
KI im Executive Search: Warum Fast Follower die Nase vorn haben - Im Gespräch mit Marc Hammer (3min-Impuls)
KI im Executive Search: Warum Fast Follower die Nase vorn haben
Der Markt der Personalberatung befindet sich im Umbruch – insbesondere im Segment der Führungskräftevermittlung. Während viele Headhunter noch auf altbewährte Methoden setzen, zeigen sich erste Unternehmen bereits als Wegbereiter für eine neue Herangehensweise: Schnell, datenbasiert, KI-gestützt. In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit Marc von Division One darüber, wie sich das Feld verändert, welche Rolle künstliche Intelligenz dabei spielt und warum es strategisch sinnvoll sein kann, nicht Erster zu sein – sondern kluger Zweiter.
Marc Hammer auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/marc-hammer/
** Fast Follower statt KI-Pioniere
** Marc beschreibt klar, dass Division One nicht auf eigene KI-Modelle oder Softwarelösungen setzt. Die bewusste Entscheidung gegen ein aufwendiges Innovationslabor und für eine schnelle Implementierung bestehender Lösungen hat das Ziel, technologisch flexibel und schnell umsetzungsfähig zu bleiben. Während viele Wettbewerber noch immer auf händische Recherche und klassische Matching-Methoden setzen, nutzt das Team bereits jetzt KI-Tools, um effizientere Prozesse und bessere Ergebnisse zu erzielen – auch ohne selbst Entwickler zu sein.
** Matching neu gedacht
** Besonders im Research-Prozess liegt enormes Automatisierungspotenzial. Heute werden Führungskräfte über Netzwerke, Filterfunktionen und persönliche Kontakte gesucht. Künftig könnten Prompts und agentenbasierte KI diesen Vorgang nicht nur beschleunigen, sondern qualitativ verbessern. Entscheidend ist dabei, dass auch emotionale Kriterien berücksichtigt werden – etwa Führungsstil oder kulturelle Passung. Das Vertrauen in KI ist im Executive-Bereich zwar noch begrenzt, aber der Wandel ist spürbar.
** Agentische KI als Gamechanger im Hintergrund
** Ein weiteres zentrales Thema ist die Nutzung von Browser-Agenten wie Perplexity Comet. Erste Tests zeigen, wie solche Tools repetitive Aufgaben wie Materialbeschaffung oder Datenrecherche effizient automatisieren können. Auch im Executive Search könnten solche Systeme künftig eigenständig Kandidatenlisten erstellen – über Nacht, basierend auf einem einzigen Profilbriefing. Voraussetzung dafür: Die Ergebnisse müssen zuverlässig und qualitativ hochwertig sein, damit das Vertrauen der Nutzer wächst.
** Fazit
Die Personalberatungsbranche steht vor einer technologischen Neuausrichtung. Es braucht keine selbstentwickelten Tools, um ganz vorne mitzuspielen. Wer bestehende Lösungen schnell integriert und konsequent in seinen Geschäftsprozess überführt, verschafft sich heute schon einen entscheidenden Vorsprung. Die nächsten Jahre werden zeigen, welche Unternehmen KI nicht nur als Trend, sondern als festen Bestandteil ihrer Wertschöpfung verstehen – und damit nachhaltige Wettbewerbsvorteile schaffen. Noch mehr von Birgit und Torsten Koerting ... Das KI-Café ... jede Woche Mittwoch (>350 Teilnehmer) von 16:30 bis 18:00 Uhr ... online via Zoom .. kostenlos und nicht umsonst
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Das Transkript zum Nachlesen
Und im Markt der Personalberatung nehme ich wahr, jetzt auf unserer Ebene, dass das Headhunting insgesamt sehr altbacken ist, sehr rückschrittig ist. Das heißt, wir haben heute schon eine Nasenspitze dem Markt voraus und wir wollen das jetzt weiter ausbauen. Was erlebst du im Markt? Also zum einen bei euren Marktbegleitern, wo du sagst, die sind in einer ähnlichen Quantität und Qualität, also an Bewerbern- bzw. Führungskräfte-Ebenen unterwegs. Was nimmst du dort wahr an Entwicklung bzw. was nimmst du grundsätzlich im Markt wahr und wie würdest du so eine Prediction, also so eine Zukunftssicht, du warst ja auch auf der Bühne und hast auch beschrieben, wie sich gerade Talentbewertung und der Talent, hast du es nicht genannt, aber dass das Talent-Identifizieren sich mit der KI verändert. Jetzt sind wir ja schon wieder acht Monate weiter. Wie nimmst du das bei deinen Marktbegleitern und grundsätzlich im Markt wahr, Marc? Also ich würde tatsächlich sagen, so wie ich uns heute wahrnehme, sind wir ein Stück weit mitunter auch Vorreiter. Wir haben für uns selber mal definiert, was wollen wir als Division One sein? Wollen wir Innovationstreiber sein? Wollen wir selber KI-Modelle entwickeln? Frontend, Backend? Und dann haben wir uns dagegen entschieden, das machen wir nicht. Wir haben gesagt, wir sind Fast Follower und im Markt der Personalberatung nehme ich wahr, jetzt auf unserer Ebene, dass das Headhunting insgesamt sehr altbacken ist, sehr rückschrittig ist. Das heißt, wir haben heute schon eine Nasenspitze den Markt voraus und wir wollen das jetzt weiter ausbauen. Die Prediction ist, dass unser Geschäftsmodell ein wahnsinnig hohes Disruptionspotenzial hat. Was meine ich damit? Da nochmal ein Blick in die Wertschöpfung. Wir arbeiten ganz viel mit Matchings. Heute ist es so, wenn wir die richtige Führungskraft für eine Position suchen, dann läuft das vor allem händisch ab über bestimmte Filter, die wir in Systemen setzen, über unser Netzwerk. Das ist in der Rolle eine Person, nennen wir Research, die diese Aufgabe erledigt. Wenn wir künftig Prompts reinpacken können, dann kann dieses Matching vollautomatisiert stattfinden. Das ist vielleicht durch KI sogar besser, wenn wir auch die emotionale Komponente letztendlich eines Stellenprobiers, nicht nur das fachliche, auch das emotionale letztendlich abdecken. Executive Search ist dahingehend immer noch ein bisschen spezieller, weil es eben sehr beratungslastig ist. Es ist sehr persönlich, es ist sehr stark auf Vertrauen und dieses Vertrauen schenkt man KI auf der Ebene heute noch nicht so, wie man es vielleicht sollte. Aber das ist ein wahnsinniges Potenzial zu automatisieren und all diese Matching-Aufgaben im Hintergrund letztendlich uns abzunehmen. Großartig, vielleicht noch ein Gedanke, der auch so seit sechs, acht Wochen so in der Branche oder in der Szene so ein bisschen festigt. Wir haben ja mit Perplexity Komet den ersten wirklich auch auf Chromium-Basis, also der Google-Technologie hinter dem Chrome-Browser basierenden, agentischen Browser und ich weiß, ihr habt damit auch schon eure ersten Gehversuche gemacht. Wie kannst du sagen, wir hatten es ja auch auf der Bühne vor, ich glaube, zwei, drei Wochen haben wir Komet gezeigt und haben Einkaufslisten automatisch abarbeiten lassen. Also das, wo Helena ist ja auch im Call, wenn wir jetzt unseren Workshop-Master-Facilitator machen beziehungsweise den Strategieberater, gibt es eine Checkliste mit Materialien, die wir einkaufen dürfen, um diese Workshops zu unterstützen. Und dann hat sie da drei, vier Stunden, hat sie das alles in Warenkörbe gelegt und bestellt. Wir haben den Komet-Browser losgeschickt mit der gleichen Einkaufsliste, konnten dann hier im KI-Café weitermachen und am Ende des KI-Cafés hat er das alles zusammengestellt. Und wir waren nur noch einen Klick vom gesamten Kauferlebnis entfernt und hatten alles im Warenkorb, was wir brauchten. Welchen Einfluss hat Komet und agentisches Browsen gerade für euch auch im Ident, im Research und an anderen Stellen? Ich muss jetzt in der Hypothese sprechen, weil tatsächlich, das ist auch der Ansatz für uns als Living Case Partner. Wir haben uns mit der agentischen KI bisher noch nicht im Detail auseinandergesetzt. Ich sehe aber das Potenzial wahnsinnig groß, weil die alte KI-Welt, wenn ich da versucht habe, einen Search, finde mir die richtige Person, über die KI abzuwickeln, war das immer unvollständig und der Trust Faktor war entsprechend gering. Wenn ich jetzt einfach nur sagen kann, das ist mein Suchtprofil, nimm dir die Nachtzeit und zeig mir morgen eine Liste von Top 10 Kandidaten, die darauf passen könnten, dann ist sehr, sehr viel gewonnen. Das Potenzial ist wahnsinnig hoch, wenn ich aber auch das Gefühl habe, dass die Ergebnisse qualitativ hochwertig sind. Das Potenzial ist wahnsinnig hoch, wenn ich aber auch das Gefühl habe, dass die Ergebnisse qualitativ hochwertig sind.