
Über Organisationsentwicklung, Orientierung statt Planung und Veränderungsprozesse - Im Gespräch mit Rainer Petek
Diese Podcastreihe von insgesamt 15 Folgen umfasst die epischsten Interviews, welche ich zur Zeit der Umsetzungsgiganten geführt habe. Du bekommst spannende Einblicke in das Wirken von echten Koryphäen!
Rainer ist ein inspirierender Redner, Business-Sparring-Partner, Extremkletterer und Autor.
Er begann in jungen Jahren zu klettern. Mit 19 Jahren hatte er bereits die Nordwand der Grandes Jorasses über den berüchtigten Walkerpfeiler durchstiegen, eine der schwierigsten Bergsteigerherausforderungen der Alpen.
Als professioneller Bergführer führte er zahlreiche Kunden durch äußerst schwierige Kletterrouten in den Ost- und Westalpen.
Rainer hat einen Master-Abschluss in Organisationsentwicklung und hält seit 2007 Vorlesungen in Leadership für das Executive MBA-Programm der Donau-Universität Krems.
In seinen Keynote-Präsentationen führt Rainer das Publikum durch die „unternehmerische Nordwand". Er schafft mentale Bilder, die Menschen helfen, Herausforderungen besser zu meistern, und inspiriert sie, sofort anzufangen.
Rainer begleitet Unternehmen seit 1998 bei herausfordernden Veränderungsprozessen. Er hilft Führungsteams auch dabei, die Fähigkeiten zu entwickeln, die für den Erfolg in neuen Realitäten erforderlich sind. Rainer ist Autor mehrerer Bücher, wobei sein erstes Buch "Das Nordwand-Prinzip" seit 2006 ein Longseller ist. Die Nordwand ist ein Symbol für große Herausforderungen mit einem hohen Maß an Ungewissheit.
Er entwickelte seinen Ruf als „Boardroom Go-to-Guy", indem er diese Erfahrungen mit mehr als 20 Jahren Change Management und Leadership Development für erstklassige Unternehmen verband und darüberhinaus mit seinen engen Kontakten im Silicon Valley puncto Innovation und Digitalisierung stets auf der Höhe der Zeit ist.
Quick Links:
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Das Transkript zum Nachlesen
Wenn du in der Lage bist, Erfolgswege, die andere zu ihren Zielen, zu ihren Gipfeln, die sie erfolgreich gestürmt haben, zu dekodieren, zu demaskieren und anzunehmen, dann bist du möglicherweise in der Lage, sie auf dich zu übertragen und zu reproduzieren. Und unter diesem Glaubenssatz, unter diesem Rahmen habe ich in den letzten Monaten viele, ich würde sagen epische Interviews geführt mit grandiosen Persönlichkeiten wie Jörg Wüst, Stacy Taniguchi, Martin Frey, Rainer Pitek, Karma Scherper und Hans Kammerlander und vielen mehr, die mir Einblicke gegeben haben, wie andere Menschen Erfolg möglich machen, wie sie Erfolgswege gehen, wie sie in der Lage sind, ihre ganz persönlichen Gipfel zu stürmen. Und das sind alles Menschen, die Abenteuerblut in sich tragen, die weg von der Norm gehen, die außergewöhnliche Wege gehen, die ihre Komfortzone verlassen. Und nicht nur Abenteurer, sondern auch Menschen wie Nico Gundlach, wie Ralf Schmitt, wie John Stepper, wie Manuel Sand, Yvonne Date, Stephan Hagen und andere, Michael Rossier, die in ihren Welten, ihres Businesses, ihrer Selbstständigkeit erfolgreich gewesen sind und immer noch erfolgreich sind, die habe ich nach ihren Erfolgswegen, nach ihren Erfolgsmustern, nach ihren Herangehensweisen, nach ihren intrinsischen Motivationen gefragt. Und daraus ist diese Reihe entstanden, der epischen Interviews. Denn es wäre schade, wenn Sie nur im Thorsten Körting Umsetzungsgiganten-Podcast ein Dasein fristen, sondern natürlich gehören Sie hier auch hinein in den Erfolgreich Selbstständig Podcast von Birgit und Thorsten Körting, von uns, den Körtings. Und damit du dich jetzt hier voll drauf einlassen kannst, viel Spaß mit diesen epischen Interviews der Thorsten und bis dann. Hallo und herzlich willkommen zum Umsetzungsgiganten-Podcast und heute wieder natürlich mit einem Umsetzungsgiganten. Er ist derjenige, der als einer der wenigen aus der Bergführerpassion, Menschen durch schwierige Routen zu führen, sich vor zwei Jahrzehnten durch einen Zufall hineinentwickelt hat in Teamentwicklung, in Entwicklung von Abteilungen, Unternehmen und natürlich der persönlichen Führung und der persönlichen Entwicklung. Er ist jemand, der die schwierigsten Wände der Alpen und in der Welt durchstiegen hat. Er ist jemand, der sich früh zur Berufung gemacht hat, Menschen durch schwierige Routen zu führen, eben nicht nur rauf auf den Mont Blanc, sondern Kunden durch die Eiger-Nordwand zu führen. Und er ist jemand, dem es gelungen ist, in einem Buch, was ich mir immer gewünscht habe, das endlich mal geschrieben wird, dieses Buch zu paaren mit drei wesentlichen Elementen, drei wesentliche Elemente zusammenzuführen zu etwas, was großartig geworden ist. Zum einen eine Bildsprache, die seinesgleichen sucht. Dieses Buchprojekt wurde von zwei grandiosen Fotografen. Einer ist vor Veröffentlichung zu Tode gekommen durch einen Routinefehler und diese Bildsprache sich durch das gesamte Buch trägt. Wir also mitgenommen werden in die Welt der Wände, in die Welt der schwierigen Routen, gepaart mit den Eindrücken und den Erlebnissen, den Momenten, den Erkenntnissen aus dieser Welt der schroffen, der schwierigen und herausfordernden Natur mit etwas zu paaren, nämlich den Botschaften für dich als Führungskraft, für dich als Mensch, für dich als jemand, der Teams, Abteilungen, Unternehmen verantwortet oder eben sich selbst in seinem Leben beziehungsweise in seiner Selbstständigkeit. Wir sprechen über seinen Werdegang. Wir sprechen darüber, wie es ihm gelungen ist, die Welt der Natur mit der Welt von Unternehmen zu verbinden. Wir sprechen darüber, was Unternehmen ausmacht in ihrer intrinsischen Motivation, wie diese Unterschiede der Kultur erlebbar werden. Wir sprechen darüber, wie es ihm gelungen ist, diese Transformation, die in der Natur stattfindet, in seinen Workshops, in seinen Keynotes, Menschen, die in diesen Umfeldern nicht zu Hause sind, trotzdem zugänglich zu machen, um damit einen transformativen Prozess einzulauten. Und wir demaskieren, was sein Schlüssel ist für Erfolg, wie er in der Lage ist, auch zu Zeiten von Corona ständig seine Komfortzone zu erweitern, über Grenzen hinaus zu gehen, um damit Neues für sich zu entdecken und Erfolg möglich zu machen. Und wir demaskieren diesen berühmt-berüchtigten Mythos, dass Erfolg planbar ist. Denn wir demaskieren den Satz, wir überschätzen das Ausmaß an Planbarkeit und unterschätzen unsere Möglichkeiten im Umgang mit dem Ungewissen. Und jetzt begrüße recht herzlich mit mir in diesem Umsetzungsgiganten-Podcast und in dieser Folge Rainer Pettig. Umsetzungsgiganten. Und in diesem Versuch habe ich neue Stärken gefunden. Und dann habe ich angefangen, das zu machen. Fähigkeit weitergeben zu dürfen. Aber es hat was mit geduldig sein zu tun. Also zu erfahren, was denn die jungen Menschen bewegt. Sie machen mich wirklich mit diesen Fragen nachdenklich. Es ist wunderbar. Rainer, dann freue ich mich riesig, dass du hier heute im Umsetzungsgiganten-Podcast bist, lieber Rainer Pettig. Vielen Dank für die Einladung, Thorsten. Rainer, du bist jemand, wir werden da gleich noch darauf kommen, wie ich in der Anmoderation schon gesagt habe, der großartig Inspiration ist. Ich bin froh, dass wir uns vor einigen Wochen erst in Anführungszeichen über den Weg gelaufen sind. Leider noch nicht persönlich, aber zumindest virtuell. Und du ermöglichst, die Natur mit den Menschen zusammenzubringen, durch deine Erfahrung, durch all das, was dich ausmacht. Und ich möchte gerne eine Frage stellen, ganz am Anfang, damit die Zuhörerinnen und Zuhörer dich auch ein bisschen kennenlernen dürfen. Und die ist für uns beide und speziell für dich gar nicht so abwegig, wie wir gleich hören werden. Stell dir vor, wir treffen uns in den Alpen auf einer Berghütte. Du bist unterwegs, hast vielleicht gerade die Eiger-Nordwand durchstiegen, weil du mal am Nachmittag nichts vorhattest. Ja, unser Eins geht den Eiger-Trail und freut sich jetzt irgendwo da oben auf einer Hütte zu sitzen. Und wir übernachten beide auf derselben Hütte und es ergibt sich, dass wir am selben Tisch sitzen. Und neben den Reflektionen, der Tageseindrücke und was vielleicht am nächsten Tag noch ansteht, kommt irgendwann die Frage, was machst du sonst so in deinem Leben, wenn du nicht gerade auf Bergen rumkraxelst, lieber Rainer? Ja, mittlerweile beschäftige ich mich einfach hauptberuflich mit dem Thema Veränderung, Transformation von Organisationen, von Teilbereichen, von Organisationen, aber vor allem auch Transformation von Führungspersönlichkeiten. Weil ich glaube, das ist eine der wichtigsten Aufgaben, die wir momentan haben. Irgendwann war das für mich eine total spannende Erkenntnis zu merken, in dem Moment, wo du Führungspersönlichkeiten bei einer tatsächlichen fundamentalen Veränderung und Weiterentwicklung hilfst und wo du Organisationen bei solchen Prozessen hilfst, dass du eigentlich wirklich einen Einfluss auf die Gesellschaft nimmst und auf ganz viele Menschen leben, die an diesen Organisationen dranhängen. Und jetzt ist das ja etwas, was sich über die Zeit hinweg bei dir entwickelt hat. Und du hast eine ganz spannende Entwicklung, die, glaube ich, ich mir von vielen wünschen würde, die sich aber die wenigsten aus dem Kontext, aus dem du kommst, ermöglichen konnten und jemals vielleicht ermöglichen werden. Weil du bist geschulter, gelernter, ausgebildeter und erfahrener Bergführer. Und diese Ausbildung, nimm uns mal mit, wie das zu der Bergführerschaft kam und dann vielleicht dieser Moment, dieser Shift in deinem Leben, wo du gemerkt hast, da ist noch mehr, was ich mit der Erfahrung aus der Bergführerschaft für andere, für mich selbst, für andere ermöglichen kann, Rainer. Ja, da muss ich dich ganz weit zurücknehmen, Torsten. 40 Jahre zurück, 1981, wie ich mit dem Klettern begonnen habe. Mit einem brennenden Herzen, weil mich die Berge so fasziniert haben, die Natur so fasziniert hat. Ich habe eigentlich feststellen müssen, ich habe mir irrsinnig schwer getan mit dem Klettern. Ich bin damals irrsinnig in die Höhe geschossen, bin ein großer Mensch, 1,92 Meter und damals gerade mitten in den größten Wachstumsschüben gewesen. Eigentlich total unkoordiniert mich bewegt beim Klettern, total untalentiert. Und ich habe ehrlich gesagt, da war ich in der gleichen Einschätzung wie meine Kletterlehrer zu Beginn, keine großen Hoffnungen gehabt, dass es mir jemals ein Kletterer werden würde. Es hat mich aber so begeistert, dass ich da irgendwie drangeblieben bin. Und es hat mich so irrsinnig fasziniert, mich selber am Berg beim Klettern wachsen zu spüren und das Ganze mit anderen gemeinsam. Und wir sind auf der einen Seite wirklich sehr schnell dann durch gewisse Disziplin beim Trainieren und beim Dranbleiben schwierige Routen gelungen und gleichzeitig ist in mir so der Wunsch entstanden, ich möchte diese Faszination, das was mich da über allemaßen begeistert, dieses Gefühl so verbunden zu sein mit der Welt und gleichzeitig irgendwie einen persönlichen Wachstumsschub fast zu spüren, das möchte ich anderen Menschen ermöglichen und ich möchte das eigentlich weitergeben. Ich möchte Bergführer werden, weiß aber gar nicht, ob ich das schaffen würde. Ich habe da echt hart dran arbeiten müssen, aber dann das tatsächlich auch kompromisslos verfolgt und das zu meinem Beruf gemacht. Bin dann relativ schnell auch drauf gekommen, dass ich gerade durch den Umstand, dass ich so untalentiert bin, was zu tun ist, um Klettern zu lernen. Und deswegen bin ich also ein ganzer gefragter Kletterlehrer auch geworden und ein bevorzugter Bergführer auch für schwere Touren. Ich habe mich dann darauf spezialisiert, Kunden durch Extremrouten zu führen, habe das zwölf Jahre gemacht und bin dann eher zufällig vor 23 Jahren eingeladen worden, bei Teamentwicklungsprozessen und Managemententwicklungsprogrammen Outdoor-Elemente zu unterstützen, also mit den Führungskräften klettern zu gehen und abseilen zu gehen. Und bin danach dann im Seminarraum drauf gekommen, dass meine Klettererfahrungen, das, was ich darüber auch zu berichten habe, eine enorme Inspiration in einem ganz anderen Kontext darstellt. Und das war für mich dann der Moment, wo ich gesagt habe, wow, eigentlich total spannend beim Klettern, beim Bergführen, geht irgendwann wahrscheinlich die Leistungskurve mal nach oben, aber wenn ich in die Beratung gehen würde, in die Begleitung von Führungskräften, dann werde ich eigentlich im Alter immer besser. Jetzt ist eigentlich der Zeitpunkt, um nochmal total was anderes zu starten. Ich habe meinen beruflichen Untergrund verändert, habe Organisationsentwicklung studiert, ein Masterstudium Systemische Organisationsentwicklung und begleite jetzt seit 21 Jahren Führungskräfte, begleite Organisationen in Veränderungen. Das Schöne ist, dass ich darüber mein Hobby wieder zurückbekommen habe, weil, was ja auch passiert ist, wenn du dein Hobby zum Beruf machst, dann hast du einen Beruf und das ist plötzlich kein Hobby mehr. Würdest du sagen, dass dieser Wendepunkt, dieser Zufall, ich nenne es mal Zufall, ich glaube, du hast das Wort eben nicht genannt, aber dieser Zufall, es begab sich, dass ich dann mal eingeladen wurde, beratend oder das Bergführen in so einen Teamentwicklungskontext mit reinzubringen. Dass ist dieser Zufall wahr und dass es häufig auch Zufälle sind im Leben, die uns auf eine andere Bahn bringen, wenn wir sie wahrnehmen und wenn wir sie annehmen, so wie du? Das wäre spannend. Wahrscheinlich könnten wir da stunden drüber reden, ob es nur Zufall ist oder ob man automatisch, weil man in irgendeiner Form innerlich auch schon in diese Richtung aufgestellt ist, ob man nicht eher so quasi die Wahrscheinlichkeit für sich erhöht, genau in so eine Situation einmal zu kommen. Das glaube ich nämlich, dass das bei mir eher der Fall war, obwohl es also nicht geplant war. Ich hätte das so nicht planen können. Da ich aber von Natur aus auch ein bisschen Abneigung gegen zu starre Planung habe, weil es einfach Leitplanken sind, die uns abkoppeln von all den vielfältigen Möglichkeiten, die uns die Welt und die uns das Leben bietet, bin ich immer offen für so Zufälle und für so Einladungen des Lebens, die geschehen. Und aus dieser Offenheit heraus habe ich mich relativ schnell darauf einlassen können. Ist diese Offenheit etwas, wo du sagst, auch als Botschaft für Zuhörerinnen und Zuhörer als auch andere Menschen, diese Offenheit zuzulassen, dass wir in der Lage sind, diese Zufälle, wenn sie sich ergeben, dass wir sie überhaupt in der Lage sind, wahrzunehmen? Ich glaube ganz fest daran. Ich glaube vor allem daran, dass es in einer Zeit, die von totaler Dynamik, von unerwarteten, unberechenbaren Ereignissen wirklich gekennzeichnet ist, dass das Ganze eine wichtige Qualität ist. Auf der einen Seite schon so etwas zu haben wie Orientierung. Aber du bist ja auch Bergsteiger und bist in der Natur unterwegs und weißt, Orientierung heißt eigentlich eine Richtung haben. Und wenn ich eine Richtung habe und mir selber erlaube, im Rahmen dieser Richtung durchaus mit einem Richtungskorridor von möglichen Zielen unterwegs zu sein, dann bin ich auch offen für Alternativen, für Chancen, die sich auftun. Ich bin übrigens auch besser gewappnet für nachteilige Entwicklungen. Wer nur quasi die Leitplanken eines fixen Ziels und eines fixen Plans vor Augen hat, koppelt sich aus meiner Sicht vom Chancenpotenzial, aber auch vom Risiko- und Gefahrenpotenzial der Umwelt ab. Und das halte ich für höchst gefährlich. Am Berg genauso wie im Geschäft. Und am Berg wird das ja erlebbar. Möglicherweise auch so der Punkt, warum du dich damals auch als Bergführer auf die schwierigen Routen konzentriert hast oder fokussiert hast, spezialisiert hast, um da deine Klienten, deine Kunden durchzuführen. Was würdest du sagen, macht so eine schwierige Route aus? Also der Vergleich Mont-Blanc-Besteigung, was glaube ich eine ziemlich leichte Route ist und einer schwierigen Route, die viel sowohl auf deiner Seite braucht als Bergführer, der den Rahmen schafft, als auch die Teilnehmer, die du in diesen Rahmen einlädst, um sie dann in der schwierigen Route auch erfolgreich zu machen. Was unterscheidet diese beiden Punkte? Gerade was das Lerngeschenk dahinter ist? Na ja, ganz klar ist natürlich, dass du dich in einer schwierigen Route, in einer Extremroute, einmal in einem Gelände befindest, wo weniger Leute unterwegs sind. Und du hast natürlich immer dort, wo weniger Leute unterwegs sind, hast du einmal ganz andere Erfahrungs- und Erlebnismöglichkeiten. Das ist automatisch so. Und wenn man hinschaut auf die Modeberge und jetzt mittlerweile ist es ja so, dass man tatsächlich bestimmte Achttausender sogar schon da miteinbeziehen kann in die ganze Reihe vom Matterhorn über den Großglockner zum Mont Blanc bis hin zum Mount Everest, dann habe ich dort natürlich ausgetretene Wege. Ich habe ausgetretene Pfade. Das heißt nicht, dass das Ganze ungefährlich ist deswegen. Teilweise ergeben sich sogar die Gefahren aufgrund dieser großen Massen. Aber es bietet natürlich nicht diese Möglichkeit dieser unmittelbaren Erfahrung, die sich ein Austausch mit der Natur hauptsächlich in Situationen ergibt, wo ich eher alleine oder in kleinen Gruppen mit ganz wenigen unterwegs bin. Natürlich erfordert auch so eine schwierige Route darüber hinaus eine ganz andere Vorbereitung, ein ganz anderes Commitment, auch eine ganz andere Überbindung. Und naturgemäß ist das Lernpotenzial ein viel, viel Größeres, ein Vielfaches. Und das wird vielfach durch diesen Verzicht auf der einen Seite ermöglicht, der aber auf der anderen Seite ganz andere Belohnungen ermöglicht. Wenn du das jetzt mal, Rainer, super spannend was du sagst, wenn du das mal auf den Unternehmenskontext, den du jetzt ja seit circa zwei Jahrzehnten auch begleitest, mal überträgst. Ist das vergleichbar, dass die leichte Route deutlich weniger Wachstum auch ermöglicht für sich, für andere als die schwierige Route? Und dass du den Teamleitern, Abteilungsleitern, Bereichsleitern, wie auch immer, Vorständen, Geschäftsführern raten würdest, durchaus auch mal den schwierigeren, den herausfordernden Weg zu gehen als den leichten? Ja, das ist schon ganz klar. Ich glaube, da ist nicht direkt vergleichbar, aber im übertragenen Sinne schon eine gewisse Analogie da. Ganz einfach deswegen, weil der leichte Weg ja eigentlich fast auch immer heißt, ich mache etwas so wie andere. Ich mache es anderen nach. Ich mache etwas, was vielfach bewährt ist. Und wir können das von unterschiedlichen Seiten jetzt denken. Und wenn ich das jetzt von der Produktseite, von der Lösungsseite eben denke, dann heißt das, dass ich über den leichten Weg wahrscheinlich eher so etwas wie MeToo-Lösungen oder Commodity-Produkte herausbringen werde, während quasi der Mut zum besonderen Weg vielleicht eher in der Lage ist, einzigartige Produkte, Lösungen, Services, Leistungen herauszubringen. Und da, glaube ich, macht das schon absolut Sinn. Und natürlich auch ist es ein Unterschied, ob ich …
mit einer Haltung an Projekte und Aufgaben herangehe, wo ich sage, Hauptsache wir machen es irgendwie, dass es den Anforderungen genügt, oder wir machen eben was Herausragendes. Ein herausragendes Projekt, ein herausragendes Ergebnis. Wir reißen uns alle voll am Riemen, wir arbeiten gemeinsam auf wirklich ein außergewöhnliches Projektergebnis hin und das erzielt eine andere Wirkung und ermöglicht natürlich auch den Leuten, die mitmachen, obwohl es vielleicht mehr fordert oder vielleicht nur mehr zu fordern scheint, ganz andere Wachstumsmöglichkeiten. Wenn wir uns ehrlich sind, wenn wir uns nicht voll reinhauen, wenn wir nicht gut zusammenarbeiten, haben wir auch irgendwie den Stress, müssen wir uns auch anstrengen, brauchen wir auch viel. Aber wir machen es eben mit Ärger und es kommt nichts raus und wir laufen irgendwie einer Werdelein hinterher oder haben Probleme mit dem Kunden, weil die Leistung, die wir abliefern, eben keine so eine gute ist. Und das ist auch anstrengend. Also mir ist lieber die andere Anstrengung, die begeisternde Wirkung erzeugt, weil wir eben was Herausragendes geschaffen haben. Die vielleicht auch vergleichbar ist mit einem magischen Moment, wo wir etwas gemeinsam machen, wo neue, deutlich neuere und wunderbarere Erkenntnisse entstehen, wo die Überraschung da ist auf dem Weg und natürlich dann auch nochmal ein ganz anderer Stolz am Ziel. Und dann, wenn wir durch diese Herausforderung durchgegangen sind, die, glaube ich, beeindruckender in Summe etwas kreieren, als wenn das irgendwie alles so mitschwingt, wie du sagst. Ich glaube, das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt, den du jetzt angesprichst. Diese Magie des Moments zu erleben, wenn man das Gefühl hat, man hat wirklich so quasi, es hat alles zusammengespielt, wir haben alles gegeben, es ist auch alles aufgegangen und wir haben was Tolles erreicht. Das ist in sich so lohnend, dass es einen ja regelrecht hinwegträgt über alle Anstrengungen. Während sonst kommst du irgendwie einfach nur fertig nach Hause und denkst, wie lange noch? Richtig. Und diese Begrifflichkeit des Defining Moments kommt ja auch aus der Literatur. Ich weiß jetzt nicht, wer das Buch geschrieben hat, aber da geht es genau um diese vier Essenzen, die es braucht, um diese magischen Momente zu kreieren und eben magische Momente am Berg beziehungsweise magische Momente dann in der Teamentwicklung, die dann dieses Wachstum überhaupt ermöglichen. Wenn du damals mal reflektierst als Bergführer und derjenige, der sich dann entschieden hat, Kunden durch die schwierigen Routen zu führen und mal vergleichst, was dich damals intrinsisch motiviert hat und angetrieben hat, unterscheidet sich das stark von dem, wie du heute intrinsisch motiviert bist, die Teams durch Herausforderungen, durch in Anführungszeichen schwierige Routen zu führen? Hat sich da was verändert für dich in deiner Motivation? Eigentlich nur die Kulisse beziehungsweise der Untergrund. Früher habe ich meine Arbeit einfach in begeisternder Natur gemacht und das ist schon eine spezielle Faszination. Das weißt du genauso gut wie ich, dass man hier jetzt natürlich ein Unternehmen oder vielleicht eine Tagungsörtlichkeit, eine Tagungslocation nicht unbedingt damit vergleichen kann, aber auf einer anderen Ebene, nämlich Menschen dabei zu unterstützen, Dinge zu realisieren, von denen sie sich nicht sicher waren, ob sie überhaupt für sie möglich wären, egal ob auf der individuellen Ebene als Führungspersönlichkeiten oder ob als Projektteam oder ganzes Unternehmen. Das ist gleich geblieben. Diese Faszination ist wirklich ganz gleich geblieben. Die habe ich mitgenommen aus dem Bergführerberuf. Ich glaube, die hat so wirklich mit meiner innersten Essenz zu tun, mit dem, was mich begeistert, was ich im Leben bewirken will. Das ist eigentlich genau dasselbe. Hey, wenn du sagst, das war spannend bis hierher, dann lass uns gerne einen Kommentar da, lass uns gerne eine Bewertung da, entweder hier auf dieser Plattform oder auf den anderen, weil das ist das, was uns auch ein Stück weit wachsen lässt, was unsere Botschaft nach außen trägt, was uns ein Stück weit hilft, in die Sichtbarkeit zu bekommen. Und da sind wir natürlich auch ein Stück weit auf dich angewiesen. Und wenn du sagst, das war bis hierhin schon ein großer Mehrwert, dann hinterlass bitte einen Kommentar. Bis dahin und nun viel Spaß bei dem, was kommt. Schauen wir mal auf die letzten 20 Jahre oder 23, glaube ich, hast du gesagt, als diese Möglichkeit war, ein Team zu begleiten mit deinen damaligen Kompetenzen. Hast du diese Vision, diesen Gipfel gesehen, auf dem du jetzt, nehmen wir das mal als so ein Zwischengipfel, weil du hast ja auch noch ein bisschen was vor, da entsteht noch ganz viel bei dir. Hast du diesen Gipfel damals schon gesehen, beziehungsweise was war dein Ziel, als du dich aufgemacht hast, aus dem Bergwanderführer-Kontext nicht rauszugehen, aber dich weiterzuentwickeln in eine Welt, die vielleicht damals für dich noch ein bisschen unbekannt gewesen ist? Ich habe Ahnung davon gehabt. Ich habe irgendwie gespürt, das könnte spannend sein, auch darüber zu sprechen auf Vorträgen. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich in 25 Ländern auf vier Kontinenten Keynotes halten würde, so was ich jetzt habe. Hätte ich mir damals nicht vorstellen können. Aber es war schon so, dass ich glaube, ich möchte das Menschen näher bringen. Ich möchte das auch durch Vorträge, durch Bilder den Leuten ermöglichen. Ich möchte Veränderungsprozesse begleiten. Ich möchte gefragter Unterstützer für solche Prozesse sein. Die feinen Verästelungen im Detail, die habe ich mir nicht ausdenken können. Ich wollte ja auch nicht planen. Ich habe da eher so in mir diesen nahezu unstillbaren Durst nach Lernen gehabt, in dem Feld mich weiterzuentwickeln, mein Tun immer ständig zu professionalisieren und habe eigentlich jeden Schritt, den ich dabei gegangen bin, sowohl zur eigenen Entwicklung als auch für meine Kunden, immer als in sich lohnend empfunden. Das ist für mich so eine Leitlinie auch in meinem Leben. Das, was ich tue, das muss sich stimmig anfühlen, das muss sich lohnend anfühlen. Das kann ruhig zwischendurch auch hart und entbehrungsreich sein, aber es muss sich richtig anfühlen. Und ich lege da immens viel Wert auf die Botschaften, die mir auch mein Körper sendet. Ich möchte das jetzt gar nicht irgendwie auf Bauchgefühl oder solche Sachen reduzieren, aber dieser in Kontakt bleiben mit dem Körper und das Ganze wirklich innerlich auch spüren, ob etwas richtig ist oder nicht so richtig ist, das ist mir schon extrem wichtig. Und es ist schön, was du sagst bezüglich der Planung, dass du es nicht geplant hast. Es gibt ja diesen berühmten Satz, Erfolg ist planbar. Und wenn du in der Vergangenheit schaust, wie du in der Vergangenheit Ziele erreicht hast und das dekodierst, dann bist du in der Lage, auch deine zukünftigen Ziele zu erreichen. Aber du einen Satz geprägt hast, der heißt, wir überschätzen das Ausmaß an Planbarkeit und unterschätzen unsere Möglichkeiten im Umgang mit dem Ungewissen. Was steckt hinter dem Satz und wie hast du dir diesen Satz, ich will mal sagen, ermöglicht, durch welche Erfahrungen, durch die du dich gegangen bist, jetzt in den letzten 20, 25 Jahren als auch darüber hinaus und was hat der für eine Bedeutung, gerade in Zeiten wie diesen? Wie ich begonnen habe mit dem Klettern, hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich irgendwann einen neunten Schwierigkeitsgrad klettern würde. Damals war die Skala, da hat man über den siebten, achten Schwierigkeitsgrad gesprochen. Und das waren die Weltmeisten damals. Wie wir das nicht einschätzen können, wie darf ich mir das vorstellen? Wie ich begonnen habe mit dem Klettern, war im Grunde so die Orientierung an der UIAA-Skala, die war damals mit sechs abgeriegelt. Also sechs ist äußerst schwierig und darüber hinaus gibt es vielleicht noch ein sieben, da sind die ganz Verrückten, die brechen das gerade auf. Und wie sollst du dir da vorstellen, dass du quasi irgendwann einmal in der Lage sein wirst, noch einmal zwei Grade darüber zu klettern? Ich glaube, die Humboldt-Buben haben auch gesagt, sechs oder sieben, das ist wie ein gemarrter Wiesen. Genau, das war aber damals sozusagen beim Start noch die oberste Latte. Und wie sollst du an der Stelle sowas vornehmen können oder denken können? Also du kannst eigentlich nur aufbrechen in diese Richtung und dann eben dir weiterhin diese Offenheit erhalten. Was wird denn alles möglich? Und das Gesamtgefüge dessen, was für dich möglich wird, das ändert sich ja dauernd. Und deswegen ist es so wichtig, diese Ziele eben weiter auch zu bilden und weiter zu entwickeln, nach vorne rauszuschieben. Das ist ja ungefähr so, wie wenn du in ein Gespräch reingehst und eigentlich schon im Vorfeld weißt, was rauskommen soll. Also wir hätten jetzt ja hergehen können in unser Gespräch und uns einen Plan machen können für das Gespräch. Und das sind die Punkte, die wir hier abgenau beantworten wollen. Und da stellst du mir bitte diese Frage und ich werde dir darauf dann diese Antwort geben. Aber da entsteht doch nichts Neues. Das Spannende an unserem Gespräch ist ja, dass du mit deinen Fragen, du mit deinem Interesse, ich mit meiner Begeisterung für das, was du tust, dass da ständig neue Aspekte ins Spiel kommen. Und auf einmal sprechen wir über Themen und auf einmal sprechen wir über Punkte, die wir nicht geplant hatten. Und da entsteht etwas. Und das finde ich spannend. Das, was man irgendwie durch Begegnung gemeinsam möglich machen kann. Das, was dadurch entsteht, dass man plötzlich einen coolen Kletterpartner irgendwo kennenlernt und auf einmal merkt, hey, hast du nicht Lust, diese Route zu gehen? Also ich hätte mir mit meinen Fähigkeiten alleine 1984 nicht vorstellen können, die Granja Ras Nordwand zu klettern. Aber weil eben mein Kletterpartner Sepp damals auf mich zugekommen ist, er sagte, fahr mal in die Westalpen, ich kenne mich da schon aus, mach mal was. Ich habe das Band, die ist noch nicht durchstiegen oder nicht gekippt worden. Mach mal dort was. Da sind auf einmal neue Dinge entstanden, die hätte ich mir im Februar 1984 noch nicht ausdenken können, weil es war außerhalb des für mich alleine Erreichbaren. Und ich habe keine Ahnung gehabt, dass der Sepp Zeit und Lust haben würde, mit mir unterwegs zu sein. Und so haben wir es zusammen getan und in der gegenseitigen Ergänzung unserer Stärken unsere tolle Begegnung der Granja Ras Nordwand ermöglicht. Ich versuche mal eine Übersetzung in andere Worte. Zum einen nicht zu starr festzuhalten auf einem Weg, der vielleicht schon andere gegangen sind oder den du dir vorstellst, dass es der richtige ist. Gepaart mit dieses kontinuierliche Erweitern der Komfortzone. Dieses Erweitern der Komfortzone dadurch, dass ich rausgehe in das Ungewisse, rausgehe in diese Nordwand, habe jemanden dabei, der vielleicht schon mal durchstiegen ist oder mit dem ich das gemeinsam durchleben möchte, weil wir uns gegenseitig vertrauen, weil es eine Beziehung gibt, weil wir sagen, wir machen das gemeinsam, wir kommen da schon irgendwie durch diese Komfortzone Erweiterung so zu gestalten, dass es nicht zu einem Stress wird, sondern zu einem Lernfeld. Ist das etwas, wie man das so übertragen kann? Ich glaube, dass es schon darüber hinaus geht, über den Punkt, wo du gesagt hast, da mache ich etwas mit jemandem, der es schon gemacht hat. Mir geht es eher darum, was wird dadurch möglich, dass wir unsere Einzigartigkeiten zusammenbringen und auf einmal wird etwas möglich, was weder der eine noch der andere vorher alleine hätte machen können. Das ist das eigentlich richtig Spannende. Das ist beim Klettern genauso wie bei kreativen Ideenprozessen, bei Projekten im Unternehmenskontext, wenn Menschen gemeinsam etwas entdecken, was sie fasziniert, was sie gemeinsam in die Welt bringen könnten, ein gemeinsames Verständnis davon entwickeln, eine gemeinsame Idee und das dann auch tun. Und plötzlich ist etwas da, was vorher nicht da war. Liegt da im unternehmerischen Kontext, ist das eine Falle, in die Teams manchmal reinlaufen, wenn du durch die Grand Jura Nordwand steigst und beide, der Sepp und du, ihr wisst, die haben wir noch nicht durchstiegen. Also diese Wand, da wie sie jetzt ist, vielleicht auch ob jetzt zur Jahreszeit oder nicht, wir haben sie einfach noch nie durchstiegen. Wir mit einer anderen Demut, mit einer anderen Achtsamkeit, mit einem anderen Risikobewusstsein an das Thema drangehen, als im unternehmerischen Kontext ist möglicherweise jedes Projekt auch ein anderes, aber gefühlt so sichtbar wie jetzt die Grand Jura Nordwand, könnte man sagen, naja sowas ähnliches haben wir ja schon mal gemacht, deswegen müssen wir das genau so machen. Machen wir Lessons Learned, guckt ihr die mal an von dem Projekt, sprechen wir mit dem Projektleiter, der das schon mal gemacht hat und dann machen wir es genauso wie der. Ist das so eine Falle, in die man im Unternehmen als Team reinlaufen kann, weil eben dieses krasse, also dieses Symbol, ich weiß es nicht anders auszudrücken, dieses Grand Jura Nordwand, da wisst ihr beides, haben wir noch nicht gemacht. Also achtsam, Demut, aufpassen, Risikobewusstsein, mit Unsicherheiten umgehen, genau schauen. Dieses Symbol als solches ist ja in Unternehmen häufig gar nicht sichtbar, weil wir ja immer glauben, das schon mal so ähnlich gemacht zu haben. Ja, das ist, glaube ich, schon eine allgemeine Gefahr, die du ansprichst. Und die ist tatsächlich auch beim Bergsteigen da, weil es ja auch da Routineaspekte gibt, die du irgendwie vielleicht gerade dann, wenn du viel Erfahrung hast, übersiehst und dein Gefahrenpotenzial auch übersiehst. Und wenn ich jetzt einfach nur daran denke, wenn du zwölf Jahre lang Menschen durch Nordwände führst, wird auch so quasi jede Nordwand dann irgendwann einmal so eine Art Routineprojekt. Und meine größte Sorge war eigentlich irgendwann einmal im Laufe der Ausübung meines Berufes genau diese gesunde Anspannung, die man braucht, diesen erhöhten Aufmerksamkeitslevel, dieses erhöhte Risikobewusstsein, nicht im negativen Sinne, sondern im Sinne der Wachsamkeit, irgendwann zu verlieren und einfach so einen blöden Routinefehler zu machen. Und das muss man einfach sagen, das wird dann irgendwann auch beim Klettern oder für Kletterer, auch für Profis gefährlich. Es ist am Anfang gefährlich, wenn du keine Erfahrung hast, und es wird gegen Ende wieder gefährlich, wenn du ganz viel Erfahrung hast. In meinem neuen Buch, Masters of Uncertainty, haben zwei Fotografen mitgewirkt. Einer der beiden Fotografen, Ralf Ganzhorn, ist leider quasi noch vor Fertigstellung des Projekts Opfer so eines Routinefehlers geworden. Und das passiert am Berg und das kann natürlich auch im Unternehmen passieren, in den Projekten. Und ich glaube, das ist eine ganz wesentliche Qualität, die man sich erhalten sollte, ständig fragen zu können und nicht abzustufen, was ist denn diesmal einzigartig, was ist denn diesmal besonders und anders. Wie bist du in der Lage, und das mit den Routinefehlern ist ja spannend, das ist ja gerade bei denen, die dann vielleicht schon 10, 20, 30 Jahre in der Organisation sind, die die Prozesse kennen, die das Hey-Joe-Prinzip kennen, die dann nicht mehr diese Wachsamkeit und diese Achtsamkeit haben auf das, was sich vielleicht dann doch verändert hat. Die Menschen sind andere, mit denen ich im Projekt arbeite, das Umfeld ist ein anderes und so vieles mehr. Wie bist du in der Lage, diese Achtsamkeit bei den Menschen zu ermöglichen? Da braucht es sicherlich mehr, als nur Geschichten vom Berg zu erzählen. Na klar, also ich glaube, dass so quasi eine wesentliche Sache dabei ist, dass wir rein vom Workload her vielleicht sogar weniger machen, als wir könnten. Dass wir nicht abstumpfen, dass wir nicht irgendwie in einer Maschinerie drinnen sind, wo wir irgendwie nach eingelernten, eingespielten Mustern hin funktionieren. Dass wir uns diese Offenheit, diese Reflexionsfähigkeit erhalten, dadurch, dass wir Zeit dafür vorsehen, dass wir aber auch nicht durch das ständige Aneinanderrein von nur Meetings, einer Sache nach der anderen, da nicht abstumpfen. Und die zweite Sache, die, glaube ich, schon hilfreich ist, ist immer wieder in anderen Konstellationen zu arbeiten. Nicht immer im selben eingespielten Team zu arbeiten, nicht immer mit demselben Kollegen ins Beratungsprojekt zu gehen, zwischendurch durchzuwechseln, sich ständig mit neuen Reizen, neuen Perspektiven, neuen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Das hält wach. Es erinnert mich gerade an ein Buch, was so eine Networking-Bibel ist. Also wie du dich mit Menschen vernetzt, wie du neue Menschen kennenlernst. Der Titel ist ganz spannend, Never Eat Alone, also ist niemals alleine. Was der Autor aber eigentlich damit sagen möchte, unter anderem nicht, dass du nicht nur alleine isst, sondern dass du mit anderen Menschen isst. Und wie oft erleben wir das, Rainer, in den Organisationen, ob wir da mal angestellt waren, du eher weniger als bei mir, als auch die, die wir beraten dürfen, dass die zwölf Uhr handgestoppt sich das Mahlzeit zurufen und dann immer mit den gleichen Menschen essen gehen. Ist es da, wo diese Veränderung, wo diese Impulse von außen, dieses Wachsame, Achtsame schon anfängt und das ins Erleben kommt an solchen kleinen Bausteinen, als jetzt gleich das große Projektteam zu verändern? Da beginnt es schon mal, da beginnt es schon mal, glaube ich. Und es ist wichtig, nicht falsch zu verstehen, ich glaube nicht, dass das schlecht ist.
wenn man so feste Verbindungen aufhat, wo wir immer wieder zusammenkommen. Also ich habe einfach auch feste Kollegen, ich habe feste Masterminds, wo ich immer wieder zurückkomme. Aber eben nicht nur, sondern ich gehe auch raus und spiele mit denen. Ich glaube, auf der anderen Seite ist natürlich in diesen festen Konstellationen steckt schon auch viel drin. Da steckt viel Arbeitsfähigkeit drin, da steckt blindes Verstehen drin. Das Wesentliche erscheint mir nur zu sein, eben das nicht nur und ausschließlich in diesen festen Konstellationen zu arbeiten, sondern immer wieder mal sich mit neuen Reizen, mit neuen Konstellationen, neuen Interaktionen auseinanderzusetzen. Hast du so ein paar Tipps oder ein paar Impulse, nicht Tipps, Impulse, die jeder umsetzen kann sofort, um diese Reize überhaupt mal wieder zugänglich werden zu lassen und zu ermöglichen, gerade auch in Zeiten wie diesen, wir sind im März 2021, wir hocken alle irgendwie zu Hause, gucken in Bildschirme rein, sprechen mit den unterschiedlichen Leuten, sind aber immer im gleichen Kontext. Wenn ich hier in die Bildschirme gucke, irgendwie vergehen Wochen und ich sehe dann Menschen häufiger, die sitzen im gleichen Kontext. Weißt du, wenn wir jetzt vielleicht in drei Wochen so eine zweite Folge machen würden, weil wir heute nicht ganz durchkämen, dann würdest du wahrscheinlich da genauso wieder sitzen, wie ich jetzt hier stehen würde. Welche Impulse kannst du geben, gerade in Zeiten wie diesem, sich diese Reize zu ermöglichen, um dadurch mal immer Stück für Stück neue Impulse in sein Leben zu lassen? Ja, also wenn ich jetzt nur mal auf die momentan stark eingeschränkte Situation hinschaue und sage, wir können uns eigentlich gar nicht großartig bewegen, wenn wir das könnten, dann würde ich sagen, reise, reise so viel wie möglich, schau dir unterschiedliche Sachen an, bewege dich in andere Unternehmenskontexte. Ich habe irgendwie vor sechs oder sieben Jahren begonnen, Fortbildungen für Vorträge in Amerika zu besuchen und dann quasi von diesen Fortbildungen aus mit meiner Familie Amerika-Urlaube angehängt. Wir haben im Zuge eines der ersten dieser Urlaube Kalifornien besucht und meine Familie war mit in San Francisco im Yosemite National Park. Wir haben uns gerade die schönsten Wege in Kalifornien angeschaut und ganz zum Schluss, die letzten zwei Tage, habe ich meine Frau gebeten, ob wir nicht noch zwei Tage im Silicon Valley vor Ort sein könnten. Einfach, ich würde mir gerne ein paar Unternehmen anschauen, weil Digitalisierung, der größte Change-Treiber meiner Kunden damals, ich möchte wissen, wie die Firmen da ticken. Da gehen wir tatsächlich hin ins Headquarter von Airbnb und kommen da rein und sind total ergriffen. Ich habe die Familie mitgehabt, total ergriffen von der Atmosphäre. Da ist irgendwie die Post abgegangen und ich sage zu meiner Frau, meine Frau ist Architektin, du, das ist total komisch hier, das Gebäude schaut ganz gleich aus wie euer Headquarter, hat für einen Baukonzern damals gearbeitet, nur bei euch hat man das Gefühl, du bist im Inneren der Cheops-Pyramide und hier geht richtig die Post ab. Hier ist, sage ich zu meiner Frau, das ist vollkommen logisch, das ist zwar das selbe Gebäudeskelett, aber völlig anders ausgerichtet. Hier haben wir ein Atrium, hier ist alles nach innen offen, hier ist Transparenz und wie sie so redet, denke ich, mir stimmt. Eigentlich müssten wir mit der Irene zusammen ein Beratungsangebot für deutsche Firmen aus dem Markt bringen. Ich aus meiner Perspektive als Organisationsentwickler, Irene als Architektin und wir sollten die ganzen Firmen hier im Silicon Valley checken, wie organisieren die sich räumlich und was können europäische Unternehmen davon lernen. Aus dem sind, glaube ich, insgesamt fünf Silicon Valley Aufenthalte geworden, über 25 besuchte Firmen, mittlerweile zwei Bücherberatungsprojekte, die wir gemeinsam machen. Total spannend, der Code für kreative Räume, ein eigener Vortrag rund um dieses Thema. Also eigentlich nur entstanden, das hätte man sich zu Hause nie ausdenken können. Du musst also raus. Wenn du nicht raus kannst, wie jetzt im Lockdown, komme ich wieder zurück, dann mach innerhalb der Möglichkeiten halt andere Dinge. Was ich mache, ist immer wieder neue Benutzeroberflächen ausprobieren, immer wieder neue Werkzeuge auszuprobieren. Eben nicht nur Zoom, sondern eben mich auch zurechtzufinden in WebEx, in MS Teams, große Herausforderung, in allen möglichen Plattformen, in Wanda und ich habe mittlerweile einen total super Überblick, habe viel gelernt und finde das dann total spannend, dass ich einfach dadurch wach bleibe, dass ich immer wieder quasi die Plattform auch wechsle. Oder was ich zum Beispiel hier in meinem Office mache, ich habe mir drei unterschiedliche Arbeitssituationen eingerichtet. Eine zum Sitzen, eine zum Stehen und eine so wie jetzt im Lehnsessel, ganz entspannt. Und ich wechsle da hin und her. Also dass man einfach nicht nur in einem Modus dauernd unterwegs ist. Ich glaube, diese Abwechslung ist wichtig. Also das, was du gerade beschreibst von dem Headquarter von Airbnb, erinnert mich an wirklich krass erlebbare Veränderung, nur dadurch, dass du durch eine Tür gehst. Damals 2006 bis 2009 war meine Familie und ich in Australien. Wir sind damals ausgewandert 2006, wussten nicht, wo wir hingehen, haben dann uns umgeschaut und in Brisbane eine neue Heimat gefunden. Wo in Brisbane? In Alderley. Das ist ein kleines Suburb, Nordwestlich, 20 Minuten. Southbank kenne ich. Mega. Ich habe vor zwei Jahren die Eröffnungskinote gehalten auf dem Global Entrepreneurship Summit und auch auf der Griffith University vorgetragen. Nur so am Rande. Southbank war unser erster Nachmittag am Meer. Und du wirst sicherlich die Southbank kennen. Also das erste Mal, wo wir so auch das Grillerlebnis in Australien uns ermöglicht haben, wo ja überall die Grills rumstehen. Das kann sich ja keiner vorstellen. Du schmeißt einen Dollar rein und dann brennt das Ding da für 30 Minuten und du kannst da alles grillen und am nächsten Tag hat da wieder jemand saubergemacht. Das ist echt krass. Und genau wie du sagst, wirst du es möglicherweise erlebt haben. Brisbane Airport gibt es ein Terminal. In diesem Terminal ist Jetstar, eine Tochter von Quantas und die Virgin Australia untergebracht. Und wir haben damals, meine Frau und ich, für Virgin Australia gearbeitet. Beide im IT-Umfeld, wo wir dann die Projekte für Virgin Australia gemanagt haben. Sie die Kundenbeziehung oder die Beziehung Fachbereich IT. Und da drei Jahre umtriebig gewesen. Und es begab sich an dem einen Tag, weil Virgin, die Virgin Group, das, was Richard Branson in die Unternehmen und in die Gruppe reinbringt, ja etwas ist, was nach außen hin, was ja wenige erleben dürfen, außer die, die da arbeiten, ist ja vibrant. Da ist eine Energie, da ist, die Menschen, da geht es um die Mitarbeiter. Und genau das durften wir erleben, was das macht mit den erlebbaren Kundenerlebnissen. Weil diese Terminals oder nicht das Terminal, sondern diese, die Check-In-Counter waren nur durch eine Wand mit einer Tür getrennt, von der du, eine Glastür, wo du durchgehen konntest. Und wenn du bei Jetstar losgegangen bist, ohne das jetzt zu stark werten zu wollen, grau, orange, ruhig, bedeckt, keine Energie, die Leute dann da so, weiße Mundwinkel nach unten. Und dann gehst du durch diese Tür durch. Die haben für ähnliche Flüge eingecheckt. Brisbane, Sydney, Melbourne, das ist ja da das magische Dreieck. Eingecheckt, gleich, also ähnliche Abflugzeiten, ähnliche Menschen natürlich, ja. Gehst du durch die Tür und wie Buzzing Hornets, weißt du, wie so ein Bienenhaum, so Energie hast du gespürt in dem Raum. Das gleiche Terminal, nur durch die Tür, andere Check-In-Counter, war eine krasse Energie. Wahrscheinlich genau das, was du mit Airbnb auch beschreibst. Ja, genau. Was sind die ausschlaggebenden Faktoren, die das ermöglichen? Ich glaube, es hat ganz viel damit zu tun, was im Grunde so der Geist von solchen Orten und auch Organisationen ist, die ganz stark mit der Gründungspersönlichkeit und mit der Führungspersönlichkeit an der Spitze zu tun haben. Der berühmte Fisch, würdest du sagen? Bitte? Der berühmte Fisch. Ja, der Fisch, also da kommt dann gleich so quasi der Gedanke ein Stinken, aber eigentlich reden wir ja davon, von den positiven Auswirkungen und dann immer so quasi Gründer oder auch Führungspersönlichkeiten ein Stück mehr bewirken wollen und erziehen wollen in der Welt, als einfach nur Geld verdienen. Sondern eine besondere Art von Leistung, eine besondere Art von Erlebnis zu bieten, eine besondere Art von Produkt herauszubringen, eine besondere Philosophie verfolgen und es schaffen, quasi an der Spitze ein Team zu formen, das diese Philosophie und Energie glaubhaft transportiert, dann wirst du das merken. Also für mich, du bist auch Outdoor-Sportler, ist eine der faszinierendsten Firmen in dem Zusammenhang einfach Patagonia. Und wie es der Yvon Chouinard einfach geschafft hat, so seinen Geist, seinen Antrieb, seine Überzeugungen spürbar zu machen. Und das findest du dann in ganz vielen, wenn man konsequent ist, in ganz vielen Ausprägungen. Du findest eben nicht nur in der Kultur und in den Interaktionsmustern, sondern du findest auch in der Ausstattung dann, der Stores, der Räumlichkeiten, in dem Fall einen Schalter, man kann sogar am Schalter, im Counter, einen Unterschied machen. Ist das dieses berühmte Warum, von dem Simon Sinek spricht, fangen wir mit dem Warum an, start with why, wenn sich diese Gründungsphilosophie, wie du sagst, oder die Philosophie des Gründers, ob das jetzt Steve Jobs ist für Apple, ob das Elon Musk ist, vielleicht für Tesla oder SpaceX oder Jeff Bezos, immer die Großen, die jetzt hier alle kennen. Wir könnten auch andere nennen, aber da ist der Bekanntheitsgrad vielleicht nicht so da. Für Amazon, dass sich diese oder Richard Branson eben für die Virgin Group und auch für die einzelnen Geschäftsführer seiner, ich glaube, über 200 Unternehmen, die in der Group zusammengefasst sind, dass sich dieser Gründergeist dann auch wiederfindet, diese Motivation des Gründers, des Geschäftsführers wiederfindet, auch im Antrieb der Organisation, weil es ihm gelungen ist, das auf die Menschen zu übertragen? Also ich glaube sehr stark, dass dieser Gründergeist und diese Gründungsidee und das, was der Gründer und vielleicht in weiterer Folge dann das Unternehmen bewirken will, dieser Antrieb, dass das ganz entscheidend ist. Ich habe selber persönlich ein bisschen keine große Freude der Frage nach dem Warum. Einerseits ist das Warum sehr stark nach rückwärts gerichtet und zum anderen ist einfach darum auch wiederum eine so Industrie entstanden, die Leuten hilft, ihr Warum zu ergründen und meint, das ließe sich mit der Frage, was ist ein Warum zu ergründen? Da kommen wir wieder zu diesem kopfigen Zugang, wo dann kein echtes Warum rauskommt. Also ich glaube, dass es schon etwas ist und ich würde es eher vielleicht das Wozu nennen oder mein Antrieb, mein innerster, mein wichtigster, das, was ich bewirken will. Wozu gibt es mich die Antworten auf diese Frage? Die sind vielleicht nicht so easy, nur mit dem Kopf zu geben, sondern das sind so eher Überzeugungen oder Verständnis, in das man hineinwächst durch das Tun. Ich kann heute sagen, ich habe tiefste innere Befriedigung, erlebe ich dabei, wenn ich Menschen helfen kann, über sich hinaus zu wachsen, egal ob am Berg oder bei einem Projekt oder in einer herausfordernden Transformation im Unternehmen. Diese Antwort hätte ich nie so geben können und sagen können, was ist mein Warum? Ich hoffe, du konntest mit den bisherigen Impulsen was anfangen, konntest vielleicht auch das eine oder andere auf dich übertragen. Wenn du das ein Stück weit weiter treiben möchtest, wenn du das reflektieren möchtest, wenn du vielleicht auch mal auf deine Situation schauen möchtest, dann buch dir gerne einen Termin bei uns unter www.d-körtings.com. Und wir schauen mal auf deine aktuelle Situation und ich bin sicher, auch wir werden dir die ein oder andere Maßnahme weiterbringen. Und nun viel Spaß bei dem, was noch kommt. Aber diese Formulierung, die du wählst, ist so wirksam, weil das gut in die Geschichte passt. Wir hatten vor zwei Tagen, das hatte ich im Vorgespräch gesagt, Stacy Taniguchi und Martin Frey in einem Expertencall, den wir jetzt auch als Podcast veröffentlichen werden. Und Stacy Taniguchi, auch ein Everest-Bezwinger, der von Kumbogletscher gesprochen hat und von den Leitern, die zusammengeknotet über diesen bis zu 20 Meter breiten oder noch breiteren Gletscherspalten liegen, über die du drüber laufen darfst und die Tiefe fast unermesslich ist, weil es dann auf einmal unten dunkel wird und du gar nicht mehr weißt, wie tief diese Gletscherspalte überhaupt ist. Und er hat das in dieser Analogie, hat auch ein Bild gezeigt, wo so diese Augen auf Emojis dann bei den Teilnehmern zu sehen war. So sieht eine Gletscher, das hätte ich. Und er gesagt hat, was ist dein innerer Antrieb? Was ist das, was dich über diese Leiter bringt? Also was ist das, was auf der anderen Seite der Leiter ist, was dich über diese Leiter gehen lässt? Es ist ein Mensch, ja, es ist deine Tochter, die da drüben steht, es ist ein Prinzip, was du verfolgst, es ist ein Wert. Was ist das? Ist es deine Berufung und wie in der Art und Weise, wie du deine jetzt so schön formuliert hast? Was ist das, was dich über diese Leiter gehen lässt? Ist das auch ein Bild, mit dem du dich verleiten kannst, weil das hast du ja auch alles erlebt? Das geht sehr stark in Resonanz mit mir, nicht nur wegen des Bildes natürlich, das ich nachvollziehen kann, sondern weil du es auch aus mehreren Perspektiven beschrieben hast, was lässt dich drüber gehen? Was ist dein Antrieb? Ich glaube, dass es eher so ein Blumenstrauß an Fragen ist, die du aber nicht mit dem Kopf beantworten kannst für dich und dann sagen, das ist mein Warum, sondern das ist etwas, in das du durch dein Tun, durch diesen Entdeckungsprozess, den du vielleicht im Laufe deines Lebens durchläufst, eben als Antwort in dir hervorbringst und es fühlt sich einfach dann richtig an und du sagst, ja, das ist es. Und ich glaube, ein weiterer Aspekt, auch im unternehmerischen und im Kontext von Teams und Führungskräften, da auch noch drinsteckt, auf den Stacy hingewiesen hat, ist nicht nur das, was lässt dich darüber gehen, sondern wie gehst du darüber? Sind da zwei andere auf der Leiter, die du sagst, lass mich mal vorbei und stumpfst die runter? Oder bist du jemand, der ohne Kollateralschaden seinen Weg geht? Und ich glaube, das ist nochmal etwas, was auch hinter Simon Sinek mit Find Your Why und auch hinter dieser ganzen Warum-Frage steht, wie du deinen Weg gehst. Ist das ein achtsamer Weg? Ist das ein demütiger Weg? Ist das einer, der in der Sustainability, also in der Nachhaltigkeit und Umgang mit Ressourcen geht? Ist das auch etwas, was du in den Unternehmen wahrnimmst, dass sich da etwas verändert, wie Unternehmen über die besagte Leiter gehen, hin zu etwas, was ihre Berufung, ihre Motivation, ihr Warum ist? Ich habe tatsächlich den Eindruck und ich bilde mir ein, es ist ein bisschen mehr als Hoffnung, dass ich zurzeit tatsächlich Puncto Nachhaltigkeit nicht als Schlagwort, sondern tatsächlich im Bemühen, um schädliche Einflüsse vor allem auf die Umwelt zu minimieren, dass sich da etwas tut in Unternehmen. Das ist tatsächlich mein Eindruck. Und das ist so für mich ein ganz wesentlicher Aspekt im Wie. Der andere Aspekt, den du besprochen hast, sozusagen sehr bildhaft, sind mir die anderen egal und Hauptsache ich, ist eben so eine Sache, die, glaube ich, stärker wird. Was mir auch in dem Zusammenhang besonders am Herzen liegt, ist auch die Eleganz, die Schönheit und die spielerische Komponente dabei. Ich glaube, es täte uns allen gut, ein Stück den Krampf, die Verbissenheit rauszubringen und in diese Eleganz, in die Schönheit und in das spielerische Element zu kommen. Heißt nicht, dass es deswegen nicht auch ein bisschen anstrengend sein darf. Ich stelle mir gerade vor, der Rainer Pettek mit seiner Historie als Bergführer und diverseste schwierige Nordwände, nicht nur in den Alpen durchstiegen, steht jetzt mit einem Führungskräfteteam für drei Tage oder wie lange so ein Prozess auch immer dauert, in einem Seminarraum von irgendeinem Seminarhotel. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Wie darf man sich das vorstellen, wenn Rainer Pettek dich als Kunde mitnimmt auf so eine Reise der Weiterentwicklung, dieses kleinen nächsten Schrittes hin zu etwas, was sich neu und auch awkward, also so komisch, wunderlich anfühlen darf. Was macht ein Rainer Pettek mit seinen Teilnehmern? Abgesehen davon, dass Rainer Pettek im letzten Jahr so wie alle anderen gezwungen war, virtuell zu arbeiten, bin ich auch zwischendurch natürlich in ganz normalen Tagungshotels unterwegs, bin aber gleichzeitig, wenn immer die Möglichkeit da ist, mit Menschen an echten, kräftigen Orten zu arbeiten. Ich weiß nicht, ob du den Begriff schon mal gehört hast, des Nicht-Ortes. Es gibt einen spannenden französischen Soziologen, den Marc Augé, der ein Buch über Nicht-Orte geschrieben hat und er bezeichnet als Nicht-Orte die völlig sinnentleerten Transitionen.
Funktionsorte unserer Zeit. Also die Flughäfen, die Bahnhöfe, die Business-Hotels, die überall auf der Welt gleich ausschauen. Kennst du eines, kennst du alle. Und damit auch diverse Tagungshotels. Und ich glaube, wenn man so Energie nutzen will, dann kann man die Energie eines Ortes nutzen. Ich stehe irrsinnig drauf, in alten Gemäuern zu arbeiten, die sich so darstellen. Wieder ein Hintergrund, altes Gebälk, alte Ziegenbauern, alte Schlösser, alte Klöster, alte Gasthöfe und Hotels. Und wenn du das Ganze dann noch in einer kräftigen Natur machen kannst, dann spielst du natürlich auch mit dieser Energie des Ortes. Und dann nutze ich natürlich, wenn wir in der Natur sind, die Möglichkeiten der Natur. Sei es, dass wir für die Reflexion die Natur nur zu einem Spaziergang nutzen oder ob wir tatsächlich uns als Team an einer Herausforderung quasi auch versuchen, vorm Frühstück vielleicht ein Stück, einige Höhenmeter machen und das Frühstück einfach auf einer Almhütte einzunehmen und dort die Gedanken und Gespräche weiterzuführen. Uns mit der Frage, was treibt uns eigentlich ran, unterwegs auseinanderzusetzen. Oder durchaus einmal auch vielleicht, wenn das passt, wenn es den Prozess unterstützt, in eine Felswand zu gehen und gemeinsam sich zu sichern, im senkrechten Fels raufzuklettern, zu merken, wie viel eigentlich Potenzial in uns Menschen steckt, wie schnell wir dabei sind zu sagen, das geht nicht, das schaffen wir nicht. Und dann doch die Erfahrung zu machen, was eigentlich alles geht, mit Unterstützung, mit gegenseitiger Sicherung, mit füreinander da sein, mit das Stück sich selbst überwinden, ist dann doch eigentlich machbar. Und solche Dinge baue ich ganz gern ein in Prozesse, wenn es Sinn macht. Und die können solche Prozesse ganz schön beschleunigen oder mit Schubkraft unterstützen. Also wenn das nächste Mal sowas stattfindet, ich komme gern als Crew dazu, bin dein Diener, dein Sherpa und unterstütze deine Teilnehmer bei den Prozessen, weil das mal zu erleben ist, glaube ich, grandios. Ich darf jetzt im Juli, 30. bis 31. Juli, werde ich mit Hans Kammerlander mal so durch die Südtiroler Berge stapfen. Das bietet er ja auch als öffentliches Format an. Bin mal gespannt, was er da mit uns machen wird. Du hast Corona. Wir sind März 2021 genutzt, um einen, ja, ich will nicht sagen langgehegten Traum, aber eine Inspiration, die durch Steve Covey bei dir entstanden ist, ein Buch zu schreiben, was ich meine, ein Meisterwerk ist. Und ich bin froh darüber, dass es endlich jemand geschrieben hat. Ja, und dieses Sinnbild dessen, diese Erscheinung, wo man sagt, Mensch, wenn das jemand hinkriegt, ist jetzt Realität geworden. Du hast es eben schon angesprochen, Masters of Uncertainty, ein Meisterwerk, wie ich finde, weil es die Natur sowohl in der Bildsprache als auch durch die Wortwahl, die du triffst, in einen grandiosen Kontext bringt zum Thema Führung, zum Thema Unternehmen, zum Thema Team und das alles in eine Terminologie und in eine Wortwahl packt, die jeder in der Lage ist zu verstehen, weil sie das eine, nämlich die Natur und deine Erfahrungen, deine Erlebnisse aus den vergangenen Jahrzehnten mit einer grandiosen Bildgewalt und Gewalt mache ich in Anführungszeichen, weil sie trifft ins Herz. Das meine ich damit, noch weiter untermalt und unterstützt. Und du hast eben schon einen der beiden Fotografen, die dich über die Jahre hinweg immer wieder begleitet haben, angesprochen, der durch einen Routinefehler, kann man fast sagen, du hast es noch eben anders ausgedrückt, dann noch vor Erscheinen des Buches zu Tode gekommen ist. Nimm uns mal mit, was hat dich angetrieben, dieses Buch zu schreiben und was sind so die Kernthesen, die Kernbotschaften, die darin berücksichtigt sind, die nämlich auch das Risiko und die Unsicherheit maßgeblich in den Vordergrund stellen beziehungsweise sich zunutze machen für transformationale Prozesse? Ich habe den Eindruck gehabt, dass gerade quasi auch die Zeit und sicher hat das Buch, das in seiner Form echter Traum war von mir, sozusagen Bilder und Text zu kombinieren und zu einer kraftvollen Inspirationsquelle für Menschen zu machen. Und sicherlich hat das durch die Corona-Pandemie, durch diese spezielle Situation einfach nochmal eine bestimmte Wendung bekommen oder eine bestimmte Zuspitzung bekommen. Ich habe ja schon 2006 die erste Auflage des Nordwandprinzips damals geschrieben mit quasi einer starken Ausrichtung an der Überzeugung, dass die Dinge eben nicht so planbar sind, wie wir glauben. Planung ist vielfach eine Illusion. Und auf der anderen Seite ist Ungewissheit eigentlich etwas, was wir nutzen können. Ich sage meinen Leuten immer, also Ungewissheit ist kein Schreckgespenst und keine Gefahr, es ist eigentlich eine Einladung. Die Ungewissheit der Zukunft ist die Einladung eben dieser Zukunft, dass wir als Menschen gemeinsam etwas Großartiges aus ihr machen. Die Dinge sind eben nicht festgelegt, sie sind gestaltbar und natürlich nicht freigestaltbar, aber im Zusammenspiel mit anderen Menschen und mit den Umständen eben formbar. Und das ist eigentlich die große Faszination des Lebens schlechthin. Was machen wir? Was machen wir eben daraus? Und genau für diesen Prozess gibt es vielleicht so ein paar Prinzipien, ein paar Anhaltspunkte, aber doch eben die Erfordernis, dass das jeder Mensch oder auch jedes Unternehmen wiederum auf seine Weise schafft und die Schritte in der Folge eben setzt, wie es für das jeweilige Unternehmen passt. Und dafür wollte ich einfach Inspiration bieten. Inspiration für die Selbstführung, Inspiration für die Führung von Mitarbeitern, Inspiration für die Zusammenarbeit, für den Umgang mit Veränderungen. Und das war mein großes Anliegen mit diesem Buch. Kein abgeschlossenes Gedankengebäude zu bieten, nicht die 147. Methode, fünf Schritte zum, so und so, sondern einfach die Vielfalt der Herausforderungen, vor denen wir stehen, die Komplexität ein Stück abzubilden und gleichzeitig aber Mut zu machen und darauf hinzuschauen. Wir haben eigentlich verdammt viele Ressourcen in uns, wenn wir die Köpfe zusammenstecken, wenn wir zusammenarbeiten, wenn wir uns was trauen, haben wir alles, was wir brauchen, um die nächsten Schritte immer wieder erfolgreich zu gehen. Und wir haben das schon vor einigen Minuten, ich weiß gar nicht, wie lang es her ist, ja schon mal gestriffen. Glaubst du, dass Unternehmen sich der Kraft des Durchlebens von Unsicherheiten eigentlich Entwicklungspotenzial verschließen, weil sie bewusst drum rumgehen und versuchen durch, du kennst das selbst, durch jeden Risikomanagement-Workshop, jedes Risiko, was irgendwie eintreten kann, zu antizipieren, um dann alle Maßnahmen umzusetzen, die das Eintreten dieses Risikos minimiert oder sogar verhindert und dann völlig lahmgelegt sind, wenn dann doch was passiert, was sie nicht betrachtet haben und dann noch einen Einlauf kriegen vom Projektsponsor? Ja, es gibt zwei Blickwinkel darauf oder ich habe zwei Blickwinkel darauf. Der erste ist, dass ich glaube, dass natürlich für Menschen, die angestellt sind in einem Unternehmen, die anderen gegenüber rechenschaftspflichtig sind, es einfach nur relativ natürlich ist, zu sagen, ich bewege mich lieber auf der sicheren Seite und ich sichere alles ab. Und jetzt weißt du auch, so gut wie ich, dass wir alle quasi irgendwie dann die Tendenz haben, es eben auf die Spitze zu treiben und eben noch einmal abzusichern und dann wird halt quasi für jede Entscheidung, für die Legitimation der Entscheidung, ein Berater beauftragt und für die Validierung der Ergebnisse des ersten Beraters ein zweiter Berater und dann sind wir vielleicht irgendwo langsam und suboptimal unterwegs. Das Spannende, was ich immer finde, ist dann auf der anderen Seite, dass du immer wieder Führungspersönlichkeiten triffst, die ja so eine innere Sicherheit haben. Sie sagen, ich glaube daran, ich bin überzeugt und ich bin einfach bereit, wenn es schiefgeht, einfach persönlich die Konsequenzen zu tragen, die aus der Haltung heraus operieren. Und das sind nicht unvernünftige Draufgänger. Das sind einfach Leute, die ein Stück quasi wissen um diese prinzipielle Unplanbarkeit, Unberechenbarkeit und Unvorhersagbarkeit. Die sagen, ich operiere damit und lasst uns was daraus machen. Und meistens sind das die Erfolge daher. Jetzt ist das Buch ja auch ein Stück weit Erfolg. Ja, es ist etwas, was damals schon vor zwei Jahrzehnten durch das Buch The Nature of Leadership bei dir so dieser Auslöser war, von Steve Covey, auch Bildsprache gepaart mit einer Terminologie, die mit Menschen resoniert, die in anderen Kontexten unterwegs sind und aufgewachsen sind, die sich fragen, wieso muss ich jetzt irgendeine Nordwand durchsteigen? Was hat das mit mir zu tun, diese Transferleistung dann dort zu erbringen? Wie darf man sich den Schreibprozess bei dir vorstellen? Ist ja auch nicht das erste Buch, was du kreiert hast. Hast du das geplant oder hast du gesagt einfach, ich nehme jetzt mal mein Smartphone und fange mal an, Gedanken runter zu schreiben und lasse mich ein auf den Weg, der dann kommt? Nein, ich gehe da eigentlich meistens so ran, dass ich sage, worum soll es denn gehen? Was ist denn der Kerngedanke und Leitgedanke im Buch? Und mache mir dann eine Struktur, die mich durchträgt. Also so wie du eine große Wand durchkletterst du in Seillängen. Und die Seillängen wiederum, die haben Abschnitte mit schwierigeren Stellen und Passagen, wo eben Zwischensicherungen notwendig sind. Und auch die wird dann wieder quasi aufgeteilt und das kletterst du dann halt dann irgendwann und dann reißt du eines nach dem anderen. Und so mache ich beim Buch auch eine Aufteilung in gewisse Strukturen, die mich durchträgt und habe einfach, bin hergegangen und habe gesagt, ich möchte irgendwie bei diesem Buch nicht eben das eine, so ein geschlossenes Gedankengebäude, eine geschlossene Idee vermitteln, sondern einfach Vielfalt abbilden und welche groben Themenfelder werden denn für mich echt spannend und habe einfach mit so quasi harten Umständen die erste Sektion begonnen und bin rausgekommen mit quasi, zum Schluss mit das Meistern der Ungewissheit und dazwischen eben Übergänge, Übergangssituationen, neue Anfänge, Herausforderungen und all diese Passagen. Und diese fünf Hauptteile des Buches, Hauptsektionen des Buches habe ich dann wiederum unterteilt in Aspekte, wo ich hinschauen wollte, wo ich glaubte, da wäre spannend eine Perspektive mal draufzulegen. Und dann habe ich da die Überschriften einmal für mich festgemacht und auf einmal hatte ich 25 Kapitel, wenn du so willst, oder 25 Beiträge in diesem Buch und die habe ich dann einfach quasi befüllt mit dem, was ich mir dazu denke auf der einen Seite, mit dem, was ich auf der anderen Seite am Berg erlebt habe und mit dem, was ich glaube, dass Unternehmen daraus lernen könnten. Und so ist das eigentlich sehr schnell und flüssig in nicht einmal zwei Monaten geschrieben gewesen. Ja und ich darf jedem nur sagen, ein Meisterwerk, also für all diejenigen, die die Natur leben, die vielleicht dem Berg wandern oder auch den extremeren Routen verschrieben sind, sich dort drauf einzulassen. Grandiose Fotografien und dann natürlich auch diejenigen, die im Selbstführungskontext, im Teamführungskontext die nächsten Schritte gehen möchten bis hin zum Unternehmertum. Wenn du jetzt mal sagst, so der letzte Punkt war das Meistern der Ungewissheit. Wir sind ja jetzt in der Pandemie. Die Inzidenzen gehen gerade wieder steil nach oben. Wir sind wieder in dieser Exponentialität oder wie das Ding heißt. Und was viele gedacht haben im April, Mai letzten Jahres, Mensch ist ja bald vorbei, geht wieder los, weil es mal eine Anfrage für einen Workshop gab. Die sind eines Besseren belehrt worden und die Ungewissheit über wie geht es weiter ja fast schon zur neuen Normalität geworden ist. Was ist deine Botschaft an die Menschen auch jetzt heraus aus dem Kontext, den du im Buch mit Meistern der Ungewissheit beschrieben hast? Ich würde da gerne auf einen Post zurückgehen, den ich Anfang dieses Jahres abgesetzt habe und der hat den Übertitel gehabt noch 64 Wochen. Ich glaube zu Ostern ist es vorbei, aber erst Ostern 2022. Also nicht vorbei, sondern ein neuer eingeschwungener Zustand. Ich glaube es wird länger dauern, als uns allen lieb ist und wir sollten uns keine falschen Hoffnungen machen, weil es sind nämlich niemals die harten Umstände, die zermürben. Es sind immer nur die falschen Hoffnungen, die falschen Erwartungen. Also das jetzt machen, was jetzt machbar ist. Nicht rumjammern, das Beste aus der Situation machen. Schauen, dass man selber im Saft bleibt. Damit meine ich, voll Energie bleibt, voll Datendrang, positiv bleibt. Schauen, dass man genügend frische Luft bekommt, genügend Bewegung, gesund bleibt, sich mit Dingen zwischendurch auseinandersetzt, die einem Freude machen, trotz der Einschränkung. Momentan sind ein paar Dinge einfach nicht möglich. Ich verschwende keine Minute daran, mich aufzuarbeiten in einem Ärgern darüber, was ich nicht ändern kann. Ich denke, was kann ich jetzt alles lernen? Wofür habe ich nur jetzt Zeit? Was ist genau jetzt eigentlich möglich, was die ganze Zeit vorher niemals möglich war? Ich kann auch ganz offen und ehrlich sagen, ich wünschte, es wäre anders, es wäre normaler, ein bisschen mehr so wie früher. Das ist es aber nicht. Aber genau darin liegen auch ganz, ganz viele Chancen. Und was kann ich daraus jetzt machen? Darauf den Fokus zu legen. Dann kommen wir, glaube ich, am besten durch die Krise. Wir werden vielleicht auch darauf zurückschauen und sagen, eigentlich sind da ein paar Sachen, die waren gar nicht so schlechte Begleiterscheinungen davon. Einfach nur jetzt einmal digitaler Zusammenarbeit. Ich denke, wie oft ich früher für zwei Stunden Meetings im Flieger unterwegs war. Das werde ich nie wieder machen. Das werden auch meine Kunden nie wieder verlangen von mir. Wir werden uns einfach, weil wir uns so daran gewöhnt haben, werden wir uns via Bildschirm begegnen. Und seien wir ganz ehrlich, wir haben uns persönlich noch nie getroffen, Torsten. Und trotzdem, wir reden jetzt schon über eine Stunde miteinander. Und für mich ist es, als würden wir uns gegenüber sitzen und wir hätten ein total cooles Gespräch. Und ich bin total happy, dass wir uns begegnet sind, obwohl du in Frankfurt in deinem Büro sitzt und ich hier in Bayern in meinem. Das wird uns bleiben und das wird uns vielleicht auch bleiben, dass wir uns genauer fragen werden, wie viel brauche ich denn eigentlich wirklich? Mir ist auch noch einmal deutlich geworden, mit wie wenig ich eigentlich auskommen kann im letzten Jahr. Ich meine, mit wie wenig unterschiedlichen Klamotten, mit wie wenig von sinnlosen anderen Sachen. Ich glaube, das ist auch eine schöne Analogie zur Natur, zur Bergwelt oder zu einer Leidenschaft meinerseits, nämlich das langen Wandern oder das Long Distance Hiking, wie man sagt. Wer schon mal den Rucksack gepackt hat und einfach mal eine Woche raus ist. Und da gehörst du ja auch zu denen, die das tun, die dann halt in irgendwelchen Wänden hängen, die laufen dann auf Wanderwegen. Wir erstmal spüren, wie wenig wir überhaupt brauchen und wie wenig wir auskommen können. Und wenn wir dann nach Hause kommen, sagen, was soll ich eigentlich mit dem ganzen Klatter hier? Es war doch so schön, da draußen in diesem Lean, in diesem leichten Umfeld zu sein. Und was du so schön beschreibst, dieses, wenn wir jetzt mal zurückblicken, das werden viele wahrscheinlich jetzt noch nicht so ganz nachvollziehen können. Aber wenn wir so in fünf Jahren, zehn Jahren oder vielleicht auch in ein, zwei Jahren zurückschauen, sind die Dinge dann doch vielleicht für uns passiert. So wie Tony Robbins sagt, the things are happening for you, not to you. Dass wir dann schauen, es war für etwas gut, es hat die Gesellschaft weitergebracht, es hat die Unternehmen weitergebracht. Gerade im Mittelstand, Rainer, das wirst du sicherlich bestätigen, eine unfassbare Transformation im letzten Jahr stattgefunden hat. Wir haben uns vor zwei, drei Jahren abgearbeitet mit Industrie 4.0, mit Digitalisierung und was weiß ich. Und zum damaligen Zeitpunkt, viele Unternehmen noch nicht im Traum dran gedacht haben, die Leute mal ins Homeoffice zu schicken, weil sie sie ja dann nicht mehr unter Kontrolle haben, was die dann eigentlich tun. Und manchmal ist so ein Umstand braucht, wie jetzt letztes Jahr, wie er immer noch ist, um dann einfach die Transformation mal etwas radikaler umzusetzen. Nämlich dann, wenn die Unsicherheit eintritt und wir zum Überleben, in dem Fall des Unternehmens, gezwungen sind. Wie geht es bei dir weiter, Rainer? Du sitzt ganz entspannt in deinem Lehnsessel, in einem deiner drei Settings. Was ist das, was du dir für dieses Jahr wünschst und vorgenommen hast oder vielleicht auch darüber hinaus? Was ist die Lebensphase, in der du gerade drin bist, beziehungsweise vielleicht auch eintrittst, weil sich Dinge verändert haben, die du vielleicht auch mit dem Buch und mit vielem anderen neu beleben wirst, Rainer? Ich fange mal mit dem Privaten an. Wir haben mit der Familie den Lockdown
im Haus zu bauen. Wir haben einfach quasi mitten im ersten Lockdown geplant, die Finanzierung auf die Beine gestellt. Wie es dann aufgegangen ist, haben wir baumbegonnen. Drei Tage nachdem am 16. Dezember quasi der zweite Lockdown in Bayern verkündet wurde, haben wir einziehen können, haben das genutzt und so im privaten Bereich steht jetzt einfach das Herrichten des Gartens rund ums Haus an. Darin ist alles mehr oder weniger fertig. Weiter im privaten Bereich habe ich gesagt, ich koche irrsinnig gern und ich möchte bis zum nächsten Frühjahr circa fünf neue Gerichte auf einer Exzellenzstufe zubereiten lernen und zwar in meinem Holzofen oder auf meinem Holzofen. Das ist so, was im privaten Bereich dasteht und ich hoffe, dass sich vielleicht die eine oder andere Möglichkeit für einen schönen Urlaub mit den Kindern ergibt. Das möchte ich natürlich tun. Im beruflichen bin ich an einigen spannenden Projekten dabei. Ich habe das erste Jahr wirklich auch nicht nur zum Schreiben genutzt, sondern mich fit zu machen in der virtuellen Arbeit, in der virtuellen Beratung, aber auch ich mache relativ viele Vorträge. Auch dieses Thema virtuelle Keynotes ist ein Thema und da möchte ich jetzt einen nächsten Schritt auch gehen, nämlich indem ich, ich bin gerade dabei in einem spannenden Projekt, einen Hologrammvortrag zu entwickeln. Also um dann irgendwann entweder auf Bühnen direkt quasi Hologramme präsentieren zu können oder auch eben um mich remote, ohne reisen zu müssen, nach Australien beamen zu können, dort auf einmal auf der Bühne zu erscheinen, aber auch aus meinem Homestudio den Leuten ein völlig anderes Bildschirmerlebnis bieten zu können bei meinen Vorträgen. Also das ist so eine Sache, die ich voranbringe. Und ansonsten die anstehenden Projekte, ich muss auf Holz klopfen, ich habe tolle Kunden mit tollen Projekten, die einfach gut abwickeln und erledigen. Und gleichzeitig habe ich eine strategische Partnerschaft mit einem spannenden Unternehmen im Silicon Valley, eine Software-as-a- Service-Plattform, die einen überlegenen Algorithmus entwickelt hat, mit dem sich Innovationstalente in Unternehmen identifizieren lassen, weiterentwickeln lassen und organisieren lassen. Und in der Partnerschaft mit dem Produkt möchte ich auch meine Kunden noch stärker unterstützen, die richtigen Leute in leistungsfähigen Teams an die richtigen Aufgaben zu bringen. Also was mir extrem gefällt, Rainer, und was belegt, dass du einer derjenigen bist, der das sagt, was er glaubt, das sagt, what he's believed und auch das tut, was er sagt. Nämlich in all dem, was du skizzierst, stecken überall immer wieder die Unsicherheiten, die kleinen Komfortzonen oder auch größeren Komfortzonen, Erweiterungen drin, ob es das Haus war, was du baust, ob das die fünf Gerichte ist, die du mastern möchtest, ob das die neue Technologie der Holografie dir selbst zu ermöglichen in deinem eigenen Studio beziehungsweise dann vielleicht in Australien als Hologramm da aufzustehen in der Bühne, das stelle ich mir großartig vor. Oder das Buch, was sicherlich ja auch nochmal neuer Ansatz gewesen ist, auch wenn du schon ein paar Bücher geschrieben hast, sind das alles Stoßrichtungen, die genau diese Gedankenwelt nochmal von dir demaskieren, dass du in Komfortzonen, Erweiterungen denkst und eben nicht an dem Status quo festhältst und immer die bewährten Wege gehst, sondern dich mit jedem Schritt auch ein Stück weit weiterentwickeln möchtest. Werden wir dich dieses Jahr irgendwo an einem Berg sehen, an einer neuen Nordwand oder auch an einer bekannten oder vielleicht auch auf gemütlicheren Wegen, nicht ganz so schwierigen Routen? Ja, also ich habe schon ganz fix im Juni ein Wochenende auf einer Hütte in Südtirol gebucht, möchte meine Familien mitbringen, einfach hoch über Cortina, das ist ganz fix und vielleicht starte ich auch noch ein Buchprojekt gemeinsam mit Bernd, einer der beiden Fotografen aus dem Masters of Uncertainty Buch, weil ich da eine Idee auch im Kopf habe und jetzt bin ich gerade irgendwie so im Flow und vielleicht setze ich noch etwas drauf. Ja und das Spannende an dir ist ja, wenn du eine Idee im Kopf hast und die schon so artikulierst, kann ich mir vorstellen, dann wird die Entscheidung gefällt mit Bernd und das Ganze umgesetzt. Das kann ganz leicht passieren, ja. Ich freue mich drauf, Rainer. Ein großartiges Gespräch, danke für deine Zeit bis dahin. Gerne, danke für die Einladung, hat viel Spaß gemacht. Geschildert hast, glaube ich, dass solche Gespräche deutlich und zwar auf beiden Seiten, ohne mal jetzt von dem Willen solch ein Gespräch zustande kommen zu lassen, aber solch ein Gespräch auch in der Kurzfristigkeit, wie es möglich geworden ist, von der Anfrage bis wir jetzt hier sitzen, in den Zeiten vor der Pandemie, ich will nicht sagen fast unmöglich, aber deutlich herausfordernder gewesen ist, das Wesen wäre, das zustande kommen zu lassen und das ist etwas, was mir zeigt, dass, wie du es eben beschrieben hast, auch die aktuelle Situation ein Feld ist, wo wir uns ganz viel Neues ermöglichen können, was vielleicht vorher gar nicht so möglich gewesen ist. Dass wir uns hier gegenüber sitzen und solche Gespräche führen können und die dann auch den Zuhörerinnen und Zuhörern ermöglichen oder zugänglich machen können, ist ganz großartig. Da möchte ich danke sagen, Rainer, dass du dich darauf eingelassen hast und dass du auch die Zeit priorisiert hast und geschenkt hast, dass das möglich geworden ist. Rainer, wenn dich jemand kontaktieren möchte, ich habe ja jetzt einen Weg gefunden, aber wenn du kontaktiert werden möchtest oder wenn jemand dich kontaktieren möchte, was ist der beste Weg, was ist das, wie man sich das Buch vielleicht zugänglich machen kann, über welchen Kanal wünschst du dir das, wie kann man dich erleben? Ja, also wer mit mir in Kontakt treten möchte, ganz einfach entweder über mein LinkedIn-Profil RainerPettek oder sonst über meine Website www.rainerpettek.com mit mir in Kontakt kommen. Das sollte überhaupt kein Problem sein. Das Buch, da braucht es schon eine Nachricht an mich und dann versende ich den geheimen Link und dann ist auch das kein Problem. Und wer mal so rein sneaken möchte, ich glaube, es ist eine Kurzversion, die gibt es auch bei Amazon als Kind, natürlich in einem ganz anderen haptischen Format, da wischt man dann über irgendein Kindle-Reader drüber, der sollte in Farbe sein, weil sonst wird die Bildsprache nicht so erlebbar, aber natürlich das Hardcover mit dem geheimen Link erwerben bei dir ist natürlich genau das, was man sich zugänglich machen darf, wenn man möchte und wenn man dazu Zugang hat. Genau, da muss man vielleicht noch dazu sagen, das ist die Executive Edition in der höchsten Druckqualität, die du da hast und es gibt auch eine Print-on-Demand Edition auf Amazon und wenn man eben den höchsten Genuss haben möchte haptisch und optisch, dann ist es am besten direkt bei mir. Rainer, danke für diese großartigen Einsichten, die du uns geschenkt hast. Danke, dass du dich, nein, mich und andere in diese Welt hast eintauchen lassen und in diese außergewöhnliche Persönlichkeit, die du repräsentierst, die du darstellst, die du lebst. Es ist ganz wunderbar, dich hier in dieser Energie und auch in dieser Leichtigkeit, darf ich sagen, in dieser Gelassenheit zu erleben. Das ist ganz großartig und wunderbar und überträgt sich auch gerade. In diesem Podcast ist es Brauch, dass das letzte und wirklich das letzte Wort, danach werde ich nichts mehr sagen, das letzte Wort der Gast hat und zwar nicht gerichtet an mich und das jetzt die letzte Stunde passiert ist, sondern gerichtet an die Zuhörerinnen und Zuhörer. Was möchtest du ihnen zurufen? Was ist die letzte Botschaft, die vielleicht oben aufliegt, die du mir ein oder den anderen mitgeben möchtest, Rainer? Ja, also ich glaube, wir alle sind mit gewissen Unsicherheiten, Unwägbarkeiten konfrontiert und wenn wir so mit dem Gefühl in Kontakt kommen, wie wir das alles werden, ist das irgendwie nicht alles unsicher. Zweifel aufkommen, Ängste aufkommen, also wirklich, das ist kein Grund zur Beunruhigung. Man ist einfach nur in Kontakt mit der Realität und es ist einfach eine große Möglichkeit daran zu wachsen, sich auf diese Ungewissheit einzulassen, sie zu gestalten, was daraus zu machen und das wünsche ich allen, die heute hier zugehört haben. Habe ich dir zu viel versprochen? Ein episches Interview mit einer grandiosen Persönlichkeit und ich frage dich natürlich, welche Wege warst du in der Lage jetzt zu demaskieren, zu dekodieren und anzunehmen? Welche kleinen Erfolgsmuster kannst du vielleicht auf dich übertragen, um deine Ziele zu erreichen, um deine Gipfel zu stürmen? Und mach dir ruhig ein paar Notizen, demaskiere die Wege, die der oder diejenige gegangen sind und übertrage sie auf dich. Und wenn du sagst, du möchtest das gerne nochmal reflektieren, du möchtest gerne die einzelnen Schritte vielleicht nochmal präziser und strukturierter reflektieren, dann buche dir gerne einen Termin bei uns unter www.d-körtings.com. Und wir sind sicherlich in der Lage, dir den ein oder anderen Impuls nochmal zu geben bzw. die eine oder andere Frage zu klären. Oder wenn du sagst, meine Selbstständigkeit, die braucht mal wieder ein Stück weit Schub in meinem Unternehmertum, mit meinem Unternehmen darf es nochmal richtig vorangehen. Irgendwie habe ich das Gefühl, ein Plateau erreicht zu haben und ich möchte die richtigen Interessenten anziehen. Ich möchte mehr Kunden gewinnen. Ich möchte, dass ich in der Lage bin, großartig meine Leistung zu liefern, damit sie lange bei mir bleiben. Und wenn alles gut zusammenpasst, das Business skalieren, dann buche dir den Termin, weil ich bin sicher, wir werden aufgrund deiner aktuellen Situation dir die nächsten strategischen Schritte, die nächsten Projekte, die nächsten Maßnahmen ins Heft schreiben können, die dich auf jeden Fall einen Schritt weiterbringen. Und wenn du sagst, Mensch, cool, lass uns mal zusammenarbeiten, auch das kann möglicherweise aus solch einem Gespräch entstehen. Bis dahin, wir hören uns in einem der nächsten Podcasts, in einem der nächsten Videos. Bis dahin, der Thorsten. Ciao, ciao. Copyright WDR 2021