
Das Richtige richtig machen: Warum KI ohne Strategie teuer wird
KI-Möglichkeiten explodieren, Umsetzungsvarianten auch – und beides wird schneller obsolet, als du baust. TJ erklärt anhand eines simplen 2x2-Quadranten, warum die Kombination aus dem richtigen Anwendungsfall und der richtigen Umsetzung über Erfolg oder Ressourcenverschwendung entscheidet. Ein Buch, das früher sechs Wochen brauchte, entsteht heute in drei Stunden – und Claude macht den eigens gebauten Buchgenerator bereits wieder überflüssig. Warum das kein Randphänomen ist, sondern das zentrale strategische Problem jedes Unternehmens, das KI einsetzt.
Reverse Engineer Anything: Was das für deine heutige Lösung bedeutet
Was vor wenigen Tagen durch die Szene ging, ist kein Science-Fiction: Die vollständige Adobe-Suite – Lightroom, InDesign, Photoshop und mehr – wurde über Nacht in einer Programmiersprache nachentwickelt. Der Begriff dafür lautet Reverse Engineer Anything: Du gibst der KI eine bestehende Software, und sie baut dir eine funktionale Kopie. Das ist kein Randfall. Das ist der neue Normalzustand. Was du heute entwickelst, kann morgen in einer besseren, günstigeren, schnelleren Form existieren – gebaut von jemandem, der einfach deine Lösung als Vorlage genommen hat. TJ bringt das auf den Punkt: Alles, was du heute denkst, entwickelst und umsetzt, ist morgen schon wieder disruptiert. Das klingt lähmend. Es ist aber vor allem ein Aufruf, die richtigen Entscheidungen früher zu treffen.
Drei Probleme auf einmal – warum KI-Projekte so oft in die falsche Richtung laufen
TJ beschreibt drei Kräfte, die gleichzeitig wirken und zusammen ein echtes Orientierungsproblem erzeugen. Erstens: Die Möglichkeiten steigen exponentiell. Lösungen, die gestern noch undenkbar waren, sind heute umsetzbar. Zweitens: Die Vielfalt der Umsetzungsvarianten ist extrem hoch. Skill, Plugin, Agent, App, ein simpler Prompt – jede dieser Optionen kann funktionieren, aber die Wahl der falschen kostet Zeit und Geld, ohne dass es sofort auffällt. Drittens: Alles wird in rasender Geschwindigkeit disruptiert. Während du baust, entsteht bereits der nächste, bessere Weg. Diese drei Kräfte allein wären je für sich handhabbar. Zusammen machen sie es fast unmöglich, ohne eine klare strategische Achse zu navigieren.
Von sechs Wochen auf 15 Minuten: Das Buchgenerator-Beispiel als Lehrstück
TJ beschreibt den Weg eines konkreten Projekts: Früher dauerte es sechs Wochen, mit einer Gruppe von Menschen ein Buch zu schreiben. Vor einem Jahr waren es noch zwei bis drei Wochen – mit erheblichem Aufwand. In der jüngsten Buch-Challenge hat TJ mit 100 Teilnehmern in drei Stunden ein Buch geschrieben und direkt bei Amazon KDP eingereicht. Am nächsten Tag war es im Shop. Dann der nächste Schritt: TJ hatte einen eigenen Buchgenerator gebaut. Heute ist er überflüssig. Claude mit Design-System übernimmt das: Transkript rein, gewünschtes Design angeben – 15 Minuten später liegt ein fertiges Workbook vor, das laut TJ kein Designer besser hinbekommen hätte. Das ist kein Fortschritts-Jubel. Es ist ein Beleg dafür, wie schnell eine selbst gebaute Lösung zur Altlast werden kann.
Der 2x2-Quadrant: Was vs. Wie – und warum der perfekte Sturm unten rechts wartet
Das strategische Werkzeug, das TJ einsetzt, ist simpel und seit Jahrzehnten bekannt – aber in der aktuellen KI-Geschwindigkeit relevanter denn je. Zwei Achsen: Was (der Anwendungsfall) und Wie (die Umsetzung). Beide können richtig oder falsch sein. Das Ziel ist der obere rechte Quadrant: das Richtige richtig machen. Wer den richtigen Anwendungsfall wählt, ihn aber falsch umsetzt – falsche Technologie, falscher Stack, falsches Modell, falscher Partner – hebt das Potenzial nicht. Wer den falschen Anwendungsfall wählt, ihn aber technisch sauber umsetzt, verschwendet Ressourcen auf einem anderen Niveau. Und wer das Falsche falsch macht, landet im perfekten Sturm: maximale Verschwendung, null Output. TJ beschreibt, wie er das selbst in den letzten Tagen gespürt hat – ein ehrliches Signal, dass dieser Quadrant nicht nur Theorie ist.
Fazit: Strategie auf Sicht – Nordstern statt Fünfjahresplan
Ein klassischer Strategieprozess dauert sechs bis neun Monate. Das Problem: Am Ende ist die Welt eine andere. TJ empfiehlt stattdessen maximal 6–12 Monate Horizont für konkrete Ziele und Initiativen – und ein kontinuierliches Re-Evaluieren, sobald sich die Lage verändert. Die Vision darf länger gedacht sein, etwa „Wir wollen ein KI-natives Unternehmen werden." Aber die Wege dorthin müssen beweglich bleiben. Das ist kein Aufruf zur Planlosigkeit, sondern zur strategischen Agilität: Wisse, wohin du willst. Halte aber den Weg offen. Und prüfe vor jedem nächsten Schritt, ob du noch das Richtige angehst – und ob du es richtig angehst.
Das nimmst du mit
- Was du heute baust, kann morgen obsolet sein – Reverse Engineering ganzer Software-Suites über Nacht ist bereits gelebte Realität, keine Zukunftsmusik.
- Die Wahl der Umsetzungsvariante entscheidet mit: Skill, Plugin, Agent, App oder Prompt – jede Option kann funktionieren, die falsche Wahl kostet Ressourcen, ohne es sofort zu zeigen.
- Strategie bedeutet heute maximal 6–12 Monate Horizont – wer neun Monate plant, hat beim Launch bereits eine überholte Strategie in der Hand.
- Das 2x2-Quadranten-Modell macht die Kernfrage sichtbar: Das Richtige richtig zu machen ist das Ziel – das Falsche falsch zu machen ist der perfekte Sturm aus verschwendeter Zeit und verschwendetem Geld.
- Claude mit Design-System ersetzt einen eigens gebauten Buchgenerator: Transkript rein, 15 Minuten später kommt ein fertiges Workbook heraus – besser als jeder Designer-Auftrag.
- Vision darf langfristig sein, Initiativen und Ziele müssen kontinuierlich re-evaluiert werden – KI-Strategie ist kein Einmalprojekt, sondern ein laufender Prozess.
Kapitel
- 00:00 Hook: Das Buch ist da — von sechs Wochen auf drei Stunden
- 00:55 Reverse Engineer Anything: Adobe-Suite über Nacht nachgebaut
- 02:00 Problem 1: Möglichkeiten steigen exponentiell
- 03:00 Problem 2: Vielfalt der Umsetzungsvarianten ist extrem hoch
- 03:55 Problem 3: Alles wird in rasender Geschwindigkeit disruptiert
- 04:55 Live-Beispiel: Buchgenerator durch Claude Design-System ersetzt
- 06:10 Der 2x2-Quadrant: Was vs. Wie — richtig oder falsch
- 07:40 Strategie on the Page: Nordstern statt Fünfjahresplan
- 09:10 Die vier Quadranten: vom richtigen Anwendungsfall zum perfekten Sturm
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Das Transkript zum Nachlesen
Ich will das nur sagen, also das hier, ihr habt das miterlebt, die, die in der Buchchallenge gewesen sind. Übrigens, das Buch kam heute. Es ist richtig geil. Es ist Hardcover, direkt in Amazon publiziert. Früher hat das sechs Wochen gedauert, mit einer solchen Quantität an Menschen ein Buch zu schreiben. Ja, ich erinnere nur daran, was jetzt vor drei, vier Tagen durch die Presse gegangen ist. Also die Presse ist X. Also die Presse schreibt da in einem halben Jahr vielleicht drüber, dass nicht nur Adobe mit seinen fünf großen Programmen, Lightroom, InDesign, Photoshop und andere, über Nacht in einer Programmiersprache komplett allumfänglich nachentwickelt wurde. Der große Begriff, der gerade durch die Szene geht, ist reverse engineer anything, also leite aus Lösungen anderer die eigene Lösung ab. Also ich weiß nicht, wie die deutsche Umgangssprache dafür heißt. Also du, hier ist Microsoft Office, bau mir das nach und dann macht die KI das. Soweit sind wir aktuell und damit ist eigentlich alles, was du heute denkst und entwickelst und umsetzt, morgen schon wieder disruptiv. Die Möglichkeiten, die wir mit der KI haben, Probleme zu lösen, Herausforderungen zu begegnen, neue Lösungen zu schaffen, die wir gestern noch gar nicht wussten, dass wir sie haben, sind wir in der Lage, mit der KI umzusetzen, zu lösen, zu adressieren. Das ist ein Riesenproblem, nämlich, ich komme gleich auf die Summe des Problems. Das Zweite ist, ihr seht, dass ich das noch nicht häufig erzählt habe, das Zweite ist, die Vielfalt der, ich schreibe das richtig, die Vielfalt, ich will nicht Siri fragen, die Vielfalt, das soll Vielfalt heißen, der Umsetzungsvarianten, die Vielfalt der Umsetzungsvarianten ist, ich musste das dazuschreiben, extrem hoch. Also es sind nicht nur viele Wege, die nach Rom führen, sondern unfassbar viele Wege, die nach Rom führen. Mache ich es mit einem Skill, mache ich es mit einem Plugin, mache ich es mit einem Agenten, mache ich es mit einer App, mache ich es mit ein paar Prompts. Falk, du weißt es, die Herangehensweise und die Vorgehensweise und die Schritte, die man braucht, zu einer Lösung zu kommen, welche davon wähle ich? Und jedes Ergebnis mag in erster Linie erst mal ein großartiges sein, nur wenn du dann über einen anderen Weg nachdenkst oder diesen siehst, dann denkst du, fuck, so werde ich es auch lesen können. Wäre vielleicht viel besser gewesen. Also diese Vielfalt der Umsetzungsvarianten ist extrem hoch und, und das ist das dritte, wenn wir den Satz weiterführen, werden in rasender Geschwindigkeit disruptiert. Was heißt das? Ich habe es eben schon mehrfach gesagt. Eine Lösung und deren Umsetzung, die du heute geschaffen hast, kann morgen wieder in einer ganz anderen Form, in einer viel besseren Form, in einer viel adäquateren Form umgesetzt werden. Beziehungsweise die Lösung als solche ist heute schon wieder obsolet. Ich will das nur sagen, also das hier, ihr habt das mitgeerlebt, die dir in der Buchchallenge übrigens das Buch kam heute, es ist richtig geil, es ist Hardcover, direkt in Amazon publiziert. Früher hat das sechs Wochen gedauert, mit einer solchen Quantität an Menschen ein Buch zu schreiben. Jeder hat sechs Wochen gebraucht, sein Buch zu schreiben. Dann von einem Jahr haben wir das gemacht, dann waren es so zwei bis drei Wochen und wir haben viel Arbeit damit gehabt. Und die, die bei der Buchchallenge dabei waren, die wissen es mittlerweile, könnten wir das in drei Stunden machen. Also eine Masterclass-Session mit 100 Leuten, da habe ich in drei Stunden das Buch geschrieben und habe bei Amazon KDT auf Sensen gedrückt und dann müssen die das nur freigeben und am nächsten Tag ist das im Shop. So ist das mittlerweile möglich und die Herangehensweisen, ja, Klot Design, jetzt Klot mit dem Designsystem hat dazu geführt, dass mein Buchgenerator gar nicht mehr relevant ist, weil du schiebst einfach das Transcript in dieses Designsystem, sagst, mach mir ein geiles Workbook. Und der braucht nicht drei Stunden wie mein Buchgenerator, sondern 15 Minuten und dann kommt das geilste Workbook bei raus, wo du sagst, das hätte kein Designer in irgendeiner Form besser machen lassen. So und warum erzähle ich euch das? Denn das Problem, was daraus resultiert, dass die Möglichkeiten exponentiell steigen, dass die Vielfalt der Umsetzungsvarianten so extrem hoch ist, also die Herangehensweisen, die ihr wählen könnt, um ein Problem zu lösen, sind extrem hoch und die Herangehensweise als auch die Möglichkeit oder die Idee, die ihr umgesetzt habt, wird, während ihr das baut, schon wieder disruptiert und es gibt wieder neue Wege, die dort möglich sind. Und umso wichtiger ist es, nächstes Bild, deswegen ist diese strategische Ebene so entscheidend und auch entscheidend, sich diesem Anwendungsfall in einer ganz besonderen Form zu nähern, gibt es zwei Achsen. Die eine Achse ist das Was und die andere Achse ist das Wie. Und das Was können wir, also nicht das Was, sondern wir können das falsche Was machen, also den Anwendungsfall beispielsweise, können wir den falschen auswählen oder den richtigen, da war das Falschen hin, und beim Wie können wir es falsch machen oder auch richtig machen. Und dieses Chart gibt es schon seit Jahrzehnten, nur es wird in der aktuellen Zeit so unfassbar wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und entweder auf der strategischen Ebene die Weichen zu setzen, ohne dass man, ich nehme dich gleich mit rein Sascha, ohne dass man sich in den sechs oder neunmonatigen Strategieprozess bewegt, weil dann ist die Strategie schon wieder überholt, nichts mehr wert, weil sich in den sechs bis neun Monaten schon wieder alles weiterentwickelt hat, sondern diese Strategie eher eine Richtung ist, eine Orientierung, ja, ein Nordstern, aber eher etwas auf Sicht, ja, wenn ihr hier, das wird veracht, Strategie on the Edge, dann ist diese Ziele, diese Ergebnisse und auch die wichtigen Initiativen, die man erreichen möchte, eher etwas, was maximal auf einem halben Jahr oder auf ein Jahr ausgerichtet ist, als auf zwei, drei oder fünf Jahre, wie man das früher gemacht hat. Aber diese Idee, also diese Vision, we want to become an AI native company, könnte eine Vision, eine Mission sein, die ist länger ausgerichtet, nur es gilt ständig die Initiativen und auch die Ziele und Ergebnisse kontinuierlich zu re-evaluieren und auch zu adjustieren. Denn, und wie gesagt, lass mich das noch zu Ende bringen Sascha, dann nehme ich dich mit hier rein, das Ziel darf sein, ja, dass wir hier oben im Quadranten, hier oben im Quadranten, das Richtige, richtig machen. Ganz kurze Unterbrechung nochmal an dieser Stelle und vielleicht folgst du uns hier beim Podcast oder an anderer Stelle aber noch nicht auf LinkedIn. Auf LinkedIn teile ich auch jede Woche mehrere Male unterschiedliche Impulse, Hinweise, Neuigkeiten und gebe Einblick in unser Wirken und dazu müsstest du nur eins tun, dich mit mir zu vernetzen unter www.linkedin.com und dann gibst du einfach meinen Namen ein, Thorsten Körting und dann drückst du auf Follow und dann wirst du gleich versorgt als einer der Ersten mit den neuesten Inspirationen und auch transformativen Wirkungen, die die KI ermöglicht. In diesem Sinne, jetzt weiter mit der Show und wir sehen uns auf LinkedIn. Und ihr könnt euch vorstellen, was in den anderen Quadranten drinsteht, nämlich die große Gefahr ist und wie gesagt, die ist noch viel immanenter, also ich habe es am eigenen Leib die letzten Tage mehrfach gespürt, ja, also schmerzlich gespürt, ja, wo ich gesagt habe, habe ich mich aufs Richtige konzentriert in den letzten Monaten oder hätte ich mich vielleicht anderweitig konzentrieren sollen, denn die große Gefahr besteht, dass wir das Falsche richtig machen, dann haben wir zwar geil umgesetzt, ein geiles Ergebnis, nur es war halt das Falsche, was wir getan haben, respektive der Anwendungsfall, den wir uns ausgesucht haben, war schlichtweg der Falsche, weil zu der Zeit, wo wir ihn als Lösung gebracht haben, uns wie Schuppen von den Augen fällt, dass wir uns eigentlich unsere Ressourcen und Zeit und Geld auf etwas hätten richten sollen, was das Richtige ist. So, dann natürlich geht es hier unten weiter, denn wir können natürlich auch das Richtige falsch machen, ich schreibe das trotzdem auf, damit ihr das in den Unterlagen habt und damit wir es hier vollständig machen, ohne es nur einfach daher zu erzählen, also das Richtige falsch machen, oder das Richtige falsch tun, ich habe hier überall tun bei mir hingeschrieben, hier schreibe ich machen, das Richtige falsch machen, oder was ganz schlimm ist, also hier bei dem das Richtige falsch machen, wir haben zwar den richtigen Anwendungsfall ausgesucht, aber wir haben ihn falsch umgesetzt, was auch immer falsch ist, mit der falschen Technologie, auf dem falschen Technologie-Stack, in der falschen Geschwindigkeit, mit den falschen Modellen, mit der falschen Herangehensweise, mit dem falschen Partner, was auch immer da das Falsche sein kann oder war, ist halt falsch umgesetzt und damit hebt es mit nicht die Potenziale und das wird halt nicht mehr über Jahre hinweg spürbar, sondern sofort. So, das Nächste, das Letzte natürlich hier an der Stelle, ihr könnt euch denken, was da kommt, das ist dann der perfekte Sturm, wenn ich das Falsche falsch mache. Untertitel der Amara.org-Community