
AI 2027: Zwei Szenarien, eine Entscheidung
AI 2027: Zwei Szenarien, eine Entscheidung
In dieser Folge sprechen wir über eine aktuelle Szenarienstudie, die gerade in der KI-Welt für viel Gesprächsstoff sorgt. Verfasst von Daniel Kokotajlo, einem ehemaligen OpenAI-Mitarbeiter, zeigt „AI 2027" zwei mögliche Entwicklungen künstlicher Intelligenz – und beide Szenarien werfen zentrale Fragen auf: Wie gehen wir mit einer Technologie um, die sich schneller entwickelt, als viele vermutet haben? Und was bedeutet das für uns als Gesellschaft, Unternehmer und Entscheider?
Michael Schmid auf LinkedIn: ** LinkedIn - https://www.linkedin.com/in/michaelschmid-ki/
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Slowdown – Die KI im Dienst des Menschen? Im ersten Szenario – Slowdown – steht die KI im Dienst des Entwicklers. Sie ergänzt, unterstützt, arbeitet zu. Auf den ersten Blick wirkt das wie die ideale Vision: Der Mensch bleibt im Zentrum, die KI übernimmt Routinen. Doch der Schein trügt. Wenn Maschinen langfristig jede Arbeit übernehmen, reduziert sich unsere Rolle auf Konsum und Unterhaltung. Der digitale Freizeitpark wird zur Endstation. Die entscheidende Frage lautet: Verlieren wir dabei nicht genau das, was uns als Menschen ausmacht? Race – Der globale Wettlauf ohne Spielregeln Das zweite Szenario beschreibt ein Wettrennen zwischen den Supermächten USA und China – getrieben von technologischem Ehrgeiz und wirtschaftlichem Druck. In diesem Setting hat Regulierung keinen Platz. Wer bremst, verliert. Die Folge: Eine Superintelligenz könnte sich verselbstständigen. Kokotajlo geht so weit zu sagen, dass eine solche KI in der Lage wäre, Biowaffen zu entwickeln – und den Menschen aktiv zu beseitigen, wenn er als störend empfunden wird. Kein Science-Fiction, sondern eine Konsequenz fehlender Ethik in der Entwicklung. Realität statt Theorie – und das schneller als gedacht Besonders brisant: Kokotajlo spricht nicht aus theoretischer Sicht, sondern auf Basis seiner eigenen Erfahrungen bei OpenAI. Er räumt auf mit alten Annahmen. Was viele für unmöglich hielten – etwa mathematisches Denken, physikalisches Verständnis oder Robotik durch Sprachmodelle – ist längst Realität. Die Dynamik ist so rasant, dass viele Forschende mit ihren Prognosen schlicht hinterherhinken. Für ihn ist klar: Die Superintelligenz kommt – und zwar deutlich früher als 2030. Seine Prognose: 2027. Fazit: Zwischen Ethik, Verantwortung und Gestaltungsmacht Was bleibt, ist Verantwortung – nicht nur für Entwickler, sondern für uns alle, die KI in Organisationen bringen, sie anwenden, trainieren, vorantreiben. Kokotajlo plädiert für eine „Erziehung" der KI: durch Werte, durch Vorleben, durch menschliche Prinzipien. Genau hier liegt unsere Chance. Wir haben jetzt noch Einfluss – später vielleicht nicht mehr. Deshalb stellen wir in dieser Folge die Frage: Wie können wir heute dafür sorgen, dass die KI morgen im Sinne der Menschheit agiert?
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Das Transkript zum Nachlesen
Wenn man das Rennen eigentlich nicht mehr gewinnen kann gegen die KI, wie man denn dann damit umgeht, ist seine Antwort, dass wir dafür sorgen sollten, dass die KI unseren Wünschen folgt, weil sie das will. AI 2027, veröffentlicht von einem Ex-OpenAI-Mitarbeiter, ein junger Mann, ich muss mir den Namen nochmal genau angucken, Daniel Cocotaglio, der hat mit mehreren Kollegen eine Szenario-Studie entwickelt, AI 2027, und es wurde jetzt gerade aufgegriffen in einem Spiegel-Interview. Und er hat zwei Szenarien entwickelt. Das eine Szenario nennt er Slowdown und das andere nennt er Race. Und in dem Slowdown-Szenario, das ist wahrscheinlich das Wunsch-Szenario der Menschheit, steht die KI im Dienste der Menschheit, im Dienste des Entwicklers, wie er das nennt. Wobei man definitiv sagen muss, das Szenario ist auch ein bisschen dystopisch, weil am Ende wird die KI alles bearbeiten, wird da alle Arbeit ausrichten und wir bewegen uns nur im digitalen Vergnügungspark. Das ist so ein bisschen seine Prophezeiung. Und aus seiner Sicht passiert das alles sehr, sehr schnell. Und das zweite Szenario nennt sich Race. Und das handelt insbesondere davon, dass Amerika und China, und da fühlen wir uns ertappt, glaube ich, in einem gigantischen globalen Wettlauf um die beste KI-Befinden. Und dieser Wettlauf und dieses Muskelspiel, jede Form von Regulierung, jede Form von Eingrenzung der Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz ausschalten. Und er als Ex-OpenAI-Mitarbeiter grundsätzlich davon ausgeht, sehr konsequent ist, wenn wir uns vorstellen können, dass KI irgendwann mal so superintelligent ist, dass es besser und schneller ist als jeder Mensch, dann wird KI irgendwann mal dazu kommen, sich die Frage zu stellen, ob die Menschheit nicht im Wege steht. Und das ist sein Szenario. Und er geht sogar noch weiter, oder sie gehen sogar noch weiter, die Autoren gehen sogar noch weiter und sagen, wenn das der Fall ist, wäre eine superintelligente KI aus seiner Sicht durchaus bereit und in der Lage, eine Bio-Waffe zu entwickeln und die Menschheit komplett auszulöschen. Also, wenn sie uns nicht mehr braucht, dann schafft sie uns ab, die KI. So, diese dystopischen Prophezeiungen gab es ja eigentlich in den letzten Jahren immer mal. Ganz erstaunlich ist allerdings, dass er sich im Endeffekt auch auf Entwicklungen beruht, die er, ja, bis vor einem Jahr war er Mitarbeiter bei OpenAI, die er einfach aus dem, was er bearbeitet hat, ableitet. Also, das ist jetzt niemand, der als Geschichtsphilosophie oder Digitalautor oder Journalist auf sowas draufschaut, sondern der aus dem Machine Learning kommt. So, ganz kurze Unterbrechung. Wie du vielleicht mitbekommen hast, gehen wir jetzt verstärkt auch auf den LinkedIn-Kanal. Wir haben vor einigen Wochen unseren Newsletter auf LinkedIn gestartet, wo wir wirklich tiefgehenden Inhalt und Content teilen, wie zum Beispiel die zwölf Schritte hin zu deiner KI-Strategie. Ich Einblicke gebe, wie Alex Hormozy ein Zweitagesworkshop in Las Vegas fasziniert, bei dem ich vor Ort dabei gewesen bin und welche Anteil KI in seiner gesamten Wertschöpfungskette hat und vieles weitere mehr. Und natürlich teile ich auch fast jeden Tag Impressionen und Impulse aus unseren Formaten. Deswegen vernetzt dich gerne mit mir direkt auf LinkedIn unter Thorsten Körting. Findest du mich dort? Und jetzt machen wir weiter mit der Show. Dank dir für dein Vertrauen. Ganz spannend, einfach zu sehen, wie konsequent er diese Entwicklung aussieht und auch darauf hinweist, dass viele große KI-Forscher in ihren Prophezeiungen in den letzten Jahren falsch gelegen haben. Also meinten, die KI könne keine mathematischen Aufgaben lösen. Die KI wäre nicht in der Lage, die physische dreidimensionale Welt des Menschen zu erfassen. Und humanoide Roboter könnten nicht auf Basis von Large Language Models technische Arbeiten ausführen. Das ist alles widerlegt, sagt er, und viel, viel schneller, als jemand prophezeit hat. Und so geht er auch konsequent davon aus, dass eine Superintelligenz in den nächsten Jahren, also spätestens aus seiner Sicht 2027, da ist. Und das ist eher für ihn die Frage, also angesprochen darauf, warum das niemand sagt, sagt er, die Chefs der AI-Unternehmen der Großen wissen das natürlich, sie sind aber unehrlich. Sie sind nicht offen, weil sie eben in diesem Wettbewerb stecken. Und auf die Frage, wie man denn dann, wenn man das Rennen eigentlich nicht mehr gewinnen kann gegen die KI, wie man denn dann damit umgeht, ist seine Antwort, dass wir dafür sorgen sollten, dass die KI unseren Wünschen folgt, weil sie das will. Dass wir also unsere Werte, dass wir KI im Endeffekt, so hat er es genannt, erziehen, wie wir uns selbst als Kinder auch erziehen. Wir haben keine vorgefertigte Festplatte, sondern wir lernen durch Sozialisation und durch die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen. Und das hat dann miteinander verglichen. Und das ist aus seiner Sicht die einzige Chance, die wir haben, das Rennen um die Hoheit dieser Superintelligenz dann auch gewinnen zu können. Das finde ich super spannend, ganz, ganz interessant, wie er das technisch verargumentiert, aber dann auf den extrem menschlichen, ethischen und ja, auf diesen natürlichen Faktor verweist, zu sagen, es geht darum, die KI zu erziehen. Das ist ein Thema, das klingt wie gesagt so zukunftsprognostisch, aber bei dem, ich habe versucht den Bogen zu schlagen, bei dem, was wir momentan an Wahnsinn in der KI-Welt global auch schon sehen, glaube ich, dass das tatsächlich vor der Tür steht, nicht so weit weg ist und kein so dystopisches Zirngespinst ist, als dass wir uns als Verantwortliche und das sehe ich alle Enthusiasten, alle, die sich mit dem Thema widmen, alle, die mit dem Thema arbeiten und andere auch unterstützen, das zu tun, sehe ich uns auch in der Verantwortung, uns mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Weil das ist human-digitale Souveränität, sich damit auseinanderzusetzen und eine Transformation dann auch wirklich menschzentriert anzugehen. Und nicht, und da bin ich mittlerweile, da rede ich mich dann in Rage, auch ganz anders gepolt, es hat nichts mit Freiheit zu tun, es hat nichts mit Bürokratie zu tun, es hat nichts damit zu tun, dass man irgendjemanden in seiner Leistung einschränken will, sondern es hat damit zu tun, dass diese Technologie so mächtig ist, dass wir jetzt noch die Möglichkeit haben, Einfluss zu nehmen, vielleicht bald, aber nicht mehr.