kein gemeinsames Ziel, weil Messner war schon zweimal oben. Einmal solo und einmal die Sensation, erstmals mit Peter Haberler ohne Sauerstoffmasken. Und dann, wenn er nicht mehr da war, dann waren die Gedanken sofort bei diesen Zielen. Und eben andere Ideen, die Bretter mitnehmen, die Ski und das kombinieren. Aber ich habe die Zeit mit ihm gebraucht, unbedingt gebraucht, um auch nur annähernd dann diese Ziele wirklich mit der gewissen Sicherheit, dass der Erfolg stattfinden kann, zu planen. Als Neuling hätte ich da ja überhaupt keine Chance gehabt, da wäre ich ja gescheitert, bevor es losgegangen ist. Aber mit der ganzen Erfahrung als Partner von Messner habe ich dann die Möglichkeit gehabt, die wirklich noch offenen, ganz großen Ziele durchanzudenken. Und die Schnelligkeit auch, die ist ja gewachsen, die ist nicht weniger geworden. Weil ich meine, gewisse Sachen, die machen mich dann auch glücklich, als in dem Moment Sportler, weil zum Beispiel meine Besteuerung am Everest von Norden, bis ich in die Ski abfahre. Aber die Besteigung, allein das Hochsteigen, das ist immer noch die schnellste Besteigung, ganz klar. Und ich glaube, ich beobachte ja das alles genauso, ich glaube, du brauchst noch einmal Minimum 10, wenn nicht 20 Jahre, bis vielleicht einer schneller sein wird, im Aufstieg. 16 Stunden, 14 Minuten, Nullstopp, und gleichzeitig habe ich die Skier mitgetragen. Ich habe nicht einen Scherber oder irgendwas eingeschaltet, ich war ganz allein. Und solche Geschichten, die machen da, die sind schon rückblickend, sind so wertvolle Momente. Und ich glaube auch deswegen, dass die Reste nicht so schnell knacken können, weil die waren so taktisch gut geplant schon. Ich habe damals natürlich trainiert, wir haben ja schon über viel über Laufen gesprochen, zu Hause, die Konditionen, und ich war damals schon so clever, dass ich nicht so viel zu Hause trainiert, dass ich mich nicht so sehr ausbaue, bevor der Raum aufbricht. Ein ganz gezieltes Training, und dann bin ich nach Nepal zum Wandern, Trekkingtour als Bergführer mit der Gruppe, bis 5.000 Höhen, wo alles nur Einlaufen, und vor allem Motivation aufdanken, und das kannst du bei einer Trekkingtour erneuern. Und dann bin ich weiter nach Tibet, um den technisch leichtesten und auch von der Höhe her kleinsten Achttausender zu besteigen. Also technisch leicht, damit ich nicht so gestresst bin, wegen Steilheit und so. Einfach nur zum Akklimatisieren, und die Ski waren dabei, dass du immer in Kontakt zu den Skiern hältst. Und nach sechs Wochen immer Training, ganz gezielt, zwischen Trekkingtour und Shishapangma, eben dieser leichten Achttausender, dann bin ich zum Everest hin. Und ich musste besser vorbereiten, genau Stufe für Stufe, das geht einfach nicht. Und dann kommst du dahin, musst ein paar Tage im Basislager warten, weil es oben stürmisch war, ganz gut sogar noch einmal erholen, Sauerstoffsättigung im Blut aufbauen, und dann kam der Augenblick, der Wind bricht ein, du siehst keine Windfahne mehr oben, du kannst deine Entscheidung in der Leinpiste treffen, wie du willst, sondern um fünf Uhr nachmittags, das ist jetzt mein Augenblick. Und in die Nacht hinein, die Ausrüstung mitsamt den Skiern, der Rucksack damals, mitsamt den Skiern gewogen, weniger als fünf Kilo. Also da war kein Reservehandschuh, da war nichts dabei, da war nichts zu essen, überhaupt nichts, und dann alles auf Schneidekeit. Und die Verhältnisse super, ich bin nie tiefer eingebrochen als vielleicht schuhtief im Schnee, gibt es fast nicht am Neveressen. Und dadurch ist es auch möglich geworden, aufgrund der Leichtigkeit, der Akklimatisierung und so, wahnsinnig schnell nach oben zu kommen. Und ich wusste, ich muss ganz schnell sein, mit dieser Taktik, schnell hoch in die gefährliche sogenannte Todeszone, mit der Sauerstoffmaske natürlich. Und bevor die Höhe zur Gefahr werden kann, muss ich schon wieder weg sein von oben. Und das ist gelungen, und da können Sie jetzt rumknabbern, und vielleicht, wenn einer resonieren will, unterbietet, werde ich ihn auch gratulieren, und mich für ihn freuen. Aber das sind eben die Geschichten, die mich so tief befriedigen, auch jetzt im Nachhinein noch. Es gab ja einen Moment, oder einen Teil, des Ganzen, auf den Du Dich nicht vorbereiten konntest, weil es noch keiner vor Dir gemacht hat. Das war dann die Abfahrt auf Schirn, und dieser Moment, über die Kante zu gehen, hinein in die Steilwand und in die Linie, die Du Dir ausgesucht hast. Ja, natürlich, die Linie habe ich schon sehr genau mir angeschaut. Und ich bin ja vorher, ein paar Jahre vorher, am Everest gescheitert, bis 8300 Meter sind wir in der Notwand hochgekommen und sind dann zurück. Es hat uns so eingeschneit. Also habe ich bis 8300 Meter die Wand gekannt. Das war die auch positive Voraussetzung. Sonst hätte ich mir jetzt seinen Start vor der Dunkelheit nicht zugetraut. Aber ich wusste, ich kenne den Berg, und wenn ich da oben bin und dann in ein unbekanntes Gelände hineingehen muss, dann ist es schon wieder hell. Also das war auch taktisch ganz genau durchdacht. Und, Entschuldigung, man muss es genau so planen, weil wenn Du es nicht hundertprozentig planst und vor allem, wenn Du aufbrichst, mit voller Überzeugung dran gehst, dann funktioniert so etwas nicht. Und die Skiabfahrt wusste ich, diese Neigung kann ich fahren. Das war mir ganz klar. Das geht, aber ich wusste nur nicht, wie wird mein Zustand da oben sein, ohne Sauerstoff da oben stehen, weil da ist so einfach die Reaktion weg. Und die Kraft ist schon komplett, komplett, Du gehst schon eher in den roten Bereich rein, nicht in den orangen. Und die Steilheit wusste ich, ich kann das doch. Weil ich bin ja vorher auch schon lange Barwatt erstmals mit Ski abgefahren, die 4000 Meter hohe Diamierwand, die ist steiler als der Rest. Und im Hinterkopf habe ich schon die Sicherheit gehabt, ich kann das auf jeden Fall machen. Aber es ist trotzdem ein Versuchen. Sechs Stunden hat die Abfahrt gedauert, das war nicht schnell, aber ich war halt einfach zu müde. Zeitlich rutschen, dann wieder verschnaufen, verschnaufen. Weil mit Skiabfahren und so in den Gipfel, das ist nicht so, dass man denkt, wenn jemand die Ski hat da oben, dann ist er schnell wieder da unten. Nein, nein. Wenn ich da mit Steilreisen absteigen kann, bin ich wahrscheinlich schneller und vor allem bin ich da viel sicherer. Die Zacken fressen sich fest im Eis, im Schnee und der Ski ist durchglatt. Also die Abfahrt ist viel anstrengender mit Ski, als wenn man mit Steilreisen runter geht. Ja, das war schon ein starker Moment, in weniger als 24 Stunden war ich wieder im Basislager, die Scherber bringen heißen Tee und du bist ja ausgetrocknet bis zum Gehtnichtmehr diese Tasse Tee in die Hand nehmen und dann einfach den Mund schnurren, rasten, nichts mehr ausschalten, rasten, rasten. Ja, wenn du am nächsten Tag dann doch, weil im Basislager kannst du ja schlafen nach 5.000, das heißt nach so vielen Wochen in der Höhe, da schläfst du ja wie ein Bär. Und wenn du am nächsten Tag aufwachst in einem ersten Moment brauchst du mal ein paar Sekunden dich zu orientieren und dann auf einmal kommt der Gedanken, du bist jetzt so herunten und du kannst jetzt aus dem Zelt fliehen, wenn du nicht zu müde bist noch vom Tag zuvor und du kriegst schon heißen Tee die Scherber haben alles vorbereitet oder sie kommen mit einer Tasse Kaffee zum Zelt. Also da kommen die Momente das ist dann genau der Augenblick, wo die großen Freuden kommen, weil solange du in Aktion bist, bist du zu viel konzentriert da ist kein Platz, auch am Gipfel für weiß Gott welche Gefühle. Aber dann herunten schon die Gewissheit, jetzt kannst du rasten jetzt bist du komplett in Sicherheit brauchst dich um gar nichts mehr kümmern das sind schöne Momente. Und ich glaube die 24 Stunden dann wirklich der finale Durchbruch für dich auch? Ja schon, das war einfach so in dem Moment eine Alpin irgendeine Tat wo ich ein bisschen anders angegangen bin als alle anderen vorher weil ich da nicht mit dieser Geschichte habe ich nicht einfach nur die Alpinisten versucht in dem Moment mit dieser Geschichte reinzuholen sondern da waren es auch die Skifahrer die sich für Alpinismus normalerweise sonst ja nicht interessieren da waren zwei Fliegen mit einer Klappe da hat eine ungewöhnliche Begeisterung beim Skifahrer ausgelöst und beim Alpinisten waren so die anderen Geschichten vorher schon also das hat weltweit hat das ziemlich einen Wirbel ausgelöst und für mich war das auch wichtig ich war im Wettkampf und du bist auf der Suche nach etwas noch nicht gemachten und mit dieser Everest Skiabfahrt ist das sicherlich
Das war mein Höhepunkt, ganz klar. Vom Alpinistischen aufgrund der Schnelligkeit immer aufstehen und wieder zurück. Und eben der Skifahrer, der das beeindruckt hat, dass man von so einem hohen Berg mit Ski abfahren kann. Und das war dann, natürlich sowas ist nicht mehr steigerbar. Das war mir auch klar. Und dann habe ich schon weitergerechnet und gedacht, wenn jetzt der Nanga Parbat, das sind die höchsten Wände der Welt, die Rupal und die Diamirwand, wo wir abgefahren sind, mit meinen Schweizer Freundinnen, Diego Wellig. Und dann brauchst du ja die höchste Wand, den Nanga Parbat, und das auch erstmals. Und dann der Höhepunkt, der Everest mit Ski. Und dann kam halt noch der Traum, vom schwierigsten auf den tausendsten, vom K2 auf den Kopf zu fahren. Und ich habe das ein paar Mal probiert. Da haben wir am K2 einmal lang herum probiert, bis es endlich gelungen ist. Aber diesen Traum habe ich nicht verwirklichen können. Ich hatte Ski mit oben gehabt und war überzeugt, ich fahre jetzt ab. Mit mir war Lafeille, ein Franzose. Der hat keine Ski mitgehabt. Und ich war ganz sicher, ich kann das abfahren, die Route genau im Kopf. Vielleicht war es gut so, vielleicht 200 Meter unter dem Gipfel, in den Wolkenbänkern. Trotzdem Berge eingehüllt in Wolken, und das Licht war weg. Es war so diffus, ich habe gar nichts mehr gesehen, nur noch Weiß. Und auch sofort gemerkt, das muss ich jetzt sofort unterbrechen, das geht gar nicht mehr. Wenn du nicht siehst, die Strukturen, die leichten Verwehungen und so. Und dann haben sie abgebrochen. Aber da war ich dann doch einverstanden mit der ganzen Sache. Ich habe mir gedacht, die Skiabfahrt ist nicht gelungen. Aber ich habe in den stärksten Augenblick leben dürfen, das ist der Start am Gipfel. Da war das okay. Und noch einmal zum K2, um das noch einmal zu probieren, das wusste ich, aber da hatte ich keinen Willen. Das geht nicht, weil wenn du schon einmal am Gipfel oben warst, noch einmal da hin, nur um die Skiabfahrt vollständig zu machen, das war nicht mehr ein Ziel. Ich habe mir zwar wirklich gedacht, als ich die Ski abschnallte, vielleicht wenn ich jetzt ins Basislager absteige, ein paar Tage rasten, vielleicht komme ich noch einmal hoch, bis zum Abschnallpunkt und fahre den Rest durch zurück. Aber wenn ich dann umfahre, war mir klar, ich mache keinen einzigen Schritt wieder nach oben auf dem Berg. Und es ist sowieso nur eine zusammengeschulsterte Geschichte, wenn man eben mit diesen Unterbrechungen, also war das Thema vorbei, aber im letzten Jahr haben sie es gemacht. Da hat ein Pole die erste Skiabfahrt gemacht, von K2. Auch ohne Sauerstoff. Und ich habe da einfach nur die höchste Anerkennung und habe es richtig gut gemacht. Wo du sicherlich auch Vorbild gewesen bist. Und jemand, der den Weg zum einen mental bereitet hat. Ja, aber schön gelöst. Er hat keinen Sauerstoff verwendet. Solche Sachen, wenn man es hört, dann habe ich ganz großen Respekt, große Bewunderung. Und natürlich auch eine Nachricht für ihn. Persönlich kenne ich ihn nicht, dass ich ihn einfach nur gratuliere. Das gehört sich so. Weil der Neid im Alpinismus ist immer da gewesen. Im Sportbereich allgemein, glaube ich. Und wenn jemand etwas Starkes macht, dann, wenn du ihn da nicht gratulierst, dann warst du selber nie gut drauf. Weil du musst auch die Stärke haben, um jemandem zu sagen, ich gratuliere einfach, das beeindruckt mich enorm, das hätte ich mir nicht zugetraut. Ich glaube, das gehört sich halt auch einfach dazu. Das gehört sich. Und nicht, wie halt vielfach auch gemacht wird, wenn eine große Leistung, wenn jemand etwas Schönes macht, wo er 99 Prozent perfekt sauber war, und 10 Prozent oder ein paar Prozent auch mit gewissen Tricks gearbeitet hat, was jeder tut. Da muss man nicht auf den paar Prozenten herumreihen, wo er ein bisschen getrickst hat, wie man es selber auch macht. Sondern einfach den Gesamterfolg sehen. Du hast jetzt in den Ausführungen immer wieder über Ziele gesprochen. Du hast über Glück gesprochen, was du hattest. Macht diese Willenskraft, macht es diese Kombination aus, von großen Zielen, die einen magisch anziehen, dem Glück, was man haben darf, im Erreichen dieser Ziele, als auch der Willenskraft, die es braucht, um durchzudrücken, wenn es mal hart wird? Ja sicher, die Ideen, die entstehen ja nicht so spontan, so von heute auf morgen, dass ich heute eine Idee, und morgen mache ich das. Und dann kommt wieder plötzlich ein Gedanken dazu, wie man es vielleicht eventuell machen könnte, und dann bleibt man wieder hängen, und du denkst, nein, das geht doch nicht. Und plötzlich fällt dir wieder eine neue Taktik ein, und so entsteht ein Plan, und das dauert lang, lang. Oder wenn dir irgendwas gelingt, etwas Großes, und du denkst, wenn mir das gelungen ist, dann habe ich doch auch eine Chance, dann kann ich das Andere wirklich weiterdenken. So unrealistisch ist die Idee nicht, und das dauert ganz lang, oft richtig lang, und plötzlich merke ich schon, ich glaube, es lohnt sich zu probieren. Und dann, wenn man wirklich so weit ist, dann muss die Überzeugung da sein, dann kann man es probieren. Und ich habe mich da immer gefreut, wenn ich plötzlich der Meinung war, jetzt kannst du das doch probieren. Dann war ich immer ganz erfreut, weil so stark war ich eigentlich in der Jugendzeit, vielleicht war ich zu riskant unterwegs, aber dann habe ich ja gewusst, ich kann es ja nur probieren, ich muss es nicht machen, ich darf es ja nur probieren. Wenn es nicht gelingt, ist es doch wurscht. Einfach mit der Einstellung hingehen, Freude probieren zu können, und nicht, wenn ich scheitere, das ist doch wurscht. Wenn man scheitert, dann hat man es probiert, dann hat man es erlebt. Weil scheitern bedeutet ja nur definitiv, wenn du nicht mehr zurückkommst. Wenn du ohne Gipfel zurückkommst, das ist doch nicht gescheitert. Weil im Endeffekt zählt doch auch das Erleben. Und das ist oft bei nicht gelungenen Expeditionen viel intensiver als bei gelungenen. Aber eben als Profi brauchst du halt auch dazwischen die Erfolge. Das ist fast so ein Pflichtprogramm. Aber meine auch mit gewaltigsten Geschichten, da waren ziemlich einige dabei, wo wir den Gipfel nicht erreicht haben. Als Erlebnis, als Geschichte. Aber wie gesagt, man kann nicht immer scheitern, das geht auch nicht. Man muss schon auch mal wieder zurückkommen, und es muss der Erfolg da sein. Weil wenn jemand, ein Skirennläufer, in seinem ganzen Leben immer die beste Zwischenseite hat und dann im unteren Teil ausscheidet, der ist halt auch gescheitert. Obwohl dann viele sagen würden und müssten, das ist der beste Skifahrer der Welt. Weil bis zur Zwischenseite ist er immer der Schnellste. Aber irgendwann sollte man das Ziel auch auftauchen, nicht ständig ausscheiden. Du hast dich ja dann irgendwann aus diesem Wettbewerb verabschiedet. Der Durchbruch kam, danach noch viele andere Abenteuer, Expeditionen und auch Erfolge und Ziele, die du erreicht hast. Was hat dich dann aus diesem Wettbewerb aussteigen lassen? Wie ist dieser Gedanke gereift, bis hin zur Entscheidung zu sagen, ich verabschiede mich auch aus dem Wettbewerb und von den großen Bergen? Natürlich ist es, das muss man ganz realistisch sehen, aber man muss sagen, die Jungen sind jetzt stärker. Weil ab einem gewissen Alter, du hast zwar die Routine, aber nicht mehr die schnelle Kraft, nicht mehr die Schnelligkeit, nicht mehr die Dynamik. Und dann wenn du so hohe Ziele trotzdem anpeilst, als Sturheit, weil du nicht loslassen kannst, dann beginnt es gefährlich zu werden. Und für mich war es so, ich bin doch in einem recht hohen Alter meine Tochter ist inzwischen 13 Jahre und wenn die da war, war mir das eigentlich klar, das war, die hilft mir jetzt sowieso zu aussteigen. Ich werde jetzt nicht mehr so auf dem Limit und mit so hohem Risiko aufbrechen, wie ich es getan habe. Und ich kann doch auch nicht mehr Grenzen springen. Wenn jemand nicht loslassen kann, dann macht er sich lächerlich. Weil du musst schon mal akzeptieren, so wie wir als Junge das Feld von hinten aufgerollt haben, jetzt sind die Jungen gekommen hinter uns. Und du musst dann loslassen und sagen, pass auf, das ist jetzt ein Zeitpunkt. So wie du die Treppe immer steiler nach oben gehst und bist immer nach oben, musst du jetzt, der Höhepunkt ist reich, die Treppe wieder auf die andere Seite so absteigen, wie du sie gekommen bist. Und dann ist das richtig. Schöne Ziele suchen, aber immer, wo du sagen kannst, das kann ich machen, das wird keine Murkserei, die Geschichte hat aber mit Spitzenalpinismus nichts mehr zu tun. Ich bin froh, den Ausstieg so locker geschafft zu haben, weil ich fühle mich, wenn ich gewusst hätte, wie schön das im Nachhinein geworden ist, dann hätte ich früher aufgehört mit diesem Weglaufen. Aber im Nachhinein ist das ein leichter Zock, weil man es ja weiß. Ich habe es nicht gewusst. Und es waren halt einfach noch die Ziele, die man gedacht hat, die kann ich noch erreichen, die waren einfach noch da. Dann wolltest du die Ziele, die sehr wichtig sind, doch wenigstens probieren oder vielleicht das eine oder andere verwirklichen. Aber eben diese großen Ziele sind Schnee von gestern und das ist sehr befreiend. Der Ausstieg aus dem Wettbewerb ist ja das eine, und trotzdem noch die hohen Berge, du hast von den Second Seven Summits gesprochen, die auch noch zu erreichen. Und auch vor vier Jahren, ich glaube 2017, als du nochmal um deinen Schicksalsberg, den Manaslu, zurückgekehrt bist, um ihn doch noch zu summiten, wie man sagt, und dann aber auf 6200, 6300 Meter mit deiner Expedition zu sagen, komm, lass uns umdrehen, das wird so nichts mehr und wir erklären die Expedition und auch das Nacheifern nach dem Gipfel als beendet, hat da deine damals neunjährige Tochter auch eine Rolle gespielt? Das glaube ich nicht, es war nicht so klar in diesem tiefen Schnee, wenn du nicht bis zu den Knien, bis zum Bauch da steckst, die Hänge sind viel zu lawinengefährlich und es war ganz klar, es war sowas von klar, dass wir eigentlich nicht weiterprobieren können, auch in meiner besten Zeit, hätten wir ja nicht einmal einen Versuch probieren. Das war überhaupt kein Problem, aber nur zum Beispiel so ein Berg, der 1.8000er, oder der Manaslu, der immer noch fehlt, das ist so, das ist immer noch nicht, das ist nicht weg, ich denke, wir müssen aber nicht hin, aber plötzlich denke ich, da gehe ich doch hin und mache das so, wie es alle machen, mit zwei Hochlagern, in meiner Topzeit wäre ich dahin und hätte den sportlichen Ehrgeiz gehabt, in 24 Stunden hoch, runter, weg und jetzt würde ich es ganz entspannt machen, die Routine ist ja da, aber ich weiß, ich kann da keine Grenzen sprengen, aber auf dem Gipfel, nur vom Berg her, da waren Ältere hoch, als ich selber bin, und ich habe doch die ganze Routine und Erfahrung, also daher ist das schon auch noch so ein Ziel, wo ich vielleicht ganz stressfrei andenke, wahrscheinlich sogar, aber ganz, ob ich da länger brauche oder weniger lang, bei dieser Besteigung ist mir ganz scheißegal, einfach nur dahin, um vielleicht irgendwie so einen Abschluss zu machen, aber er ist mir nicht wichtig, der Gipfel. Diese Sammelaktionen, 14 mal 8000, habe ich nie gehabt, mir war die Linie wichtig und auch wenn ich unterwegs war, als ich glaube schon Doppelbergsteiger, da waren ja schon ein paar, die das gemacht haben, also ich wäre ja nur ein Wiederholer gewesen, mit der Maximumschance vielleicht als Vierter, alle 8000er zu besteigen, weil Messner war der Erste, ein Pole, ein ganz Starker war der Zweite, ein Schweizer ganz dicht dahinter, der Dritte, und mir wäre die Chance geblieben als Vierter, und das war mir als Ziel nicht so wichtig, Vierter zu sein, da waren mir viel wichtiger eben so Skiaktionen und das, und nicht die Zahl 14, nein, und auch jetzt, wenn ich dahin gehen würde, die Zahl 14, wenn es dann ganz aufs Genaue gehen würde, dann wäre ich doch noch auf 13, ich habe auf dem Leichtesten, auf dem Shishapangma, da war ich allein, da war Nebel am Gipfeltag und Wind, es waren schon noch ein paar Expeditionen da, die haben alle umgedreht, und ich bin hin und habe ein Gipfelbild gemacht, da war ein Eispickel, und ein paar tibetische Gebetsfahnen herumgewickelt, ein Gipfelbild gemacht und bin zurück, das war eine Blitzaktion am Gipfeltag, und auch ein Einer hat sich herausgestellt, ich war auf dem Mittelgipfel und der ist 7-8 Meter tiefer als ein bisschen links der Hauptgipfel, das habe ich nicht gesehen, er wird zwar jetzt auch gewertet, aber wenn man ganz genau ist, wenn man die 14 wollte, dann müsste ich eigentlich wegen den paar Metern noch einmal zum Shishapangma gehen, und deshalb habe ich schon gar kein Interesse. Stacy Taniguchi, den ich auch im Rahmen des Umsetzungsgiganten Podcast interviewen durfte, auch jemand, der vor dem Everest stand, der mit Hilfe von Sherpas durch den Kumbu-Eisgletscher überhaupt wieder ins Basislager gekommen ist, der hatte eine schöne Metapher im Interview skizziert, die diese Überschreitung der Gletscherspalten und mit den zusammengeknoteten Leitern als Bild hatte, und er hat immer wieder gesagt oder darauf referenziert, was lässt dich über die Leiter gehen, die Leiter über so eine Gletscherspalte, zusammengeknotet, wackelig, leicht angeseilt an einem labberigen Seil, in Anführungszeichen, und darunter eine Gletscherspalte, deren Boden du nicht sehen kannst. Er sagt, es sind entweder diese vier P's im Englischen, eine Person, das ist vielleicht ein Prinzip, was auf der anderen Seite auf dich wartet, der Purpose, also deine Berufung, oder die Passion, deine Leidenschaft. Was treibt dich an, was hat dich über die Leitern gehen lassen, und immer wieder über diese Gefahrenpunkte hinaus, was ist das, was da drüben auf dich wartet, was dich angezogen hat? Ja, natürlich, wenn ich jetzt so die Geschichte höre, das regt mich gar nicht, weil wenn so eine Leiter, die federt ein bisschen, das ist rein eine Routine, aber ich muss sagen, ich bin diesen Trampelpfad nicht mehr, über die Leiter, wo die Scherbers die Leitern machen, alles präparieren, ich war auf der Notzeit und da war ich komplett allein, da war keine Leiter, da war gar nichts. Da gehst du über die Spalten und gehst einfach oder schaust, wo du am besten rüberkommst. Also über die Sachen, die sehe ich als komplett, komplett normal. Da wird der Puls keinen Schlag nach oben, auch wenn ich über so eine Leiter drüber gehen würde. Ich weiß, Kletterseil, soll der Leiter brechen, die brechen nicht, die wackeln nur ein bisschen, weil sie federn. Und die tiefe Asphalt ist mir komplett egal, weil ob ich jetzt, auch beim Klettern, bin ich viel solo gegangen, ob ich jetzt auch ohne Seil, ob ich 10 Meter oben bin oder ob ich 500 Meter oben bin, das verändert nicht viel. Und ich weiß, wenn ich 10 Meter runterfalle, dann kann ich vielleicht noch eine halbe Stunde leben, wahrscheinlich bin ich auch tot. Nur ein bisschen langsamer, wenn ich von ganz oben runterfliege, geht das schneller. Aber ich nehme da einfach an, ich fliege da hundertprozentig nicht runter. Das traue ich mir einfach zu. Mit dieser Einstellung musst du gehen, sonst hast du eigentlich in solchen Wänden nichts verloren. Wenn du anfängst zu denken zu viel, dann blockierst du den Körper. Dann sollst du nicht weitergehen, du musst umdrehen. Und da kann ich ganz entspannt denken. Mir haben die Berge eigentlich die Freude am Leben gegeben und mir auch die Angst vom Tod genommen. Einige Male dran, wo ich sicher war, das war es jetzt, es ist vorbei, wenn im K2 eine Eislawine auf dich zukommt und dich im letzten Moment doch seitlich vorbeischiebt, zwei Eislawinen mit einer Wucht, und dann ist das Gedöse vorbei und du lebst noch, dann wird auch klar, wenn es dich jetzt getroffen hätte, das wäre überhaupt nicht fürchterlich gewesen, keine Angst, überhaupt nicht der Schock, der nimmt die jegliche Angst komplett. Nur du bist da und stellst fest, du bist noch im Leben, aber es wäre wunderschön, wie leicht es gewesen wäre, wenn es dich getroffen hätte. Also in der Hinsicht vom Tod habe ich die Angst verloren. Ich lebe jeden Tag unwahrscheinlich gern, aber ich weiß, und das ist für mich auch ein Trost, dass die Kollegen, die leider nicht mehr auf der Welt sind, am Berg sind, in dem Moment nicht leiden müssen, wenn sie abstürzen, also weil der Schock diese große Hilfe ist, dass keine Angst mehr reicht und keine Schmerzen jemand verspürt. Das geht zu schnell. Die Hinterbliebenen haben es schwer, aber der Betreffende, für den ist das nicht so. Das geht alles zu schnell. Und deswegen sage ich, habe ich in der Hinsicht ein bisschen die Angst verloren, vom Ableben allgemein. Irgendwann ist es für jeden mal vorbei. Und ich bin noch nicht, ich lasse mir noch nicht das ganze Leben schwer machen, indem ich mich mit den Kranken ständig beschäftige oder praktisch dem Tod entgegenzittere. Nein, wenn es kommen muss, dann soll es kommen. Dann nehme ich das an und hoffe, dass es extrem lang dauert, bis es so weit ist. Du machst, wenn ich das sagen darf, so in den letzten zwei Tagen, wo wir dich ja auch ein bisschen persönlicher erleben durften, einen sehr nachdenklichen und auch teilweise demütigen Eindruck. Du bist jemand, der, wie du auch reflektiert hast, jemand, der die Jahre oder Jahrzehnte überlebt hat, ganz im Gegensatz zu Menschen, die mit dir Expeditionen geteilt haben oder die auch Teil des Wettbewerbs gewesen sind, um Uli Steck mal zu nennen, der ja auch vor einigen Jahren im Rahmen seiner Vorbereitung auf sicherlich auch wieder einen Wettbewerb stehenden, nennen wir das Expedition oder eigenes Ziel war, David Lama, der von einer Lawine in Kanada beim Abstieg in der seilfreien Zone überrascht wurde. Du bist jemand, der immer noch hier ist.
unter uns ist. Was hat das, glaubst du, Nebenglück ermöglicht und ist diese Nachdenklichkeit, wie gesagt, meine Interpretation und auch Demut etwas, was daraus resultiert? Das kann ich jetzt natürlich ganz schwer nur mich selber sagen. Nur natürlich eben, wenn man das so wenig zurückdenkt, an die doch vielen, die den Weg endlich gegangen sind oder es nicht zu Ende geschafft haben, dann wird mir halt klar, ich habe halt einfach in gewisser Hinsicht ein bisschen mehr Glück gehabt wie die anderen, weil es war oft ganz knapp, aber ganz oft, nicht nur einzelne Male, da war ein Stein hautnah am Schädel vorbeigeflogen, ein paar Zentimeter und es wäre vorbei gewesen. Und das Glück haben halt die anderen zum Teil leider nicht gehabt. Und ich muss auch sagen, es waren schon sehr viele Expeditionen, wo ich umgedreht habe. Im Laufe der Jahre hat sich das immer mehr in die Richtung hin entwickelt, zum Glück, dass wenn ich eine Gefahr gesehen habe, dann habe ich reagiert, dann habe ich gesagt, hau mal ab, geh mal zurück. Was mir als ganz junger Kletterer schwer gefallen ist, da war es so einfach gipfelorientiert. Aber ich habe oft umgedreht, vielleicht war das auch ein Grund, warum ich eigentlich da bin. Das kann schon sein, aber Glück war dabei. Nur dem Können allein habe ich das sicher nicht zu verdanken, den so langen alpinen Weg, als ich es überstanden habe. Da war ganz viel Glück dabei. Absolut. Weil die Fehler, die ich gemacht habe, die sind eine große Summe. Wo ich wirklich, wenn ich im Nachhinein feststelle, ach so eine Blödsinn, ich habe wirklich einen Fehler gemacht. Aber das Glück war trotzdem auf meiner Seite. Ich war nicht fehlerfrei. Das wäre ja komplett ein Wahnsinn, sowas zu behaupten. Habe ich aber natürlich auch viel probiert. Und wenn man etwas probiert, dann ist man halt nie sicher im Vorfeld, wie das, weil du probierst es wirklich. Wenn ich weiß, da ist eine Route, eine Linie, die schon jemand gemacht hat, dann ist das natürlich, dann weiß ich, da war schon mal jemand und die Wahrscheinlichkeit, dass du das auch schaffen kannst, ist da. Aber wenn du einen neuen Weg probierst, dann ist es etwas anderes. Dann kannst du im Vorfeld durch Beobachtungen und Studieren von solchen Wänden mit Fernglas und so, das ist schon wichtig, weil du kannst ja wirklich tagelang, wenn du die Wand beobachtest, die Lawinenabgänge erforschen, wo kommen die Lawinen am Nachmittag bei Sonneneinstrahlung und das alles genau durchdenken. Das ist ein wichtige Aufgabe im Vorfeld, aber trotz allem, wenn du unterwegs bist, dann zeigt sich das doch wieder anders und dann kommst du in Gefahrenzonen, die du einfach von unten mit dem Hochschalen nicht siehst. Und was ich immer glücklich war oder bin, wenn ich aufbreche, dann denke ich mir jetzt mal, hoffentlich entsteht kein Abenteuer, weil das Abenteuer, das Wort ist oft so schnell verwendet. Ich habe sogar in einem Katalog, muss ich flachen, gelesen von einem Reiseanbieter, höchst, was sie da anbieten, höchstes Abenteuer ohne Risiko. Wo ist denn das Abenteuer ohne Risiko? Für mich beginnt das Abenteuer, wenn alles entgleitet. Bis dahin ist für mich Aktion und Erlebnis, aber die Abenteuer, die wünsche ich mir nicht. Wenn man das Wort wirklich so stehen lässt, wie es eigentlich richtig wäre. Und leider bin ich oft auch in Abenteuer hineingeschlittert, aber ungewollt. Das Abenteuer, wie man oft sagt, ich suche das Abenteuer, finde ich ist ein bisschen falsch. Ich bin eher der Meinung, wenn man sagt, man sollte sagen, ich suche das Erlebnis. Weil direkt das Abenteuer, suche ich mir einen Schritt zu weit schon nach vorne. Wenn du so zurückblickst, du bist heute 64. Gilt es so, den einen Moment, an den du dich immer wieder gerne erinnerst, wo du die Augen schließt und dich dann nochmal in diese Situation hinein begibst? Ja, es sind aber ganz viele. Wenn ich jetzt so Momente anspreche, sind es ganz viele so Jugendgeschichten, Jugenderinnerungen, weil die bleiben ganz tief. Das sind so Augenblicke, wo ich erlebt habe, an die ich immer wieder zurückdenke, wenn ich so einen Berg sehe, oder wenn ich unterwegs bin, dann fällt mir ein, oh damals, das war doch so schön. Diese Momente, aber natürlich, wo ich auch nie vergessen werde, ist einfach der Start am Everest mit Ski, der Moment da oben, das Losfahren, das Sich-Entscheiden, die sicheren Steineisen weg, die glatten Bretter an die Füße, das sind die Momente, an die denke ich absolut gerne zurück. Ein bisschen auch das Ankommen erstmals, erst nach tausend Jahren, weil das ja ein Traumziel war, als junger, glaube ich, Gutterkletterer. Und auf einmal kommst du da an und bist auch auf einem der hohen höchsten Berge der Welt. Dieser erste Achttausender oder der Start mit Ski vom Everest, das sind so ein paar Momente, an die ich ganz oft und gern zurückdenke. Aber es gibt ganz viele tolle Erinnerungen, die sind schon schön, die sind wunderbar, wenn man plötzlich wieder andenkt. Aber bei so vielen Bergtouren gibt es viele, aber die paar Intensiven, richtig Intensiven sind schon, wie gesagt, der Start am Everest, der erste Gipfel als Kind und so Sachen. Aber das sind viele und diese Erinnerungen, direkt so rausfischen ist schwer, aber die sind immer wieder schön, wenn du in der Gegend bist oder wenn du auf so einem Berg unterwegs bist, wo du einmal irgendetwas Tolles erlebt hast, dann kommen die Erinnerungen wieder rein und das ist sehr verschieden. Kann in Nepal sein, kann in den Dolomiten sein oder hier im Taufer Arndtal. Oder wenn du eine Person siehst, plötzlich wieder einmal nach Jahren und dann kommt eine Erinnerung, was du mit denen erlebt hast, ganz tief zurück und da gibt es ganz viele tolle Erinnerungen. Erinnerungen sind wirklich, sind wertvoll, aber ich habe immer gesagt, die Ziele sind wichtiger als die Erinnerungen. Und wenn beides sei, dann ist heute natürlich sehr ausgefüllt. Was sind die heutigen Ziele eines Franz Kamerlander? Heute haben wir eben keine so wilden Ziele, aber ich habe noch ein paar Länder, wo ich unbedingt hin möchte, wo ich noch nicht war. Aber so richtig, so umwerfende Ziele habe ich eigentlich gar nicht mehr. Die entstehen oft schnell und ich kann auch schnell entscheiden, die Freiheit aufzubrechen, wohin ich will, die habe ich. Aber ich habe jetzt momentan, jetzt gerade spontan, habe ich nicht so ein besonderes Ziel, was für die nächste Zeit angedacht ist. Auch aufgrund von Corona muss ich alles reduzieren, weil man nie wusste, darf man weg, darf man nicht weg. Ich habe aber auch noch ein paar Dolomitenwände, die ich unbedingt so angedacht habe, jetzt schon eine Weile, wo ich gerne mal gemacht hätte, aber in meiner starken Zeit hat es sich nicht ergeben. Und jetzt natürlich, wenn ich solche Ziele andenke, dann ist es automatisch, dann nehme ich einen jungen Kollegen mit, die jetzt so viel besser klettern wie ich, und sage, du, ich würde mich freuen, geh doch mit mir mal die Route, die Aufgabe, die Schlüsselstelle kletterst du. Aber ich weiß, wenn ich dann an die Hand der jungen Kollegen gehe, das ist eine tiefe Freundschaft, wenn junge nachkommen, die freuen sich, das hast du ja Freizeit. Und dass ich da praktisch diese Unterstützung natürlich in Anspruch nehme, sonst kann ich das nicht mehr. Vielleicht würde ich es auch können, aber das ist mir schon zu viel vom Vorfeld, von Gedanken her, nein, dann fange ich an, herumzumurzen und habe keine Freude mehr, dann nehme ich lieber einen starken, richtig guten Purschen mit, und ich kann entspannt aufbrechen, weil ich weiß, jetzt kann ich auch mal das machen, was, oder jetzt macht der das, was ich viele Jahre selber gemacht habe. Du hast eben Nepal erwähnt, als ein Land, in dem du natürlich viel Zeit verbracht hast, und die Menschen und die Begegnungen ja etwas sehr Wichtiges sind, was Nepal immer wieder auch für dich in einem speziellen Kontext rutschen lässt. Du ja selbst dort auch viele Projekte gefördert hast, unter anderem eine Schule, die mit entstanden ist. Wie würdest du dein Engagement heute bezeichnen für Nepal, und auch wie nah ist es an deinem Herzen und bei dir? Ja, eben das Volk. Ich bin wirklich wegen den Bergen nach Nepal gefahren, aber ich glaube, so oft dorthin zurückgekehrt wegen den Menschen. Und im Laufe der Jahre, die ganzen Bekanntschaften, und du kennst die Mentalität von diesen Leuten besser und kannst damit besser umgehen, die Sprache auch natürlich dort. Wir haben eben viele Jahre die Kinder-Sachen unterstützt, Schulen, Kinderheime. Wir sind eine Gruppe Freund, eine kleine Gruppe, hauptsächlich Alpinisten. Und wir haben jetzt inzwischen doch, das heißt, ich bin hier auch sehr stolz, 26 Schulen in Nepal und drei Kinderwaisenheime, wobei ein paar Schulen meine sind, direkt auch miteinander haben wir das alles gemacht. Und jetzt, wenn ich rübergehe, habe ich viel mehr Zeit, vor allem das Waisenheim zu besuchen. Und das macht nichts anderes, als mich richtig freudig zu fühlen, wo ich jetzt Zeit habe. Weil die Jahre, wo ich nur unterstützt habe, da war ich durch den Wettlauf nicht so im Stande, es zu sehen, wie es entsteht. Und wenn ich jetzt ein Kinderheim sehe und funktioniert alles gut, die Kinder singen und haben eine Familie gefunden, die sind ja ohne Eltern zum Teil, oder zum Großteil. Und dann gehe ich zurück wieder ins Hotel und denke, das war jetzt ein schönerer Nachmittag, als die ganze Nacht draußen, alle zusammen. Also das gibt mir jetzt viel zurück und das kann ich anschauen. Und auch deswegen so im Gesamten ist das Leben, wie ich es jetzt so leben kann, vor allem Nepal reisen und so, ist aber nichts anderes, wie einfach Vorfreude und richtig schön. Und ich mache das jetzt im Rahmen auch als Bergführer recht viel und gern, wobei ich nicht so gern bei so einer Trekkingtour, so eher hohen Gipfel mit einfließen lasse, weil dann ist die Gruppe anders. Weil da sind Leute dabei, die nur wegen dem Gipfel mitfahren. Und andere, die Nepal kennenlernen möchten, die gerne einfach ein bisschen beobachten und schauen und sagen, der Gipfel, wenn es geht, ist okay und sonst ist ja egal. Da ist die Gruppe oft verschieden. Und wenn ich eine eher leichtere Trekkingtour mache, dann ist das von der Harmonie besser, weil die kommen hin, um das Land zu entdecken. Und nicht eben wegen dem einen Tag, wo der Berg dazwischen ist und das andere, wie weit müssen wir noch gehen, wie viele Tage dauert es noch, bis wir auf dem Berg sind. Also diese Tage sind wertvoll, wo man durchs Land geht. Und ich verstehe das, ich habe auch so gedacht, in der Zeit, wo ich so ein Ding war. Aber die gehen wirklich nur wegen dem Berg. Und deswegen mache ich es selber eher lieber, wenn wir nicht Steigeisen im Gepäck haben, sondern über hohe Pässe drüber gehen, aber wo wir nicht klettern müssen. Und diese Reisen machen mir Spaß, mache ich jedes Jahr ein paar. Und gleichzeitig eben das Wiedersehen dieser Leute. Und Nepal, gerade so ein Land, ist freundlich und braucht uns. Die haben viel jetzt auf Trekkingtourismus aufgebaut. Leider durch Corona jetzt alles verloren. Das ist sehr schwer für die, weil die haben nicht staatliche Unterstützung. Und ich hoffe, dass es bald wieder wird, dass sie wieder Leute empfangen können und als Begleiter mit den Gruppen mitgehen können. Im Schaperhütten, all das hängt zusammen, die haben da wieder ein bisschen Arbeit, weil es ist ein sehr, sehr wunderschönes Land, freundliche Leute, wo es ist ein armes Land, ganz enorm arm. Und eben diese Reisen, die bleiben. Und da kann ich wieder Gebiete andenken, wo ich in Nepal noch nicht war. Und dann mal schauen, wo war ich noch hingehen? Möchte ich auch mal gerne durchmarschieren. Also es gibt ganz viele Möglichkeiten, viel zu tun. Und ich möchte ganz gerne noch einmal in Jhantag, das war ich nur einmal, weil da ist so eine schöne, wahnsinnige Berglandschaft. So sauber, so toll, 24 Stunden, hell. Kannst du viel machen. Was ich nie angedacht habe, ich habe es zwar auch gemacht, auf dem Notpol war ich ja auch. Ich war eigentlich überall auf der Welt fast. Und das ist so etwas, das ist mir viel zu langweilig, weil das heißt, manche gehen ein paar Monate mit den Schlitten hinterher und sind irgendwo am Notpol. Und für mich war am Notpol, als wir ankamen, ein Platz wie die ganzen Tage zuvor, genau gleich. Da ist kein Höhepunkt, nichts, so wie auf dem Gipfel. Und dann auch, also ein paar Wochen, den Schlitten und das Gehen, dann habe ich alles gesehen, alles erlebt. Das wäre nicht zu meinen, da bin ich nicht mehr motiviert genug. Immer das Gleiche, immer das Gleiche und immer das Gleiche. Das war vielleicht ganz früher für die Pioniere ein Abenteuer, aber inzwischen ist sowas für mich gar nicht reizt, obwohl die Kondition war da, aber das ist mir zu langweilig. Da brauche ich wieder ein hügeliges Berggebiet, das ist ganz was anderes. Obwohl jeder, wie er das eigentlich für sich möchte, aber das ist nicht so meine Welt, auch für die Zukunft, nein, gar nicht. Sondern die Abwechslung, die sich der WPAL sicherlich bietet. Ja, die bietet sich. Und du hast, weil gerade in solchen Gegenden, wie gesagt, auch wenn auf dem Weg ein Notpol, da siehst du nichts. Das ist immer nur flach, weiß und sonst gar nichts. Und bei so Reisen in gewisse Länder hast du jeden Tag immer wieder neue Erlebnisse, du siehst das und staunst. Das ist ja jeder Tag etwas Besonderes. Und sowas mache ich dann schon gern. Und im Sommer bin ich halt immer gern noch in den Dolomiten unterwegs, weil das sind für mich die schönsten Berge der Welt. Und ich habe viele Berggebiete gesehen, aber auch keine schöneren. Mit Sicherheit nicht als diese bizarren Türme und darunter das schöne Grün und die Möglichkeiten, so wie du gerade beieinander bist. Wenn du Lust hast, kannst du immer steiler durchgehen und sonst auch immer gemütlich durch. Es ist schon ein wahnsinniges Geschenk, wenn du die Berge magst und wirklich dich hingezogen fühlst und durch so nahe. Diese gigantische Bergwelt der Dolomiten, also das ist ein Riesengeschenk. Ich weiß das natürlich zu schätzen. Jetzt bist du jemand, der viele Touren anbietet, auch für Menschen wie uns. Wir waren ja die letzten zwei Tage mit dir auf einer kleinen Tour hier im Arntal. Und jemand, der davon auch zehrt und ein Stück weit lebt. Wie waren die letzten anderthalb Jahre? Wir sind jetzt im August 2021. Viele, gerade aus unseren Bereichen des Business, können sich an den 13. und 14. März 2020 erinnern. Der Tag des Lockdowns und in unserer Generation etwas, was wir noch nie vorher so in der Form erlebt haben. Wie waren für dich die letzten anderthalb Jahre? Was hast du daraus gelernt? Was ist für dich daraus entstanden? Wie hast du die Zeit wahrgenommen? Ja, ich habe es natürlich auch gespürt. Für mich waren halt einfach diese sehr begehrten Reisen alle weg. Speziell Nepal. Natürlich die öffentlichen Veranstaltungen auch. Das musste geblockt werden, ganz schnell, wohl schon ziemlich voraus, als der Lockdown kam. Veranstaltungen waren fix und auch schon ausverkauft. Das alles weg, hat man für den Veranstalter natürlich ganz in erster Linie leicht getan. Und wenn man das alles so zurückgeschraubt hat, wo ich war, auch im letzten Jahr, viel unterwegs in den Bergen und niemals das Gefühl gehabt habe, wenn man in einem Moment den Parkplatz verlässt, dann war das Leben normal. Da hat man schon ein bisschen gemerkt, da kommen wieder Einzelne, die sehr ängstlich sind, die kommen nirgendwo vom Wanderweg daher und haben die Maske drauf. Und so wunderst du dich und denkst, naja, liebe Leute, was hat denn das für einen Sinn? Ich habe den Sinn oft schwergefallen zu verstehen. Aber wenn ich da so allgemein über diese Zeiten auch denke, wenn ich da so denke, selber ist es mir zum Teil einfach schwergefallen, weil ich habe es immer wieder nicht verstanden, weil aus jedem Loch bald schon einmal ein Experte rausgekrochen ist. Und die Widersprüche waren einfach da. Das finde ich doch nicht. Die die gleiche Ausbildung haben, aber ganz verschiedene Meinungen haben. Und da habe ich ein bisschen gestaunt. Aber wenn ich gerade über das Corona denke, da bin ich nicht der richtige Ansprechpartner, weil ich habe ganz andere Einstellungen zum Risiko als dieses Corona. Und frage mich da auch in meinen Aussagen, zu leicht sind wir, kann sein, weil ich habe das Corona-Ding, das hat mir überhaupt keine Sorgen gemacht. Überhaupt keine. Dazu bin ich viel zu viele andere Risiken gewohnt. Und ich hoffe einfach nur, dass es langsam besser wird. Man hat sich ein bisschen verlaufen. Und ich habe gemerkt, die Menschheit, habe ich auch in der Hinsicht gemerkt, so was Belastbarung belangt, da lässt es manchmal schon sehr zu wünschen übrig. Die sind nicht belastbar. Es ist ganz schnell eine Riesenangst zu erzeugen. Und ich weiß nicht, was der Grund ist, aber mir war da viel zu viel Angst im Spiel, im Verhältnis zum Risiko. Es ist so nicht so, dass ich das erfinde. Ich habe so viele Bekannte und Gäste, auch Mediziner, die das auch anders sehen als manch andere. Da machen wir so viel zu viel. Aber in meinen Augen haben wir uns jetzt so ein bisschen zu viel verstrickt. Es sind Regelungen da und die Regelungen wieder aufzuheben, fällt auch schwer. Ich möchte überhaupt nicht in einer führenden Position sein.
in so einer Krise. Das ist nicht leicht. Aber eben die Hoffnung bleibt, dass es bald wieder normal wird. Ja, diesem Wieder-Normal-Werden sehne ich natürlich sehr entgegen. Das heißt, würdest du sagen, dass sich jetzt für dich gar nicht so viel verändert hat über die anderthalb Jahre, sondern dann, wenn die Zeit ein Stück weit sich wieder normalisiert, wie du sagst, dann so weiter zu machen wie früher? Nein, allzu viel verändert hat sich in dem Moment nicht. Es waren nur die Verschiebungen halt recht da. Und ich denke immer positiv. Ich denke, das wird auch jetzt bald einmal ins Normale übergehen müssen. Weil Auslöschen kommen sowas ja nicht. So ein Virus, der wird bleiben. Wir werden uns daran gewöhnen. So wie halt verschiedene andere Viren auch waren, Krankheiten. Und als es wieder normal wird, hat man sich halt brutal verschossen in dieses Thema. Weil es hat andere Krankheiten gegeben, auch nicht so weit weg, wo es so lange her ist, wo man einfach jetzt nicht so beachtet hat. Aber es war eigenartig. Es war für alle eine sehr mühsame und für manche natürlich eine brutal schwere Zeit. Meine Gedanken waren ganz viel bei den Leuten, die nicht wie wir hier in der freien Natur leben, in Stadtwohnungen um sein müssen, womöglich noch kein Balkon mit Kindern. Also jeder Tag, wo das alles verlängert wird, der Lockdown, ich meine, da muss man schon auch auf diese Leute denken und die haben mir das erleichtert. Ich kenne ja auch einige, die dort leben, in solchen Anlagen, in den Städten, die zu mir kommen, um den Berg zu erleben und so. Und wenn du mit denen dann gesprochen hast, dann denke ich immer, Mensch, die Leute tun mir einfach leid. Weil es ist dann wirklich Gefängnis pur. Ja, Einschätzung, Zweigreizung, Hoffnung. Ja, das ist dann ganz hart. Und ob es verhältnismäßig war, das zu machen, ist meine Aufgabe gar nicht zu beurteilen, aber ich bezweifle es natürlich sehr. Also da glaube ich, hat man oft schon weit über das Ziel rausgeschossen, weil wenn man alle einsperrt, und ich hätte da auch mehr empfohlen, geht raus, bewegt euch, geht in die Natur raus, ist besser, als vielleicht sich einfach in den Anlagen einzusperren. Aber die Verantwortlichen, so leicht haben sie es auch nicht gehabt. Wenn es die Fachleute dann dementsprechend bringen, die müssen auf die Höhe, die können es nur steuern. Aber manchmal hätte man ein bisschen mutigere Entscheidungen erwartet. Ja, und umso schöner ist es ja, dass wir so zwei Tage, wie jetzt die letzten beiden, schon wieder gemeinsam genießen konnten. Ich weiß, dass du einen sehr ambitionierten Veranstaltungs- und Erlebniskalender im letzten Jahr hattest, wo nicht viel stattfinden konnte. Und auch dieses Jahr genauso, aber umso schöner war es, mit dir gemeinsam die Zeit zu verbringen. Ja, das sind so nette Tage. Wir haben jetzt leider immer das Wetter nicht so schön gehabt, als sonst man oben in dieser Bergwelt bei Sonnenschein unterwegs sein kann, auf den 3000er. Das ist schon schön, aber es ist die Natur. Manchmal lockt es einfach ein bisschen. Und manchmal natürlich hat man halt auch Tage, wo man denkt, wenn man da unten ist, Mensch, war das jetzt etwas Gewaltiges. Und umso schöner waren dann die Momente auf der Hütte. Das war ganz gut. Ich finde ganz genau, das gehört eigentlich auch dazu. Aber ich finde auch, jetzt einmal da hochgehend, aber da oben gerade auf der Hütte, ich bin ja selten da oben, aber da hat man auch gemerkt, dass da wahrscheinlich schon genau die richtigen Leute am richtigen Platz sind. Mit Herzblut bewirken sie so eine Hütte, sind fröhlich, sind gastfreundlich. Und wenn jemand, wie es bei uns passiert ist, die Schuhsohlen weggebrochen sind, oder nichts dafür konnte, es war einmal eine Zeit lang, haben sie daraus eine Sohle verwendet, die Topfirmen, die einfach das nicht gehalten haben, die gebrochen sind, zu Dämpfsohlen. Und der Wirt kommt mit der Bohrmaschine und mit Schrauben und Schraubtören der Frau die beiden Sohlen rauf. Also das sind so Beobachtungen, die sind schön. Tolle Menschen, da oben auf so einer Berghütte. Also das macht es ja auch ganz rund, auch wenn das Wetter auch nicht schön ist. Diese netten Erlebnisse, ein bisschen lustig sein. Ich habe das Glück gehabt in meinem Leben ein paar Mal, zweimal sogar mit Dalai Lama Mittag zu essen, ganz ausführlich. Ich schätze den ja ungemein. Und der hat mir einmal gesagt, der Mensch soll zehnmal am Tag, minimum, richtig lachen. Und hat mir dann noch gesagt, das werde ich nie vergessen, aber nicht so lachen, wie wenn man fotografiert wird. Richtig lachen, von innen heraus, dann bleibt man gesund. Und das haben wir eh oben auf der Hütte gemacht. Also haben wir ein bisschen was für die Gesundheit getan, auch wenn das Wetter am nächsten Tag nicht so schön war. Und die Musik, die uns Matthias geschenkt hat, mit seinem Akkordeon. Also ein junger Bursche und so perfekt. Großartig. Mit Herzblut, mit Freude. Aber sowas von perfekt, da habe ich alles nicht gewusst. Und ich habe das vor meiner Stunde aufgenommen, während er gespielt hat. Das werden wir hier in das Gespräch, in den Podcast immer wieder einmischen. Das ist ja echt schön. Mit welchem Herz, mit Herzblut, mit welcher Freude. Aber sowas von gut gespielt. Dieses Akkordeon hat er unter Kontrolle gehabt. Voll gut. Und das sind die magischen Momente, die kannst du nicht planen, mit der besten Expedition. Nein, das kann ich nicht planen. Und dann erlebst du sowas wie wir. Am nächsten Tag das Wetter. Ja, das ist auch gut. Hans, zum Abschluss des Interviews erstmal schon vielen Dank für die Einblicke, die auch ein Stück weit natürlich reflektieren, was überall über dich zu lesen ist, aber auch nochmal ganz andere Perspektiven und Sichtweisen ermöglicht hat. Wenn Menschen in deine Nähe eintauchen wollen, mit dir mal auch zwei Tage oder einen Tag oder auch länger mit dir durch Länder, durch Gebiete deines Herzens mit dir gemeinsam stapfen und diese erleben wollen. Wie kann man an dich rankommen? Wie kann man darüber erfahren? Wie kommt man mit dir zusammen? Das klingt ja heutzutage eigentlich relativ leicht. Im Internet sind ja eigentlich die ganzen Euro-Großteils die Tages oder die Bergwochen oder Trekkentouren drin. Was mir persönlich auch Freude macht, wenn ich mit verschiedenen Vorträgen unterwegs sein kann. Ich möchte ja nur den Leuten, die zum Teil weit weg von den Bergen leben einmal eine Stunde, eineinhalb die Berge näher bringen. Das sieht man ja auch alles inzwischen so leicht im Netz. Ich hoffe vielleicht kann es in die Nähe herkommen. Wenn jemand Freude daran hat, natürlich freut es mich auch. Aber im Internet ist das heute alles ganz leicht herauszufinden. Und ich mache das gern, diese Bergtouren, sowieso Trekkentouren und auch die Vorträge, wenn ich nicht an ganz schönen Sommertagen aufbrechen muss und da mache ich es auch nicht gern oder kaum, sondern Herbst, wenn die Abende länger werden. Das ist ja auch schön, Leuten von Eindrücken zu erzählen. Wenn du merkst, die sind bergbegeistert und das ist ja auch ein Zusammentreffen von Gleichgesinnten zu Veranstaltungen, Vorträgen. Wenn du daran siehst, wie sich die Leute unterhalten und Gespräche haben und das ist ein Teil. Ich bin ja nur ein Teil mit meinem Vortrag. Aber auch das Zusammenkommen dieser Bergfreunde, das ist für mich auch eine schöne Arbeit. Ich mag eigentlich nur noch Sachen, die ich gern mache. Weil sonst, glaube ich, ist man nicht gut genug. Wenn man etwas machen muss. Wenn das Herz nicht dabei ist, dann ist die Arbeit nicht gut. Ja, und das spürt man von ganzem Herzen, dass du mit Herzen dabei bist, Hans. Nicht nur in den letzten zwei Tagen, sondern mit all dem, wie Menschen über dich sprechen und mit welcher Nahbarkeit du auch Menschen zugehst. Wenn du jetzt auf deine letzten 64 Jahre zurückblickst, lieber Hans. Das ist so ein Ritual, auch in diesem Podcast, dass das letzte Wort dem Gast gehört. Also dir, lieber Hans. Was würdest du aus all den 64 Jahren, zusammenfassend in einer Botschaft, in einem Satz, in einem Gedanken, in einer kleinen Geschichte, was würdest du den Zuhörern und Zuhörern gerne zurufen? Ich glaube einfach, wenn das Leben einmal nicht ganz genau ausgeht, wenn einmal ein Hindernis auf jemanden zukommt, dass er einfach die Kraft hat, nach vorne weg zu gehen, nur nicht den Kopf in die Hand stecken und die Frage noch einmal umstellen und mit dem Jammern anfangen, dann wird es schwer. Einfach nach vorne weg. Ich war oft auf einem Punkt, wo ich nicht mehr wusste, wie geht es nach vorne weiter? Verlust von Freunden und das Ding. Und ich habe jetzt gelernt, vielfach auch von den Leuten in Nepal, wenn man sich raus den Kopf halten soll, nach vorne weg, dann kann man jedes Schicksal, soweit überhaupt möglich, super übernehmen. Habe ich dir zu viel versprochen? Ein episches Interview mit einer grandiosen Persönlichkeit und ich frage dich natürlich, welche Wege warst du in der Lage jetzt zu demaskieren, zu dekodieren und anzunehmen? Welche kleinen Erfolgsmuster kannst du vielleicht auf dich übertragen, um deine Ziele zu erreichen, um deine Gipfel zu stürmen? Und mach dir ruhig ein paar Notizen. Demaskier die Wege, die der oder diejenige gegangen sind und übertrage sie auf dich. Und wenn du sagst, du möchtest das gerne noch einmal reflektieren, du möchtest gerne die einzelnen Schritte vielleicht noch einmal präziser und strukturierter reflektieren, dann buch dir gerne einen Termin bei uns unter www. d-curtings.com und wir sind sicherlich in der Lage, dir den ein oder anderen Impuls noch einmal zu geben, beziehungsweise die eine oder andere Frage zu klären. Oder wenn du sagst, meine Selbstständigkeit braucht mal wieder ein Stück weit Schub in meinem Unternehmertum, mit meinem Unternehmen darf es noch einmal richtig vorangehen. Irgendwie habe ich das Gefühl, ein Plateau erreicht zu haben und ich möchte die richtigen Interessenten anziehen. Ich möchte Kunden gewinnen. Ich möchte, dass ich in der Lage bin, großartig meine Leistung zu liefern, damit sie lange bei mir bleiben und wenn alles gut zusammenpasst, das Business skalieren, dann buch dir den Termin, weil ich bin sicher, wir werden aufgrund deiner aktuellen Situation dir die nächsten strategischen Schritte, die nächsten Projekte, die nächsten Maßnahmen ins Heft schreiben können, die dich auf jeden Fall einen Schritt weiter bringen. Und wenn du sagst, Mensch, cool, lass uns mal zusammenarbeiten, auch das kann möglicherweise aus solch einem Gespräch entstehen. Bis dahin, wir hören uns in einem der nächsten Podcasts, in einem der nächsten Videos. Bis dahin, der Thorsten. Ciao, ciao.