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Folge 84: Von Kommunikation, Fortschritt und Individualität - Im Gespräch mit Michael Rossie
#84 09.09.2022 · 01:18:40 min

Von Kommunikation, Fortschritt und Individualität - Im Gespräch mit Michael Rossie

Diese Podcastreihe von insgesamt 15 Folgen umfasst die epischsten Interviews, welche ich zur Zeit der Umsetzungsgiganten geführt habe. Du bekommst spannende Einblicke in das Wirken von echten Koryphäen!

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Diese Podcastreihe von insgesamt 15 Folgen umfasst die epischsten Interviews, welche ich zur Zeit der Umsetzungsgiganten geführt habe. Du bekommst spannende Einblicke in das Wirken von echten Koryphäen!

Keynote-Speaker, Buchautor und Coach gibt seit vielen Jahren auch als Sprecher- und Kommunikationstrainer sein Wissen weiter. Ob jemand im Top-Management auf den Punkt begeisternde Reden halten, als Mitarbeiter packend präsentieren oder einfach als Mensch mit Redeangst aus dem Stehgreif frei und leicht vor Publikum sprechen können will – Michael Rossié führt jeden mit Leichtigkeit auf dem Weg zur selbstbewussten Kommunikation und Freude an Rede und Performance.

Dazu hat er eigene Methoden entwickelt, die inzwischen tausenden von Menschen geholfen haben, bessere Vorträge zu halten und leichter zu kommunizieren. Denn Reden ist mehr als nur Worte aneinander reihen, es geht auch um Auftritt und Standpunkt, um Rhetorik und Begeisterung, um Selbstbewusstsein und Authentizität, und es geht um das richtige Einfühlungsvermögen für andere Menschen.

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Das Transkript zum Nachlesen

Wenn du in der Lage bist, Erfolgswege, die andere zu ihren Zielen, zu ihren Gipfeln, die sie erfolgreich gestürmt haben, zu dekodieren, zu demaskieren und anzunehmen, dann bist du möglicherweise in der Lage, sie auf dich zu übertragen und zu reproduzieren. Und unter diesem Glaubenssatz, unter diesem Rahmen habe ich in den letzten Monaten viele, ich würde sagen epische Interviews geführt mit grandiosen Persönlichkeiten wie Jörg Wüst, Stacy Taniguchi, Martin Frey, Rainer Pitek, Karma Scherper und Hans Kammerlander und vielen mehr, die mir Einblicke gegeben haben, wie andere Menschen Erfolg möglich machen, wie sie Erfolgswege gehen, wie sie in der Lage sind, ihre ganz persönlichen Gipfel zu stürmen. Und das sind alles Menschen, die Abenteuerblut in sich tragen, die weg von der Norm gehen, die außergewöhnliche Wege gehen, die ihre Komfortzone verlassen. Und nicht nur Abenteurer, sondern auch Menschen wie Nico Gundlach, wie Ralf Schmitt, wie John Stepper, wie Manuel Sand, Yvonne Date, Stephan Hagen und andere, Michael Rossier, die in ihren Welten, ihres Businesses, ihrer Selbstständigkeit erfolgreich gewesen sind und immer noch erfolgreich sind, die habe ich nach ihren Erfolgswegen, nach ihren Erfolgsmustern, nach ihren Herangehensweisen, nach ihren intrinsischen Motivationen gefragt. Und daraus ist diese Reihe entstanden, der epischen Interviews. Denn es wäre schade, wenn Sie nur im Thorsten Körting Umsetzungsgiganten-Podcast ein Dasein fristen, sondern natürlich gehören Sie hier auch hinein in den Erfolgreich Selbstständig Podcast von Birgit und Thorsten Körting, von uns, den Körtings. Und damit du dich jetzt hier voll drauf einlassen kannst, viel Spaß mit diesen epischen Interviews der Thorsten und bis dann. Hallo und ein herzliches Willkommen zu dieser neuen Podcast-Folge. In dieser Podcast-Folge habe ich wieder ein Interview Gast zu Gast, einen Menschen, auf den ich mich schon die letzten Wochen wirklich freue, ihn heute hier begrüßen zu dürfen und ihm die Fragen zu stellen, die eine gesamte Branche bewegt. Denn er ist derjenige, der als Vizepräsident der GSA den Überblick hat über fast alle im Rahmen der GSA, der German Speaker Association, organisierten Redner. Das sind Trainer, Coaches, Berater, Speaker, Experten und andere Menschen, die ja das Reden, das Sprechen auf der Bühne erlernen wollen, beziehungsweise sich in diesem Kontext von grandiosen Speakern und welche, die es mal werden wollen, bewegen möchten, um darin zu lernen und zu wachsen. Er ist jemand, der seit Jahren, ja ja seit Jahrzehnten, die Branche der Sprecher begeistert mit seinen Büchern. Insgesamt hat er elf Stück geschrieben, die es Radiosprechern, Fernsehmoderatoren oder eben Autoren, Menschen, die auf kleineren Bühnen oder auf größeren Bühnen sprechen dürfen, also diejenigen, die vielleicht mal im Kindergarten als Elternvertreter drei Sätze sagen möchten, bis hin zu denen, die auf den großen internationalen Bühnen dieser Welt sprechen, die Tipps und die Impulse an die Hand geben, die es ihnen ermöglichen, wirklich den nächsten Schritt zu gehen. Und er ist derjenige, der mit seinem Witz, mit seinem Charme, mit seiner Improvisationskunst, mit seinem, ja, Klamauk auch in Teilen und mit seiner energetischen Kraft Menschen in die Lage versetzt, sie wirklich zu begeistern und sie energetisch aufzuladen. Und er ist derjenige, der immer wieder in diesen Entstehungsprozessen des Buchschreibens neue Erkenntnisse gewinnt und diese in Buchform und in anderer Form weiterbringt. Heute werden wir darüber sprechen, wie sein Schreibprozess genau aussieht, wie er über Jahre hinweg die kleinen Bausteine und Schnipsel sammelt, die er dann in eine grandiose Buchform bringt. Wir werden darüber sprechen, wie die aktuelle Zeit von Corona sein Geschäft, seinen Fokus und auch seine Art und Weise des Handelns sich weiterentwickelt hat, was er gelernt hat in den letzten Monaten und in welcher Phase des Lebens er gerade steckt und wie es möglicherweise für ihn und für alle anderen in dieser Branche weitergeht. Wir werden darüber sprechen, was einen schlechten Redner ausmacht und wir werden auf einige Tipps schauen, die nach dem Pareto-Prinzip nicht nur die 20% ausmachen, die 80% bringen, sondern die 4%, die die 64% oder vielleicht dieser eine Tipp, der schon die 51% ausmacht der Veränderung. Und das alles mit seiner sympathischen Art, mit seiner kreativen Kraft, all das werden wir heute hier in diesem Podcast-Interview erleben und beleben und nun begrüßt bitte mit mir und gemeinsam den grandiosen und wunderbaren Michael Rossier. Lieber Michael, darf ich dich ganz recht herzlich begrüßen, schön, dass du da bist, Michael. Grüß dich, Thorsten. Michael, ich darf sagen, die letzten zwei, drei Wochen, nachdem wir das vereinbart haben, habe ich mich unfassbar auf dieses Gespräch gefreut, denn du bist jemand, wie ich in der Anmoderation schon gesagt habe, der in Deutschland wie kaum ein anderer für Rhetorik, für das Sprechen auf Bühnen, ob die kleinen oder die ganz großen, steht. Du bist jemand, der elf Bücher geschrieben hat und dennoch gibt es einige Menschen, die dich noch nicht kennen. Und da stelle ich immer ganz gerne meine Eingangsfrage, lieber Michael, und die mag vielleicht ein bisschen fern sein, aber sicherlich auch schon mal von dir erlebt. Wir treffen uns irgendwo auf der Berghütte, wir sind gerade inmitten der Alpen, machen ein paar Wanderungen dort, jeder so für sich, mit seiner Familie vielleicht oder in einer Gruppe von Menschen. Und wir treffen uns abends an der Berghütte und sitzen dort gemütlich am Tisch und neben dem ganzen Austausch, wie war dein Tag und was kommt morgen und auf welcher Tour bist du denn überhaupt, kommt das Gespräch auch mal auf das, was außerhalb dieser Matrix der Berge passiert. Und meine Frage an dich, was machst du denn, wenn du nicht in den Bergen rumkraxelst oder rumläufst, lieber Michael? Also, wenn das richtig läuft, machst du das zuerst. Ich würde dafür sorgen, dass du zuerst dich vorstellen kannst und wenn du dich jetzt vorgestellt hättest und dann sagst, Michael, was machst du, würde ich meine Vorstellung auf das, was du sagst, anpassen. Ich würde zum Beispiel sagen, Torsten, wenn du Menschen berätst, dass sie in die Umsetzung kommen, dass sie vielleicht den nächsten Karriere-Schritt machen, dann bin ich für diesen Verbalen, für diesen Rhetorik-Teil zuständig. Wie führe ich ein geiles Vorstellungsgespräch? Wie halte ich eine Ansprache an meine Mitarbeiter, dass die sagen, wow, haben wir einen coolen Chef? Wie empfehle ich mich durch eine Präsentation für die nächsthöhere Gehaltsstufe? Und wenn ich mich jetzt selbstständig bin, wie verkaufe ich mich, meine Firma, mich selbst, mein Produkt? Nimm mal sowas wie die Höhle der Löwen, die gucken sich natürlich die Produkte an, aber sie gucken auch die Protagonisten an. Ist das jemand, der den nötigen Biss hat? Wäre der teamfähig? Könnte man mit dem zusammenarbeiten? Was macht der für einen Eindruck? Das heißt, die Persönlichkeit in der Höhle der Löwen spielt eine ganz große Rolle und das wäre mein Aufgabengebiet, zu jemandem zu helfen, auf Bühnen, in schwierigen Situationen, vor der Kamera besser, sympathischer rüberzukommen und die mit der Situation vielleicht ein bisschen besser fertig zu werden. Also das finde ich schon zum einen mal mega spannend, dass du sagst, ich stelle mich auf den Gegenüber ein. Ich höre erst mal zu und sorge dafür, dass der sich vielleicht vorstellt, um dann auf ihn oder die eingehen zu können. Ist das so ein kleiner rhetorischer Kniff? Ist das schon so ein kleiner Tipp, den du auch den Zuhörerinnen und Zuhörern hier geben kannst, bevor wir über uns selber sprechen, den anderen noch mal besser zu verstehen und dann diese Andockungspunkte zu finden? Das ist schon ein großer Kniff. Ich meine, die meisten haben gelernt, einen Elevator-Pitch von sich zu lassen. Und dann wird ge, ich bin und wir machen und ich habe und schon im zarten Alter von drei Jahren hat es mich auf die Bühne gesetzt, mich langweilt sowas zu Tode. Wenn ich auf einer Netzwerkveranstaltung bin und jeder redet auf mich ein und gibt mir eine Visitenkarte, an die kann ich mich eine Stunde später schon nicht mehr erinnern. Aber der eine Mensch, der mir zuhört, der mich fragt, der mir sagt, was ich mache, wo ich mal ein bisschen erzählen darf, den merke ich mehr, der ist aber nett, der ist aber nett, der hat Interesse an mir, weil dieses Interesse wird sich ja fortsetzen. Also in meinem Berufsleben, wenn ich eine Dienstleistung brauche, habe ich in neun von zehn Fällen erlebt, dass der Dienstleister redet und redet und redet und redet und überhaupt nicht fragt, was willst du denn, was hast du denn überlegt, was sind denn deine Ideen? In der Theorie wissen das alle, in der Theorie sagt es, okay, also bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt, in der Praxis Pustekuchen, die reden dich tot. Also das ist schon ein bisschen mehr als ein kleiner Tipp. Ich halte von einem Elevator-Pitch, wo ich von mir rede, nicht so viel. Ich halte davon viel, sich einzustellen auf dem anderen, zu zeigen, dass man ein Interesse an ihm hat und dann wird es auch deutlich leichter, ihm ein Angebot zu machen, weil ich kann das ja viel stärker auf ihn zuschneiden. Also ich gebe dir ein praktisches Beispiel. Ich bin auf einer Party und da ist eine HR-Managerin einer großen Unternehmensberatung. Dann sagt die, Herr Rossi, was machen denn Sie? Ich sage, ich bin Sprechtrainer. Aha, sagt die, und was macht man da als Sprechtrainer? Dann sage ich, haben Sie mal Lust, sich kurz vorzustellen? Sagt die, wie meinen Sie das? Ja, stellen Sie sich doch mal kurz vor! Ja, sagt die, ich bin die Heike so und so, ich arbeite für eine große Unternehmensberatung, ich bin in der HR-Abteilung, das mache ich seit zwei Jahren, das macht mir großen Spaß. Dann sage ich, merken Sie, dass Sie gar keinen Punkt machen? Ja, sagt sie, richtig, ich ziehe das immer so komisch nach oben. Ich sage, ich sehe, das höre ich auch, Sie ziehen die Satzenden komisch nach oben. Ja, sagt sie, warum mache ich das? Ich sage, sehen Sie, das würde man bei mir lernen, das wäre das Inhalt eines Trainings oder Seminars. Was sagt die jetzt? Herr Rossi, kann ich mal Ihre Visitenkarte haben? Ich hole denjenigen ab bei seinem Problem, bei seiner Schwierigkeit und erzähle ihm nicht, wie toll ich bin. Also ein super spannender Ansatz, wenn man das mal so sagen darf. Du sagst ja, es ist schon ein großer Tipp und glaube ich, was in der heutigen Gesellschaft, auch in der heutigen Zeit, wie du es schilderst, alle werden geprimed darauf, sich vorzustellen, den Elevator-Putsch runterzurasseln, anstatt mit dem anderen wirklich in eine Verbindung, in eine Resonanz zu gehen, die eben auch auf einer inhaltlichen Business-Ebene, wie du so schön sagst, stattfinden kann. Michael, danke für diese Einblicke. Jetzt sind wir immer noch auf dieser Berghütte und du hast mich jetzt schon richtig heiß gemacht, weil du ja auch auf das eingegangen bist, was ich im Zweifel im Vorfeld vorgestellt habe. Wie ist denn der Michael zu dem Michael geworden, den ich dort auf der Berghütte treffen darf? Also da gibt es zwei Richtungen immer, wie man das wird. Das eine ist durch ganz viel Tränen und das andere ist durch ganz viel Energie. Das heißt, manchmal sind Dinge in deinem Leben so schwierig, so unbewältigbar, so furchtbar, dass du sie änderst und manchmal zieht es dich irgendwohin. Du willst etwas machen, du bist begeistert von etwas und das hält sich so die Waage und das gibt es in meinem Leben alles. Ich würde mein Leben in ganz verschiedene Phasen einteilen und jetzt am Ende sage ich, ja, ich habe das gefunden, was ich wollte, wusste aber, als ich losgehe, noch nicht, was ich machen will. Also ich bin auf die Schauspielschule gegangen und wollte Kabarettist werden und meine Mutter hat gesagt, du wirst jetzt kein Kabarettist, indem du bei der Trude Herr die Karten abreißt. Du gehst auf eine Schauspielschule und dann habe ich den Prinzen von Homburg gelernt, obwohl ich eigentlich Kabarettist werden wollte. Heute bin ich Kabarettist, ich verdiene nur ein bisschen anders, weil das, was ich mache, ist so eine Art Business-Kabarett, das heißt, ich bin sehr unterhaltsam, aber man lernt auch eine Menge und diese Kombination, die lässt sich ganz gut verkaufen und ich bin aber nicht abends in einem Kellertheater und verbringe die Nacht in einem Hotelzimmer, sondern ich bin auf Veranstaltungen von der Industrie, auf Kundenveranstaltungen, natürlich auch manchmal abends, aber das hält sich die Waage und habe im Grunde genommen mein Lebensziel gefunden, Speaker zu sein, einen Mehrwert zu haben, zu coachen, zu trainieren, ohne, dass ich das mit 20 gewusst hätte, wohin ich mich da aufmache. Und du sagst, entweder sind es Tränen oder es zieht und motiviert. Du bist durch verschiedene Phasen des Lebens gegangen. In welcher Phase glaubst du oder fühlst du, bist du aktuell und welche und wie viele Phasen sind dem vorweggegangen? Ich kann mich nur gut erinnern an eine Rede, wenn man das so sagen darf, von Reinhold Messner, der in dieser Rede oder in diesem Vortrag beschrieben hat, er ist in der siebten Phase seines Lebens und jede Phase hat so seinen, ich will nicht sagen Höhepunkt, aber so den Fokus gehabt, also dessen, was ihn gezogen hat, beziehungsweise da, wo er eben durchdrücken durfte mit den entsprechenden Tränen, um vielleicht ein gewisses Ziel zu erreichen. Wo stehst du gerade und welche Phasen hast du schon durchlaufen, Michael? Also die Phasen habe ich nicht gezählt, aber sieben sind es sicher. Und jetzt ist die Frage, rechnet man Corona als eigene Phase oder nicht? Also vor Corona war ich am Höhepunkt meines Lebens. Ich habe sehr gut verdient, ich habe genau das gemacht, was ich wollte. Ich bin jeden Morgen gerne aufgestanden, ich bin durch die Gegend gereist, habe Vorträge gehalten, mich mit interessanten Menschen unterhalten und mein Leben macht zu 100 Prozent Spaß. Das macht es immer noch, es ist ein bisschen eingetrübt, weil natürlich man die Bühne nicht hat, die Kollegen nicht hat, sich nicht treffen darf, aber das ist eine vorübergehende Phase. Ob das später mal eine Lebensphase wird, weiß ich nicht. Ich entwickle im Moment sehr viel Energie in Bücher, in Online-Kurse, in was man alles so machen kann, wie das alle gerade tun und erlebe eine sehr große Solidarität der Kollegen. Also ich bin Vizepräsident der GSA, der German Speakers Association, wo wir uns regelmäßig treffen, wo ich gerade noch irgendwelche Technik-Anfragen, wo einer sagt, ich habe immer einen Hall drauf, könnt ihr euch das erklären? Und dann sind 15 Leute, die sagen, mach doch mal das, versuch doch mal das. Super, großartig. Also diese Krise bringt uns auch näher zusammen, die stärkt uns, dass wir uns gegenseitig helfen können. Also das sind in meinem Leben viele Phasen und die letzte oder die vorletzte jetzt, das ist mit Abstand die beste, weil das ist genau das, was ich machen will und ich bin in der Lage, genau das Leben zu leben, was ich lebe, was ich aber in keiner der anderen Phasen gedacht hätte. Spannend, dass du die aktuelle Zeit ansprichst, die natürlich auch die Speaker-Branche, in der du ja sehr umtriebig bist. Du bist ja auch Coach bei Gedanken Tanken als Vizepräsident der GSA. Bist du ja auch gefragt in diesem Kontext, ob jetzt die Technik Fragen oder ganz andere Fragestellungen, die an dich gestellt oder gerichtet werden. Corona hat uns ja, ich will mal sagen, der Homo Sapiens ist ja dafür geschaffen, sich anzupassen an neue Gegebenheiten und zwar deutlich schneller als jedes andere Wesen auf dieser Welt. In welcher Form hast du dich angepasst und was war, ich will mal sagen, dein größter Entwicklungsschritt, den du jetzt zu Zeiten von Corona für dich selbst und persönlich gemacht hast? Also der erste war mal zu sehen, was online alles möglich ist. Das hätte ich nie für möglich gehalten, dass man so viel online tun kann. Ich habe jetzt gerade ein zweitägiges Seminar gegeben, ich hatte am Samstag ein Seminar für Fernsehmoderatoren, ich habe Einzelcoachings mit der ganzen Welt, ich bin abends in Zürich und am nächsten Morgen bin ich wieder in Wien und dann bin ich wieder in Castrop-Rauxel. Also das klappt wunderbar und ich habe hier viel ausgerüstet, aufgerüstet, da steht ein super Mikrofon, ich habe vier Kameras um mich rum, ich habe ein Mischpult, ich habe ein Streamdeck, ich habe eine Dokumentenkamera und was soll ich dir sagen, ich kann mit dem Zeug umgehen. Also nicht in alle Feinheiten, aber ich kann hier Kamera wechseln und Dinge machen, da hätte ich früher gesagt, du spinnst. Nein, das kann ich und auch, dass Onlinekurse funktionieren können und dass man so etwas machen kann, das ist eine ganz neue Welt. Ich mache viel mehr auf Social Media, als ich vorher mache, nicht so viel wie die anderen, aber ich mache mehr und habe jetzt mit meinem neuen Buch ein paar Mal gepostet und da war direkt eine Riesenwelle, da habe ich gedacht, wow, Michael, für sowas hattest du früher keine Zeit, jetzt mit Corona hast du die Zeit und die nutze ich dann auch, weil Torsten stellt dir das nicht so vor, als wenn ich auf dem Sofa liege und stundenlang die Süddeutsche lese. Ich arbeite schon genauso wie vorher, ich arbeite nur etwas anderes und das, was ich jetzt arbeite, bringt vielleicht noch nicht direkt Verdienst, aber es bringt ihn später, weil wenn du mich nach meinem Karrieregeheimnis fragst, das ist ganz sicher, dass ich ein fleißiges Männchen bin und das muss man auch in Corona sein, das heißt, wenn wir jetzt arbeiten, können wir irgendwann die Ernte einfahren. Es ist großartig, dass du das ansprichst, dass dieser Glaube, was online möglich ist und was nicht und jetzt lassen wir mal die Technik beiseite, was war da auch als jemand, der Menschen die Emotionen zugänglich macht, der sie in die Lage versetzt, in Anführungszeichen authentisch oder eben auch nicht authentisch zu wirken und zwar in der realen Welt, was war so der größte, ich will mal sagen, Durchbruch, wo du sagst, wow, dass das im Online geht, das hätte ich nie für möglich gehalten. Also zum Beispiel, ich sage jetzt mal, wir können es Stammtisch nennen, wir können es Kuschelgruppe.

Donnerstagabend um 20 Uhr. Es treffen sich 40 Speaker. Der Nils Bäumer, der das Ganze organisiert hat, gibt uns in sechs Breakout-Sessions und ich bin mit fünf oder sechs Speakern auf Monitor zusammen. Und es hat so einen Spaß gemacht. Nach 20 Minuten andere fünf oder sechs und nach 20 Minuten und ich bin ins Wohnzimmer gegangen und habe gesagt, Schatzi, das war jetzt so nett. Das heißt, wir können uns nicht berühren, wir können uns nicht direkt ansehen. Aber dieses virtuelle Sehen ist auch eine Form von Kontakt, von Con-Sehen. Wir hatten neulich bei Greta, da sagt dann Yvonne de Barck, ist das schön, euch alle wieder zu sehen. Und wir haben alle dasselbe gedacht. Ja, Yvonne, das ist tatsächlich schön, dass wir uns alle wieder sehen. Also das spielt schon eine Rolle, dass dieses Bild eben noch mal was anderes ist als das Telefon. Da gibt es einen Unterschied, sich zu sehen oder sich nur zu hören. Und das habe ich am eigenen Leib erfahren dürfen. Und Yvonne hat ja einen schönen Videokurs gemacht. Sie hat sich da ja auch nach so zwei, drei Monaten reinfinden in Corona auch aus ihrer Komfortzone bewegt. Ich kann mich noch erinnern, vor einigen Jahren war sie in der Mastermind von uns und hat dort auch einen Tag mit uns Schauspiel und Intuition und Improvisation mit reingebracht, was ganz großartig gewesen ist und dann einen Videokurs rauszuhauen mit einer sehr witzigen Art, wie man im Online so wirkt, wie man sich wünscht vielleicht zu wirken. Ja, ganz großartig. Was hast du zum Thema Emotionen im Online? Ist das irgendwie eine Barriere oder sagst du aus deiner Erfahrung, das ist etwas, was genauso gut im Online funktioniert wie auf der realen Bühne? Guck mal, wenn ich dir jetzt sagen würde, Torsten, du darfst einen Vortrag halten vor 400 Menschen, aber leider ist in der Mitte der Bühne eine große Säule. Was würdest du sagen? Du würdest sagen, scheiß Säule, mache ich. Und genauso ist das Online auch. Wir können jetzt jammern über die kalte Kamera und die unnatürliche Situation und wie furchtbar. Wir können aber einfach machen. Fertig. Natürlich ist das ungewohnt, dass ich jetzt in ein Objektiv gucke. Natürlich würde ich lieber dich angucken als das Objektiv. Unsere ersten Telefongespräche waren auch ungewohnt. Die ersten Leute, die aus dem Kino gerannt sind, sind schreiend aus dem Kino gerannt, weil sie dachten, wenn der Arm nur halb zu sehen ist, dass der dann abgeschnitten ist. Also ich bitte dich, wir werden uns daran gewöhnt haben, in fünf, sechs Jahren wird niemand mehr fragen. Dann wird man sagen, das ist vielleicht eine ungewohnte Situation, aber keine unnatürliche Situation. Wir sitzen vor der Kamera und da ich mein Leben lang schon mit so einer Kamera verbringe, Casting heißt nur Kamera. Hi Kamera, wir beide wollen jetzt zusammen mal dieses Casting rocken, oder? Was die anderen sagen, ist egal. Wir beide. Kamera, du bist gut gelaunt, alles richtig eingestellt. Hat der Kameramann das? Okay, wir beide. Also ich hab schon von Anfang an angefangen, ein Verhältnis mit meiner Kamera aufzubauen und meine beiden Panasonics hier, die liebe ich. Das heißt, das ist nicht alles, aber es hat mit dem Mindset zu tun. Leg den Schalter um und sag nicht immer, kann ich nicht, will ich nicht, muss ich nicht. Im Moment ist die Situation so und die Erfolgreichen passen sich an, die Nicht-Erfolgreichen stellen sich mit verschränkten Armen auf die Straße und sagen, ich will, aber nicht. Das wird dir wenig nützen, was du nicht willst. Hey, wenn du sagst, das war spannend bis hierher, dann lass uns gerne einen Kommentar da, lass uns gerne eine Bewertung da, entweder hier auf dieser Plattform oder auf den anderen, weil das ist das, was uns auch ein Stück weit wachsen lässt, was unsere Botschaft nach außen trägt, was uns ein Stück weit hilft, in die Sichtbarkeit zu bekommen und da sind wir natürlich auch ein Stück weit auf dich angewiesen. Und wenn du sagst, das war bis hierhin schon ein großer Mehrwert, dann hinterlass bitte einen Kommentar. Bis dahin und nun viel Spaß bei dem, was kommt. Jetzt hast du ja diese Erfahrung der Tränen und dieses Durchdrücken mehrfach gemacht. Du hast eben schon darauf referenziert, auch im Rahmen deiner unterschiedlichen Lebensphasen, ohne sie gezählt zu haben, dieses Durchdrücken, dieses, wenn es ja vermeintlich hart wird, der Gegenwind kommt, dich vom Weg abbringen möchte, was ist dein Rezept für dich, dann einfach zu machen und das Ziel oder auch diese aktuelle Phase so anzunehmen und dennoch deinen Weg weiter zu gehen? Ich glaube, es gibt einen wichtigen Gedanken, der mir mein Leben lang geholfen hat und das ist der Gedanke, dass ich im Prinzip alleine bin. Das klingt jetzt komisch, aber wenn ich weiß, Michael, der Einzige, der dir helfen kann, bist du. Natürlich ist es leichter mit Freunden, natürlich ist es leichter mit Coaching, natürlich ist es leichter, wenn ich von einer Familie aufgefangen werde, aber es gibt Phasen im Leben, zumindest in meinem Leben, da ist alles weg. Da ist niemand da. Da musst du dich auf dich konzentrieren und da musst du an dir arbeiten. Das, was du für dich tust, für deinen Kopf, ganz wichtig, lesen, gucken, lernen. Für deinen Körper, ich lasse einmal im Jahr für 1500 Euro mein gesamtes Blut untersuchen, damit ich genau weiß, was mir fehlt. Und das Dritte ist für meine Seele und ich muss dafür sorgen, dass meine Seele im Einklang ist und das war sie in meinem Leben oft nicht. Und da brauche ich manchmal die Hilfe eines Therapeuten oder wie auch immer, aber ich muss auf mich aufpassen. Ich muss aufpassen, was ich denke, was ich sehe, womit ich meine Zeit verbringe. Daddle ich nur vor den Computer, sehe ich nur Horrorfilme, trinke ich Alkohol und sage, die Welt kann mir egal sein. Ich muss in diesen drei Bereichen auf mich aufpassen, weil das Wichtigste und Einzige, was ich habe, das bin ich selber. Und wenn ich in mir selber mir ruhe und wenn ich in mich investiere und wenn ich funktioniere, dann sich punktuell Hilfe zu holen, die mich unterstützt. Das kann auch eine Hilfe sein, die indirekt ist, weil ich ein Buch lese. Mir haben in meinem Leben ganz tolle Bücher weitergeholfen, ganz tolle Seminare weitergeholfen, Coaches, Therapeuten weitergeholfen und viel war so ein Aha-Moment und komme dann aus dem Tränenteil raus. Eines meiner wichtigsten Erkenntnisse war, ich war nach meiner ersten Ehe in einer Therapie und irgendwann sagt der Therapeut zu mir, Michael, du hast den Stadtplan von Hamburg, wir sind aber in Berlin. Dann habe ich gesagt, Martin, ich möchte auch den Stadtplan von Berlin haben. Er sagte, dann arbeiten wir aber daran. Und heute habe ich das Gefühl, wenn ich in Berlin bin, habe ich den Stadtplan von Berlin und wenn ich in München bin, habe ich den Stadtplan von München. Das hatte ich aber nicht immer und das musste mir jemand von außen sagen. Trotzdem ist das Erste die Arbeit an sich selber und dann geht man auf den anderen zu. Also kontinuierliches Lernen, Reflektieren, achtsam sein, sich selbst zuhören, nicht nur den anderen, wie du es im Einstieg ja so schön auch skizziert hast, sondern auch auf sich selbst zuhören und sich dann möglicherweise die oder denjenigen zugänglich zu machen, der ihnen in der, der dich in der Phase gleich das nächste Stück weiterbringt und begleitet. Torsten, die anderen sind nicht immer hilfreich. Was ich in meinem Leben schon an dusseligen Tipps bekommen habe. Die anderen sind auf einer Party und Michael schreibt ein Buch. Die sagen, hast du denn einen Verlag? Nein. Hast du mit jemandem darüber gesprochen? Nein. Will das Buch jemand? Nein. Und du schreibst es trotzdem? Ja. Ich hatte das Buch fertig und habe es genau so gesetzt, wie die Reihe, in der es erscheinen sollte. Genau, Schriftgröße, alles ausgerechnet und habe es dem geschickt, dem Herausgeber. Und dann hat er mich angerufen und hat gesagt, Herr Rosier, wenn Sie mich vorher gefragt hätten, Sie wollen ein Sprechertraining als Buch machen, hätte ich gesagt, lassen Sie das. Aber Sie haben es ja schon geschrieben. Ich sage, ja. Jetzt wäre ich blöd, wenn ich es nicht lese. Ich sage, ja. Aber Sie müssen es mir schicken. Ich sage, ja. Er sagte, können Sie es in einer Viertelstunde tun? Ich sage, wo wollen Sie denn? Da sagt er, bei Ihnen um die Ecke. Ich sage, ja. Ich bringe es Ihnen vorbei, persönlich. Ich bringe es Ihnen persönlich vorbei. Ja. Und dann rief er vier Wochen später an und sagt, Herr Rosier, wir machen es kurz, wir machen das Buch. Und das war der Anfang von allem. Ich habe das Buch erst mal geschrieben, weil ich fest habe, ich habe es vor mir gesehen, ich habe es visualisiert. Ein gelbes Buch, List journalistische Praxis, das wird mein Buch und das mache ich. Und das ist rausgekommen und das ist die Grundlage meines Erfolges geworden. Aber ich habe erst viel Zeit investiert, wo viele gesagt haben, du bist doch blöd. Der zweite Phase, haben die gesagt, Michael, du wirst doch nicht unterrichten. Ich sage, Unterricht macht mir immer Spaß. Aber Michael, als Lehrer verdient man doch nichts. Ich verdiene heute deutlich mehr als die alle, die mir die Huckerfolge gequatscht haben. Und viele von denen kommen und sagen, Michael, wie wird man denn das, was du da machst, wo ich sage, ja, das ist nicht ganz so einfach. Genau, wenn du glaubst, über Nacht den Durchbruch zu haben, dann nimm dir mal 20 Jahre Zeit. Ja, genau. Ja, klar. Der Herr Kofferl-Hirschhausen sagt das auch. Ja, was heißt über Nacht? Ich habe mit 20 Jahren getingelt, bevor mich dann jemand entdeckt hat. Also von über Nacht kann überhaupt nicht die Rede sein. Albert Einstein hat mal gesagt, es hat mich 18 Jahre gebraucht, bis ich über Nacht den Durchbruch hatte. Ja, genau. Das würde ich ja. Wer über Nacht Erfolg hat, hat tagsüber hart gearbeitet. Also da gibt es viele Sprüche und die sind alle wahr. Jetzt sind wir ja inmitten einer spannenden Zeit, auf die du auch schon reflektiert hast. Was glaubst du wird nach Corona in der Branche, in der du unterwegs bist, mit den Zielgruppen, mit denen du arbeitest, was wird anders bleiben und the new normal, also das neue normale werden und was glaubst du geht wieder so zurück zu Zeiten vor Corona? Also ich glaube, dass uns jetzt allen bewusst wird, wie wichtig der persönliche Kontakt ist. Also es werden regelmäßig Konferenzen, Treffen stattfinden, eben nicht nur virtuell, sondern auch wirklich live in Farbe vor Ort. Das wird es immer geben, weil da haben wir ein starkes Bedürfnis danach. Aber es werden viele Videokonferenzen, viele Konferenzen werden in Video verlagert, werden ins Netz verlagert. Man wird Besprechungen mit Videos machen und nicht mehr nur telefonisch und was eben auch viele Firmen schon machen, ich werde hybride Events machen. Das heißt, ich kann ein Event für die Firma machen und trotzdem Menschen in anderen Städten zuschalten. Und das kann ein großer Vorteil sein. Also ich bin bei einer Firma in München, die hat Filialen an fünf Orten auf der Welt. Ich stehe in München auf der Bühne und das wird live gestreamt an die fünf anderen Standorte. Das hat den Vorteil, wenn die fünf anderen Standorte was machen, kann man das wieder live nach München streamen. Also das wird die Anzahl der Veranstaltungen vergrößern, das wird die Menge der Möglichkeiten vergrößern. Und im Moment fangen wir ja gerade erst an zu gucken, was möglich ist, von wegen Avatare und von wegen 3D und Virtual Reality. Da wird es ganz andere Möglichkeiten geben. Ich habe Mike Rayburn in Amerika gesehen, der hat Bohemian Rhapsody mit sich selber gespielt. Das heißt, auf der Bühne steht ein Avatar, Mike Rayburn als Avatar und Mike Rayburn spielt mit Mike Rayburn Bohemian Rhapsody. Also fantastisch. Du hast nach fünf Minuten, weißt du nicht mehr, wer ist jetzt der echte Mike Rayburn und wer ist der Avatar. Kostet 25.000 Dollar, das wird dauernd billiger. Und dann hast du dich zweimal auf der Bühne. Also stell dir mal vor, ich würde einen Vortrag halten, wo ich mit mir selber rede. Oder im Internet macht uns das Hans Rosling vor, der zeigt Präsentationen dreidimensional. Das heißt, er steht nicht vor der Folie, der steht hinter der Folie. Das wird bald möglich sein. Im Moment ist das nur im Film möglich. Das wird bald möglich sein, dass ich hinter meiner PowerPoint stehe und die PowerPoint bewege zwischen mir und dem Publikum. Also ich denke, da sind ganz neue Dinge möglich und ich denke, wir können mit großen Augen auf die Zukunft gucken, weil es so viel geben wird, was wir jetzt noch nicht mal ahnen und weil sich die Menge der Möglichkeiten, sich auszutauschen, Events zu machen, weil sich die Potenzial für größeren wird. Und ich glaube, die ganze Branche darf den Mut haben, so wie du das auch so schön beschrieben hast, in diese Veränderung hineinzutreten und nicht zu warten, bis es wieder so wird, wie es mal war. Weil so, wie du es beschreibst, wird das, ich will gar nicht mal sagen, nie wieder so sein. Aber die Anzahl der Events, die hybriden Events, die asynchronen Events, also die nicht mehr drei Tage an einem Ort irgendwie, wir nehmen uns mal drei Tage raus als Firma oder wir gehen drei Tage auf einen Kongress, sondern dieses Asynchrone in Häppchen geschnitten mit vielleicht kleinen Aufgaben dazwischen, Entwicklungsmöglichkeiten, Integrationsmöglichkeiten dazwischen, wird, glaube ich, die gesamte Branche an der Stelle verändern. Was würdest du denjenigen zurufen, die gerade in diesem Markt unterwegs sind, im Sinne des persönlichen nächsten Schrittes? Es gibt immer noch Menschen, das wirst du auch erleben, für die ist Zoom selbst noch eine neue Technologie, selbst jetzt, ich weiß nicht, acht Monate, nachdem Corona unsere Welt verändert hat. Was würdest du den Trainern, Coaches, Beratern, Speakern, den Experten da draußen, den Selbstständigen zurufen, welchen nächsten Entwicklungsschritt sie nehmen dürfen, ohne jetzt einfach nur Zoom anzuschmeißen und in eine Kamera zu sprechen? Also, wenn jemand jetzt immer noch nur Zoom kennt und immer noch Schwierigkeiten mit diesen Dingen hat, dann gibt es irgendwas, was ihn behindert. Dann gibt es irgendetwas, was mich davon, was mich wach hält. Und das habe ich damals auf der Schauspielschule gelernt. Da hat sich eine Schauspielschülerin gemeldet und hat gesagt, sie muss seit vier Wochen ein Paket auf die Post bringen und sie schafft es nicht. Sie hatten in der Wohngemeinschaft Aufgaben verteilt und ihre Aufgabe war das Paket zu verfolgen. Sie schafft es nicht. Warum nicht? Und dann hat die Psychologe, die damals diesen Unterricht gegeben hat, hat gesagt, es gibt irgendwas, was dich blockiert. Und es ist meistens das, was der erste Gedanke der Entmordung überfällt, wenn man aufwacht und der letzte Gedanke, wenn man abends einschläft. Und dann guckt sie sich mit großen Augen an und sagt, ja, dann weiß ich, was es ist. Das heißt, wer sich jetzt nicht anpasst, wer jetzt nicht mit Feuereifer da dran geht. Es hat in der Geschichte noch nie einen Weg zurückgegeben. Wir sind nie zurückgegangen. Es geht immer vorwärts. Das heißt, wenn das jetzt jemand noch nicht verstanden hat, dann gibt es ein größeres Problem, was der hat. Dann behindert ihn etwas. Ich bin ganz dagegen, Menschen immer zuzurufen, mach doch, du musst, tu doch endlich. Nein, wenn es für jemand einen ernstzunehmenden Grund gibt, das nicht zu tun, dann sollte er sich hinterfragen, warum. Und wenn der dann wirklich nicht will, das ist absolut okay, wenn er nicht will. Ich würde gern noch ein paar Jahre arbeiten. Ich würde gern noch ein bisschen mitmachen. Ich würde gern noch die Dinge erobern. Ob ich jetzt bei TikTok in diesem Leben nochmal sein werde, ist noch die Frage. Aber ich habe auch gesagt, dass ich bei Facebook nicht sein werde und da bin ich jetzt. Also wer weiß, was passiert. Nein, diese Barriere im Kopf sich erstmal angucken. Warum hemmst du denn zu? Warum machst du es denn mies? Warum kümmerst du dich denn nicht? Warum investierst du jetzt nicht in Ausrüstung? Ist es so knapp gestrickt, dass wenn du jetzt mal ein paar Monate keine Seminare hast, dass du kein Geld mehr hast, dann musst du dich fragen, wieso lebst du so als Selbstständiger? Also wenn du selbstständig bist und lebst so, dass es so extrem knapp gestrickt ist, warum machst du das? Wo fließt dein Geld hin? Also das wären so Fragen, die man sich jetzt stellen könnte. Und ich bin dafür, dass man positiv in die Zukunft guckt. Aber das kannst du einem nicht einfach zurufen. Da werden viele sagen, Michael, du hast ja keine Ahnung, was bei mir los ist. Und das ist möglicherweise so. Möglicherweise gibt es auch Menschen, die liebe Menschen verloren haben, die Kranke um sich rum haben und und und und. Quengelnde Kinder. Ja, also ich bin froh, dass mein Sohn zehn ist und auch mal alleine eine Stunde liest. Wenn der jetzt vier oder fünf wäre, das wäre deutlich anstrengender. Also da habe ich großes Verständnis. Von daher gibt es so eine einheitliche Botschaft nicht, außer es geht nie zurück. Es geht immer nach vorn. Es ist wunderbar, dass du reflektierst auf die Ursachen und nicht nur auf die Symptombehebung, sondern danach zu gucken, was den einen oder die andere aufhält, an der Stelle dort jetzt wirklich den nächsten Schritt zu gehen. Du bist ja Coach, du berätst Führungskräfte, natürlich auch die Speaker da draußen, die eine Bühne hatten vor Corona und jetzt vielleicht die die andere Bühne suchen. Was sind so Muster, die du erkannt hast, wo potenziellerweise die Ursachen liegen? Also ein Muster wäre, dass man, dass man zu eng denkt, dass man zu wenig sieht, was möglich ist. Also mir hilft immer zu gucken, was die anderen machen. Ja, und ich kann dir gar nicht sagen, wie befruchtend es ist, mit einem Speaker zusammen zu sein, der Arbeit hat, der nicht mehr weiß, was er zuerst machen soll. Ob das der Ralf Schmidt ist mit seinen Impuls-Piloten, der sagt, Leute, ich ersticke in Arbeit. Ob das der Markus Hofmann ist, der sagt, Michael, ich habe noch nie in meinem Leben so viel gearbeitet. Wahnsinn. Und da denke ich immer, ja, und du sitzt jetzt zu Hause rum, das geht ja gar nicht. Also sich mit Leuten zu umgeben, mit Leuten zu sprechen, die diese Krise nutzen und die voller Energie sind, das steckt wahnsinnig an. Die sind so auf Feuereifer. Ich habe einen Vortrag da und ich mache das. Wir machen jetzt eine Mastermind. Machst du mit da? Wir machen Online-Kurse. Ja, ja, ja, ja, bin ich überall dabei, mache ich, mache ich, mache ich, mache ich. Und das ist wahnsinnig befruchtend. Weißt du, manchmal auch auf Social Media, dann der Thorsten Jäkel macht wieder da was und macht wieder da was und macht wieder da was. Ja, super, was du alles machst. Und da will man dann irgendwann mitmachen. Und dann kriegt man gar nicht das Gefühl, dass diese Corona-Zeit die Zeit des Stillstands ist. Wenn du denen zuhörst, dann denkst du, es ist eine Zeit des Aufbruchs, eine Zeit des Verdienens, eine Zeit des Losmachens, eine Zeit des Sich-Umorientierens. Und dann kriegst du plötzlich ein ganz anderes Bild. Und das ist wichtig. Wenn du dich die ganze Zeit mit Menschen unterhältst, die zu Hause sitzen, die sagen, klappt ja alles nicht, wird ja alles nicht, dann kriegst du ein falsches Bild von dem, was gerade passiert. Und deswegen wäre eine große Hilfe, mal zu gucken, was die anderen machen und sich die rauszusuchen, die möglicherweise der Krise was Positives abgewinnen und sich darauf einstellen. Ja, es ist großartig, wie du auch auf Ralf Schmitt, der, glaube ich, einige kennen, reflektiert. Er hat mich mal vor ein paar Jahren für ein Hörbuch interviewt. Und wenn du mal von Ralf Schmitt anmoderiert wirst, dann weißt du, irgendwie hast du schon mal den nächsten Schritt gemacht. Und Ralf mit seinen Impulspiloten war jemand, wo ich gedacht habe, Mensch, was macht Ralf jetzt? Die ganzen Events, die er dort macht, da in Hannover mit, weiß ich nicht, 100.000 Leuten, ja, alles abgesagt. Und er immer von Hybrid gesprochen hat. Und das war so weit weg, weil ich gesagt habe, Hybrid ist es gar nicht. Was ist jetzt schon Hybrid? Was ist das für eine Ergänzung? Es ist Asyl.

Es ist die Kombination von unterschiedlichen Bausteinen, bis wir mal erleben durften, was Hybrid heißt und wie er mit Impulspiloten Hybrid ermöglicht und den Firmen, den Organisationen dort den nächsten Schritt ermöglicht. Und er ja auch jemand ist, der das erst lernen durfte. Und dann haut er noch ein Buch raus, Digitale Events oder wie es heißt im Hause Verlag, 30 Minuten. Und also diese 30 Minuten Serie, ja grandios, wo er dann die Erfahrungen aus all dem dann reingebracht hat. Und wie du sagst, ich glaube an solchen Menschen, Menschen wie dir, Menschen wie Ralf Schmidt, die vor Arbeit gar nicht wissen wohin, beziehungsweise die Menschen inspirieren dadurch, dass sie eben diesen halben Schritt oder einen Schritt schon weiter sind in dem, was sie tun, beziehungsweise es eben ausprobieren und dadurch lernen, was funktioniert und was nicht funktioniert. Wo hast du in den letzten Sekunden? Im April hatte ich Angst um den Ralf. Gegen mir genauso. Ich habe gestern mit ihm telefoniert. Ich glaube, wir müssen uns nicht die geringste Sorge machen. Alles in Ordnung. Was waren Erfahrungen, Wege, wo du in den letzten Monaten, ich will nicht sagen, falsch abgebogen bist, aber du gesagt hast, das probiere ich, das muss funktionieren, das wird klappen und du dann demütig wieder zurückgegangen bist, weil du gesagt hast, okay, es war ein Riesenlerngeschenk. Ach ja, also sagen wir mal so, einfach mal so eine Online-Akademie machen und einfach mal so einen Kurs machen und der wird dann gekauft. So funktioniert es nicht, ja. Das ist eine lange Atem, die man braucht. Ich war mal fest überzeugt, ich komme ohne Blog aus, ich komme ohne Newsletter aus, ich komme, weil ich dazu einfach keine Zeit hatte. Ich kann nicht sechs Tage die Woche arbeiten und dann noch einen Blog produzieren. Das sehe ich heute, das sehe ich heute anders, ja. Oder auch technisch habe ich vielen Unsinn gekauft. Kurse habe ich vielen Unsinn gebucht, der zu weit war, zu kompliziert war, wo ich nicht mit umgehen konnte. Und sagen wir mal, manches will ich auch nicht so machen. Ich will nicht so in Drückerart und 2000 Mails jemand belagern, ja. Das liegt mir nicht und das gucke ich mir an und da sind alle ganz begeistert und sagen, Michael, das musst du so machen. Nein, mache ich es nicht, ja. Oder auch meine Website, wie sie aussieht. Da gibt es viele Leute, die mich beraten und da muss ich dann irgendwann sagen, nein, ich möchte meine Website so haben, wie ich sie haben möchte. Das ist meine Website. Und manchmal denkt man, na ja, der weiß das besser, der hat das schon gemacht, der kennt sich da aus und dann lässt man es machen und dann fremdelt man damit. Und dann denkt man, das ist doch nicht meins, das ist doch nicht meins. Da kann der andere gar nichts dafür. Aber wenn ich fremdle mit dem, was ich mache, dann ist es irgendwann der Punkt, wo man sagt, nee, das lassen wir jetzt sein. Das ist nicht meins. Und sobald ich wieder bei mir war und dann wieder sage, wow, das ist die Art, wie du arbeiten möchtest, so möchtest du das tun. Auch wenn du jetzt dadurch nicht Millionär wirst, dann ist das ganz befriedigend, weil man dann abends schlafen geht und sagt, ich bin bei mir. Also manchmal muss man lernen, wer man ist und wo man ist und ob man das wirklich will. Weil auch wenn Dinge funktionieren, heißt das nicht, dass sie zu mir passen. Neben den ganzen neuen Impulsen, Michael, die du in den letzten Monaten ausprobiert und die dich weitergebracht haben oder als großes Lerngeschenk zu betrachten sind, bist du ja auch den Pfad des Gewohnten gegangen, um es mal von außen so zu betrachten. Es ist das elfte Buch entstanden, was du in den letzten Monaten geschrieben hast. Könnte man meinen, von außen sicherlich ein Ergebnis natürlich aus vielen, vielen Jahren. Und du hast es im Vorgespräch gesagt an Material, was sich in deinen unterschiedlichen Repositories eingelagert hat. Mit einem ganz wunderbaren Titel, wie ich meine. Rhetorik ist keine Kunst, sondern kein Problem. Und damit bist du einen Weg gegangen, den du schon zehnmal vorher gegangen bist, mit deinen zehn Büchern, die du vorher geschrieben hast. Wie ist es zu diesem Elften gekommen? Nimm uns mal ein bisschen mit auf diese Reise, lieber Michael. Also so ein Buch von 350 Seiten, das schreibt man nicht am Anfang seines Lebens. Worüber soll ich mit 28 schreiben? Da kann ich mal eine Beratung machen, da kann ich dann mit 30 das erste Buch über meine Arbeit schreiben. Da habe ich ganz viele Radiomoderatoren unterrichtet und Fernsehmoderatoren, Nachrichtensprecher. Da kann ich darüber sprechen, wie man Nachrichten spricht, wie man Texte vertont und so weiter. Im Laufe seines Lebens als Speaker kommen aber jeden Tag neue Informationen dazu. Also stell dir das so vor, wenn ich nach Hause komme, dann leere ich meine Taschen und dann fliegen Kotzbeutel der Lufthansa oder Tempotaschentücher oder Ausrisse aus Zeitungen, die fliegen auf meinen Schreibtisch. Mit Ideen, mit Sätzen, mit Dingen, die ich Quatsch finde. Und das wandert in Dateien auf meinem Computer. Und irgendwann sagst du, diese ganzen Dateien auf meinem Computer, die fasse ich jetzt mal zu einem Buch zusammen. Also das ist sozusagen das Vermächtnis meines Lebens. Das ist alles, was ich auf der Bühne erlebt habe und erleben durfte, dieses Mal in einem Buch. Das ist sozusagen die Zusammenfassung. Und da empfehle ich nicht eine bestimmte Methode, sondern da soll sich jeder seine Methode raus suchen. Der eine will mit Powerpoint, der andere ohne Powerpoint, der andere will ablesen und auswendig lernen, der andere will freisprechen, der dritte will improvisieren, der vierte will ganz genau wissen, wie er einen wissenschaftlichen Vortrag hält und der fünfte will wissen, wie er vielleicht nur ein Grußwort auf einer Versammlung der örtlichen Sparkasse sagt. Und all das ist da drin, das ist zusammengefasst. Und da stecken sämtliche Bücher und Kurse, die ich in meinem Leben gelegt habe, alles, was ich erlebt habe, was ich gesehen habe, jeden Artikel, den ich gelesen habe, das ist alles drin, weil ich mich natürlich auch mit dem beschäftige, was die Kollegen machen. Und das habe ich alles zusammengefasst. Und deswegen habe ich da auch sehr, sehr viele Kollegen erwähnt, weil die alle einen Teil, Anteil daran haben. Wenn ich etwas Gutes gelernt habe von jemand, dann finde ich, dann muss man den erwähnen und die kommen alle drin vor. Und von daher ist das das wichtigste oder schönste Buch meines Lebens, ganz davon abgesehen, dass es sehr schön aufgemacht ist. Also ich finde, das hat der Verlag eine ganz gute Arbeit geleistet. Bei der Grafik habe ich mitgewirkt, aber auch so der Haptik und ein richtiger, fester Umschlag. Also das ist das Buch meines Lebens und da findet man alles drin, was man braucht, wenn man nur beim Kindergarten mal drei Sätze sagen will oder wenn man einen großen internationalen Vortrag halten will oder vielleicht als Speaker davon leben will. Da ist alles drin, was man braucht. Und das war irgendwie das Ziel und das ist was Besonderes. Das hat ein bisschen gedauert, bis ich da einen Verlag gefunden habe, der bereit ist, dieses Wagnis mit mir einzugehen. Aber bei Beck habe ich schon drei kleine Büchlein vorher veröffentlicht. Die waren also sehr angenehm, war eine sehr gute Zusammenarbeit und dann habe ich mich das getraut. Und sagen wir mal so, da wache ich schon morgens auf, sehe dieses Buch und denke, super gemacht. Da bin ich ein kleines bisschen stolz auf mich, weil das ganz gut gelungen ist. Also ich muss sagen, manche Menschen schreiben ihre Memoaren und du fasst einfach mal alles, was du erlebt hast, wie du es so schön gesagt hast, alles in einem Buch zusammen. Also ich würde auch sagen, nachdem ich es in den Händen gehalten habe, nachdem ich das Inhaltsverzeichnis gestalkt habe und dann auch physisch hier vor mir liegen hatte, es ist ein Meisterwerk, weil es deutlich über das hinausgeht, was der Titel suggeriert. Es ist nicht nur einfach ein Rhetorikbuch, sondern möglicherweise das Verständnis und ein erweitertes Verständnis von Rhetorik, nämlich von Anfang bis Ende. Und dennoch beschreibt es alles, was es braucht, wie du so schön sagst, vom Kindergarten mal drei Sätze sagen bis zur internationalen Bühne. Nimm uns doch mal mit, Michael, wie ist so ein Schreibprozess von so einem Profi wie dir? Du sammelst die Dateien, vielleicht nimmst du uns mal mit, wie sammelt der die Dateien? So ein Ablagesystem möchte ich auch mal haben, dass ich später mal was wiederfinde. Und dann fängst du ja irgendwann, du hast eine Entscheidung getroffen und sagst so, jetzt darf etwas entstehen. Wie passiert sowas bei einem Michael Rossier? Also mein erstes Buch ist entstanden, als es die ersten Atari Computer gab. Ich konnte auf einem Computer schreiben und musste nicht mehr chronologisch schreiben. Das war ein enormer Durchbruch. Das heißt, du kannst bei einem Buch in der Mitte anfangen. Das ging vorher nicht. Schreibmaschinenseiten hättest du immer wieder neu anfangen müssen. Natürlich gibt es Möglichkeiten, aber das war schwerer. So und diese Mosaiktramaturgie habe ich seitdem beibehalten. Also stell dir vor, ich entdecke in einem Buch von René Bourbonus einen klugen Satz. Der spricht zum Beispiel von Moodfolien, M-O-O-D, also Folien, wo man eine Stimmung erzeugt. So, jetzt mache ich mir einen Exzert, René Bourbonus, entweder Buch oder Vortrag und trage diesen Satz da ein. Der kommt in die Rubrik Buchexzerte unter dem Stichwort Rhetorik, dass ich es wiederfinde. Und da gibt es eine Datei Buchexzerte noch nicht eingeordnet, Buchexzerte eingeordnet. Noch nicht eingeordnet sind die Bücher, die ich noch extrahiere, also wo ich noch im Moment was raushole. Die Bücher, die ich schon abgeschlossen habe, die habe ich dann auch grafisch gemacht, da habe ich die Rechtschreibfehler rausgemacht. Die sind in einer anderen Datei und auf die Dauer wandern alle von den nicht eingeordneten in die Eingeordneten. Und wenn du bei den Eingeordneten buchst, dann gibt es die Psychologiebücher, die deutsche Sprachebücher, die Rhetorikbücher, die Fernsehbücher, die Filmbücher und so weiter. Und wenn ich jetzt ein Buch schreibe, kommen diese Ideen, die ich da sammle, die kommen in das Buch. Auf der zweiten Ebene, sobald ich einen Einfall habe, sobald ich eine Idee habe, sobald ich eine Übung entwickle für meine Seminare, schreibe ich die Übung auf und tue die in spezielle Dateien. Da ist es dann schon wesentlich konkreter. Da schreibe ich dann meine Seite über die Übung. Was weiß ich? Ich lerne was Neues über Mikrofone. Dann schreibe ich über Mikrofone. Ich mache eine unangenehme Erfahrung auf der Bühne. Ich erlebe eine Geschichte. All das sammle ich. So und wenn du, dann kannst du ungefähr sehen, wie viel du sammelst, wenn du so 70, 80 Seiten Schnipsel hast und dazu viele Bücher. Da kannst du anfangen, das in eine Form zu bringen. Das hat in diesem Buch so gute vier Jahre gedauert, um aus diesen Sätzen dann immer wieder Abschnitte zu machen, Kapitel zu machen. Und das musst du dir so vorstellen, dass ich jede Zeit nutze. Also wenn mein Sohn, der sieht im Moment mit mir Star Wars, da muss ich mitgucken, weil das muss er mir alles erklären. Aber danach sieht er seine Kindernachrichten und bei den Kindernachrichten komme ich mal zehn Minuten an den Computer und dann kann es wieder sein, dass ich einen kleinen Abschnitt korrigiere oder etwas schreibe oder etwas in Form bringe. Das heißt, das mache ich an jedem Flughafen. Das mache ich an Bushaltestellen. Das mache ich überall. Ich nehme nur einen ganz eng umgrenzten Teil. Also nehme an, Arbeit mit dem Mikrofon. Das kann ich mitnehmen auf eine vier-Tages-Tournee, wo ich vier Vorträge halte. Und wenn ich zurückkomme, ist das Kapitel Arbeit mit dem Mikrofon fertig. Jetzt gehe ich noch mal in die Bücher der Kollegen und gucke, haben die auch eine Idee zum Thema Mikrofon geschrieben? Gibt es da irgendwas, was ich noch nicht habe? Also ich lese gerade hier in 30 Minuten, wissen Sie mehr, Thorsten Jägel, Thomas Kippwiff, Online-Meetings. Und du siehst, das Buch ist aufgeschlagen. Also da sind noch zwei Ideen drin, die ich noch brauche. Die wandern jetzt wieder in die Dateien. Also das ist ein ganz strukturierter Prozess, weil je früher man das strukturiert, desto einfacher. Und wenn ich dir jetzt sage, dass ich mit 28 damit angefangen habe, dann ahnst du, dass da einiges zusammenkommt. Und dadurch das Meisterwerk entstanden ist. Das stellt sich immer hinterher raus. Aber im Moment sind die Feedbacks ganz gut, weil das Buch auch, ich sage jetzt mal, auch eine unterhaltsame Komponente hat. Und wollen wir mal so sagen, ich schreibe niemandem etwas vor. Wenn jemand das anders machen will, dann soll er es anders machen. Aber auch für dieses anders machen finden sich in dem Buch wieder Beispiele und Möglichkeiten und Anleitungen, wie man es denn anders machen kann. Weil ich plädiere sehr dafür, jeden so zu lassen, wie er ist. Wenn einer im Sitzen moderieren will, dann soll er doch im Sitzen moderieren oder Vorträge halten. Wenn einer ablesen will, soll er doch ablesen. Wenn einer mit Moderationskarten, wollen wir jeden so lassen, wie er ist. Ich habe ein großes Faible für Inhalt. Wenn mir in meinem Leben Menschen begegnet sind, die was zu sagen haben, das hat mich extrem beeindruckt. Ich habe gerade ein tolles Buch von der Carmen Thomas gelesen, Reaktanz. Das hat mich wirklich beeindruckt. Diese Frau hat was zu sagen, die hat was zu erzählen. Das trinft voller Lebensweisheit und voller Erfahrung. Und du legst es ganz oft ab und denkst nach und denkst, mein Gott, was mag das für eine Situation gewesen sein. Das liebe ich. Und da könnte ich eine lange Liste machen, wo ich in meinem Leben von Menschen schon was gelernt habe. Obwohl manchmal die Form, also die Form der Rede oder die rhetorischen Fähigkeiten nicht so gut war. Aber der Inhalt war glänzend. Und ich liebe glänzende Inhalte und nicht Menschen, die die vierten Mal oder den vierzigsten Mal oder vierhundertsten Mal den vieruhrigen Empfänger wieder aufwärmen. Wer auch sowieso für den einen oder anderen vielleicht auch noch neu ist. Ja klar, aber Friedemann Schulz von Thun würde sich wünschen, dass wir ihn weiterentwickeln. Nicht, dass wir erzählen, was er vor 25 Jahren geschrieben hat, sondern dass wir auf die nächste Ebene gehen. Und es gibt eine nächste Ebene. Seitdem die gewaltfreie Kommunikation bekannt ist, kann man viele Bücher einfach wegschmeißen, weil es ist der Zahn der Zeit, hat zu sehr genagt. Diese ganzen Kommunikationstrainer sagen, du musst dich abgrenzen, lass dir das nicht gefallen. Da sagt Marshall Rosenberg, hey, hast du das Leuten nicht gehört? Also manche Bücher führen dann vieles, was davor war, hat Absurdum. Oder auch die Bücher jetzt von Chris Anderson über die TED-Talks. Ein TED-Talk ist viel frecher, viel lockerer, viel besonderer als diese steifen Reden, die wir so kennen. Und auch da gibt es kein Zurück mehr. Wir können nicht wieder zurück und sagen, ich hätte gerne wieder die steifen Reden. Meine Damen und Herren, ich darf Sie ganz herzlich hier im Namen der Geschäftsleitung begrüßen, so wird es nie wieder werden, weil es immer vorwärts geht. Für alle, die die noch so sind, werden dann spüren, genau in dem Moment, dass auch Sie sich verändern dürfen. Das geht ganz schnell. Das erzählt der Markt dir. Von daher immer dieses Jammern über schlechte Speaker und schlechte Speaker werden nicht mehr engagiert. Jemand, der engagiert wird, muss ein guter Speaker sein, sonst kann er davon nicht leben. Ob ich den gut finde? Ganz andere Frage. Ich finde viele nicht gut, die viel Geld verdienen. Aber ich finde ein paar, die wenig Geld verdienen, hervorragend. Das nehme ich mir raus, das wird sich nicht ändern, aber das ist halt so. Das gibt es in jedem Beruf. Wahrscheinlich wird jeder Bankberater über die viele Bank-Banke oder Finanz-Gurus oder Finanz-Hi wird der schimpfen, weil er sagt, die haben doch keine Ahnung. Und das wird beim Maurer genauso sein und bei der Douglas Parfumerie-Verkäuferin auch. So ist es nun mal. Ich hoffe, du konntest mit den bisherigen Impulsen was anfangen. Du konntest vielleicht auch das eine oder andere auf dich übertragen. Wenn du das ein Stück weit weiter treiben möchtest, wenn du das reflektieren möchtest, wenn du vielleicht auch mal auf deine Situation schauen möchtest, dann buch dir gerne einen Termin bei uns unter www.d-körtings.com. Und wir schauen mal auf deine aktuelle Situation und ich bin sicher, auch wir werden dir die ein oder andere Maßnahme weiterbringen. Und nun viel Spaß bei dem, was noch kommt. Jetzt sagst du auf der einen Seite, die Speaker so lassen, wie sie sind, ob sie sitzen, moderieren, stehen, mit Moderationskarten, ohne, mit PowerPoint oder ohne. Und dennoch gibt es ja bei dir, gerade dann, wenn man das Buch aufschlägt, Regeln für einen schlechten Redner. Was ist denn aus deiner Sicht, was macht so einen richtig schlechten Redner aus? Michael. Der sagt mir Dinge, die ich schon kenne. Der will 3000 Euro für eine Stunde gequirlten Quark. Ja, also mir hundertmal zu erzählen, dass ein Kind ja, wenn es laufen lernt, immer wieder aufsteht. Ja, was soll es denn sonst tun? Liegen bleiben, dazu eine ganze Kino zu machen, ist doch Quatsch. Ja, das ist ein schönes Bild und der Erste, der das verwendet hat, der hat einen geilen Griff getan. Aber ich muss das jetzt nicht endlos. Und Menschen in vier Farben einzuteilen, der eine ist blau, der andere ist grün. Ja, wenn es so ist. Ich glaube nicht, dass es so ist. Aber nehme an, es wäre so. Ich will nicht den 40. Redner dazu hören. Oder immer dieses Gerede, was alles in uns steckt. Torsten, wenn so viel in uns allen stecken würde, dann würde ich weniger langweilige Leute treffen. Entschuldige, in manchen von uns steckt gar nichts. Ja, es gibt viele Menschen, die muss man stupsen und muss sagen, du kannst so viel mehr. Du brauchst Hilfe, dir muss jemand. Ja, du musst manchmal den Tritt in den Arsch kriegen. Aber das ist nur ein bestimmter Teil der Menschheit. Es gibt auch diese Laberheinis, diese endlosen Schwafler und die müssen nicht gesagt kriegen, was alles in ihnen steckt. Den müsste man sagen, du musst jetzt mal lernen, du musst jetzt mal fleißig sein. Ja, ein schlechter Speaker ist jemand, der labert, der mir Dinge erzählt, die ich schon weiß. Ein schlechter Speaker ist nicht unbedingt einer, der keine Ahnung von Storytelling hat, der die falsche Dramaturgie hat. Wenn das ein guter Inhalt ist, kann ich das ertragen. Auch wedelnde Hände oder Schmatzer beim Reden oder dauernde Hänger. Das kann ich alles ertragen. Aber jemand, der mir entweder Dinge erzählt, die er geklaut hat, Dinge, die nicht wahr sind. Ja, es stimmt einfach nicht, dass wir nur zehn Prozent unseres Gehirns nutzen. Es stimmt einfach nicht, dass die Sympathie beim ersten Eindruck zu 55 Prozent durch die Körper spart und so weiter. Es stimmt nicht, dass wir einen, wenn wir einen Bleistift zwischen die Zähne klemmen, dass wir dann Witze komischer finden. Und es stimmt nicht, dass wir eine kraftvolle Pose einnehmen müssen, damit die entsprechenden Botenstoffe. Das ist alles Quatsch. Und wenn du mal weißt, dass das Quatsch ist, wenn du dich damit beschäftigt hast, wenn du das im Internet recherchiert hast und du sitzt in diesem Zuschauerraum und einer fängt dann an, das als großes Geheimnis zu verkaufen. Mein Gott, Torsten, ich kann dir gar nicht sagen, das ist so fremdschämen. Du weißt nicht, gehe ich jetzt geräuschvoll raus, stehe ich auf und sage, es stimmt nicht. Was mache ich? Mein Gott. Also da ist schon viel Elend unterwegs, weil Menschen denken, das Geld verdienen ist so einfach. Ich erzähle jetzt einfach, dass du nur Mut haben musst und dann geht's. Nee, so einfach ist es nicht. Und jetzt hat Michael Rosseo ja uns seinen Buchschreibprozess beschrieben, wo er sich ganz viel auch inspirieren lässt von dem, was schon da ist. Wie entwickelst du so eine Idee von René Bourbonus über die Mutfolie MOOD? Wie entwickelst du sie weiter?

dass sie zu Michaels Rossier wird. Also das ist ja nur die Beschreibung eines Gefühls, was bei mir schon da ist. Deswegen trifft das ja auf fruchtbaren Boden. Und mir fällt dann ein, wie viele Mutfolien in meinem Leben ich schon gesehen habe und wie schnell das geht. Du siehst einen Strand vor den Malediven und du denkst sofort, wie schnell geht das. Oder die Margit Hertlein, mit der saß ich zusammen in einer Jury und diese Speakerin hat uns angeschrien, was wir alles tun sollen. Und ich fand das grässlich. Und ich wollte ja gerade sagen, schrei uns doch nicht dauernd an, was wir tun sollen. Und dann erklärt die Margit, weißt du, das ist dieses Kinder-Ich in mir, was dich nicht erträgt. Du stehst da vorne wie die Mami und die den Kindern die Welt. Und dann sage ich, danke Margit, du hast es ausgesprochen, was ich die ganze Zeit gedacht habe. Also wenn man etwas gut ist, dann ist es oft so, dass man denkt, ja genau, da drückt einer etwas aus, was du gefühlt hast, was du gedacht hast, was du erlebst, was du aber noch nicht in Worte fassen kannst. Das ist das eine. Und das zweite ist, manchmal gibt es Menschen, die machen etwas Neues, die machen etwas anderes, die machen etwas, wo ich denke, das habe ich noch nicht gemacht. Wie du eben mir empfohlen hast, ein Anfang für dich wäre doch einfach mal nicht zu kommen. Also auf die Gedanken bin ich noch nicht gekommen, dass man einfach der Speaker soll um, was weiß ich, um zwölf auf die Bühne. Er wird angekündigt und er kommt nicht. So, jetzt die Frage, wie lange kann man das treiben? Drei Minuten. Und nach drei Minuten zu kommen und dann über, also wenn ich jetzt Carmen Thomas wäre, würde ich eher über Reaktanz sprechen. Da haben 400 Zuschauer gedacht, so ein Blödmann, der nimmt uns nicht ernst. Wie kann der nur? Das heißt, sofort würden die 400 Zuschauer annehmen, dass ich zu blöd bin, dass ich etwas falsch gemacht habe, dass ich möglicherweise einen tödlichen Verkehrsunfall miterlebt habe, dass ich gerade einer schwangeren Frau ins Krankenhaus geholfen habe. Das würde kaum jemand annehmen und schon lernen wir wieder was. Wenn jemand etwas falsch macht, nehmen wir immer an, so ist der Typ nun mal und wir nehmen nicht an, dem ist gerade etwas passiert. Also es gibt beides. Manchmal sagt jemand etwas, was bei mir auch fruchtbaren Boden führt und manchmal sagt jemand etwas, wo ich denke, das ist jetzt echt neu. Was für eine geile Idee, das probiere ich mal aus. Da gebe ich dir noch ein Beispiel dazu. Also die Trainer sagen ja alle, wenn man möchte, dass die Leute aufzeigen, soll man selber aufzeigen. Ich fand das immer sau blöd, dieses, Thorsten, ich habe es ausprobiert, es funktioniert, ich mache es jetzt auch. Ja, Punkt. Das heißt, du zeigst selber auf, wenn du wie viele Fragen stellst. Ja, es ist komisch, du denkst doch, du musst doch den Leuten nicht zeigen, was aufzeigen ist. Doch, muss man schon und das lernt man. Ich habe es ausprobiert mit Handheben, ich habe es ausprobiert ohne Handheben, mit Handheben. Also bei der Ja-Frage zeige ich mit rechts auf, bei der Nein-Frage zeige ich mit links auf. Da habe ich mich belehren lassen müssen und das passiert eben auch, dass du manche Dinge falsch siehst und irgendwann dann auf den richtigen Weg kommst und sagst, okay, das ist anders. Jetzt hast du sehr schön beschrieben, was diesen außergewöhnlichen Speaker auch ausmacht oder den Redner beziehungsweise eben auch den schlechten. Jetzt hast du hier 350 Seiten. Jetzt gibt es ja das Pareto-Prinzip und Pareto von Pareto, also mit vier Prozent kriegen wir, glaube ich, 64 Prozent Ergebnis, mit ein Prozent sogar 51. Ich will jetzt nicht sagen, was ist dieser eine Tipp, aber was sind so, wenn du so ein kleines Absurd aus diesem Buch rausnimmst, was sind so die Tipps, die du geben kannst, ob in der Anmoderation, im Beginn einer Rede, während der Rede, am Ende, wie du mit dem Publikum spielst, Technik, was es auch immer ist, wo du sagst, das macht schon einen wesentlichen Unterschied, wenn du diesen Tipp, wenn du ihn heute noch nicht umsetzt, wenn du diesen Tipp implementierst oder diese Tipps implementierst, dann wird sich schon maßgeblich was verändern. Der wichtigste Tipp ist, dein Mindset zu ändern und der wichtigste Satz ist, Torsten, du kannst nichts falsch machen. Echt, Michael, ich kann nichts? Nein, Torsten, du kannst nicht. Aber Michael, mit den Händen, mit dem Mikrofon. Nein, ich sage, Torsten, hast du mich nicht gehört? Du kannst nichts falsch machen. So, und wenn du das verinnerlichst, dann ist der Löwenanteil getan. Wenn du was komisches mit den Händen machst, dann bist du der mit den komischen Händen. Wenn du hinten anfängst, dann bist du der, der hinten anfängst. Wenn deine Folien zu viele Zahlen enthalten, dann bist du der mit den zu vielen Zahlen. Du kannst etwas günstiger machen oder ungünstiger. Du kannst etwas lernen, du kannst dich entwickeln, wie auch immer. Aber falsch machen kannst du nicht. Das kann sich niemand hinstellen und sagen, Torsten, das war jetzt falsch. Und weißt du, wenn du dieses Mindset hast, dann fühlt sich das leichter an, auf die Bühne zu gehen. Ja, dann ist das, wenn mir jemand sagt, Herr Rosier, Sie haben sich dreimal am linken Oberschenkel gekratzt, dann sage ich, da hat es gejuckt. Was soll ich sagen? Ja, du kannst nichts falsch machen. Und das ist wichtig. Und wenn jetzt jemand sagt, Herr Rosier, dann habe ich aber noch ein großes Problem. Das ist mein Lampenfieber. Und dann sage ich, ja, das Lampenfieber ist ein großes Problem. Wie wäre es sich damit abzufinden, dass Sie es haben werden? Dass es einfach da ist. Es ist da, in jedem Fall. Aber Ihre Botschaft ist so wichtig, dass Sie es überwinden. Dann sagt er vielleicht, ich traue mich aber nicht. Dann sage ich, dann ist Ihre Botschaft nicht wichtig genug. Aha, Sie würden also sagen, wenn ich wirklich will, dann kann ich auch. Ich sage, genau. Und wenn Sie da vorne stehen, können Sie nichts falsch machen. Gerade wenn man nervös ist, dann sieht man furchtbar aus. Man lächelt verquält. Man weiß nicht, wo mit den Händen hin. Man weiß nicht, wo man sich hinstellen soll. Natürlich sitzt der Gürtel, das Gürtelschnalle nicht in der Mitte und das Jackett ist viel zu groß. Es ist mir aber egal. Das ist die Botschaft. Das ist die Botschaft. Deswegen sind Priester so gute Redner, weil die ein höheres Ziel haben. Haben Sie auch ein höheres Ziel? Und wenn das höhere Ziel ist, die Beförderung oder wenn das höhere Ziel ist, ich weiß es besser als der Kollege, der ist der bessere Rhetoriker, aber ich bin der bessere Fachmann. Wenn das höhere Ziel ist, den Job zu bekommen, wenn man diesen Job will, muss man zum Vorstellungsgespräch. Und da hören Sie jetzt auf mit dem Jammern und mit dem ich kann nicht, ich will nicht. Wie furchtbar. Wollen Sie den Job oder nicht? Ja, also los. Und Sie können nichts falsch machen. Der Körper kann nicht lügen. Es gibt keine Regeln, wo man sagt, richtig gemacht. Nein, weil auch die ganz großen Verstoßen gegen ganz viele Regeln und ich bin der König des Regelverstoßes. Ich liebe Regelverstöße, weil diese Regeln sind von Menschen gemacht, die uns Kurse verkaufen wollen. Die müssen Regeln verkaufen, sonst kann man den Kurs nicht buchen. Aber ich glaube, dass es so viele Regeln gar nicht gibt. Geh nach vorne, blamier dich. Wenn du ein höheres Ziel hast, macht das überhaupt nichts. Ich glaube, es gibt zwei Regeln, gegen die du nicht verstößt. Hypothese. Das eine ist, du bist nicht unpünktlich, sondern bist pünktlich. Eher noch mal 15 Minuten zu früh. Und ich bin sicher, du bist auch jemand, der pünktlich aufhört. Sind das so zwei Regeln, die du auf jeden Fall den Speakern mitgeben würdest? Für den Profi auf jeden Fall. Ein Profi, der nicht pünktlich ist und nicht pünktlich aufhört, wird nicht gebucht. Toller Redner, aber absolut unpünktlich. Das kann man sich nicht leisten. Für mich ist es der 60. Vortrag im Jahr. Für diese Firma ist es der Höhepunkt des Jahres. Und ich schlabber da zu spät hin, überhaupt nicht. Das würde ich mir nicht verzeihen. Aber sagen wir mal so, wenn der vertrottelte Uniprofessor den Faden verliert und 2000 Geschichten noch erzählt und überzieht 20 Minuten, dann schreie ich doch trotzdem Hurra und sage, Uniprofessor, nächstes Mal bitte wieder die Geschichten. Ich habe an ihren Lippen geklebt. Aber für den Profi, dem würde ich das nicht gestatten. Das heißt, bei mir fängt Profi an bei, was weiß ich, 50 Vorstellungen im Jahr, 50 Reden im Jahr oder auch 20, wenn sie 10.000 Euro sind und wirklich, dass man davon leben kann, dass man vom Speaker leben kann. Und da gelten dann andere Regeln. Wenn die Leute Eintritt bezahlen, wenn die Leute sich schick machen, wenn die Leute wie ins Theater gehen, da gelten dann auf einmal völlig andere Regeln. Und da kann man eine Menge falsch machen. Da ist das dann anders. Und pünktlich sein und pünktlich aufhören ist eine der wichtigsten Regeln überhaupt. Ja, wenn der Herr sagt, der Veranstalter, Herr Russi, könnten Sie uns 10 Minuten einsparen. Da wartet das Saiblingsfilet in Basilikumsoße und das wird kalt. Ja, klar, der Saibling ist jetzt gerade wichtiger. Ich habe das schon erlebt, dass ich sollte eine Stunde reden. Dann kam der Veranstalter mittags, Herr Russi, mach das so, dass es so 50 Minuten werden. Nein. Dann kommt er am Nachmittag, Herr Russi, 45 reicht auch. Trotzdem, es waren am Ende 20 Minuten und von den 400 Teilnehmern haben sich 280 beschwert. Wieso der Russi nur eine Viertelstunde? Das ist mir viel lieber, als wenn die Leute denken, jetzt könnte man langsam zum Ende kommen. Dafür trage ich nicht die Verantwortung. Das ist der Veranstalter. Wenn er meint, er muss mir von der Stunde zwei Drittel wegknapsen. Früher habe ich mich darüber geärgert. Früher habe ich mich über jeden, der ging. Der geht jetzt, ich komme ja noch dran. Wieso geht der jetzt? Heute denke ich, wenn das hier so schlecht organisiert ist, das ist nicht mein Problem. Sollen dem die anderen doch erzählen, wie das war, ist mir viel lieber. Das ist ein anderer Beruf. Ja, finde ich spannend. Ich hatte das auch mal in der Allianz Arena in einem großen Eventbereich. 100 Leute, Abschluss, Keynote, bevor es dann dummerweise in die Katakomben ging zur Mannschaftskabine von Bayern München. Und am Schluss waren aus der Stunde auch 20 Minuten geworden, weil die einzelnen Bereiche ein bisschen überzogen hatten. Und da darfst du, musst du absolut Rücksicht nehmen, weil sonst kriegst du die Tomaten, weil die nämlich unten in der Führung nicht pünktlich gewesen sind. Und du hast dem Veranstalter den Arsch gerettet und das kann manchmal auch. Du hast ja zwei Zielgruppen. Du hast die Zielgruppe Zuschauer und du hast die Zielgruppe Veranstalter und den musst du ja auch zufrieden stellen. Michael, ich darf nur noch sagen hier, das Ding ist aus meiner Sicht ein Meisterwerk, weil es alles zusammenfasst, was im heutigen Kontext von Speaking und von Reden, sei es die kleine Bühne, das Gespräch, was wir jetzt führen, die drei Sätze, die im Kindergarten als Elternvertreter oder was auch immer gesagt werden darf bis zur internationalen Bühne, alles covert, würde man sagen. Und es ist ein Buch, was es insofern auch außergewöhnlich macht, weil ich es nicht von Start to Finish lesen muss, sondern das Inhaltsverzeichnis so aufgebaut ist, dass ich genau zu der Fragestellung oder zu dem Impuls springen kann, der vielleicht gerade in meinem Speaker-Leben, auf deutsch gesagt, in meinem Speaker-Leben relevant ist und dann einfach mal drin zu blättern und sich inspirieren zu lassen. Also ganz großartig, darf ich sagen. Wie geht es weiter mit Michael Rossier? Du hast jetzt dieses Meisterwerk geschrieben, die Memoiren sind hier dokumentiert, zumindest aus deiner Sicht mit deinen Impulsen. Was glaubst du, was kommt für dich als nächstes? Was sind deine nächsten Schritte, die du gehst? Das ist ja immer so, dass es verschränkt. Das Buch ist ja eigentlich längst geschrieben, weil das ist ja schon alter Hut, weil bis es mal auf einen Verlag ist und gesetzt wird, da bist du ja schon längst mit dem Schreiben fertig. Ich habe jetzt gerade einen Kurs eingesprochen für Udemy, wie man richtig vorliest. Das ist ein Kurs für Lehrer, für Schüler, wie man Geschichten liest, wie man Märchen liest, wie man seinen Enkel vorliest, aber auch wie man Nachrichten liest oder wie man vom Teleprompter abliest. Den habe ich gerade eingesprochen. Ich werde sicher jetzt anfangen, ein Video zu dem Buch, ein paar Videos zu machen mit den wichtigsten Tipps, die da drin sind. Ich habe ein Buch geschrieben, wie man Pointen erzählt. Das Buch, wie man Pointen erfindet, ist schon fertig. Das muss ich jetzt nur noch setzen. Dann habe ich ein weiteres Buch in Arbeit über Lesungen. Wie macht man die ideale Lesung? Da sind dann hauptsächlich Buchautoren angesprochen. Wenn du selber schreibst und du hast eine Lesung, dann gibt es auch da eine Menge Hinweise. Das heißt, ich habe eigentlich immer zwei, drei Bücher oder Projekte im Vorlauf, weil du hörst nicht auf und sagst immer, was schreibe ich heute, sondern du merkst, das Material an einer Stelle schwillt an und wenn das da anschwillt, dann macht man wieder was Neues. Also das ist eine sehr, sehr befriedigende Sache. Auch ein Online-Kurs über schwierige Gespräche ist jetzt da. Also da gibt es eine Menge. Und was das beruflich mit Auftritt so bringt, das nächste Jahr ist voll gebucht, wenn man es denn so umsetzen kann. Jetzt gucken wir mal, was daraus wird. Und wo wirst du dich nächstes Jahr neu ausprobieren, Michael? Wo weißt du schon, dass du nächstes Jahr deine Komfortzone, deine persönliche verlassen wirst und etwas lernen wirst? Neben natürlich deinem kontinuierlichen Lernen auf Basis dessen, was du tust und wie du es tust. Also ich würde jetzt gerne eine Community aufbauen, Adressen sammeln, Menschen regelmäßig mit Content versorgen, meine Seminare und Vorträge nachfüttern, dass du möglicherweise dann Videoimpulse bekommst und so. Nur das Problem ist, ich will mich auf keinen Fall wiederholen. Es darf auf keinen Fall langweilig sein. Es muss auf jeden Fall wertig sein und von daher wird sich das als längerfristiges Projekt hinziehen. Aber ich denke, wir müssen in der heutigen Zeit darüber nachdenken, wie wir uns vervielfältigen können, was wir machen können. Und ich merke das jetzt schon, wenn mich jemand anruft, der sich mich nicht leisten kann und sagt, Herr Rossi, ich würde gerne bei Ihnen so ein Nachrichtensprechertraining buchen. Und dann sage ich ihm, was es sich kostet. Den kann ich jetzt sagen, pass mal auf, da gibt es bei Udime den Kurs, der kostet 29 Euro. Dann sagt er, wunderbar, super. Und dann bucht er vielleicht eine Stunde und macht den Kurs. Das ist eine Lösung. Und das auch noch auf andere Gebiete zu übertragen, auf schwierige Gespräche, auf Pointen, Humor, Witze erfinden. Das gleiche zu machen für Storytelling. Also da gibt es noch so viele Ideen, das muss man nur alles irgendwie mal umsetzen. Und sagen wir mal, da wir auch zwischendurch noch leben wollen und das Leben genießen wollen, was schneller rum ist, als wir gucken können, muss ich da immer ein bisschen aufpassen. Aber die Projekte gehen mir sicher nicht aus. Ja, und das Wunderbare an dir ist, dass die Ideen ein Prozent Inspiration sind bei dir und du dann wirklich zu den 99 Prozent kommst, nämlich zur Transpiration, sprich das Schwitzen. Und ich darf sagen, ich wünsche mir noch ganz häufig, dass du ins Schwitzen kommst, damit wir als die Konsumenten immer wieder solche neuen Meisterwerke in den Händen halten dürfen, beziehungsweise die kleineren, sehr wesentlichen, auf eine ganz besondere Zielgruppe zugeschnittenen Ergebnisse, Impulse und Inspirationen, Tipps und Trips bekommen, sodass wir uns alle durch dich weiterentwickeln können, Michael. Großartig, dass du dabei gewesen bist. Danke für deine Zeit hier im Rahmen des Podcasts. Danke für all diese Einblicke in deinen Schreibprozess, in deinen in Anführungszeichen Werdegang, die Phasen, die du durchschritten hast und auch diese wunderbaren Erkenntnisse auf dem Weg zu dem Menschen, den wir heute hier hören und sehen durften. Vielen lieben Dank für deine wertvolle Zeit, die du hier investiert hast und wie es im Rahmen dieses Podcasts immer so meine Art ist, das letzte Wort gehört dem Gast, lieber Michael. Also Interview ist nicht gleich Interview und das hat heute viel Spaß gemacht, dass wir jetzt schon eine längere Zeit dabei sind, das kommt mir selber deutlich kürzer vor und das ist ein gutes Zeichen. Ich danke dir vielmals für das interessante Gespräch. Lieben Dank, Michael und auch bald. Bis dahin. Ciao, ciao. Hab ich dir zu viel versprochen? Ein episches Interview mit einer grandiosen Persönlichkeit und ich frage dich natürlich, welche Wege warst du in der Lage jetzt zu demaskieren, zu dekodieren und anzunehmen? Welche kleinen Erfolgsmuster kannst du vielleicht auf dich übertragen, um deine Ziele zu erreichen, um deine Gipfel zu stürmen? Und mach dir ruhig ein paar Notizen, demaskier die Wege, die der oder diejenige gegangen sind und übertrage sie auf dich. Und wenn du sagst, du möchtest das gerne nochmal reflektieren, du möchtest gerne die einzelnen Schritte vielleicht nochmal präziser und strukturierter reflektieren, dann buch dir gerne einen Termin bei uns unter www.di-körtings.com. Und wir sind sicherlich in der Lage, dir den ein oder anderen Impuls nochmal zu geben bzw. die ein oder andere Frage zu klären. Oder wenn du sagst, Mensch, meine Selbstständigkeit, die braucht mal wieder ein Stück weit Schub in meinem Unternehmertum, mit meinem Unternehmen darf es nochmal richtig vorangehen. Irgendwie habe ich das Gefühl, ein Plateau erreicht zu haben und ich möchte die richtigen Interessenten anziehen. Ich möchte mehr Kunden gewinnen. Ich möchte, dass ich in der Lage bin, großartig meine Leistung zu liefern, damit sie lange bei mir bleiben. Und wenn alles gut zusammenpasst, das Business skalieren, dann buch dir den Termin, weil ich bin sicher, wir werden aufgrund deiner aktuellen Situation dir die nächsten strategischen Schritte, die nächsten Projekte, die nächsten Maßnahmen ins Heft schreiben können, die dich auf jeden Fall einen Schritt weiter bringen. Und wenn du sagst, Mensch, cool, lass uns mal zusammenarbeiten, auch das kann möglicherweise aus solch einem Gespräch entstehen. Bis dahin, wir hören uns in einem der nächsten Podcasts, in einem der nächsten Videos. Bis dahin, der Thorsten. Ciao, ciao.