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Folge 553: KI-Innovationsrahmen: 6 W-Fragen für jedes KI-Projekt
#553 13.08.2026 · 8:01 min

KI-Innovationsrahmen: 6 W-Fragen für jedes KI-Projekt

Sechs W-Fragen, die den Auftrag für jedes KI-Projekt sauber definieren – bevor irgendeine Umsetzung startet. Birgit zeigt, wie du nach dem ersten gewonnenen Projekt Klarheit auf Geschäftsleitungsebene schaffst und warum

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Sechs W-Fragen, die den Auftrag für jedes KI-Projekt sauber definieren – bevor irgendeine Umsetzung startet. Birgit zeigt, wie du nach dem ersten gewonnenen Projekt Klarheit auf Geschäftsleitungsebene schaffst und warum das Framework ohne gute Moderation wertlos bleibt. Wer die Fragen nicht aktiv führt, bekommt als Antwort: „alles disruptiv und sofort." Wie du das verhinderst, hörst du in dieser Folge.

Die Lücke, in die du als Berater gehst

Die meisten Unternehmen wissen schlicht nicht, was mit KI heute schon möglich ist. Birgit nennt das die Lücke zwischen dem, was Unternehmen kennen, und dem, was technisch bereits machbar ist. Genau dort setzt der KI-Berater an: Er bringt Einordnung und Orientierung in ein Feld, das für Entscheider oft unübersichtlich wirkt. Das Framework greift in dem Moment, in dem du das erste Projekt gewonnen hast – also nicht beim Erstkontakt, sondern wenn der eigentliche Transformationsauftrag beginnt. Der KI-Innovationsrahmen ist das Werkzeug, das aus dieser Ausgangssituation einen klaren, umsetzbaren Projektrahmen macht.

Die sechs W-Fragen im Überblick

Der Rahmen besteht aus genau sechs Fragen: Warum überhaupt KI – was ist das übergeordnete Ziel? Wen soll KI nutzen – Mitarbeiter, Kunden, Partner oder das Unternehmen als Ganzes? Welche Lösungen – evolutionär (das Vorhandene verbessern), revolutionär (einzelne Bereiche grundlegend verändern) oder disruptiv (komplett neu denken, auf der grünen Wiese starten)? Wann – welcher realistische Zeitrahmen gilt, bis wann was erreicht sein soll? Wo – welche konkreten Bereiche und Prozesse sind im Scope dieses ersten Vorhabens? Und schließlich: Woran messen wir Erfolg – welche KPIs und welcher ROI gelten als Maßstab? Am Ende dieser sechs Fragen steht ein Dokument, das den Auftrag des KI-Projekts eindeutig definiert.

Warum evolutionär, revolutionär und disruptiv keine Semantik ist

Beim dritten W – „Welche Lösungen?" – liegt eine der häufigsten Fallen. Evolutionär bedeutet: bestehende Prozesse mit KI verbessern, kleiner Scope, überschaubares Risiko. Revolutionär heißt: einzelne Bereiche werden fundamental verändert, der Zeitplan wird länger, die Erwartungen steigen. Disruptiv meint bei Birgit ausdrücklich nicht, alles kaputtzumachen, was bisher galt – sondern das Privileg zu nutzen, Dinge komplett neu zu denken, weil die technischen Möglichkeiten das erstmals erlauben. Die Wahl zwischen diesen drei Stufen bestimmt unmittelbar Scope, Zeitplan und Erwartungsmanagement des gesamten Projekts. Wer das nicht früh klärt, kämpft später mit unkontrollierbaren Erwartungen.

Das Moderationsproblem: Warum die Fragen allein nichts bewirken

Birgit ist in diesem Punkt direkt: Die sechs Fragen sehen einfach aus. Sind sie ohne gute Moderation aber nicht. Wenn Unternehmen erstmals sehen, was KI leisten kann, lautet die typische Antwort auf fast alle Fragen: „alles und sofort." Überall einführen, maximal disruptiv, am besten gestern. Ein solches Ergebnis ist, wie Birgit es formuliert, „das Papier nicht wert, auf dem die Antworten stehen." Die entscheidende Kompetenz ist deshalb die Fähigkeit, die Runde – auf Geschäftsleitungsebene – so zu führen, dass am Ende ein realistischer und umsetzbarer Innovationsrahmen steht. Menschen sollen inspiriert werden, sich auf Augenhöhe austauschen und ein gemeinsames Fundament schaffen – nicht gelangweilt mit den Händen auf den Tisch klopfen.

Fazit: Struktur statt blindes Experimentieren

Der KI-Innovationsrahmen löst ein konkretes Problem: Unternehmen experimentieren im Moment vielfach blind, verlieren sich in vagen Ideen und starten ohne messbare Ziele. Die sechs W-Fragen erzwingen Klarheit – und zwar bevor eine einzige Stunde Umsetzungsarbeit beginnt. Birgit vergleicht das Framework mit den Kugelstrukturen der Sydney Opera: Sie sind dazu da, Struktur zu geben, damit das eigentliche Bauwerk entstehen kann. Woran messen wir Erfolg ist dabei die vielleicht wichtigste Frage – weil ohne vorab definierte KPIs und ROI jedes KI-Vorhaben am Ende subjektiv bleibt. Wer diesen Rahmen sauber moderiert, sichert sich nicht nur ein besseres Projektergebnis, sondern auch die Glaubwürdigkeit als Berater auf Entscheiderebene.

Das nimmst du mit

  • Die sechs W-Fragen – Warum, Wen, Welche Lösung, Wann, Wo, Woran messen – definieren den vollständigen Auftrag eines KI-Projekts, bevor irgendeine Umsetzung startet.
  • Ohne aktive Moderation liefern die Fragen keine verwertbaren Antworten: Unternehmen tendieren dazu, alles als disruptiv und sofort umsetzbar einzustufen.
  • Der Unterschied zwischen evolutionär, revolutionär und disruptiv ist keine Wortklauberei – er legt Scope, Zeitplan und Erwartungsmanagement des gesamten Projekts fest.
  • KPIs und ROI müssen am Anfang definiert werden, nicht am Ende – sonst bleibt jedes KI-Vorhaben subjektiv und nicht messbar.
  • Der Innovationsrahmen verhindert blindes Experimentieren und schafft auf Geschäftsleitungsebene ein gemeinsames Fundament für die KI-Transformation.
  • Die Lücke zwischen dem, was Unternehmen über KI wissen, und dem, was technisch möglich ist, ist dein konkreter Einstiegspunkt als Berater.

Kapitel

  • 02:40 Was ist der KI-Innovationsrahmen?
  • 03:22 1. W: Warum überhaupt KI?
  • 03:41 2. W: Für wen soll KI einen Nutzen bringen?
  • 04:02 3. W: Welche Lösungen — evolutionär, revolutionär oder disruptiv?
  • 05:07 4. W: Wann — realistischer Zeitrahmen
  • 06:16 5. W: Wo soll KI eingeführt werden?
  • 06:53 6. W: Woran messen wir Erfolg?
  • 07:20 Warum Moderation der entscheidende Skill ist

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Das Transkript zum Nachlesen

verändert sich das Bewusstsein, vor allem auch in Deutschland, das ist sehr stark europäisches, deutsches Phänomen, eher linear. Ja und was entsteht dadurch? Dadurch entsteht ein riesiges Vakuum, eine riesige Lücke über die Möglichkeit. Also wir sind so weit abgehängt zu dem, was möglich ist und in diese Lücke darfst du hineingehen und deine Kunden mitnehmen und von der Anwendung bis hin zur eigentlichen Umsetzung dorthin führen. Und das, was es dafür braucht, ist Einordnung und Orientierung. Und deshalb möchte ich dir jetzt eines unserer wichtigsten Frameworks mitgeben, dich dort hineinführen, das relativ am Anfang steht. Nämlich dann, wenn du deinen Kunden gewonnen hast, ihn für das Projekt gewonnen hast und eben die Einordnung vornehmen darfst, damit ein Rahmen entsteht, in dem KI-Transformation möglich wird. Und dieses Modell, dieses Framework, was wir dort verwenden, nennt sich KI-Innovationsrahmen. Und das sieht eigentlich ganz leicht aus, denn in dem KI-Innovationsrahmen stellen wir eigentlich nur sechs W-Fragen. Und die W-Fragen sind so strukturiert, dass am Ende ein sogenannter Innovationsrahmen entsteht, der den Auftrag definiert für das KI-Projekt. Und die erste Frage, die wir uns immer stellen dürfen, gibt es eigentlich auch im Buch davon, start with why, also warum überhaupt KI? Was ist das übergeordnete Ziel, das diese KI-Transformation verfolgt? Die zweite Frage, das zweite W, wen, also für wen soll KI überhaupt einen Nutzen bringen? Wer profitiert davon? Sind es das Unternehmen, Mitarbeiter, Kunden, Partner? Das dritte W, ganz wichtig, welche Lösungen? Und das ist ein W, wo man sich ganz doll verzetteln kann, denn die Frage ist, wie wollen wir innovieren und KI in das Unternehmen einführen? Wollen wir eher evolutionär, also das Vorhandene optimieren? Oder wollen wir revolutionär vorgehen, also schon das ein oder andere wirklich total verändern? Oder nutzen wir die maximalen Möglichkeiten der KI und wollen disruptiv KI einführen? Und disruptiv verwenden wir natürlich in einem positiven Sinne, also nicht, dass man alles kaputt haut und alles, was bisher passiert ist, keinen Wert hat, sondern, dass wir einfach die Dinge komplett neu denken, weil wir so viele neue Möglichkeiten haben, dass wir, wie vielleicht noch nie zuvor, auf der grünen Wiese anfangen können. Das nächste W, wann? Also welchen realistischen Zeitrahmen stecken wir uns für die KI? Bis wann soll was erreicht werden? Und wenn, ich kann dir garantieren, wenn die Unternehmen erstmal gesehen haben, was alles möglich ist, dann kann es bei den Fragen dazu kommen, dass sie sagen, ich will alles disruptiv und zwar sofort. Und das ist natürlich eine der wichtigsten Fähigkeiten und Skills, die du aus dem Workshop Master Facilitator mitnimmst, denn die Fragen sind erstmal ganz leicht. Aber wenn du diese sechs Fragen nicht so moderierst, dass am Ende ein realistischer und umsetzbarer Innovationsrahmen dabei herauskommt, dann sind sie eigentlich das Papier nicht wert, auf dem die Antworten stehen. So, also in welchen Zeitrahmen soll KI eingeführt werden? So, ganz kurze Unterbrechung, denn du weißt vielleicht noch nicht, dass wir jede Woche Mittwoch von 8.30 bis 10.00 Uhr ein offenes Format moderieren, das KI Café. Das ist das führende Format im deutschsprachigen Raum mit 400 Teilnehmern jede Woche, die wir inspirieren, motivieren und durch die Welt der KI führen. Und wenn du da dabei sein möchtest, dann komm gerne auf unsere Webseite www.kirtinginstitut.com slash KI minus Café und dort kannst du dich kostenlos anmelden. Wir sehen uns, bis dann. Die nächste Frage, wo soll KI eingeführt werden? Und das ist auch wie eben, überall und sofort sind häufig die Antworten, die kommen. Aber definiere genau, für welche Bereiche und Prozesse dieses erste Innovationsvorhaben Geltung haben soll. Also wir reden hier über Bereiche und Prozesse. Prozesse. Ansonsten wird der Scope viel zu groß, wie man so schön im Projektmanagement sagt. Ja, und dann eine der wichtigsten Fragen, die letzte Frage, woran messen wir Erfolg? Also was sind unsere, was sind die KPIs? Was ist der ROI? Was ist das, was wir definieren, dass wir am Ende sagen, qualitativ wie quantitativ, dieses KI-Vorhaben war ein Erfolg? Ja, und diese sechs Fragen klingt einfach, ist es manchmal aber gar nicht, denn es braucht es dafür. Es braucht unfassbar gute Facilitierungsfähigkeiten, um durch diese sechs Fragen zu führen und wirklich fundierte Ergebnisse zu bekommen. Diese Fähigkeiten bekommst du im Workshop Master Facilitator und natürlich auch ganz viele Inputs dafür, wie du einen besonders inspirierenden Rahmen gestaltest, wie du, weil wir machen das natürlich auf der Geschäftsverleitungsebene, wie du die Menschen dahin bringst, dass sie dort nicht irgendwie gelangweilt oder mit den Händen auf den Tisch klopfen, sondern dass sie wirklich inspiriert werden, dass sie das Gefühl haben, dass sie eine Einordnung hier vornehmen, dass sie sich auf Augenhöhe austauschen und ein gemeinsames Fundament schaffen, um diese KI-Transformation voranzubringen. Diese sechs Fragen verhindern auch, dass Unternehmen einfach nur blind rum experimentieren, was ja im Moment auch gerade passiert. Sie schaffen Klarheit, statt sich in irgendwelchen Wagen Ideen zu verlieren und sie sind genau wie die Kugelstrukturen bei der Sydney Opera dazu gedacht, Struktur zu geben. Untertitel der Amara.org-Community