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Folge 544: MD-Dateien: Die Infrastruktur, die KI-Entwicklung von Anfang an richtig macht
#544 27.07.2026 · 7:55 min

MD-Dateien: Die Infrastruktur, die KI-Entwicklung von Anfang an richtig macht

Nicht bessere Prompts, sondern eine durchdachte Infrastruktur aus MD-Dateien macht KI-Entwicklung konsistent und skalierbar. TJ zeigt, wie sein Team der KI alles Nötige einmalig mitgibt — Umsysteme, Coding-Style, Corpora

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Nicht bessere Prompts, sondern eine durchdachte Infrastruktur aus MD-Dateien macht KI-Entwicklung konsistent und skalierbar. TJ zeigt, wie sein Team der KI alles Nötige einmalig mitgibt — Umsysteme, Coding-Style, Corporate Identity, Engineering- und Design-Prinzipien — sodass sie von Schritt eins an qualitativ hochwertige Anwendungen baut. Warum das Prinzip auf einer IBM-Entwicklerkonferenz aus den 90ern fußt und was du davon heute direkt ableiten kannst, hörst du in dieser Folge.

Die Lego-Platte: Was MD-Dateien überhaupt leisten

MD-Dateien sind keine Notizzettel — sie sind die strukturelle Grundlage, auf der KI-gestützte Entwicklung zuverlässig funktioniert. TJ beschreibt sie als das „Habitat" der KI: ein klar definierter Rahmen, der der KI mitteilt, in welcher Welt sie arbeitet. Wer diesen Rahmen einmal sauber aufsetzt, spart sich bei jeder neuen Anwendung das mühsame Wiederholen von Regeln, Kontexten und Präferenzen. Die KI kennt das Spielfeld — und entwickelt darin. Das ist der eigentliche Hebel: nicht mehr erklären, sondern dokumentiert haben.

Umsysteme und Coding-Style: Was die KI über deinen Stack wissen muss

Im Koerting Institute sind aktuell 23 Umsysteme dokumentiert — von Klick-Tipp über Zoom bis Stripe und LexOffice. Das klingt nach Verwaltungsaufwand, ist aber entscheidend: Weil die KI weiß, dass Stripe das Abrechnungssystem ist, schlägt sie nie Digistore vor. Sie denkt im richtigen Stack. Ergänzt wird das durch den Coding-Style-Guide, der festlegt, wie Code dokumentiert wird, welche Praktiken vermieden werden sollen und wie qualitativ hochwertige Entwicklung im Team aussieht. Beides sind eigenständige MD-Dateien — und beides muss nur einmal geschrieben werden.

Corporate Identity und Dokumentationsrichtlinien: Konsistenz ohne Kontrolle

Damit alle Anwendungen einheitlich wirken, steckt die Corporate Identity ebenfalls in einer MD-Datei: Farbgebung, Klammer-Syntax, visuelles Erscheinungsbild. Die KI greift automatisch darauf zurück. Parallel dazu regeln Dokumentationsrichtlinien über das Tool Linear, wie Features, Bugs und Release Notes festgehalten werden. Das klingt nach Bürokratie — ist aber das Gegenteil. Wer einmal definiert, wie Dinge dokumentiert werden, befreit sein Team davon, es jedes Mal neu aushandeln zu müssen. Struktur schafft Spielraum.

Engineering-Prinzipien: Eine IBM-Lektion, die 30 Jahre Gültigkeit hat

Vor 30 Jahren lernte TJ auf einer IBM-Entwicklerkonferenz in Keystone, Colorado von Paul Giangara — damals einer der Chefentwickler bei IBM — zehn Prinzipien für performante Anwendungen. Eines davon: Denke den nächsten Nutzerschritt voraus und führe ihn im Hintergrund schon aus. Wenn der Nutzer dann klickt, ist das Ergebnis sofort da. Ein weiteres Prinzip ist der Zwei-Fakten-Check bei kritischen Berechnungen. Beide Prinzipien stehen jetzt in der Engineering-MD-Datei — und die KI baut sie automatisch in jede Anwendung ein. Kein Erinnern, kein Nachfragen. Einfach drin.

Design-Prinzipien und Fazit: Anwendungen, die kein Handbuch brauchen

Die jüngste Ergänzung sind Design-Prinzipien — nicht im grafischen Sinne, sondern auf der Ebene der Usability. Wie werden Buttons angeordnet? In welcher Reihenfolge führt man Menschen durch Eingabemasken? Die Antworten stehen in der MD-Datei, damit Anwendungen selbsterklärend sind. Kein Handbuch für Melissa, Nina oder Mia — einfach öffnen und verstehen. Das ist die eigentliche Qualität dieser Infrastruktur: Nicht die KI wird besser, weil man besser prompts. Sie wird besser, weil sie von Anfang an den richtigen Kontext hat. Einmal aufsetzen. Immer profitieren.

Das nimmst du mit

  • Wenn du deine Umsysteme — zum Beispiel Stripe, Klick-Tipp oder n8n — als MD-Datei mitgibst, schlägt die KI dir nie wieder Lösungen vor, die nicht in deinen Stack passen.
  • Engineering-Prinzipien wie der Zwei-Fakten-Check gehören in eine MD-Datei: Dann baut die KI sie automatisch in jede Anwendung ein, ohne dass du sie jedes Mal neu erklärst.
  • Das IBM-Prinzip von Paul Giangara aus Keystone, Colorado gilt noch heute: Denke den nächsten Nutzerschritt voraus, führe ihn im Hintergrund aus — und das Ergebnis ist sofort da, wenn der Nutzer klickt.
  • Design-Prinzipien in MD-Dateien sorgen dafür, dass Anwendungen selbsterklärend sind und kein Handbuch brauchen — ein konkreter Qualitätsgewinn für alle, die täglich damit arbeiten.
  • Eine MD-Datei-Infrastruktur ist keine einmalige Fleißarbeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass KI-Entwicklung konsistent, skalierbar und vom ersten Schritt an qualitativ hochwertig bleibt.

Kapitel

  • 00:00 Einstieg: Was steckt in den MD-Dateien?
  • 01:31 Umsysteme: Welche Tools kennt die KI?
  • 02:07 Coding-Style-Guide: Wie wird bei euch entwickelt?
  • 02:57 Corporate Identity & Dokumentationsrichtlinien
  • 03:38 Engineering-Prinzipien: IBM-Lektion aus Keystone, Colorado
  • 05:17 Design-Prinzipien: Usability statt Handbuch

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Das Transkript zum Nachlesen

Und unter anderem habe ich Paul Giangara kennengelernt, einer der Chefentwickler bei IBM damals, und der hat die zehn Prinzipien erklärt, wie wir performante Anwendungen bauen. Und diese Prinzipien gelten heute auch noch. Ja, in welchem Habitat, das ist hier beschrieben in dieser MD-Datei. Das Zweite, was wir mit reingeben, ist, wie sieht eigentlich die Umsysteme oder die Systemarchitektur in generell aus? Ich schreibe jetzt mal Umsysteme hin. Also, was befindet sich außerhalb dieser Lego-Platte? Ja, wie zum Beispiel, womit machen wir Marketing? Mit Click-Tit, wo denn zeichnen wir unsere Calls auf oder wie machen wir unsere Calls mit Zoom? Wie rechnen wir Kunden ab? Mit Stripe beziehungsweise mit LexOffice. Schreiben wir Rechnungen drüber. Und so gibt es verschiedene, ich mache Ausrufezeichen hin, so gibt es verschiedene Systeme, insgesamt glaube ich 23 in unserem Kosmos, die die KI wissen sollte, damit sie weiß, Falk, wie der Schnittstellen, also an welche Schnittstellen könnte ich andocken, wo könnte ich mehr? Also der Curtin rechnet immer ab mit Stripe, cool, also das heißt, DigiStore kommt nicht in Frage. Der wird mir niemals vorschlagen, irgendwie einen DigiStore-Produkt anzulegen, weil der weiß, dass wir in Stripe abrechnen. Egal, welche Anwendung wir entwickeln. Also die Umsysteme ist auch eine MD-Datei. Das Nächste, was wir drin haben, ist, wie soll bei uns entwickelt werden? Das ist der Coding Style Guide. So, ganz kurze Unterbrechung, denn du weißt vielleicht noch nicht, dass wir jede Woche Mittwoch von 8.30 bis 10.00 Uhr ein offenes Format moderieren, das KI-Café. Das ist das führende Format im deutschsprachigen Raum mit 400 Teilnehmern jede Woche, die wir inspirieren, motivieren und durch die Welt der KI führen. Und wenn du da dabei sein möchtest, dann komm gerne auf unsere Webseite www.curtininstitut.com slash KI-Café und dort kannst du dich kostenlos anmelden. Wir sehen uns. Bis dann. Haben wir den Coding Style Guide. Wie wird bei uns entwickelt? Wie soll Code dokumentiert werden? Was soll nicht gemacht werden in guter Programmierung? Das haben wir dort alles dokumentiert. Dann haben wir dokumentiert unsere Corporate Identity, damit die Anwendungen immer gleich aussehen. Das, was ihr hier seht mit den Klammern, die Farbgebung, damit das immer einheitlich ist. Das nächste, was wir haben, wie wird bei uns dokumentiert? Dokumentationsrichtlinien, ja, linear. Wie werden Features dokumentiert? Wie werden Dax-Dateien dokumentiert? Wie werden Release Notes dokumentiert? Das steht alles in dieser MD-Datei drin. So, MD-Datei, MD-Datei. Jetzt haben wir noch zwei, die sind in den letzten Wochen dazugekommen. Und zwar haben wir sogenannte Engineering-Prinzipien. Engineering-Prinzipien heißt, die entwickeln wir grundsätzlich Anwendungen. Und was ist so ein grundsätzliches Layer an Funktionen oder an, nein nicht Funktionen, an Prinzipien, die wir an Anwendungen anlegen wollen? Die zum Beispiel kritische Berechnungen immer durch einen Zwei-Fakten-Check. Oder, ich habe vor 30 Jahren, war ich auf der Entwicklerkonferenz in Keystone, Colorado von IBM, habe dort die Top-Entwickler damals kennengelernt. Da waren tausend Leute irgendwie da, Besucher. Und dann waren fünf Tage die besten Entwickler von der IBM. Und ich war da mit einem Entwicklerteam da vor Ort, habe sau viel gelernt. Unter anderem habe ich Paul Giangara kennengelernt, einer der Chef-Entwickler bei IBM damals. Und der hat die zehn Prinzipien erklärt, wie wir performante Anwendungen bauen. Und diese Prinzipien gelten heute auch noch. Und eins der Prinzipien ist, dass wenn du einen Nutzer-Dialog hast, dass du den nächsten Schritt schon vorausdenkst und den im Hintergrund schon ausführst, auch unter der Gefahr, dass der Nutzer vorne nochmal was ändert. Aber wir müssen ja Masken lesen, wir müssen reflektieren, bevor wir einen Knopf drücken. Und das Geile ist, wenn du so programmierst oder programmieren lässt, drückst du auf den Knopf und das Ergebnis ist sofort da, weil es im Hintergrund schon zur Ausführung gebracht wurde. Das ist ein Mega-Hack. Ich werde es nicht vorstellen, ich werde es dir vorstellen, aber nicht teilen. Wir werden das in einem kleineren Maße, werden wir das machen. MD-Dateien sind der Masterclass vorbei enthalten. Wir werden euch zeigen, wie ihr die für euch entwickeln könnt. Und diese Prinzipien, also dieses vorausschauende Denken und Entwickeln, es ist ein Prinzip. Dieses Zwei-Fakten-Check ist ein Prinzip. Und in dieser MD-Datei stehen Best Practices der Softwareentwicklung, die für alle unsere Anwendungen gelten. Deswegen muss ich der KI nicht mehr sagen, aber denkt da, du musst einen Zwei-Fakten-Check machen, sondern es ist in der MD-Datei, die ich mitgegeben habe, gleich mit drin. Deswegen baut die automatisch einen Zwei-Fakten-Check ein. Das ist heroisch. Das Nächste, was wir machen, oder was wir haben, sind sogenannte Design-Prinzipien. Design-Prinzipien. Ich kann den Chat gerade noch nicht so mitlesen, aber gucken wir mal. Design-Prinzipien. Und zwar weniger von der grafischen Design, sondern von der Usability, vom Nutzerverhalten. Die müssen Buttons angeordnet sein. In welcher, wie agieren wir Menschen mit Eingabemasken? Was ist die richtige Reihenfolge, um dort den Menschen gut führen zu können? Das heißt, unsere Anwendungen sind immer auf den Benutzer, sprich dem Anwender zugeschnitten, so, dass wir nicht erklären müssen, wie das Ding funktioniert. Wir wollen nicht so ein Handbuch mitschicken, wenn Melissa oder Mina oder Mia oder andere im Unternehmen mit diesen Anwendungen arbeiten, sondern die sollen selbsterklärend sein. Und das ist in diesem Dokument beschrieben. Das heißt, wir haben einmal eine andere Herangehensweise, wie wir Applikationen entwickeln. Deswegen werden die von ersten Schritt an geil. Und deswegen werden wir bei dir auch eine geile machen. Das wirst du dann sehen, was ich dann alles von dir brauche. Ich werde dir dann nochmal schreiben, was ich von dir als Unterlagen brauche. Weil wir wissen, was braucht es, um diesen Anwendungsfall gut zu lösen. Es ist eine gewisse Domain-Kompetenz und Fachkompetenz, die wir da mit reinbringen. Deswegen können wir das so gut. Das Zweite ist, dass wir eine Plattform zur Verfügung haben, die es uns ermöglicht, Legosteinchen draufzuklackern und ich der KI mitgebe, nach welchen Prinzipien sie zu entwickeln hat. Bevor die KI bei uns die erste Zeile Code schreibt, bekommt sie das hier mit, nämlich das gesamte fachliche Zeugs. Und sie bekommt die gesamten Prinzipien und die Architektur, in der sie lebt und in welchem Habitat sie lebt und nach welchen Prinzipien die KI zu entwickeln hat. Und dann erst kommt die erste Zeile Code. Dann arbeitet die eine Stunde oder zwei. Deswegen waren wir gestern in der Lage, mit Fable 5 ohnehin, ein sofort lauffähiges Ergebnis zu erzielen.