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Folge 542: Agenten vs. Apps: Warum Wegwerf-Software die Zukunft ist
#542 14.07.2026 · 10:32 min

Agenten vs. Apps: Warum Wegwerf-Software die Zukunft ist

Wann baust du einen KI-Agenten – und wann ist eine maßgeschneiderte Applikation die bessere Wahl? TJ erklärt den Unterschied anhand eines konkreten Bewerbungs-Tools und zeigt, warum autonome Agenten oft enttäuschen, währ

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Wann baust du einen KI-Agenten – und wann ist eine maßgeschneiderte Applikation die bessere Wahl? TJ erklärt den Unterschied anhand eines konkreten Bewerbungs-Tools und zeigt, warum autonome Agenten oft enttäuschen, während kleine, zweckgebundene Apps überraschend viel leisten. Wer KI vom Anwendungsfall her denkt, gewinnt – und das hörst du in dieser Folge.

Vom Anwendungsfall denken – nicht von der Technologie

TJ eröffnet mit einer Forderung, die in vielen KI-Kursen fehlt: Fang nicht bei der Technologie an, fang beim Problem an. Was kostet dich gerade Zeit? Wo liegt der echte Schmerzpunkt? Für Holger aus dem Kurs war die Antwort klar: Bewerbungen. Statt lange über das richtige Tool zu diskutieren, stellt sich die konkrete Frage – wie oft durchläufst du diesen Prozess, und lohnt es sich, ihn zu automatisieren? Genau diese Haltung, konsequent vom Intent her zu denken, ist der Ausgangspunkt für alles, was TJ in dieser Episode auseinandernimmt.

Warum der Bewerbungsagent enttäuscht hat

Im Kurs haben die Teilnehmer die klassische Lernkurve durchlaufen: Prompts, dann Workflows, dann Custom GPTs mit Mentions-Funktion, dann eigene Skills – und schließlich Agenten. Der Bewerbungsagent hat fünf Stellen rausgesucht und eine Entwurfs-Mail geschrieben. Klingt solide, war aber „nicht wirklich ergiebig". Der Höhepunkt kam, als ein Agententeam bei Perplexity – Chef-Agent, Researcher, Autor, Analyst – eine Stunde lang im Hintergrund gearbeitet hat, ohne einen wirklichen Durchbruch zu liefern. Das ist der Moment, an dem TJ den Schalter umlegt: Nicht mehr Agent, sondern Applikation.

Drei konkrete Unterschiede: Plattform, Zugang, Fähigkeiten

TJ zieht eine klare Linie zwischen beiden Welten. Erstens die Plattform: Agenten laufen in einem „Harness" des jeweiligen Providers – OpenAI, Claude, Perplexity. Sie sind nicht in der freien Wildbahn. Eine App dagegen braucht eine eigene Basis: lokal auf dem Rechner, auf Vercel oder einem eigenen Virtual Private Server. Zweitens der Zugang zur Außenwelt: Agenten nutzen vorgefertigte Konnektoren, die direkt im Provider-Interface konfigurierbar sind – Gmail, HubSpot, fertig. Apps sprechen über APIs und MCPs mit der Außenwelt, was mehr Flexibilität bringt, aber eigene API-Keys und ein bisschen Setup erfordert. Drittens die Fähigkeiten: Im Agenten entwickeln sie sich dynamisch, in der App sind sie definiert und codiert – kontrollierbarer, aber auch bewusster gestaltet.

Wegwerf-Software ist kein Makel – sie ist das Ziel

Holgers Bewerbungs-App wird in ein paar Wochen in der Schublade verschwinden. Nicht weil sie schlecht ist, sondern weil er dann einen Job hat. TJ nennt das Wegwerf-Applikation – und meint es als Kompliment. Eine App, die einen Menschen präzise durch eine Lebensphase begleitet und danach irrelevant wird, hat ihren Zweck erfüllt. Das ist effizienter als ein generisches Agenten-System, das für alle funktionieren soll und deshalb für niemanden wirklich passt. Die Pointe: Der Prompt, den du für den Agenten geschrieben hättest, funktioniert als Anforderungsbeschreibung für die App genauso gut – der Aufwand ist ähnlich, der Output kontrollierbarer.

Fazit: Apps schaffen ein Universum für einen Anwendungsfall

TJ fasst es pointiert zusammen: Mit einer eigenen Applikation baust du dir ein Universum für genau einen Zweck – wiederholbar, steuerbar, erweiterbar. Das ist etwas, das ein Agent in dieser Form nicht leisten kann. Der Einstieg ist einfacher als gedacht: einmal klären, wo die App lebt, einmal die nötigen Schnittstellen andocken – und dann läuft ein Werkzeug, das exakt auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wer KI wirklich nutzen will, denkt nicht in Tools, sondern in Problemen. Und baut dann das Kleinstmögliche, das dieses Problem löst.

Das nimmst du mit

  • Wenn dein Agent lange läuft und trotzdem keine brauchbaren Ergebnisse liefert, ist eine kleine App mit klarem UI die bessere Wahl.
  • Denk KI immer vom Anwendungsfall her: Welches Problem taucht häufig auf, und lohnt es sich, es zu automatisieren?
  • Der gleiche Prompt, der einen Agenten beschreibt, taugt direkt als Anforderung für eine App – der Aufwand ist ähnlich, der Output kontrollierbarer.
  • Agenten leben im Harness des Providers (OpenAI, Claude, Perplexity). Apps brauchen eine eigene Plattform – lokal, auf Vercel oder einem eigenen Server.
  • Apps verbinden sich über APIs und MCPs mit der Außenwelt, nicht über vorgefertigte Konnektoren – mehr Flexibilität, aber mit eigenem API-Key-Setup.
  • Wegwerf-Applikationen sind kein Verschwendung: Eine App, die Holger durch die Jobsuche bringt und danach wegkommt, ist ein Erfolg.

Kapitel

  • 00:00 Hook: Die Welt der Wegwerf-Applikationen
  • 00:26 KI vom Anwendungsfall her denken
  • 01:36 Rückblick: Von Prompts über Workflows zu Agenten
  • 02:46 Warum der Bewerbungsagent enttäuscht hat
  • 03:41 Der Shift: Agent vs. Applikation
  • 05:27 Unterschied 1: Plattform und Hosting
  • 06:53 Unterschied 2: Konnektoren vs. API / MCP
  • 08:06 Unterschied 3: Fähigkeiten – Skills vs. Code
  • 08:43 Was das konkret für dich bedeutet

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Das Transkript zum Nachlesen

Wir haben gestern, ich kann das nachher noch zeigen, wir haben gestern ja unseren Sales-Assistenten gebaut, anstatt einen Agenten zu nutzen und so geht die Welt in Richtung von Wegwerf-Applikationen, weil in ein paar Wochen wird der Holger das nicht mehr brauchen. Dann hat er nämlich einen Job und dann schmeißt er das Ding weg oder sagt Claudia nimm's für andere Kollegen, aber die werden sich lieber schneller selbst was bauen, was auch ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Zum einen dürft ihr und das rufe ich allen zu und Steffen, Mario, Andreas, ich nehme euch natürlich auch gleich mit rein, ihr dürft die KI vom Anwendungsfall denken beziehungsweise vom Intent. Was ist das Problem, was ihr lösen möchtet und welche Zeitfresser, welche Schmerzpunkte sind das, die damit verbunden sind in einem Bereich, der es sich lohnt und der häufiger von euch durchlaufen wird. Was ist das Problem, was ihr lösen möchtet und welche Zeitfrequenzen sind das, die damit verbunden sind in einem Bereich, der es sich lohnt und welche Zeitfrequenzen sind das, die damit verbunden werden. Weil in ein paar Wochen wird der Holger das nicht mehr brauchen, dann hat er nämlich einen Job und dann schmeißt er das Ding weg oder sagt Claudia nimm es für andere Kollegen, aber die werden sich lieber schneller selbst was bauen, was auch ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Also das Ding vom Anwendungsfall, Falk. Was ist das, was gerade häufiger bei dir vorkommt? Was ist das, worauf du Bock hast, das nach vorne zu bringen? Und wo sagst du, da habe ich eigentlich Herausforderungen, das würde ich mir gerne erleichtern, jetzt mal abgesehen von Buchhaltung und sowas, um da zu gucken, wo ist ein Feld, wo du das, was du hier gelernt hast, nutzen kannst. Weil die Herangehensweise, jetzt komme ich zum zweiten Punkt, die Herangehensweise ist immer die gleiche. Wir haben euch hier gezeigt, ich gehe mal kurz hier rein, wenn mein Ding jetzt funktioniert, das tut es gerade nicht, so ist das, glaube ich, der richtige Ansatz, wenn das da kommt. Wir haben uns den ganz am Anfang, am Montagabend, haben wir uns klar gemacht, das ist ein Prompt, das ist Frage, Antwort, Frage und das iterieren wir. So haben wir alle irgendwann mit der KI mal begonnen. Dann haben wir angefangen in Workflows zu denken, also mehrere Schritte hintereinander. Ihr könnt euch vielleicht nochmal an die Custom-GPTs erinnern, die hier unten auch irgendwo noch rumfliegen. Und dann haben wir in einem Chat, haben wir die Custom-GPTs per At-Zeichen mit hinzugenommen. Und OpenAI hat das vor zwei Jahren Mentions genannt, also M-E-N-T-I-O-N-S. Also man erwähnt etwas, im Englischen heißt das Mentions, und erwähnt einen anderen Bot, holt einen anderen Bot hinzu und ist dadurch in der Lage, so Schritt für Schritt Workflows zu machen, die auch unterschiedliche Fähigkeiten bedienen. Dann haben wir Fähigkeiten entwickelt, haben wir auch alles diese Woche gemacht. Dienstagmittag zwölf Uhr haben wir ein Skill entwickelt, Reziprok, also abgeleitet aus einem Weg, wo wir ein Fertig-Nicht-In-Beitrag entwickelt haben. Und gesagt, der ist so geil geworden, mach mir ein Skill draus, sodass ich einfach nur durch Zuruf von etwas dann dasselbe Ergebnis erreiche. Das waren die Fähigkeiten. Dann sind wir zu Agenten gekommen. Wir haben so einen Bedarbungsagent gebaut und haben festgestellt, naja, der braucht lange, der sucht da irgendwie fünf Stellen raus, schreibt auch eine Entwurfs-Mail. Aber so richtig ergiebig, so richtig geil war das nicht. Wir haben zwar einen Agenten gebaut und das war ganz toll und haben uns gefeiert. Und dann hatten wir sogar gestern noch die Möglichkeit, ich zeige es jetzt nicht, aber wir hatten gestern diesen Haraway gehabt bei Perplexity. Der hat auf einmal einen Haraway gebaut und hat multi-agentisch gearbeitet. Da war der Chef da oben und dann hat der so einen Researcher gehabt und dann hat der einen gehabt, der da irgendwas geschrieben hat und ein anderer, der nochmal analysiert hat. Und auf einmal hatten wir da ein Agententeam und dann haben die ja gestern eine Stunde nachgedacht. Und dann stellen wir die Limitierungen von solchen Agenten fest. Die laufen zwar im Hintergrund, machen irgendwas, aber wenn wir wirklich einen Durchbruch erreichen wollen, dann gehen wir den gleichen Weg. Nur wir sagen, wir wollen keinen Agenten, sondern wir wollen eine Applikation. Nicht ein autonomes, automatisches System, sondern wir wollen eine Anwendung, so wie wir sie kennen. Dashboards mit ein paar Klicks, mit irgendwie so Trello-Dingern. Und der Prompt oder andersrum, die Anforderung, habe ich gestern gesehen beim Holger, guckt es euch in den Aufzeichnungen an, war exakt die gleiche für die Anwendung wie für den Agenten. Jetzt hast du gefragt, bin ich da in einer Falle? Du bist insofern nicht in einer Falle, aber in etwas, wo du ein Stück weiter denken musst. Denn die Agenten laufen häufig, zumindest die, wie wir es gebaut haben, die laufen in so Agenten, also in so einem Umfeld, nämlich in CLOT beziehungsweise in OpenAI Codex, da laufen die so drin. Da ist so ein Harness drumherum, die machen da so drin und die sind nicht in der freien Welt. Das war auch, wir sind hier Einsteiger-Level, wir wollten das bewusst so. Die Applikation braucht eine Plattform, auf der sie lebt. Das ist bei Holger jetzt der lokale Rechner. Oder es gibt Hosting-Plattformen, das werden wir uns am 18.07. angucken, danke, die sich dafür angemeldet haben. Hosting-Plattformen, die ein sehr niedrigschwelliges Einsteiger-Level haben, wo du das hosten kannst, ohne jetzt einen Server zu buchen, bis hin dazu, dass du eben so die dir eigenen Server hast, wo du die Anwendungen da drauf aufnachst. Das heißt, du brauchst eine Plattform, eine Basis, wo diese Anwendung lebt. Das zweite, was du brauchst, ist den Zugang zur Außenwelt. Und den haben wir hier, also nochmal anders gesagt, ich mach das, das ist geil, Falk, super Frage und ich hoffe, dass das für alle interessant ist, dass wir das nochmal kurz aufreißen. Wir haben nämlich hier auf der einen Seite, haben wir die Agenten und wir haben, Ja, nochmal. Bei meinem konkreten Fall ist es ein bisschen anders. Das ist okay, nur lass mich das kurz herleisten. Geduldig noch zwei Minuten. Das passiert manchmal bei mir und ich hoffe es ist okay, ansonsten schreibt mir ein Kleingeld. Ihr Thema verfehlt. Okay, hatte ich früher öfters. Nummer eins ist, wir brauchen eine Plattform. Wo lebt das Ding? Der Agent lebt in dem Fall, wie wir es hier gemacht haben, in einem Harness und dieser Harness ist der Provider, bei dem wir das gemacht haben. Perplexity, OpenAI und Kloot. Die Applikation liegt entweder auf einem lokalen Host oder sie liegt auf einer Plattform. Ich sag jetzt hier mal Vercel oder sie liegt auf einem Virtual Private Server oder ganz woanders. Die lebt irgendwo. Wir haben auch im KI-Café schon mal lokal laufende macOS Anwendungen, Zeittracker, vielleicht könnt ihr euch das erinnern, haben wir dort schon mal gebaut. Dann muss er halt ewig programmieren, hat zwei Stunden gedauert und dann läuft das lokal auf dem Weg. Das Zweite, was wir brauchen, und du hast über die Falle gesprochen, das Zweite, was wir brauchen, ist den Zugang. Der Zugang zur Außenwelt findet häufig bei den Agenten, so wie wir das gemacht haben, über die Konnektoren statt, die du auch innerhalb dieser Plattform, nämlich in diesem Harness, bei den Providern konfigurieren kannst. Das haben wir hier auch gemacht. Wir haben Gmail angebunden, HubSpot angebunden, das läuft über Konnektoren. Bei den Applikationen hast du diese Konnektoren nicht in dem Sinne im Zugriff, sondern du hast eine API oder du hast ein NCP. Das ist ein entsprechendes Protokoll, was KI-Applikationen miteinander verbindet und ein API kennen alle Entwickler, ein Applikations-Schnittstelleninterface, Application Program Interface. Deswegen haben wir gestern so API-Keys genutzt und haben uns API-Keys irgendwo untergeladen, die ich dann teilweise hier per Bildschirm geteilt habe und so weiter, damit eine Abrechnung zuordnbar ist. Wir müssen halt in eine gewisse Richtung eine Eingabe und eine Ausgabe ermöglichen. Das ist ein weiterer Unterschied. Wenn ich jetzt auf die Fähigkeiten schaue, die eine Applikation hat, ich mache das jetzt mal grundsätzlich, dann leben die Fähigkeiten hier maßgeblich in Skills bzw. der Agent entwickelt sie sich selber. Hier sind sie definiert bzw. kodiert. Es ist nicht ganz so trennscharf, wie ich es hier mache, aber kodiert. Was heißt das? Ich habe bestimmt noch eins vergessen, aber an Unterscheidungsmerkmalen. Was heißt das für dich, wenn du in diese rechte Richtung abdriftest? Die, wie wir hier gesehen haben, viel mehr Möglichkeiten gibt und du in der Lage bist, von dort aus auf einmal dir ein Universum zu schaffen für einen ganz bestimmten Anwendungsfall, wie du einem Agenten niemals in dieser Form wiederholbar herstellen kannst, ist, dass du einmal den Schritt machst, okay, der lebt dann bei mir lokal oder auf irgendeiner Plattform. Und ich muss jetzt Schnittstellen andocken, damit diese Applikation mit der Außendelt sprechen kann. Das war so eine kleine …