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Folge 537: Zeit gegen Geld: Warum das Freelancer-Modell in der KI-Ära scheitert
#537 29.06.2026 · 04:22 min

Zeit gegen Geld: Warum das Freelancer-Modell in der KI-Ära scheitert

**Zeit gegen Geld: Warum das Freelancer-Modell in der KI-Ära scheitert**

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Zeit gegen Geld: Warum das Freelancer-Modell in der KI-Ära scheitert

Wer seine Leistung nach Stunden- oder Tagessatz verkauft, wird mit zunehmender Effizienz automatisch bestraft. Genau das haben Birgit und Torsten am eigenen Leib erlebt und daraus eine wichtige Erkenntnis für alle Selbstständigen gezogen, die heute im KI-Zeitalter ihren Platz finden wollen.

Torsten Koerting auf LinkedIn: LinkedIn - https://www.linkedin.com/in/torstenkoerting/

  Effizienz, die sich nicht auszahlt Das klassische Freelancer-Modell klingt logisch: Du leistest, du bekommst Geld. Doch je besser und schneller du wirst, desto weniger verdienst du – zumindest dann, wenn dein Einkommen am Zeitaufwand hängt. Birgit schildert, wie ein Junior-Consultant von Accenture für dieselbe Aufgabe eine Woche brauchte und dadurch mehr Umsatz für sein Unternehmen generierte als sie mit einem Bruchteil der Zeit. Das ist kein Einzelfall, sondern ein systemisches Problem des Zeit-gegen-Geld-Modells. Der Preisdruck kommt von oben Dass Tagessätze unter Druck geraten, ist keine Ausnahme, es ist das Standardprogramm. Birgit beschreibt eine E-Mail, in der ein Vermittler im Auftrag der Deutschen Bank eine Kürzung des Tagessatzes um zehn Prozent forderte. Wer das einmal akzeptiert, akzeptiert es immer wieder, bis der eigene Satz auf dem Niveau eines Berufseinsteiger-Honorars landet. Standhaft zu bleiben und den Tagessatz zu halten, war in diesem Fall der richtige Schritt, aber keine dauerhafte Lösung für das grundlegende Modellproblem. KI verschärft das Problem Was früher für IT-Freelancer galt, gilt heute für Texter, Agenturen und viele andere Dienstleister. KI-Tools übernehmen immer mehr Aufgaben, die früher Stunden gekostet haben und wer seine Preise an dieser Leistungszeit hängt, verliert. Wer heute noch im Zeit-gegen-Geld-Modus arbeitet, steckt laut Torsten in der sogenannten roten Zone: einem Preisfindungsmodell, das strukturell unter Druck gerät. Fazit: Raus aus der roten Zone Das Zeit-gegen-Geld-Modell war schon vor der KI-Ära ein Auslaufmodell für alle, die sich weiterentwickeln wollen. Mit KI wird dieser Druck für Selbstständige und Dienstleister noch einmal deutlich größer. Der entscheidende Schritt ist, das eigene Angebot so zu gestalten, dass es nicht mehr primär an deiner geleisteten Stundenzahl hängt – sondern am Wert, den du für deine Kunden schaffst.

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Das Transkript zum Nachlesen

Und das heißt, in dem Moment, wo du da auf dieser Zeit-für-Geld-Stufe bist, bist du immer mehr in Diskussion. Klassisches Freelancer-Modell. Wir verkaufen unsere Leistung und erhalten eine Gegenleistung, einen Energieausgleich in Form von Geld, in Form von Stundensatz, in Form von Tagessatz. Das ist die Stufe, in der Freelancer normalerweise stecken bleiben. Und wir haben, ich weiß gar nicht wann, ich glaube vor zehn Jahren ungefähr, entschieden, dass wir diese Stufe verlassen müssen. Weil, was ist passiert? Wir waren im IT-Dienstleistungsumfeld unterwegs. Thorsten als Projektmanager, ich als Transitionsmanagerin, Interimmanagerin für Ausschreibungen. Und je mehr und effizienter wir wurden, desto weniger Geld haben wir verdient. Weil unsere Tagessätze haben sich nicht wirklich so signifikant erhöht, vor allem in den Großkonzernen, in denen wir unterwegs waren. Ich erinnere mich noch an die eine E-Mail, wo ich heute noch ein Hasskäppchen bekomme, wo mich dann Haze anrief oder anschrieb und sagte, die Deutsche Bank muss sparen, wir möchten gerne ihren Tagessatz um zehn Prozent reduzieren. Dann habe ich gedacht, wenn die das jedes Jahr machen, weil die Bank sparen muss, dann habe ich ja bald, ich hatte eh schon Freundschaftspreis da genannt, weil die ja nix über 1000 Euro eingekauft haben irgendwann mehr in der IT. Dann habe ich gesagt, okay, 1000 minus zehn Prozent, nächstes Jahr wieder minus zehn Prozent, wieder minus zehn Prozent, dann bin ich ja in drei oder vier Jahren auf dem Junior-Tagessatz vom Accenture-Studenten, mache ich nicht mehr mit. Und dann habe ich mir auch eine Eisenstange in den Rücken gesteckt und habe gesagt, ja, wenn die Bank sparen muss, dann braucht sie mich ja nicht mehr, ich rücke keinen Cent von meinem Tagessatz ab. Und was ist passiert? Ich musste keinen Cent von meinem Tagessatz abrücken, aber natürlich unter dem riesigen Deckmantel der totalen Verschwiegenheit, weil viele das natürlich gemacht haben. Und das war was, wo uns klar wurde, wenn wir da auf dieser Stufe weiter verweilen, dann werden wir dafür bestraft, je besser und je schneller wir werden und weil wir die Tagessätze bei den Zielkunden, bei dieser Zielgruppe nicht so signifikant erhöht bekommen haben, wie das eigentlich gerecht gewesen wäre. Das heißt, ein, wie hießen die, Business-Analyst, der von Accenture kam, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte, der für 600 Euro dort dann beim Kunden gesessen hat, der hat ja am Ende mehr Umsatz für Accenture gemacht als ich, weil der hat ja für das, was ich gemacht habe, eine Woche gebraucht und ich habe einen Tag gebraucht. Das heißt, ich habe 1000 Euro gekriegt und der hat 5 mal 650 gekriegt. Und das war klar, dass du auf dieser Stufe nicht verweilen kannst bei der Entwicklung, die wir sehen. Und wenn wir das jetzt in den KI-Kontext bringen, wo alle, das ist ja auch das, was viele uns skizzieren, die in die KI-Masterclass kommen. Texten ist kein Geld mehr wert, Agenturdienstleistungen werden immer weniger wert, Branding-Dienstleistungen, jeder macht sich jetzt sein Branding irgendwie, nicht jeder, die in der Bubble sind, sage ich jetzt mal, nur es ist ja, das sind ja die Vorreiter dessen, was kommen wird. Und das heißt, in dem Moment, wo du da auf dieser Zeit für Geldstufe bist, bist du immer mehr in Diskussion. Aus dieser roten Zone gilt es rauszukommen. Und das ist die Entwicklung, die wir hier auch im Preisfindungsprozess nehmen dürfen.