
Von Erfüllung, Inspiration und Verantwortung - Im Gespräch mit York Hovest
Diese Podcastreihe von insgesamt 15 Folgen umfasst die epischsten Interviews, welche ich zur Zeit der Umsetzungsgiganten geführt habe. Du bekommst spannende Einblicke in das Wirken von echten Koryphäen!
Als leidenschaftlicher Fotograf und National Geographic Buchautor bereist York die Welt auf der Suche nach inspirierenden Geschichten und Schicksalen. Die Themen seiner Projekte sind geprägt von Wissensdrang und Abenteuer und führen ihn oft in die gefährlichsten und abgelegensten Gebiete unserer Erde.
Im Fokus stehen dabei die Schönheit und Fragilität der Natur, aber auch die der Menschen und ihrer Kultur, die oft nur durch ein äußerst sensibles Gleichgewicht bewahrt werden können. Um all die Vielfalt auf unserer Erde auch für zukünftige Generationen zu erhalten, schafft er mit meiner Arbeit eine Plattform für mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein unserer Umwelt gegenüber.
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Das Transkript zum Nachlesen
Wenn du in der Lage bist, Erfolgswege, die andere zu ihren Zielen, zu ihren Gipfeln, die sie erfolgreich gestürmt haben, zu dekodieren, zu demaskieren und anzunehmen, dann bist du möglicherweise in der Lage, sie auf dich zu übertragen und zu reproduzieren. Und unter diesem Glaubenssatz, unter diesem Rahmen habe ich in den letzten Monaten viele, ich würde sagen epische Interviews geführt mit grandiosen Persönlichkeiten wie Jörg Wüst, Stacy Taniguchi, Martin Frey, Rainer Pitek, Karma Scherper und Hans Kammerlander und vielen mehr, die mir Einblicke gegeben haben, wie andere Menschen Erfolg möglich machen, wie sie Erfolgswege gehen, wie sie in der Lage sind, ihre ganz persönlichen Gipfel zu stürmen. Und das sind alles Menschen, die Abenteuerblut in sich tragen, die weg von der Norm gehen, die außergewöhnliche Wege gehen, die ihre Komfortzone verlassen. Und nicht nur Abenteurer, sondern auch Menschen wie Nico Gundlach, wie Ralf Schmitt, wie John Stepper, wie Manuel Sand, Yvonne Date, Stephan Hagen und andere, Michael Rossier, die in ihren Welten, ihres Businesses, ihrer Selbstständigkeit erfolgreich gewesen sind und immer noch erfolgreich sind, die habe ich nach ihren Erfolgswegen, nach ihren Erfolgsmustern, nach ihren Herangehensweisen, nach ihren intrinsischen Motivationen gefragt. Und daraus ist diese Reihe entstanden, der epischen Interviews. Denn es wäre schade, wenn Sie nur im Thorsten Körting Umsetzungsgiganten-Podcast ein Dasein fristen, sondern natürlich gehören Sie hier auch hinein in den erfolgreich-selbstständig-Podcast von Birgit und Thorsten Körting, von uns, den Körtings. Und damit du dich jetzt hier voll drauf einlassen kannst, viel Spaß mit diesen epischen Interviews der Thorsten und bis dann. Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Podcast-Folge und auch heute wieder ein Interview mit einem ganz grandiosen, fantastischen Menschen. Ein Mensch, der wie kaum ein anderer in der Lage ist, Visionen zu kreieren und sie sich zu eigen zu machen und dann zu der Person zu werden, die in der Lage ist, diese Vision auch Realität werden zu lassen. Ein Mensch, den ich vor zwei Jahren kennenlernen durfte im Rahmen eines Events, was in Hamburg stattgefunden hat und im Rahmen dieses Events mit circa 100 Teilnehmern, waren er und ich zusammengebracht durch einen gemeinsamen Freund, Fassilitatoren und Moderatoren von Innovationsprozessen und wir haben dort Menschen durch Prozesse geführt, die in der Lage waren, innerhalb von 45 Minuten von der Idee zu einem ersten Prototyp zu gelangen. Die Projekte, für die der Mensch steht, den ich heute hier begrüßen darf, die haben mit 45 Minuten nichts zu tun. Sie haben aber eins gemeinsam, nämlich eine starke Vision und eine Idee am Anfang, die so viel intrinsische Motivation auslöst, um dadurch, ich will mal fast sagen, Heroisches zu leisten und wir werden heute über seine drei wirklich großen, weltbewegenden und auch weltverändernden Projekte sprechen. Projekte, die nicht nur eine kleine Delle in das Universum schlagen werden oder geschlagen haben, sondern die einen Impact haben, die ein ganzes Land, einen ganzen Kontinent und auch darüber hinaus, nämlich die Welt zu einer deutlich besseren Welt werden lassen und ich spreche das so aus, wie in der Gegenwart, denn es ist kein Konjunktiv, es ist etwas, was schon Realität geworden ist, beziehungsweise ganz klar Realität werden wird. Wir werden mit einem 42-jährigen Mann sprechen, der nach dem dreißigsten Lebensjahr oder mit dem dreißigsten Lebensjahr einen Wendepunkt in seinem Leben hatte, den ihn von einem unerfüllten Leben, was ihn nicht stolz gemacht hat, mit einem Wimpernschlag, mit einem Gespräch und mit einem Impuls und mit einem Versprechen, was er sich selbst und seinem Gegenüber gegeben hat, dann zu etwas wirklich Großem hat wachsen lassen. Er ist von einem Modefotograf zu einem National Geographic Fotograf geworden. Er ist jemand, der durch ein Gespräch mit Dalai Lama 100 Tage in zwei Abschnitten in Tibet verbracht hat, um auf die dortige Situation aufmerksam zu machen und die Geschichten, die er dort erlebt hat, mitzubringen, um sie dann in die Welt zu tragen, beziehungsweise durch sein Buchprojekt 100 Tage in Tibet wirklich auch einer anderen Gefolgschaft zugänglich zu machen. Das war das eine Projekt. Das zweite Projekt 100 Tage in Amazonien, dort werden wir auch hineingehen, was dieses Projekt ausgelöst hat, wie diese Vision entstanden ist und wie dann er aufmerksam gemacht hat auf das Abholzen der Wälder, auf das Kleinmachen der indigenen Völter, die dort im Amazonasgebiet leben und ihr Dasein haben. Auf diese Situation so gewaltvoll, gewaltvoll im Sinne kraftvoll aufmerksam zu machen wie kein anderer, das werden wir in diesem Podcast natürlich beleuchten und zum anderen werden wir auch noch da hineingehen, was für einen Menschen, der die Natur liebt, der im Außen und in der Welt zu Hause ist, was es mit ihm macht, in der heutigen Zeit eingesperrt zu sein, nicht reisen zu können und in einem Leid oder in einem Full-Lockdown leben zu dürfen. Was das mit ihm macht und wie er da in der Lage ist, wieder rauszukommen, nämlich gerade dann, wenn er sein drittes Projekt eingeleitet hat, auf das er sich über zwei Jahre lang vorbereitet hat und im Dezember 2019 dazu geführt hat, dass er mit zwei Grenzgängern und Genossen und Kollegen in seinem Umfeld, die eine ähnliche Passion in sich tragen, dann den Atlantik nicht zu durchsegeln, sondern mit eigener Muskelkraft zu durchrudern. Und das ist nur Mittel zum Zweck für ihn, denn mit dieser Leistung möchte er auf etwas aufmerksam machen, nämlich auf die Helden der Meere. Und wer die Helden der Meere sind, welche Muster dazu führen, dass er in der Lage ist, diese Visionen immer wieder Realität werden zu lassen, wie es der Familie dabei geht, wer der Auslöser war und durch was diese Auslöser überhaupt entstanden sind, dass diese Visionen überhaupt erst mal in die Welt gekommen sind als Idee, um dann Realität werden zu lassen. All das wird er mir jetzt in diesem Interview erzählen. Die Fragen werden hoffentlich zu einigen Erkenntnissen führen, von denen wir alle lernen können. Und ich freue mich jetzt riesig auf meinen jetzigen und heutigen Interviewgast Jörg Hovest. Und in dieser Persistenz habe ich neue Stärken gefunden. Und dann habe ich angefangen, das zu machen. Fähigkeit weitergeben zu dürfen. Aber es hat was mit geduldig sein zu tun. Also zu erfahren, was denn die jungen Menschen bewegt. Sie machen mich wirklich dankbar für diese Fragen. Es ist wunderbar. Lieber Jörg, herzlich willkommen zum Game Changer Podcast. Schön, dass du da bist. Sehr gerne. Ich freue mich. Jörg, auf dich habe ich mich schon, ich darf fast sagen, seit knapp zwei Jahren gefreut. Wir haben uns nämlich im Rahmen einer Veranstaltung in Hamburg kennengelernt, wo uns ein gemeinsamer Freund zusammengebracht hat und wir ganz wilde, dynamische Prozesse moderieren durften und erleben durften, wie in einer Dreiviertelstunde eine Idee geboren und bis zum Prototyp gereicht hat. Und heute im Gespräch mit dir geht es sicherlich auch um große Ideen, die nicht in 45 Minuten mal einfach so umzusetzen sind. Und ich habe dich damals als jemanden kennengelernt, der auf Augenhöhe mit viel Empathie, Demut in die Interaktion und in die Gespräche gegangen ist. Und nachdem ich dann herausgefunden habe, was für ein Mensch du bist, um das mal so zu sagen, ich demütig vor dir gestanden habe mit all dem, was du erlebt und auch in deinem Leben schon belebt hast. Und vielleicht steigen wir da mal so ein bisschen ein. Meine Eingangsfrage ist sehr häufig und in einem der Podcast-Interviews, die ich in den letzten Tagen hatte, ist das irgendwie total in die falsche Richtung gegangen. Weil ich mir gesagt habe, ich bin einer, der gern im Outdoor und in der Natur unterwegs ist. Und diese Passion, die leitet mich häufig in die Alpen. Und ich stelle mir immer so vor, ich treffe meine Interviewpartner irgendwie auf einer Berghütte. Abends beim Essen, man kommt irgendwie aus unterschiedlichen Richtungen auf diese Hütte und genießt dann dort die Ruhe und hat die Möglichkeit für ein Gespräch. Und darf dann natürlich auch die Frage stellen, was machst du sonst so, wenn du nicht gerade auf Berge hinaufsteigst und du hier in einer Berghütte übernachtest? Was wäre deine Antwort darauf, lieber Jörg? Eine sehr schöne Frage. Ich versuche mich gerade zurück zu erinnern an die Zeit, wo ich tatsächlich jede freie Sekunde genutzt habe, um diese Berge in den Alpen zu erklimmen. Das war damals noch in der Vorbereitung für das Himalaya. Aber wenn ich tatsächlich jemanden treffen würde, würde ich gar nicht davon weit abweichen, von der Aktion selbst ihn auf dem Berg getroffen zu haben, sondern ich würde damit anfangen, dass ich tatsächlich das als Teil meines Berufes gemacht habe, hier auf den Berg zu klettern und dass ich voll in der Vorbereitungsphase bin. Und das ist der Grund, warum ich ihn da oben treffe. Und ich glaube, daraus wird ein spannendes Gespräch sich ergeben, weil wahrscheinlich nicht jeder Bergsteiger damit gerechnet hätte, einen, ich sage mal in Anführungsstrichen, semiprofessionellen Bergsteiger dort oben zu treffen. Wo auch immer man mich hätte treffen können. Wenn es ein Kommandohorn wäre, wäre es vielleicht offensichtlicher gewesen. Und jetzt ist ja, der Berg bei dir hat ja eine ganz besondere Analogie und auch einen ganz anderen Antrieb für dich. Der Berg ist ja in Anführungszeichen, wenn man auf dein Leben schaut, möglicherweise nur Mittel zum Zweck. Was hätte dich in diesem Moment auf diesen Berg getrieben? Oder was hat dich sonst auf diese Berge getrieben? Also ich hatte ja schon gesagt, am Anfang war es tatsächlich das erste Projekt, das ich 2011 dem Dalai Lama versprochen habe, nachdem ich ihn kennenlernen durfte. An erster Stelle jetzt nicht vielleicht bildlich der Berg als Metapher, sondern vielmehr das Versprechen, nach Tibet zu gehen und im Zuge dessen natürlich auf viele, viele Berge zu steigen. Aber grund- und ausschlaggebend war erstmal eine Grundleidenschaft für den Bereich Abenteuer. Ich bin ein großer Abenteurer. Ich reise dorthin, wo die meisten Menschen nicht hinkommen. Ich mag die Natur, ich mag die Herausforderung. Und speziell in den Alpen hat man eine schöne Gelegenheit, dort zu trainieren und seine Mission oder seine zukünftige Vision in sich zu vertiefen und vorzubereiten. Und dann treffen wir uns möglicherweise zum Training auf dieser Berghütte. Und ich glaube, die Zuhörerinnen und Zuhörer, das ging so in einem Nebensatz. Unter 2011 bist du ins Himalaya gegangen, um ein Versprechen einzulösen, was du, glaube ich, der bekanntesten Persönlichkeiten auf diesem Planeten mit einer großen Mission gemacht hast. Und er besucht ja, ich glaube, alle Jahr oder alle zwei Jahre auch Deutschland. Ich selbst durfte ihn auch mal erleben in der Ballsporthalle in Frankfurt. Ich glaube, das ist mittlerweile auch drei Jahre her. Den Dalai Lama, der ja mit seiner Wortgewalt und auch seiner Spitzfindigkeit und auch seinem Schalk im Nacken, den er hat, ganz viele Menschen inspiriert. Natürlich auf Basis der Botschaften, die er vermittelt. Wie ist es zu dem Treffen gekommen, Jörg, und wie hast du ihn kennenlernen dürfen? Ja, man muss sich das so vorstellen. Ich komme eigentlich, also ich bin vom Beruf her Fotograf. Und mein uralter Traum als Kind war schon immer mal irgendwie Fuß zu fassen oder den Werdegang eines National Geographic Fotograf zu werden. Aber das war, wie gesagt, nur so ein Kindheitstraum. Und ich wusste gar nicht, wie wird man denn sowas? Fängt man dann an mit Tieren zu fotografieren? Wie wird man so ein großer, berühmter Fotograf? Und ich war anfangs in den ersten Jahren nach meiner Volljährigkeit in der Modebranche tätig, also sehr weit weg von Natur. Und habe auch diesen Job sehr gerne gemacht. Habe mich natürlich vertraut gemacht mit dem Umgang mit Menschen, mit Porträts. Aber an erster Stelle natürlich auch mit dem ganzen Drumherum. Kamera, Studio, Equipment und so weiter. Das hat dann allerdings dazu geführt, dass ich ungefähr mit 30 für mich ganz persönlich den Entschluss getroffen habe, etwas ändern zu wollen. Weil es fehlte mir einfach die Tiefsinnigkeit, in diesem sehr oberflächlichen Metier nur schöne Menschen zu fotografieren und diese Plastizität. Mich hat das nicht mehr erfüllt. Und mit diesen Gedanken, wenn man sich das so vorstellt, habe ich tatsächlich abends in so einer Rotweinlaune mir überlegt, ob ich denn nicht mal meine Arbeit, meine Dienstleistung als Fotograf jemand ehrenamtlich anbieten könnte, im Zuge dessen Fotos zu machen. Und damals war mein Gedanke, inspiriert durch ein Buch vom Dalai Lama, dem Dalai Lama selbst, einen Brief zu schicken, ob das ginge. Ob diese Möglichkeit bestünde. Und das hört sich jetzt sehr naiv an, aber tatsächlich habe ich mit vielen Leuten darüber gesprochen, die alle gesagt haben, du kannst dem Dalai Lama keinen Brief schicken. Und mein einziger Gedanke war, okay, habt ihr das denn schon versucht? Oder warum sagt ihr mir, dass das nicht geht? Und ich habe mir da ein bisschen Zeit genommen und habe echt einen wirklich von Herzen emotionalen Brief ihnen geschickt, warum ich das machen möchte. Und bekam dann sehr schnell eine Antwort und zu aller Überraschung. Und ja, so war das. Das war vor fast neun Jahren, genau. Ich reiste dann mit meiner Familie. Ich habe die Chance, die Gunst der Stunde genutzt. Und meinen kleinen Sohn, der war damals zwei, und meine Frau mitgenommen. Und dann durfte ich damals in Wiesbaden und in Frankfurt seine Heiligkeit für vier Tage lang begleiten und war quasi sein einziger Fotograf. Man muss sich das vorstellen, der ist hermetisch abgeriegelt im Pressebereich. Und ich war der Einzige, der quasi so ganz nah auf Tuchfühlung mit ihm vier Tage unterwegs war. Und das war eine ganz besondere Zeit für mich. Also da gehen wir gleich noch mal drauf ein, weil ich glaube, diese Zeit auch mit Dalai Lama dich geprägt hat für all das, was danach gekommen ist. Also dieser Wendepunkt mit 30 und dann das Treffen mit Dalai Lama. Und wenn wir dann mal raufschauen, was daraus alles entstanden ist. Also dieser auch, ich habe eben von Inspiration gesprochen und seiner Botschaft und damit auch die Aura, die er auf dich hatte und das, was dadurch ausgelöst wurde. Da gucken wir gleich noch mal drauf. Aber dieser Wendepunkt im Leben mit 30. Ich glaube, in der aktuellen Zeit stehen möglicherweise viel mehr Menschen an einem Wendepunkt im Leben, als sie sich selbst gerne eingestehen würden oder eingestehen würden. Was war genau dieser Moment? Kannst du dich noch an den Moment erinnern, wo du diese Entscheidung getroffen hast, das dich dann nachhaltig auch aus der Modebranche herausgebracht hat und in ein ganz neues Leben geführt hat? Absolut. Kann ich dir erzählen, als wäre es gestern gewesen. Ich war zutiefst unglücklich und vielleicht auch enttäuscht oder viel besser ausgedruckt, ich konnte auf meiner Arbeit nicht stolz sein. Und wenn ich das Wort Stolz in den Mund nehme, in dem Moment habe ich immer an mein Kind gedacht. Ich habe mir vorgestellt, was ich ihm später auf den Weg geben werde, wofür es sich lohnt zu arbeiten, wofür es sich lohnt, Leidenschaft zu zeigen, durchzuhalten und alles dafür zu geben. Und in Retro-Perspektive gesehen, konnte ich ihm dann nur hübsche Frauenfotos zeigen. Und das hat mich irgendwie leer fühlen lassen. Und das war der Moment, wo ich gesagt habe, irgendwas spüre ich, ich muss was verändern. Und ich habe irgendwie ganz intuitiv, instinktiv bei dem größten möglichen Versuch, der auch so unwirklich mir vorkam, angefangen. Ich schreibe der berühmtesten Person, vor der ich so viel Hochachtung habe, den ich so sehr bewundere, diesen Brief. Und dann begann die große Geschichte, die wir schon am Anfang des Gesprächs angefangen haben und nicht zur Antwort kam. Aber da kommen wir gleich noch zum National Trigger. Und Stolz ist ja in deiner Welt. Was ist Stolz für ein Ergebnis? Also was darf zusammenkommen? Du bist da eben schon mal ganz kurz reingegangen. Aber was darf zusammenkommen, dass du, beziehungsweise auch aus deiner Perspektive, dass Menschen voll Stolz erfüllt werden? Was ist da stimmig? Ja, das ist eine gute Frage. Also es gibt unterschiedliche Formen des Stolzes. Also ich bin unglaublich stolz, wenn ich den Stuhl repariere und nicht den Handwerker rufen musste. Weil ich weiß, auf dem Stuhl sitze ich noch zehn Jahre und ich habe mir 30 Euro oder 50 Euro oder was gespart. Da freue ich mich wie ein Schnitzel, weil ich es selber gemacht habe, weil ich sehr handwerklich geschickt bin und mich einfach diesem Problem annehme. Das ist aber nicht dasselbe, wenn man drüber nachdenkt, wie erfüllend muss ein jedem Individuum sein Leben sein für sich. Und vor allen Dingen Stolz ist etwas, was mich jeden Morgen aufstehen lässt und mich zurückerinnert an den Menschen, der etwas geleistet hat, etwas voranbringt und etwas weiterführt. Und das mit voller Inbrunst auch widerspiegelt in seinem Leben. Nicht nur durch Kommunikation mit Freunden, sondern vielleicht auch, dass sich Leute heute ein bisschen daran erinnern, was ich gemacht habe. Das ist natürlich auch ein Gefühl von Stolz. Aber der erste Gedanke ist tatsächlich bei mir selbst.
wem hinterlasse ich das, was ich geschaffen habe? Das ist das stolze Erbe von mir selbst an meinen Sohn und vielleicht an seine Kinder, zu sagen, ich habe dafür gekämpft und ich habe heute schon verspürt, dass es Tendenzen gibt, die meinen Sohn dazu bewegen, ähnlich zu agieren im späteren Leben. Er möchte auch sowas machen, er möchte auch nicht unbedingt in meine Fußstapfen reingehen, aber er möchte was Sinnvolles machen und er kann heute schon ganz klar unterscheiden zwischen Dinge, die wahrscheinlich nicht sinnvoll für ihn sind, obwohl man damit auch gutes Geld verdienen könnte. Also das ist bei uns nicht die Priorität gewesen und das ist, glaube ich, in diesem Umfang, in dieser Erklärung, so ein bisschen an Stolz geplammert. Also Simon Sinek beschreibt das in dem Buch Find Your Why und Start With Why damit, dass das Stolz dann spürbar wird bei dem, was du tust und wie du es tust und Erfüllung und damit diese Weiterentwicklung des Stolzes, wie du sie beschreibst, aus der intrinsischen Motivation, also dem, warum tun wir das, was du tust, entsteht. Würdest du das so auch unterstützen aus deiner Erfahrung und beschreiben? Hey, wenn du sagst, das war spannend bis hierher, dann lass uns gerne einen Kommentar da, lass uns gerne eine Bewertung da, entweder hier auf dieser Plattform oder auf den anderen, weil das ist das, was uns auch ein Stück weit wachsen lässt, was unsere Botschaft nach außen trägt, was uns ein Stück weit hilft, in die Sichtbarkeit zu bekommen. Und da sind wir natürlich auch ein Stück weit auf dich angewiesen. Wenn du sagst, das war bis hierhin schon ein großer Mehrwert, dann hinterlass bitte einen Kommentar. Bis dahin und nun viel Spaß bei dem, was kommt. Glaubst du, dass diese Zeit als Fotograf und als Modefotograf mit dieser großen, kindlichen, in Anführungszeichen, kindlichen Vision, mal National Geographic Fotograf zu sein, es wurden ja jetzt gerade vor zwei Tagen wurden die, ja, die schönsten, in meiner Sprache, die schönsten Landschaftsbilder oder Naturbilder prämiert, die grandios sind, wenn man da drauf schaut und sagt, wie kann so ein Bild, wie kann so ein Bild entstehen? Bist du dankbar für die Zeit, die du hattest, als Teil des Mode, also als Modefotograf und wenn ja, warum? Sagen wir es mal so, es war ein ein großer Findungsprozess und ich glaube für den Zuschauer ist, glaube ich, an dieser Stelle eine Beschreibung sehr wichtig und sehr gut zu verstehen, wenn ich etwas aus der heutigen Zeit nehme, was uns alle betrifft. Wir eifern am Ende etwas nach, was nicht unbedingt echt ist, ja, also in der Modebranche hatte ich das gleiche Gefühl wie, wenn man heutzutage abends den falschen Fernsehkanal einschaltet oder zu lang auf Instagram guckt, ja, das ist einfach nur eine Darstellung einer Welt, die wir für uns so nicht erreichen können oder auch gar nicht wollen, aber dadurch, dass wir sie konsumieren und irgendwo Teil dieses Ganzen sind, müssen wir ganz genau aufpassen, dass wir in uns, in dem Größteil unserer Zeit und in unserer Wachzeit, in der Arbeitszeit, etwas Sinnvolles für uns selbst machen, weil wenn wir in diesem komplexen Instrument des Überflusses, des Schwachsins sind und daran arbeiten und so hat sich das nämlich verspürt in dieser Modewelt, dann wird das ganz schnell zu einer Blase, die einem echt auf schlechte Gedanken bringt, ja, um noch mal zurückzukommen, warum ich diesen Schritt eingegangen bin in den 30, aber so hat sich das angefühlt. Ich vergleiche das auch, diese zehn Jahre Modezeit, klar ist es ein toller Beruf, klar findet man es toll, hübsche Frauen zu fotografieren und vielleicht hat man da noch viel Geld verdient und ist dann wieder weg, aber weiß nicht, ich hätte es nicht länger machen können, als diese zehn Jahre. Also ich hätte eine Hypothese, wenn ich darf, dass in der Substanz und in dem Erkennen von Talenten es dir die Grundlage gegeben hat, diese Zuversicht, diese absolute Certainty, dieser Glaube an dich selbst, nicht nur den Brief an den Dalai Lama zu schreiben, sondern diese energetische Kraft zu haben in dieser vollen Zuversicht, dass du es kannst in Anführungszeichen und dass du deinen eigenen und vielleicht auch seinen Erwartungen, die glücklicherweise gar nicht dagewesen sind, an Erwartungen, aber ihn diese vier Tage überhaupt begleiten zu können und natürlich für all das, was danach kam. Es ist auch sehr stark der Gedanke in mir geprägt, nach wie vor noch ein Kind zu sein. Ganz wichtig. Also ich freue mich jetzt schon auf die Rückfahrt gleich nach Hause. Mein Kind, ich weiß nicht, ob er dann schon schläft, aber ich bin sehr auf ihn fokussiert. Wir machen unglaublich viel und das auch nur, weil ich mich selbst noch wie ein Kind fühle. In der Idee dessen, was ich beruflich machen wollte, hatte ich immer diesen kindlichen Gedanken, den ich vielleicht mit 12, 13 hatte. Was willst du später werden? Feuerwehrmann, Astronaut oder National Geographic Fotograf. Ich habe das nie außer Augen gelassen. Ich habe immer daran denken müssen, aber ich wusste einfach nie, wie. Und dann passierte dieses in Anführungszeichen kleine Wunder mit 30, genau. Da gucken wir dann gleich noch mal drauf, also wie deine Familie beziehungsweise dein Kind auch inspiriert ist, sicherlich von dem, was du heute tust. Wir sind ja da jetzt noch mittendrin. Was ist denn nach dem Wendepunkt und nach nicht nur dem Treffen, sondern auch dieser intensiven Begleitung des Dalai Lama für dich entstanden? Gute Frage. Zunächst einmal möchte ich den Zuhörern vielleicht an dieser Stelle mitteilen, dass ich ich hatte nicht wenig Erwartungen, aber ich hatte ganz andere Erwartungen als die meisten Menschen. Und ich glaube, das ist die tiefe Verbindung zwischen seiner Heiligkeit und mir heute, dass er erkannt hatte, dass ich keiner von denen bin, die ihn aus dem folgenden Grund unbedingt sehen müssen. Er hätte mir nicht helfen können, er hätte mich nicht heilen können, er hätte auch die Welt nicht retten können, er hätte nichts von dem machen können, wozu die meisten Menschen ihn gerne konsultieren. Er möchte in der persönlichen Begegnung nur Menschen treffen und kennenlernen, die auch zuhören können, die unverblümt einem gleichwürdigen Menschen gegenüber treten können. Also er ist nicht der Heilige und er ist auch nicht der Guru und er ist kein besonderer Mensch. Das ist das Erste, was er einem sagt, wenn man unter vier Augen mit ihm spricht. Und dann den Rest seiner Wahrnehmung dieser Person gegenüber abfallen zu lassen, ist nicht einfach, muss man ehrlich sagen. Ich war ja auch unglaublich nervös, aber was ich dann bemerkt habe, war ungemein wichtig für den weiteren Verlauf meiner Karriere oder meiner Zukunft, weil ich einfach bemerkt habe, okay, der Fokus richtet sich auf diese Person und Tausende, hunderttausende Menschen wollen diese Energie spüren, obwohl er ja nur einen eigenen Monolog führt. Er hält ja seine Reden, er spricht, er kriegt ja gar nichts zurück vom Publikum, bis auf die Fragen, die ihm gestellt werden, die im Prinzip immer dieselben sind. Kannst du mich retten? Kannst du die Welt retten? Wie geht's mit dem? Was passiert hier auf der Welt? Er antwortet aber schon seit Dekaden, immer gleich. So, und dann treffe ich ihn und wir sprechen auf eine ganz normale menschliche Art und Weise, wie zwei Menschen unter vier Augen und ich habe in diesem Moment dieses Ungleichgewicht verspürt, und zwar das Ungleichgewicht zu dem, was er uns versucht zu vermitteln. Das, was vielleicht nie einer hinterfragt hat, aber er ist und bleibt der Botschafter für sein Volk, den Tibetern, und möchte eine Message verkünden. Darauf geht aber kein Mensch mehr ein heutzutage. Die Menschen haben ihre eigene Sorgen und deswegen wollen sie Dalai Lama treffen. Und das fand ich so, ja, ich möchte fast schon sagen, gemein, dass ich gedacht habe, das kann doch nicht wahr sein, dass hier nur Menschen sind, die von dir gerettet werden wollen, dabei kommst du doch zu uns, um uns zu erzählen, dass die Tragödie Tibets der Grund ist, warum du hier zu den Menschen sprichst. Und dann ist mir quasi, mir ist das wie ein Stein von der Seele gefunden. Ich habe gesagt, das kann doch nicht wahr sein, wir müssen dir doch was dagegen tun. Das habe ich zu mir selbst gesagt. Ich habe gesagt, wir müssen dir doch mal helfen, und so ist das Versprechen entstanden. So ist mir die Idee gekommen, ich bin nicht hier, um dich zu treffen, um ein Foto zu machen, um der ganzen Welt zu zeigen, wie toll ich bin, weil ich ein Foto von dir habe, sondern ich frage dich, wie ich dir helfen kann, und ich möchte alles dafür tun, dir mit deiner Mission, mit deinem Dasein, mit deiner Daseinsberechtigung, heute als eine einzige kleine winzige Person, Jakobus, der Fotograf, zu helfen. Und das war das Versprechen. Und das ist dir gelungen, bevor wir auf dieses Versprechen noch mal eingehen, was daraus entstanden ist, wie hat diese Begegnung und das, was du gerade so wunderbar reflektiert hast, wie hat das dein eigenes Wertesystem, das, wie du in Zukunft mit Menschen, mit Menschen interagiert hast, du bist jetzt jemand, wo andere auch zu dir kommen, um ein Foto mit dir zu haben, weil du auch einige Dinge geleistet hast, die für viele Menschen größer sind als sie selbst. Wie gehst du damit um, und wie hat diese Begegnung, und was ist in dir ausgelöst, hat dich verändert, mal rückblickend über die letzten zehn Jahre? Das ist eine sehr schöne Frage. Wenn ich das heute mal in Worte fassen würde, ist es, ich bin heute noch feinfühliger mein Gegenüber, um herauszufinden, was denn sein Need ist. Was ist denn sein Need? Viele Menschen wollen mich heute kennenlernen, um meine Geschichte zu hören. Und die meisten Menschen wollen den Dalai Lama hören, oder kennenlernen, um seine Geschichte zu hören. So, und für mich war entscheidend, das Gegenteil zu provozieren. Was ist denn sein Need? Und was war meins? Meins war, ihn unbedingt treffen zu wollen, und unbedingt dieses Foto zu machen. So, das hatte ich gemacht, gar kein Problem, das war schon am Tag 1 für Tag 4 erleichtert, und alle wollten mir auf die Schulter klopfen, aber auch das hat mich nicht erfüllt. So, als hätte ich irgendeinen auf der Straße fotografiert. Das war für mich bedeutungslos. Das Foto, die ganze Aktion war bedeutungslos. Um dann herauszufinden, dass ich hier eine einmalige Chance bekomme, mit ihm unter vier Augen zu sprechen, um ihm zuzuhören und herauszubekommen, was ist denn sein Need? Es kann doch nicht sein, dass der nicht irgendwas braucht, oder nicht irgendwie Hilfe empfangen möchte. Und dann war das total klar, er spricht über nichts anderes seit zig Jahren. Und damit konnte ich das umdrehen, und es gibt tatsächlich nichts Schöneres, als jemand anderen zu helfen. Er hat mir am Anfang geholfen, ohne dass ich es wusste, aber dass er diese Frage, diese Kristallination, diesen Umkehrschluss herausgefordert hat, mich dazu zu führen, dass nun ich in der Bringpflicht sein möchte, ihm zu helfen, war das Großartigste für mich. Er hat mich niemals darum gebeten, er hat mich nicht danach gefragt. Das Einzige, was er gesagt hat, Jörg, was würdest du eigentlich wirklich machen in deinem Leben? Für mich war das klar, für ihn nicht. Aber warum hat er mich das gefragt? Die Frage war doch fast überflüssig. Nein, war sie nicht. Sie war nicht überflüssig. Da hat es bei mir einen Klick gemacht im Kopf, und ich wusste, meine Mission wird sein, dir zu helfen. Und alles, was danach kommt, dafür brauchen wir sehr viel Zeit, aber du musst eine Kurzfassung versuchen zu kreieren für die Hörer, damit die verstehen. Das kriegen wir hin, das kriegen wir hin. Ich führe dich durch den Prozess, lieber Jörg. Aber bevor wir da hinkommen, jetzt mal den, in Anführungszeichen, normal Sterblichen, die nicht National Geographic Fotograf sind, die nicht diese Umsetzungspower haben und diese große Mission, sicherlich durch das Treffen damals und allein durch die Frage, was willst du mit deinem Leben mal anstellen, sicherlich den großen Auslöser bekommen hast. Was würdest du aus dieser Erkenntnis mit dem Dalai Lama und diese Fragestellung, was hat er für einen Need oder was hat dein Gegenüber für einen Need? Welche Botschaft würdest du den normal Sterblichen, wie mich und anderen Zuhörerinnen und Zuhörern hier zurufen, als das Learning, was du aus dieser Zeit mitgenommen hast? Okay, das ist eine gute Frage. Also grundsätzlich ist es sehr vorteilhaft, in jeglicher Beziehung, in jeglicher Geschäftsbeziehung oder Privatbeziehung oder in jeglicher Begegnung eines Menschen, erst einmal abzuwarten und etwas über den Gegenüber zu erfahren, um darauf eingehen zu können. Weil man hat grundsätzlich eine Erwartungshaltung gegenüber jedem, jedem. Nicht nur bei der Kassiererin, die soll einen anlächeln, damit man bezahlt, der Preis muss stimmen oder, ein dummes Beispiel, oder man geht zu Freunden oder man hat ein Meeting mit dem Chef oder man hat eine Erwartungshaltung, man möchte etwas erreichen. Und wenn man damit zu schnell vorprescht, dann funktioniert das nicht. Es muss eine Interaktion stattfinden, in dem auch der Kontrahent oder nicht Kontrahent, aber der Gegenüber eine gewisse Empathie verursacht durch dieses Umtauschen des Needs. Also ich frage meinen Chef, wie es ihn geht, ich gehe darauf ein, vielleicht war er gestern klettern und ha ha, ich kann auch klettern, ich war auch in den Bergen. Wenn diese Situation zustande käme, würde ich wahrscheinlich mit dem Chef, den ich nicht habe, erst mal eine Stunde über Klettern reden und dann würde ich sehen, wie toll der das findet, was er nie wusste, dass ich auch kletter und dann werden wir nächste Woche Freunde, gehen zusammen klettern und ich werde befördert. Und ich habe ganz vergessen, was ich meinem Chef eigentlich fragen wollte. Aha, Gehaltserhöhung, habe ich vergessen. Also egal mit wem, ob man ihn mag oder nicht mag und witzigerweise, wenn man jemanden nicht mag oder man den Eindruck hat, dass er einen nicht mag, noch interessanter, nicht vorpreschen und sagen, was man will, abwarten und fragen, was er sagt und dann darauf eingehen. Großartig, ganz einfaches Spiel. Einfach mal abwarten und zuhören. Die erste und wichtigste Botschaft des Dalai Lamas, zuhören, zuhören, zuhören. Danke Jörg und ich glaube, eine ganz wichtige Botschaft in Zeiten wie diesen, wo das Zuhören, so wie bei uns jetzt hier auch gerade im Online passiert und dadurch noch eine ganz andere Herausforderung dazu kommt. Das war der zweite Wendepunkt. Also der eine Wendepunkt, sicherlich die Entscheidung zu treffen, der Modeindustrie und deiner Passion oder vermeintlichen Passion dort den Rücken zu drehen und dem Dalai Lama ein Versprechen abzuringen. Was war das Ergebnis beziehungsweise die Reise, auf die du dich dadurch dann begeben hast? Um das mal ein bisschen kürzer zu machen, also das Ergebnis gab es erstmal nicht. Ich habe das quasi mit einem Selbstbewusstsein rausgehauen, dass ich gar nicht wusste, ich habe mich gar nicht wiedererkannt, wie kannst du diesen Menschen Versprechen geben und dann gehen. Und das habe ich dann erstmal meiner Frau erzählt und wir waren in einem ganz simplen kleinen Hotelzimmer. Ich habe natürlich auch ein Gläschen Rotwein gebraucht danach, um zu realisieren, was ich da wirklich getan habe. Und dann habe ich das am nächsten Tag so ein paar Herrschaften erzählt, die mit in dem Raum waren. Die haben auch schon den Kopf geschüttet, um Himmels Willen, was hast du denn da gemacht. Und dann ging es darum, zu bekräftigen, dass ich das wirklich so meinte. Ich meinte das so, ich weiß, ihr könnt euch nicht vorstellen, dem Dalai Lama ein Versprechen zu geben, aber ich meinte das so. Und im selben Atemzug habe ich auch gesagt, ich brauche jetzt euch als Zeugen, ihr müsst mir dabei helfen, mein Versprechen einzulösen. Und so wuchs diese Geschichte mit diesem unerbringlichen Wunsch oder Gedanken, ihm zu helfen, darin auch nicht aufzugehen. Wenn man jetzt zurückblickend in der Chronologie von Tibet bis heute guckt, dann gab es mehr als eine Million Hürden und eine Million Probleme und tausend Gründe sofort, dies zu revidieren. Zu sagen, Entschuldigung, mit dem Versprechen, vielleicht lag es an dem Glas Rotwein, das war nicht so gemeint, tschau. Aber das ist vielleicht meine Stärke, das ist genau meine, dafür kennt man mich, glaube ich. Wenn ich einmal was sage und verspreche, dann muss ich das durchhalten. Zunächst war das Utopie, man kann nicht nach Tibet reisen, man kann keinen investigativen Journalismus dort betreiben. Du kommst da nicht mal alleine hoch als Individualtourist, du hast keine Chance dort zu filmen. Was ich alles erfahren musste, war Schwieriges. Woher nimmst du überhaupt das Geld, du hast dich entschlossen aufzuarbeiten, was ist mit deiner Familie, wer kümmert sich um die, wie lange willst du überhaupt wegbleiben, ich habe gesagt, 100 Tage, ausgerechnet, okay. Aber irgendwie war auch meine Frau und meine Familie so von dieser Idee begeistert, weil sie einfach gespürt haben, wie ich auf einmal eine neue Lebensfreude, ein Feuer in mir habe. Meine Frau wusste, dem geht es gut, dem geht es auf einmal gut, der hat etwas völlig Beklopptes getan, der musste 30 werden, um sowas Beklopptes einmal auszusprechen und jetzt geht es ihm total gut. So als hätte ich auf einmal ein Ziel gebraucht, ein Ziel, eine Herausforderung und das war ziemlich hoch angesetzt, die Nummer. Wie lange hat es dich gebraucht, das Versprechen in Anführungszeichen einzulösen? Wir wissen, dass die 100 Tage als erster Impuls ein begleitendes Element vieler weiterer grandioser Projekte sind, die du umgesetzt hast. Wie lange hat es gedauert, bis du den Haken dran gemacht hast, um diesen Loop zu schließen? Und was war danach anders, als zum Zeitpunkt, wo du das Versprechen gegeben hast? Also man muss dazu vorher erklären, ich bin mein Leben lang schon gerne gereist, auch schon damals mit den Eltern um die ganze Welt. Sei es normal, pauschal Tourist oder irgendwo auf die Pyramiden klettern, ich war schon ziemlich weit und ich wusste, das ist meine große Leidenschaft, ich hatte auch immer eine Kamera mit, aber das ist weit weg von einer Expedition, Planen und Durchführen. Und bis dato war ich ja nur in Anführungszeichen Modefotograf. Auch das ist nicht so einfach, aber ich habe jetzt gesagt, ich möchte eine groß angelegte Expedition in Tibet durchführen, in dem Land, in dem das unmöglich ist. Das heißt, ich musste jetzt erstmal ungefähr ein Jahr versuchen, auf einer Seite das nicht jedem zu erzählen, weil es ist ein sehr filigranes Thema, eine sehr schwierige Angelegenheit, sowas vorzuhaben.
natürlich recherchieren, planen und irgendwann Sponsoren finden, Kooperationspartner, Geld sammeln und so weiter. Aber währenddessen hat man keinen Beruf mehr, keine Einnahmen und währenddessen muss man natürlich auch in den Bergen sich rumtreiben, um mal irgendwie trittfest zu werden. Und da hätte man mich dann getroffen. Auf der Berghütte, genau. Den hätte ich dann erzählt, ja ich habe vor nach Tibet zu reisen, weil ich habe dem Dalai Lama das versprochen. Ich glaube, wer mich auch immer dann im Berg getroffen hätte, der hätte gesagt, du hast auch nicht geschaffen. Aber so ist das entstanden. Auch das war nicht einfach und irgendwann kam Tag X. Großes Lebewohl zu meiner Familie mit vollgepackten Rucksäcken, mit Equipment und hochalpinen Geräten und keine Ahnung, weil ich alles mit hatte und dann war ich weg. Komplett weg. In Tibet ist man komplett weg. Keine Möglichkeit zum Kontakt. Also das war schon krass. Und wie lange warst du dann in Tibet unterwegs? Ich war in der ersten Reise 60 Tage unterwegs und wurde dann tatsächlich geschnappt. Also man darf nicht als Individualtourist in Tibet rumreisen. Man sollte auch tunlich keine Fragen stellen, nicht mit Tibetern selbst sprechen oder die komischen Anlagen, über die man mal reden sollte, filmen. Und all diese Sachen führten dazu, dass ich immer versteckter agieren musste. Ich habe mich schon gefühlt wie so ein kleiner Spion, der da rumrennt. Immer auf der Flucht von irgendwelchen Militärkontrollen und so. Und bin sehr, sehr tief ins Land reingekommen. Aber irgendwann, ich weiß gar nicht mehr, wie es passiert ist, aber irgendwie kam das Leuten verdächtig vor, dass ich da alleine rumreise. Und dann wurde ich tatsächlich nach 60 Tagen rausgeschmissen und zur Grenze begleitet, mit der Aussage, dass ich nie wieder in dieses Land reisen könnte, weil mein Pass jetzt markiert ist. Und das war ein kleiner Tiefschlag für mich, weil ich hatte die Reise ganz penibel geplant und ich hatte meine Ziele gesteckt und wollte all das dem Dalai Lama zeigen. Ich wollte ja sein Auge und sein Ohr in Tibet sein. Ich wollte ja das zeigen, was der Tibeter heute durchlebt in seiner okkupierten Form des Daseins unter den chinesischer Führung. Und das wollte ich zeigen. Und all diese Aufnahmen, all diese Tonmitschnitte, Kamerabilder, die hatte ich zwar jetzt mit und ich habe es auch geschafft, über die Grenze zu bringen. Das war nicht so einfach. Aber meine komplette Reise war noch nicht fertig. Und deswegen bin ich erst mal nach Hause gegangen. Alle waren froh, an erster Stelle die Familie, aber ich war noch nicht froh. Ich war noch nicht froh. Ich hatte mein eigenes Versprechen, so wie ich es so lange geplant hatte, noch nicht eingelöst. Und das war dann ein schwieriger Kampf, nochmal die Familie davon zu überzeugen, nochmal Schulden aufzunehmen, nochmal Geld zu besorgen, um dann nochmal nach Tibet reinzureisen, was natürlich fast unmöglich war. Aber irgendwie ist es mir gelungen und dann war ich am Ende genau 100 Tage in Tibet allein. Also nicht ganz alleine, aber. Was du gerade beschreibst, also in der ganzen Geschichte jetzt bis 100 Tage Tibet, aus dem ja auch dann ein grandioses Werk entstanden ist, mit wunderbaren Bildern, die all das versuchen einzufangen. Ja, ein guter Freund von mir hat mal gesagt, als wir auf einer tollen Wanderung waren, Pictures don't pay it's justice. Also die zeigen gar nicht das, was wahrlich auch im Herzen in dieser Natur entsteht. Bist du für mich jemand und zeigst, dass es keine Grenzen gibt, die nicht zu überwinden sind. Er hat einen Pass gestempelt, ein Versprechen an den Dalai Lama, nach 60 Tagen rausgeschmissen, zu sagen, sorry, ich komme wieder, ich lasse mich so einfach nicht abspeisen. Ich habe da ein Versprechen gegeben und ich gehe wieder rein. Also dieses Unüberwindbare und dieser Beweis dafür, dass Grenzen nur im Kopf sind, aber nicht in der Realität. Wie hast du dich da motiviert und wie bist du immer wieder über diese vermeintlichen Grenzen hinaus und durchgebrochen? Ich glaube, an dieser Stelle wäre es ganz gut, mal zu erläutern, wie ich mich selbst als Person in diesem Beruf sehe. Man hat jetzt gehört, National Geographic Fotograf, dann denken die meisten wahrscheinlich an das grandiose Foto vom Nashorn oder Wolken, Grund, Wasserfall, keine Ahnung. Kein Bild auf der Welt steht alleine in dieser Ebene. Das, was ein Foto ausmacht am Ende, ist nur die Geschichte hinter dem Bild. Wenn es keine Geschichte gibt, gibt es kein Bild, was heute prämiert wird, was das Tollste ist und das Schönste. Es gibt welche, die sind ästhetisch im goldenen Schnitt perfekt fotografiert und das ist eine schöne Wandtapete, aber die imposantesten, ausdrucksstärksten Bilder haben eine Geschichte. Und diese zweite Ebene, die war in meiner Seele. Die Geschichte konnte mir keiner nehmen. Auf eine Art und Weise habe ich es dokumentiert in der Form meiner Kamera, aber das viel Wichtigere, der größere Schatz sozusagen, das sind meine Eindrücke im Tibet gewesen und die zu Papier zu bringen, die auf den Film zu bringen, die niederzuschreiben in tausend Interviews und all diese Geschichten zu erzählen, war am Ende die Erfüllung meines Traumberufes. Es ist vielleicht gar nicht das rein objektive Fotograf-Dasein, es ist vielmehr der Geschichtenerzähler, der daraus entstanden ist mit dieser Reise. Das heißt, die Bilder und die Geschichten und die Eindrücke, die man für sein Leben lang im Kopf hat, stärker als jeder Alltag, jede Jahre, die vorbeigezogen sind, in dem man nicht mehr weiß, was da passiert ist. Eine Reise öffnet den Horizont so was von ungemein, dass man alles immer speichert und konsumiert und das ist der größte Schatz dieses Berufes. Und vielleicht auch an alle Zuhörer. Ich glaube, jeder kann jeden Urlaub noch beschreiben, jede Reise, wenn er interessant, wenn er schön war, aber was dazwischen war meistens nicht. Und das ist, glaube ich, eine Sucht, die sich dadurch entwickelt hat. Ich wollte mehr Geschichten erzählen und das hat mich sehr angetrieben. Ja, es ist spannend, was du sagst und wie du das reflektierst. Der Name, der mir da ganz spontan einfällt, ist Reinhold Messner, den du zu einem späteren Zeitpunkt für ein weiteres Projekt, was mittlerweile auch schon, naja, in Ansätzen abgeschlossen ist, weil eigentlich geht es jetzt erst richtig los, da kommen wir gleich noch drauf, der natürlich aus all seinen Jahren und Jahrzehnten und unterschiedlichen Lebensphasen grandiose Geschichten nicht nur mitgebracht hat, sondern auch in der Lage ist, durch sie andere, viele, viele tausend Menschen jedes Jahr immer noch zu inspirieren, ihre eigenen Visionen zu kreieren und denen nachzustreben. Was ist dein Antrieb beziehungsweise die Botschaften oder die Geschichte hinter den Geschichten, also das, was durch das Erzählen durch dich bewirkt werden will? Das ist ganz einfach zu erläutern mit der Überschrift, wir dürfen nicht vergessen. Wir wollen unsere Zukunft besser gestalten, wir wollen die optimieren, wir sind mit dem Ist-Zustand nicht zufrieden und suchen nach einer Verbesserung für die Zukunft. Vielleicht nicht mal mehr für uns selbst, aber für die kommende Zukunft und dafür dürfen wir nicht vergessen. Wir müssen Dinge bewahren, Geschichten erzählen und vor allen Dingen diese Historien, die letzten Wochen immer wieder uns vor Augen halten. Das ist die Grundlage für die Zukunft. Die Grundlage, die Zukunft ist jetzt in dem Tun, was wir heute tun, das ist die Zukunft. Aber wir dürfen darüber hinaus niemals vergessen, was wir in den Jahren zuvor getan haben, vielleicht auch falsch getan haben, ohne hier den moralischen Zeigefinger zu heben, aber daran bildet sich das Gerüst für die Zukunft. Da gibt es ganz viele Bereiche und Themen auf dieser Welt, die sind so meiner Meinung nach so untold. Die sind, warum wird das so Kleingespräch? Warum wollen wir es nicht wahrhaben? Und wenn wir das nicht tun, wenn wir die Leute nicht unterstützen, die dafür plädieren, dass diese Geschichten aufrecht halten, vielleicht ein kleiner Appell auch an die Medien an dieser Stelle, dann können wir die Zukunft nicht besser gestalten. Und das ist meine Ideologie, das ist meine Aufgabe hier draußen. Das kann ich am besten durch die Geschichten, durch meine Erfahrungen. Und das spürt und sieht man immer wieder, also spüren jetzt auch gerade in dem Podcast, was dich antreibt und auch das Sehen und Reflektieren, weil nach dem 100 Tage Tibet und ich will mal sagen, so das Endergebnis, das Produkt für uns als jemand von außen, der dann diesen Bildband kaufen kann und sich entweder dann auch in Vorträgen von dir oder in den Interviews, die du führst, von deinen Geschichten inspirieren zu lassen und ich sage mal die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, damit wir vielleicht wohl behalten in Anführungszeichen auch in die Zukunft kommen, ist ja nach 100 Tagen Tibet noch ein weiterer Band entstanden, nämlich 100 Tage Amazonien. Wie ist es dazu gekommen und hat dich da Ähnliches angetrieben? Wem hast du da dein Versprechen gegeben? Ja, jetzt kann man sich schnell denken, hey, Jörg, die Geschichte kannst du nicht nochmal tauschen. Tatsächlich ist es so, dass ich mich niemals, ich würde mir niemals irgendwas einfallen lassen, um irgendwie weiterzumachen. Das heißt, ich schaue wirklich in die tiefste meiner Seele hinein und schaue, was mich dort triggert und bei dem zweiten Projekt war es tatsächlich das Amazonasgebiet in Südamerika, weil es da eine Geschichte gab, die nicht nur mich bis in die heutige Zeit verfolgt hat, die kennt jeder, der Regenwald wird abgeholzt, die grüne Lunge unserer Erde, sondern auch eine tief emotionale Bindung zu diesem Wald. Und zwar kommt das aus einer Geschichte, als ich 14 war, als ich zum ersten Mal nach Venezuela in den Dschungel gereist bin, damals noch mit meinen Eltern und mich unschwer verliebt habe in ein indigenes Mädchen. Also vom Jugendlichen zum Erwachsenen sein, diese Frau hat nicht nur mein Herz gebrochen, sondern sie hat mich zum Mann gemacht und ich könnte jetzt ganz weit ausholen, aber das war meine erste große Liebe. Und dann ist man weg und dann beginnt das Leben und der Beruf und keine Ahnung und dann ist man auf einmal an den Punkt 2013, nach so einem erfolgreichen Bestseller wie 100 Tage Tibet, was macht man als nächstes? Ich hätte mir nichts Besseres einfallen können, als dass mich meine Intuition nach Südamerika gezogen hat, mit dieser kleinen romantischen Vorgeschichte. Aber die Aufgabe war eine ganz andere. Es sind die indigenen Völker, es ist die Stimme aus dem Wald, die uns heute unmisslich zu verstehen gibt, dass dieser Lebensraum beschützt und bewahrt werden muss und das ist einfach nicht mehr sexy in der heutigen Zeit. Wir hören fast gar nichts mehr davon, bis auf jetzt in den letzten Jahren nach dem Präsidentenwechsel und dort mal wieder der Wald brennt, aber theoretisch oder so gesehen ist die Tragödie immer noch da und wir holzen diesen Wald aufgrund von unterschiedlichen komplexen Faktoren immer weiter ab, ohne Rücksicht auf Verluste und das ist auch eine Riesentragödie. Deswegen habe ich damals Amazonien gewählt, den Regenwald, um dort zu schauen, wo welche bedrohten indigenen Völker heute von wirtschaftlichen Interessen noch so stark bedroht sind, dass es wichtig ist, dass wir sie zeigen, wichtig, dass wir über sie sprechen. Ganz interessante Einblicke habe ich dazu den Lesern gewährt und wir haben große Kampagnen aus diesem Projekt gestartet, um tatsächlich Leute und Machenschaften davon abzuhalten, dort weiter zu helfen. Ich hoffe, du konntest mit den bisherigen Impulsen was anfangen, konntest vielleicht auch das ein oder andere auf dich übertragen. Wenn du das ein Stück weit weiter treiben möchtest, wenn du das reflektieren möchtest, wenn du vielleicht auch auf deine Situation schauen möchtest, dann buch dir gerne einen Termin bei uns unter www.d-körtings.com und wir schauen mal auf deine aktuelle Situation und ich bin sicher, auch wir werden dir die ein oder andere Maßnahme weiterbringen. Und nun viel Spaß bei dem, was noch kommt. Ich glaube, viele mögen sich fragen, warum tut der das alles, der Jörg? Also haben deine Projekte, wir sind jetzt gerade mal beim zweiten Größeren, kann solch eine Initiative eines einzelnen Menschen und die intrinsische Motivation und die Mission, auf der du bist, Vergangenes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, beziehungsweise das, was in der Nachrichten- und Informationsflut unterzugehen scheint, nochmal hervorzuheben durch deine Bilder und deine Geschichten. Was mir da in den Sinn kommt, ist, was treibt dich da an und was lässt dich Zuversicht gewinnen, dass du eine Veränderung herbeiführen kannst? Also zum einen ist das tatsächlich unsere allerfaule Art. Unsere faule Art zu konsumieren. Ich bin so dankbar für deine Ehrlichkeit. Du sprichst einfach das aus. Das ist großartig. Wir hocken jeden Abend dort und konsumieren das, was Journalisten und Fotografen dort draußen auf der Welt machen. Ich finde, das ist ein so wichtiger Beruf. Diese Informationsquellen, diese Aufdeckung von Fakten, von Disszuständen, das ist quasi das, was wir uns alle reinziehen, jeden Abend. Dann bilden wir uns eine Meinung, dann sind wir dafür oder dagegen oder wir sind dafür, dagegen zu sein oder irgendwas dazwischen. Aber das ist genau der Punkt, wo ich sage, es hält mich nicht mehr. Ich kann hier nicht mehr sitzen, tatenlos und nur zugucken, wie das alles zerstört wird. A, weil ich das Abenteuer erlebe. B, weil ich die Natur liebe. C, weil es Teil meines Berufes ist, das mit der Kamera festzuhalten und mit dem Tonbandgerät aufzunehmen. Und das ist mein kleines Einwirken als eine einzige Person auf das große Ganze. Und wenn du fragst, ob das Sinn macht, dass ein Einziger was kann, dann möchte ich sagen, ich bin ein großer Teil von den ganz vielen, die dazu beitragen, etwas Großes zu bewegen. Man denke an Greta Thunberg, ein großartiges Mädchen, welche unfassbare Leidenschaft diese Frau in den Tag legt und was hat sie damit schon bewirkt. Das ist großartig, die hört nicht auf. Das finde ich großartig, eine große Inspiration. Vielleicht habe ich auch ein kleines Stückchen Greta in mir. Ja, Rüdiger Nehberg wäre der andere, der mir einfällt, wo jeder gesagt hat, jetzt versucht er da Afrika zu retten bzw. die Rituale, die Beschneidung von Frauen zur Grundlage haben. Und auch dort sehen wir rückblickend, mittlerweile ist er leider gestorben, war eine große inspirative Kraft dort draußen, erleben wir und sehen wir, dass das einen Impact haben kann, wenn wir als einzelne Person versuchen, einen Stein ins Wasser zu werfen und die Wellenbewegung auszulösen, die dann möglicherweise einen Impact auch an den Ufern hat, um es mal so zu sagen. Ganz genau. Amazonien und was mir da jetzt oben aufliegt, gerade 100 Tage Tibet, 100 Tage Amazonien. Hast du zu den beiden Impulsgebern, die diesen Wendepunkt, ein Versprechen und zum Mann geworden hervorgebracht haben, noch Kontakt und sind sie sich der Wirkung, die sie auf dich hatten, bewusst? Auf jeden Fall. Also große Liebe, auch die habe ich gefunden, um dieses Vorwort mal aufzunehmen und am Ende abzurunden. Aber sie war nicht Teil des großen Ganzen. Die Familie haben wir kennengelernt, auch meine Frau hat diese alte Liebe kennengelernt, die Frau hat mittlerweile auch viele Kinder, somit hat das alles ein Happy End. Aber gar nicht so wichtig in dem Projekt. Wichtig war das Augenmerk auf diese bedrohten Völker und dass wir damit heute noch weiterhin arbeiten können, ist ein großer Stolzfaktor, auch für mich, dass ich weiß, dass sich Leute auf mich berufen können, auf meine Expertise, auf mein Wissen aus dem Regenwald und immer wieder diese Interaktionen durch die Medien entstehen. Wie siehst du das, was hast du dazu beizutragen oder was hast du dazu zu sagen? Zum Beispiel jetzt bei den großen Waldbränden wurde ich oft gefragt nach Statements und Interviews und das ist schön. Dadurch weiß ich, okay, man muss den Leuten das viel genauer erklären, das ist viel zu komplex in den meisten Fällen. Der Regenwald ist so groß, welche Auswirkung hat das für das Weltklima? Die meisten ist das nicht bewusst. Man muss das im Detail erklären und das geht am besten mit Menschen, die lange dort waren, mit Leuten, die sich echt auskennen. Rüdiger Nehberg, großartiger Mensch, kann sich gut aussehen. Jetzt muss ja so jemand wie du in Zeiten wie diesen sich wie im Gefängnis fühlen. Die einzige Inspiration, die ich jetzt bei dir sehe, im Rücken ist ein tolles Roll-up, was das aktuelle Projekt repräsentiert. Aber was geht in einem Menschen vor, der jetzt in Zeiten von Lockdowns, von Pandemie, Reisen ist nicht möglich, der in der Natur groß ist, der also groß wird und auch seine volle Entfaltung mit reinbringt. Jemand, der Botschaften und auch Geschichten in die Welt tragen möchte. Wie kommt ein Mensch wie du in Zeiten wie diesen mit diesen Umständen klar? Ein positiver Aspekt beim Älterwerden ist ja, dass ungeduldige Menschen irgendwann geduldig werden. Da ich mich aber immer noch als Kind fühle, ist das mein größtes Steckenpferd. Ich glaube, speziell 2020 muss ich mich in Geduld üben. Ich wurde zwangsweise diese Probe gestellt, mich in Geduld zu üben, aber es hält immer noch an. Ich bemerke manchmal, wie der Druck steigt. Meistens mache ich dann Sport oder haue in den Boxsack rein. Ich kann ja nicht viel dafür, aber das ist so meine Überschrift für dieses Jahr. Ich hatte vieles vor und ich bin auch noch dran. In kleinen Schritten führe ich weiter, was sich schon wahrscheinlich längst zum Abschluss gebracht hat, aber es hat was mit geduldig sein zu tun und das habe ich kurz zuvor gelernt. Ich habe es tatsächlich gelernt, bevor wir in diese weltweite Pandemie kamen. Vielleicht eine schöne Überleitung für dich zu erzählen, was ich als drittes Projekt gemacht habe. Du gibst schon den perfekten Aufschlag dafür, denn es gibt ja so gewisse Muster in deinem Leben. Also wie wir es jetzt schon mal skizziert haben und zuhören.
und Zuhörern zugänglich gemacht haben, nämlich eine große Vision zu haben und dann zu dem Menschen zu werden, der in der Lage ist, diese Vision auch Realität werden zu lassen. Und das sicherlich nur ein Baustein des Musters, weil wir schauen gleich mal auf deine Interpretation deiner Muster. Mal gucken, was wir da noch alles so rausholen. Und auch das aktuelle Projekt, was du schon gerade jetzt angesprochen hast, auch eines ist, was sicherlich eine Inspiration zum Ursprung hatte. Da sind wir gleich gespannt, wer da der Initiator oder wer da der Auslöser gewesen ist für das, was du dann auch im Dezember letzten Jahres zum ersten oder ich würde sagen zum zweiten Schritt hast, Realität werden lassen. Denn der erste Schritt war sicherlich nicht nur die Idee, sondern dann anderthalb Jahre Planung, Vorlauf, Präparation in ganz unterschiedlichen Facetten. Nämlich im Dezember bist du dann aufgebrochen. Ich glaube, es war von den Kanaren bis nach Barbados, nämlich mit zwei Seelenverwandten, um es mal so zu sagen, mit zwei weiteren Grenzgängern, den Atlant nicht zu durchsegeln, wie das viele machen in 18 Tagen, sondern mit Muskelkraft zu durchrudern. Wer war die Inspiration? Wie kommt es dazu? Und ich bin sicher, dass wir auch gleich über diese große Mission, die dahinter steht, auch noch zu hören bekommen, lieber Jörg. Du siehst mich hier kopfschüttelnd. Ja, wer hätte das gedacht? Also jetzt kommt der Fall des Helden, für alle Zuhörer. Das hörte sich ja bis jetzt gut an, Tibet, Bestsellerbuch. Ich wurde in dieser Zeit auch sehr berühmt, glaube ich, was dieses Genre anbelangt, habe auch viel Geld verdient. Allerdings mit dem zweiten Projekt dann nicht. Ich wusste, dass das zweite Projekt für mein Empfinden genauso gut wird, der Amazonas-Regenwald. Aber dann lag es tatsächlich so ein bisschen an dem Fokus der Medien, dass das nicht so erfolgreich wurde wie Nummer eins. Und man muss sich vorstellen, dass mit dieser Risikoakzeptanz alles darauf zu setzen, dass ein Projekt so erfolgreich und gut wird wie Nummer eins, kann man zwangsläufig nur scheitern beim zweiten Mal. Also ich habe mir tatsächlich eingebildet, das würde ein zweites Mal so gut klappen. Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn das aber nicht klappt, dann ist man pleite. Und zwar, weil man das ganze Geld, was man gespart hat und durch Sponsoren bekommen hat, mit einem Schlag weg ist. Und wenn dann das Buch oder der Film dann rauskommt und der nicht läuft, dann verdient man ja nichts. Das heißt, man hat dann alles riskiert und die Kohle ist weg. Und dann fragt wahrscheinlich schon der erste Reporter, ja Herr Hobes, was machen Sie als Drittes? So, das ist eine sehr intensive Zeit, in der man sich dann echt fragt, oh shit, habe ich vielleicht doch aufs falsche Pferd gesetzt oder muss ich jetzt doch wieder zurück in die Modebranche? Und das war so ein bisschen die Zeit um 2015, 16, in dem ich gemerkt habe, dass das hier mit meiner anfänglichen Karriere als National Geographic Weltreisender und Geschichtenerzähler mit investigativen Story nicht so gut funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Und um jetzt hier die Überleitung zu bekommen, ich hatte ja anfangs gesagt, dass ich mir niemals hätte ein Projekt ausdenken wollen, kampfhaft, nur weil ich der Meinung war, dass die Medien sich tatsächlich auf ein anderes Thema besser richteten als der Regenwald. Damit hätte ich eine eigene große Lüge angefangen. Und auch das glaube ich nicht hätte funktioniert. Aber tatsächlich war ich sehr down, ich war sehr deprimiert. Natürlich hat man auch im sozialen Bereich so ein bisschen Ärger mit der Ehe, mit Freunden. Man ist einfach schlecht gelaunt. Man verdient kein Geld mehr, der Erfolg bleibt aus, man ist nicht mehr motiviert. Und das war in einer Woche oder vielmehr in einem Wochenende, wo wir tatsächlich, ich mit meiner Frau ins Meer gefahren bin, um einfach mal gar nichts zu tun. Ich wusste, das Meer, der Strand, das wird so ein bisschen meinen Kopf befreien. Einfach mal den Wind durchblasen lassen, einfach mal das große Weite sehen und nachdenken, nachdenken. Was kann ich tun? Wie komme ich da raus aus dem Schlemmersee? Und das war ein Tag, in dem wieder so ein unglaubliches Wunder passiert ist, weil ich dort einen Schatz gefunden habe am Strand. Und dieser Schatz hat mich nicht nur finanziell aus der Misere geholt, sondern mir ganz klar vor Augen gehalten, was zu tun ist. Es ist das Meer, das mich ruft. Es ist dieser Schatz aus dem Meer, der mir heute sagt, tu was, um deine Ideologie, dein Wissen, dein Leben, dein Beruf weiterzuführen. Und mir war ganz klar, mit diesem Geld von diesem Schatz mache ich mein nächstes Projekt für den Ozean. Ich möchte das zurückgeben. Und das war der Anfang einer noch viel, viel größeren Mission, die wir heute verfolgen als nur ein einzelnes oder ein drittes Buch, das wir damals zu Anfang begonnen haben. Mein Urtraum war es tatsächlich, einmal den Atlantik zu überqueren. Ich wusste aber nicht, wie. Und ein Segelboot erschien mir tatsächlich langweilig. Deswegen hatte ich diesen Gedanken schon sehr oft. Aber ich wollte erst mal versuchen, in alle Richtungen zu schauen. Wo sind denn die Probleme auf dem Ozean? Worüber reden wir denn in den Medien? Was ist denn der Klimawandel? Wo wirkt er sich aus? Warum reden wir immer von den Problemen auf dem Meer? Und es gibt unzählige. Und um das nahbar zu machen, habe ich mir gedacht, als erstes muss ich mal das Meer spüren, um diese Mission auszuarbeiten. Und da kommen wir dann langsam zu der Idee, einmal über den Ozean zu rudern. Viel wichtiger ist aber, dass ich im Laufe dieser Jahre der Vorbereitung erfahren habe, durch Recherchen im Internet, dass es nicht nur viele, viele Probleme dort draußen gibt, sondern auch viele Lösungsansätze. Und dahingehend ist der Titel des dritten Projektes, Heroes of the Sea, geboren. Das heißt, die Helden der Meere sind mein Trigger. Das ist meine Aufgabe. Zeigt die Helden der Meere, damit wir aufhören zu denken, dass wir den Planeten zerstört haben. Damit wir diese ganzen negativen Aspekte, die jeden Tag in den Medien gespielt werden, endlich mal etwas Gegensätzliches, dass wir das revidieren können. Und dass wir sagen, okay, es gibt zwar die und die Probleme, aber wäre es nicht viel besser, im gleichen Atemzug auch die Lösung zu sagen oder die vorzustellen oder vielmehr sich auf eine lösungsorientierte Zukunft zu stützen. Und das war mein Ziel. Ich wollte natürlich die schlimmen Dinge sehen. Ich wollte die Plastikkatastrophe, das Korallensterben, die Übersäuerung, das Wahlsterben, das Tierleid, das Massensterben. Ich wollte das alles sehen und hautnah dokumentieren, um zu wissen, worüber ich spreche. Aber noch viel wichtiger als das, ich wollte eine Lösung finden. Und wenn man sich das so vorstellt, dann kann man sich vorstellen, dass es Bestandteil meines dritten Projektes, die Lösung, die Helden der Meere. Aber dann habe ich mit den Jahren tatsächlich bemerkt, es gibt nicht nur zehn Lösungen zu zehn Problemen. Es gibt hunderte, vielleicht tausende. Und warum kennen wir die nicht alle? Warum kennen wir jedes menschengemachte Problem mit seinem Verursacher so genau, dass wir mit Vor- und Nachnamen beziffern können, wo er herkommt, was er gemacht hat und was er tun wird. Aber wir kennen nicht die Lösung. Wir kennen nicht die Antwort. Und das ist mein heutiges Ziel, meine Aufgabe, meine große Mission, das alles zu bündeln, um den Menschen plausibler zu erklären und zu zeigen. Die Lösungsansätze für die Ozeane. Da kommen wir gleich noch mal drauf. Ich möchte noch mal einen Impuls aufgreifen, der all deine drei Projekte getriggert, initiiert und auch inspiriert hat. Wenn wir so schauen im Internet und in der Welt, da gibt es ganz viele, die einem helfen, so diese intrinsische Motivation zu finden. Finde dein Warum und deine Mission und geh halt suchen, dann wirst du es schon finden. Ich glaube, du bist so ein Sinnbild dafür, dass wenn wir achtsam sind und mit unseren Sinnen offen umgehen und die Kleinigkeit in der Lage sind zu würdigen, etwas in unser Leben kommt, was wir sonst übersehen würden, was bei dir immer wieder eine neue Lebensphase, ein neues Projekt und auch etwas Neues getriggert und initiiert hat, wie der Schatz am Meer. Genau, glaube ich auch. Ich habe im Nachhinein reflektiert, mich gefragt, warum habe ich diesen Schatz gefunden, warum haben die nicht tausend Leute vor mir gefunden, die sind auch da vorbeigefahren, aber sie haben es nicht gespürt, sie haben es nicht gesehen, sie haben es nicht gespürt. Jetzt kommen wir nochmal zurück, man kann nicht nur den Menschen zuhören, man kann auch der Natur zuhören. Wir haben Sinnesorgane, die schon längst verkümmert sind. Wir sind fähig zu Dinge, von denen die meisten Menschen gar keine Ahnung haben, was wir machen können. Sich bewusst zu machen da draußen ist nicht nur eine große Leidenschaft, sondern ein Talent von uns allen Menschen, das wir einfach mal wieder erkennen müssen. Ich erinnere mich immer, es gab immer mal Leute, die führen einen in den Wald und sagen, umarm mal den Baum. Das hört sich lustig an, aber ich habe das nie für schwachsinnig gehalten. Ich weiß, was den Menschen fehlt, wenn die noch nie einen Baum umarmt haben und dann was verspüren. Also ich verspüre jetzt nicht so viel, wenn ich da hingehe, weil ich tausendmal einen Baum umarmt habe und gerne auch auf Bäume klettern mit meinem Sohn. Aber ich kann mir vorstellen, was es auslöst bei Menschen, die komplett fernweg ihrer Sinnesorgane sind, wenn die zum ersten Mal nach zehn Jahren in den Wald gehen und einen Baum umarmen. Und genau das ist damit gemeint. Es gibt das tatsächlich. Und diese Energie und dieses Zuhören und dieses Erzahlensein und diese Sinnesernehmung, wir müssen das wiederbekommen. Rein dafür bist du eine unfassbare Inspiration. An alle Zuhörer, ich mache keine Waldkurse mit Baum umarmen. Nein, das macht er nicht. Deswegen holen wir ja die Geschichten aus dir raus. Dass die, die das hören, vielleicht jetzt entweder jetzt sofort, wo sie es hören, oder später, jetzt am Wochenende, das nächste, was kommt, mal in den Wald gehen und mal schauen, heimlich, wenn keiner zuseht, mal diesen Baum zu umarmen und einfach mal zu spüren, was es mit euch macht. Und zuhören, nicht nur den Menschen, die uns was mitzuteilen haben und nicht immer gleich von sich selbst zu sprechen, sondern auch der Natur mal zuzuhören, kann ganz Großes initiieren. Jetzt könnten wir natürlich rein gehen in die Geschichte, wie ihr euch vorbereitet habt, wie ihr den Atlantik durchrudert habt, was euch da über Weihnachten, Neujahr alles durch die Köpfe gegangen ist und durch das Herz. Ihr dann angekommen seid in Bad Bedos und glaube ich, es gerade noch so zurück nach Deutschland geschafft habt, bevor der weltweite Lockdown ausgerufen wurde und ihr in einer anderen Welt angekommen seid, nicht nur von der Lokalität auf der Welt, sondern auch wirklich bildlich gesprochen in eine andere Welt gekommen seid, als ihr weggerudert seid. Aber das soll heute gar nicht so tief das Thema sein, auch wenn es mich brennend interessiert. Aber all diejenigen, die sich das zugänglich machen wollen, du bist häufig auch in Live-Events, auch online immer noch erlebbar und gibst ja Einblicke in genau diese Erfahrungen. Was mich viel mehr interessiert, ist die Mission, die hinter Heroes of the Sea liegt und wer in deiner Welt und auch aus deiner Perspektive die wahren Helden der Meere sind. Die wahren Helden der Meere sind tatsächlich jeder von uns. Es ist jeder von uns. Es sind Einzeltäter, Leute, die einfach nur zum Strand gehen und die Zigarettenkippe aufsammeln. Nicht nur, weil sie damit nicht etwas Großes bewirken können, aber ich bin der Meinung, dass selbst die kleine Oma von nebenan eine Fähigkeit hat, mit einem Menschen, mit einem anderen Menschen zu sprechen und ihn dahingehend zu überzeugen, dass es aus ihrer Sicht richtig war, diese Zigarette aufzuheben. Und das allein hat schon eine Riesenwirkung auf der Welt. Ist natürlich jetzt nicht in dieser Größe Bestandteil meiner Mission, meines Projektes, aber ich wollte mit diesen kleinsten möglichen Nennern mal anfangen zu erzählen, wie wichtig es ist, auch Einzelpersonen zu berücksichtigen in diesen komplexen großen Ganzen. Also wir haben unter den Helden der Meere tatsächlich einzelne Organisationen durchgeführt durch eine Person, die bis heute, nach Jahren Großartiges geleistet haben und einen Riesenimpact auf unsere Natur hatten. Aber die Helden der Meere sind im Prinzip sämtliche Maßnahmen zur Verbesserung unseres Istzustand der Ozeane. Das können NGOs sein, das können Firmen sein, nachhaltige Produkte, das können Hilfsorganisationen zum Beispiel wie Sea Shepherd oder auch Greenpeace und WWF. Wir haben alle dasselbe Ziel. Oft sind viele Konkurrenten darunter, aber im Prinzip haben wir alle dasselbe Ziel. Die Helden der Meere sind sämtliche Menschen, die aus Leidenschaft sich für etwas einsetzen, das es nicht selber kann. Also die Natur kann sich nicht selber helfen, aber der Mensch kann sie verbessern und dafür gibt es unzählige. Also wirklich, es gibt mehrere hundert Projekte, die wir heute auf Heroes of the Sea vorstellen und wahrscheinlich bis zum Ende des nächsten Jahres bis zu tausend einzelnen Helden, die wir in unterschiedlichsten Formen zeigen und erklären. Erfindung, Philanthropen, NGOs, Firmen, Kooperationen, Initiativen, Vereine, großartige Sachen. Für jedes kleine Problem gibt es eine Lösung. Und damit auch eine Botschaft an uns alle. Sieben Milliarden in der Weltbevölkerung ihren Anteil dafür zu leisten, dass wir nicht mehr Plastik reinschmeißen und abfischen und was auch immer die großen Herausforderungen sind auf den Weltmeeren, auf die häufig und immer wieder aufmerksam gemacht wird, sondern Veränderung, so wie auch in anderen Bereichen des Businessleben oder des Privaten mal bei uns selbst anfangen zu lassen. Ganz genau. Die große Plastikfrage, was machen wir damit? Ich würde es gerne erläutern, vielleicht in einer zweiten Folge mit dir, mein Lieber. Es gibt ganz viele spannende Lösungen daraus. Ja und die Folge und das ist großartig, dass du das ansprichst. Wir werden eine zweite Folge machen, das haben wir den Zuhörerinnen und Zuhörern noch nicht mitgegeben. Nämlich eine zweite Folge, wo wir in das dritte große Projekt von dir nochmal tiefer einsteigen werden und auch die Geschichte der Atlantik- Überquerung jedem nochmal nachfühlen lassen. Du hast wunderbare und auch intensive Geschichten mitgebracht von euch dreien, die sich das ermöglicht haben, aber natürlich auch mit Blick auf das Umfeld eines jeden Einzelnen von euch, die anderthalb Jahre überhaupt des Wachsens und des Planens und 150 Mal in den Baumarkt fahren, um die richtige Schraube zu finden bzw. die gefundene Schraube 150 Mal zu verbessern, weil es ja immer nochmal einen anderen Trick gab, sie anzuwenden. Und darauf freuen wir uns ganz besonders. Aber ich finde diese Botschaft nochmal viel größer, als wirklich jetzt hier einzelne Projekte vorzustellen und Clean the Ocean und wie sie alle heißen nochmal zu skizzieren, sondern ein Appell an uns alle, was können wir tun, um es zu verändern. Und ich darf immer wieder meinen Freund Martin Frey zitieren, der im Guinness-Buch der Rekorde steht, der die sieben Summits bestiegen hat, also den höchsten Berg eines jeden Kontinents, der hat die sieben Weltmeere durchsegelt und war noch auf dem Nordpol und auf dem Südpol. Und jeder, der von ihm eine Keynote hört, der denkt sich, was hat das mit mir zu tun? Ja, ich muss jetzt hier nicht da sieben Berge besteigen, die großen und irgendwie durch die, toll, dass er das gemacht hat und wie er das erzählt. Und seine Frage am Abschluss der Keynote ist eine, die all das in einer Millisekunde transformiert. Und er fragt einfach die Audience, die da sitzen, er bekommt 25.000 Dollar für eine Keynote in Amerika. Gut, im Moment hat er auch nicht so viel zu tun, was das angeht. Es ist eine Frage, die er stellt. What's your Everest? Und deine Frage, die ich hier mitnehme, was kannst du tun, um deinen Beitrag zu leisten, damit es besser wird und nicht noch weiter schlimmer? Jörg, bevor wir diesen Podcast oder diese Folge beenden, weil du hast auch eingangs gesagt, es wartet ein Kind und eine grandiose Frau, die ich im Online schon kennenlernen durfte, auf dich zu Hause. Wenn wir jetzt mal auf ein Muster schauen, auf diese drei Projekte. Ja, wir haben schon ein Muster erkannt, dieser Funke, dieser Spark, der gelöst wurde durch entweder ein Individuum, wie jetzt der Dalai Lama oder das Indigni, die Dame dort, die dich inspiriert hat oder der Schatz am Meer. Das ist ja jetzt erstmal die Vision und die Vision in deiner Welt größer war, als du selbst. Was sind, um auch diesem Game Changer Podcast da auch nochmal eine Botschaft mitzugeben für die Zuhörerinnen und Zuhörer. Was ist aus deiner Perspektive, was sind die Parameter, was ist das Erfolgsrezept, was dich immer wieder hat, diese Vision, die deutlich größer war, als du selbst erreichen lassen? Das Versprechen an mich selbst. Das Versprechen an mich selbst. Wenn ich es ausgesprochen habe, kann ich es auch nicht mehr brechen. Und das ist mein nicht aufgeben Game Changer. Wenn ich mir was selber verspreche, dann ziehe ich es durch. Das ist so, wie dein befreundeter Raucher sagt dir, er hört morgen auf, macht es aber eh nicht, das war euch beiden klar und nächste Woche steht er da und dir war es klar und ihm wahrscheinlich nicht, aber er hat es gesagt und sich damit das Kreuz auf die Stirn genagelt quasi. Und sowas könnte ich mir nicht verzeihen. Niemals. Deswegen ziehe ich das bis zum Schluss durch, was ich mir verspreche. Ich verspreche es nicht nur mir, sondern vielen anderen und dann geht es los. Was passiert in Momenten, wo ein normaler Mensch sagt, okay damit finde ich mich jetzt ab. Jetzt geht es halt nicht weiter.
Dein Pass ist gestempelt, du kommst hier nie wieder rein. In dem Zustand sind wir hier gerade. Und jetzt bist du gerade mitten im Lockdown, wie wir alle. Aber für jemanden wie dich, der nach außen strebt, der Botschaften mitgeben möchte, der seine Geschichten erzählen möchte, gerade jetzt auch aus dem bestehenden Projekt, eingepfercht, fast wie im Gefängnis. Was lässt dich trotzdem aufrechterhalten, was lässt dich durchdrücken? Es ist tatsächlich wieder dieser banale Erstgedanke, wie trete ich meinem Sohn gegenüber und was erzähle ich ihm? Und wenn es ihn nicht gäbe, dann ist vielleicht der Sohn einfach nur der Spiegel, den ich gucke. Es könnte auch der Sohn sein, wenn man kein Kind hat. Es ist dasselbe Kind. Es ist dasselbe Kind, das sich fragt, was hast du jetzt gemacht? Und diese Pandemie ist eine harte Probe. Ich erinnere mich noch gut daran, ich kam zurück vom Atlantik. Ich wurde dann eingesperrt. Ich war erst mal sauer. Ich war beleidigt wie ein kleiner Junge. Danach habe ich Rotwein getrunken, ein paar Wochen. Und ich war immer noch beleidigt. Dann habe ich gemerkt, okay, das findet kein Ende. Was machst du jetzt? Da musst du ganz schnell umswitchen in den Kopf und überlegen, was kannst du noch? Dein Feuer, das bewahre ich mir schon irgendwann. Aber das musst du jetzt auf sich warten lassen. Das lasse ich später raus oder nutze das für eine Podcastsendung. Aber das ist ein gutes Beispiel. Das ist ein gutes Beispiel für die Phase, in der wir gerade alle stecken. Da sollte sich jeder mal in den Spiegel gucken und fragen, wow, was mache ich jetzt mit mir selbst? Beleidigt sein, weiter Rotwein gucken und diese komischen Kanäle abends im Fernsehen oder mal den Arsch hochkriegen und wirklich den Plan schmieden. Wir können gar nicht aktiv werden, das kann ich verstehen. Aber wir können einen Plan schmieden oder uns selbst ein Versprechen geben. Und ich glaube, da bist du Sinnbild für, dass du dir immer wieder in den Spiegel schauen konntest und auch rückblickend in den Spiegel schaust und sagst, ich habe alles getan dafür, dass nicht nur die Vision Wirklichkeit wird, sondern damit auch die Geschichten in die Welt getragen werden können und somit die Botschaft von dir bzw. den anderen Menschen, wie jetzt beispielsweise auch dem Dalai Lama, noch viel mehr Gewicht, noch mehr Bedeutung zukommt, als es möglicherweise ohne dich der Fall gewesen wäre. Vielen Dank dafür. Vielen Dank, Jörg, dass es dich gibt, dass du dieser Mission folgst. Einige wissen, was das auch in deinem Umfeld für Konsequenzen hat und wir haben es ein bisschen reinblicken dürfen, was die Menschen, mit denen du dich umgibst, die sich dir gegenüber auch versprochen haben, wie die mit dir mitgehen und dich dabei unterstützen. Und ich hoffe, dass dieser Podcast auch einen Teil dazu beiträgt, deine Mission weiter in das Land und in die Welt zu tragen mit den Möglichkeiten, die wir über diesen Kanal haben. Von daher lieben Dank, Jörg, dass du in diesem ersten Teil dabei gewesen bist und ich freue mich schon auf den zweiten, dann die Atlantiküberquerung und Heroes of the Sea noch deutlich mehr Gewicht und auch Fokus zu geben. Und wie es bei unserem Podcast so üblich ist, gehören die letzten Worte gerichtet an die Zuhörerinnen und Zuhörer, dem Gast und in dem Fall dir, lieber Jörg. Vielen Dank erstmal für dieses lange, tiefsinnige Gespräch und wenn ich da draußen noch dem Hörer etwas mitgeben will, dann ist es tatsächlich ein Zitat vom Dalai Lama, das nicht besser passen könnte, nicht nur auf mich, sondern auf viele, viele großartige Bewegungen und Menschen da draußen. Du darfst dir niemals vorstellen, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken und ich glaube, sein Zitat geht dahingehend weiter, dass er es beschreibt, in einem Zimmer schlafen zu können und an die Mücke denkt, die ihn daran hindert. Eine großartige Metapher dafür, dass man niemals zu klein ist, um etwas zu bewirken. In diesem Sinne. Habe ich dir zu viel versprochen? Ein episches Interview mit einer grandiosen Persönlichkeit und ich frage dich natürlich, welche Wege warst du in der Lage, jetzt zu demaskieren, zu dekodieren und anzunehmen? Welche kleinen Erfolgsmuster kannst du vielleicht auf dich übertragen, um deine Ziele zu erreichen, um deine Gipfel zu stürmen? Und mach dir ruhig ein paar Notizen. Demaskier die Wege, die der oder diejenige gegangen sind und übertrage sie auf dich. Und wenn du sagst, du möchtest das gerne nochmal reflektieren, du möchtest gerne die einzelnen Schritte vielleicht nochmal präziser und strukturierter reflektieren, dann buch dir gerne einen Termin bei uns unter www.d-körtings.com und wir sind sicherlich in der Lage, dir den einen oder anderen Impuls nochmal zu geben bzw. die eine oder andere Frage zu klären. Oder wenn du sagst, meine Selbstständigkeit, die braucht mal wieder ein Stück weit Schub in meinem Unternehmertum, mit meinem Unternehmen darf es nochmal richtig vorangehen. Irgendwie habe ich das Gefühl, ein Plateau erreicht zu haben und ich möchte die richtigen Interessenten anziehen. Ich möchte mehr Kunden gewinnen. Ich möchte, dass ich in der Lage bin, großartig meine Leistung zu liefern, damit sie lange bei mir bleiben. Wenn alles gut zusammenpasst, das Business skalieren, dann buch dir den Termin, weil ich bin sicher, wir werden aufgrund deiner aktuellen Situation, dir die nächsten strategischen Schritte, die nächsten Projekte, die nächsten Maßnahmen ins Heft schreiben können, die dich auf jeden Fall einen Schritt weiter bringen. Und wenn du sagst, Mensch cool, lass uns mal zusammenarbeiten, auch das kann möglicherweise aus solch einem Gespräch entstehen. Bis dahin, wir hören uns in einem der nächsten Podcasts, in einem der nächsten Videos. Bis dahin, der Thorsten. Ciao, ciao. Copyright WDR 2021