
Mut zur KI-Transformation: KISB-Launch SHE Serie - Folge 4
Orientierung allein reicht nicht — KI-Transformation braucht Mut zum unperfekten Anfang und jemanden, der Zuversicht vermittelt. In Folge 4 der KISB-Launch-Serie erfährst du, wie das Modell der vier plus drei Räume der Veränderung dir zeigt, wo dein Kunde wirklich steht. Wer als KI-Strategieberater diesen nicht-linearen Prozess versteht, führt sicherer durch den Wandel.
Warum Klarheit bei KI eine Illusion ist
Ein häufiger Denkfehler in der KI-Beratung: Wenn der Kunde erst genug Orientierung hat, fängt er an. In der Praxis kommt dieser Moment nicht. Die Technologie entwickelt sich zu schnell, die Anwendungsfelder sind zu vielfältig, und jede neue Information wirft neue Fragen auf. Folge 4 der KISB-Serie macht deutlich, dass Orientierung durch den KI-Innovationsrahmen notwendig, aber nicht hinreichend ist. Was Unternehmen und ihre Begleiter zusätzlich brauchen: die Bereitschaft, mit Unvollständigkeit zu starten, und eine Führungsperson, die selbst Zuversicht ausstrahlt, auch wenn der Weg noch nicht vollständig sichtbar ist.
Das Modell der vier plus drei Räume — wo steht dein Kunde?
Das Herzstück dieser Folge ist das Modell der vier plus drei Räume der Veränderung. Die ersten vier Räume beschreiben den schwierigen Teil des Wegs: Ahnungslosigkeit, Schock, Verneinung und Verwirrung. Hier befinden sich viele Unternehmen, wenn sie zum ersten Mal ernsthaft mit KI konfrontiert werden. Die drei weiteren Räume — Akzeptanz, Integration und Transformation — markieren den konstruktiven Aufbruch. Entscheidend für dich als Berater ist die Diagnose: In welchem Raum steckt dein Kunde gerade? Wer jemanden in der Verneinung mit Transformations-Sprache überhäuft, verliert ihn. Wer ihn dort abholt, wo er ist, schafft Bewegung.
Nicht-linear, nicht vorhersehbar — und trotzdem führbar
Veränderung durch KI verläuft selten sauber von Raum zu Raum. Kunden springen zurück, verweilen länger als erwartet in der Verwirrung oder überspringen scheinbar einen Schritt, nur um später zurückzufallen. Dieses nicht-lineare Muster ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Als KI-Strategieberater hilft dir das Sieben-Räume-Modell, diese Bewegungen einzuordnen, ohne die Orientierung zu verlieren. Du erkennst Rückschritte als normalen Teil des Prozesses und kannst entsprechend reagieren — mit Geduld im richtigen Moment und mit klaren Impulsen, wenn der Kunde bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen.
Mut und Zuversicht als Führungsqualitäten in der KI-Begleitung
Technisches KI-Wissen allein macht noch keinen guten Transformationsbegleiter. Was Kunden in unsicheren Phasen brauchen, ist jemand, der Mut zum unperfekten Anfang vorlebt und Zuversicht glaubwürdig vermittelt — nicht als Versprechen, dass alles gut wird, sondern als gelebte Haltung, dass der Weg gangbar ist. Diese Folge betont: Wer als Berater selbst noch auf den perfekten Einstieg wartet, gibt dieses Zögern unbewusst weiter. Starte, zeig dem Kunden, dass Vorwärtsbewegung auch ohne vollständige Antworten möglich ist — das ist die eigentliche Führungsleistung in der KI-Transformation.
Fazit: Sieben Räume, ein Kompass für die KI-Beratung
Das Modell der vier plus drei Räume ist kein starres Schema, sondern ein Navigationsrahmen für unübersichtliches Terrain. Es hilft dir, Kundenreaktionen einzuordnen, den richtigen Ton zu finden und den Veränderungsprozess Schritt für Schritt zu begleiten — auch wenn der nächste Schritt noch nicht vollständig sichtbar ist. Wer dieses Modell verinnerlicht und gleichzeitig Mut und Zuversicht als Haltung mitbringt, ist als KI-Strategieberater deutlich wirkungsvoller als jemand, der nur Frameworks liefert. Orientierung plus Haltung — das ist die Kombination, die Transformation tatsächlich in Gang bringt.
Das nimmst du mit
- Der Moment vollständiger Klarheit kommt bei KI nie — wer auf ihn wartet, blockiert sich und seinen Kunden.
- Mit dem Sieben-Räume-Modell (Ahnungslosigkeit, Schock, Verneinung, Verwirrung, Akzeptanz, Integration, Transformation) erkennst du, wo dein Kunde im Veränderungsprozess steht, und passt deine Begleitung gezielt an.
- KI-Transformation verläuft nicht-linear — Rückschritte sind normal und kein Zeichen des Scheiterns, sondern Teil des Prozesses.
- Als Berater ist Zuversicht eine Führungsqualität: Wer sie glaubwürdig verkörpert, gibt dem Kunden die Sicherheit, sich vorwärtszubewegen.
- Mut zum unperfekten Anfang ist keine Schwäche — er ist das Signal, das Kunden brauchen, um selbst ins Handeln zu kommen.
- Orientierung durch den KI-Innovationsrahmen ist notwendig, aber erst in Kombination mit der richtigen Haltung entsteht echte Transformationsbewegung.
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Das Transkript zum Nachlesen
Wir sind gerade mitten in den Vorbereitungen zur nächsten Ausbildung zum KI-Strategieberater. Im September geht es wieder los mit der nächsten Kohorte und hier sind einige Ausschnitte aus den Vorbereitungen, die wir extra für euch zusammengestellt haben. Viel Spaß und gute Impulse. Hallo, herzlich Willkommen zurück, die Birgit hier vom Kötting-Institut. Im letzten Video habe ich dir erklärt, wie du mit dem KI-Innovationsrahmen Orientierung und Einordnung schaffst und ein Framework nutzt, um eben der KI-Transformation, dem Vorhaben, das dein Unternehmen hat, eine entsprechende Grundlage zu geben. Das reicht aber nicht, also Orientierung und Einordnung ist wichtig, aber was braucht es, um den ersten Schritt zu machen, um nach dem KI-Innovationsrahmen das Unternehmen nicht dahin zu bringen, dass sie sagen, boah nee, das ist aber alles echt viel und das ist aber alles so schnell und, boah nee, lieber machen wir das noch nicht. Was braucht es dafür, damit es nicht dazu kommt? Es braucht jemanden, der Zuversicht vermittelt und Mut zu haben, den ersten Schritt zu gehen. Der Bau des Opernhauses begann 1959, bevor der Plan vollständig fertig war. Es war riskant, aber ohne Mut für den unperfekten Anfang würde das Opernhaus wahrscheinlich heute gar nicht existieren und die meisten Unternehmer warten gerne ab, bis alles klar ist, bevor sie sich mit der KI beschäftigen. Aber wir wissen, diesen Moment wird es vor allem in Zeiten von KI nie geben. Ja und das bedeutet, wir dürfen die Menschen durch einen Veränderungsprozess geben und da gibt es eine sehr einfache und sehr bekannte Methode, die wir auch im Compendium und in der Ausbildung immer wieder heranziehen, das sind die Räume der Veränderung. Ursprünglich sagt man vier Räume der Veränderung und in dem vierten Raum findet ganz viel statt und wir haben das Modell erweitert auf die 4 plus 3 Räume der Veränderung und zwar haben wir zum einen der erste Raum, das ist der Raum der Ahnungslosen und ich schalte jetzt mal wieder um auf mein iPad, das sind die Ahnungslosen. Da sitzen diejenigen drin, die von KI eigentlich noch gar nichts gehört haben, davon haben wir im Unternehmen sicherlich einige und andere sitzen in einem ganz anderen Raum, deshalb ist es auch immer wichtig zu gucken, in welchem Raum befinden sich gerade meine Stakeholder und in welchem Raum befindet sich vielleicht der überwiegende Teil der Belegschaft, während vielleicht ein anderer Teil der Führungskräfte bereits in einem anderen Raum ist. Das ist häufig so, wenn wir Strategieprojekte anfangen, dass wir die Führungskräfte ja schon mitnehmen, wie durch den Innovationsrahmen, wie durch andere Dinge und sie dadurch einen Zeitvorsprung haben, sie dadurch eben auch einen Vorsprung haben, durch die Räume der Veränderung zu gehen. Ja, aus dem Raum der Ahnungslosen wird häufig dann der Raum des Schocks betreten. Also wenn die Veränderung auf uns zutrifft, dann ist es häufig so, dass wir erstmal so einen Schock haben, das kann ein länger andauernder Schock sein oder einfach nur so ups, ja und wir rennen sofort weiter in den nächsten Raum, in den Raum der Verneinung, weil wir erstmal sagen, nee, also nee, das kann ja jetzt nicht sein, oder? Und in diesen Räumen kann es sein, dass sich Belegschaft und Führungskräfte so ein bisschen hin und her bewegen, um dann auch natürlich in den Raum der Verwirrung zu gehen und das ist ein gutes Zeichen, denn ein großer Motivationstrainer hat diesen geflügelten Satz geprägt, if you're frustrated or if you're confused, you're right before a breakthrough. Also wenn wir verwirrt sind, dann haben wir uns schon mal aus dem nee, nee, nee, das kann nicht sein, aus dem Widerstand heraus bewegt. Wir haben aber immer noch keine Lösung für das, was da als Veränderung auf uns wartet. Und idealerweise, wenn wir dann unsere Verwirrung einigermaßen in den Griff bekommen haben oder beziehungsweise durch eine gute KI-Strategieberatung und eine Kultur- und Change-Begleitung unterstützt werden, dann bewegen wir uns in den Raum der Akzeptanz. Das ist der erste Schritt, denn erst wenn wir die, also der erste Schritt, um tatsächlich dann in die produktive Umsetzung zu kommen, denn wenn wir es akzeptieren, wenn wir die Veränderung akzeptieren, dann sind wir in der Lage, den nächsten Schritt zu tun, nämlich das Neue zu integrieren und dann letztendlich zu transformieren. Und das Besondere an dem Thema KI ist, dass wir aufgrund der unfassbaren Dynamik immer wieder, zum Beispiel durch Veränderungen, was alles neu möglich wird, in den Raum der Ahnungslosen geschickt werden, dann wieder schnell hier durch diese Räume gehen, sagen, wie geil ist das denn, wow, das ist jetzt auch möglich, okay, dann schmeiße ich jetzt mal meine Insellösung weg, baue was Neues und integriere das und transformiere das. Und das ist es, was sicherlich früher sehr viel länger gedauert hat und was jetzt in Unternehmen sehr viel mehr Dynamik und sehr viel mehr Disruption erzeugt, die gemanagt werden darf, die begleitet werden darf, da sonst einfach das Risiko besteht, dass wir die Menschen verlieren. Und diese Räume verlaufen natürlich nicht linear. Man kann also jederzeit wieder zurückfallen, von außen getriggert oder auch von innen getriggert. Und als KI-Strategieberater ist deine Aufgabe eben genau hier zu erkennen, in welchem Raum dein Kunde überwiegend gerade steckt, wo vielleicht auch Einzelne in anderen Räumen stecken und du gibst ihnen die Zuversicht, über die Methodik, über die strukturierte Vorgehensweise, über deine Persönlichkeit natürlich, über die Art und Weise, wie du kommunizierst, weiterzugehen, Schritt für Schritt, auch wenn morgen vielleicht wieder eine neue Entwicklung um die Ecke kommt, die das Unternehmen wieder zurückwirft in den Raum der Ahnungslosen, um dann wieder weiterzugehen. Und klar, Mut alleine reicht natürlich auch nicht, denn wenn der Widerstand im Unternehmen auftritt, dann ist es wichtig, die entsprechenden Tools, Methoden, Vorgehensweisen, Kommunikationsmöglichkeiten und Kenntnisse zu haben, um genau mit diesem Widerstand umzugehen. Und darum geht es im nächsten Video und ich freue mich darauf, wenn du weiter dabei bleibst. Bis dahin, zum nächsten Video, ciao, ciao, die Birgit von Curtin Institute.