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#385 14.02.2025 · 10:11 min

Die KI-Landschaft 2025: Globale Machtspiele und Europas letzte Chance?

**Die KI-Landschaft 2025: Globale Machtspiele und Europas letzte Chance?**  

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Die KI-Landschaft 2025: Globale Machtspiele und Europas letzte Chance?  

2025 ist da, und die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) nehmen weiter Fahrt auf. Die weltweite Aufmerksamkeitsökonomie sorgt für eine nie dagewesene Flut an Ankündigungen, während gleichzeitig echte technologische Durchbrüche das Spielfeld neu definieren. Besonders im Fokus: die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China sowie die Rolle Europas in diesem Wettlauf.

Michael Schmid auf LinkedIn: ** LinkedIn - https://www.linkedin.com/in/michaelschmid-ki/
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  USA: KI-Infrastruktur als strategisches Machtinstrument Ein gigantisches Infrastrukturprojekt in den USA zeigt deutlich, wohin die Reise geht: Die amerikanische Regierung will die globale KI-Vorherrschaft übernehmen. Hochleistungsrechenzentren, optimierte Chips und massive Investitionen sollen den technologischen Fortschritt beschleunigen. Der Plan wird parteiübergreifend vorangetrieben und unterstreicht das Mantra: "Bigger is better."   China: DeepSeek R1 als Game Changer? Während die USA auf pure Rechenleistung setzen, hat China mit dem Open-Source-Modell DeepSeek R1 einen anderen Weg eingeschlagen. Trotz Hardware-Nachteil hat das Modell mit innovativen Ansätzen wie verstärktem Lernen (Reinforcement Learning) beeindruckende Benchmarks erzielt und in einigen Bereichen sogar Marktführer wie OpenAI und Anthropic übertroffen. Die Börsen haben prompt reagiert: Nvidia verlor innerhalb eines Tages fast 600 Milliarden Dollar an Marktwert – ein klarer Indikator für die tektonischen Verschiebungen in der KI-Landschaft.   Europa: Abgehängt oder letzte Chance? In Europa herrscht angesichts dieser Entwicklungen Skepsis, aber auch eine gewisse Aufbruchsstimmung. Während viele bereits das Rennen verloren geben, könnte der Open-Source-Ansatz von DeepSeek eine Chance sein, eigene Modelle auf Basis europäischer Werte und Prinzipien zu entwickeln. Gerade in Berlin, Paris und Brüssel gibt es Überlegungen, ein Konsortium zu schaffen, das wirtschaftlich mit den USA und China mithalten kann.   Fazit: Die Zukunft der KI ist politisch KI ist längst kein reines Technologiethema mehr – es geht um globale Machtverschiebungen. Ob Europa sich in diesem Wettbewerb behaupten kann, hängt von mutigen Investitionen und einer klaren Strategie ab. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Kontinent den Anschluss hält oder sich endgültig in die Abhängigkeit begibt.

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Das Transkript zum Nachlesen

NVIDIA mit seinen Hochleistungs-GPUs verlor fast 600 Milliarden Dollar Marktwert an einem Tag. Das ist der größte Marktverlust eines Einzelunternehmens in Summe jemals, ever. Wenn wir auf 2025 schauen, ich habe es ja vorhin schon gesagt, also dieser unstehende Takt, von dem ich sprach, der wird mit großen Erosionen auch in 2025 weiter anhalten. Wir befinden uns in einer extremen Aufmerksamkeitsökonomie, in denen es vor allen Dingen um Ankündigungen geht. Das hatten wir im letzten Jahr schon mehrfach erlebt und wir werden weiter geteast werden. Es werden ganz viele Ankündigungen kommen. Man wird uns Snippets vor die Nase halten wie Mo Rüben und dann wird versucht, Marketing da mitzumachen, was die Weiterentwicklung der Modelle betrifft. Aber wir sehen aktuell dann auch wirklich einige Neuveröffentlichungen, von denen Thorsten auch schon sprach und wir bekommen eine kleine Ahnung davon, was da alles noch auf uns zukommt. Und drei bis vier der Jetzt-Themen, die da in den letzten zwei Wochen veröffentlicht wurden, die schauen wir uns gleich mal an. Beginnen möchte ich nochmal mit dem Thema Infrastruktur. Ich habe irgendwo gelesen, das zweitgrößte Infrastrukturprojekt, das jemals auf die Beine gestellt wurde weltweit, ist Stargate. Und ja, auch wenn das sehr martialisch klingt mit dieser Investition, unabhängig davon, inwieweit sie dann auch wirklich realisiert wird und zustande kommt, ist die Willenserklärung abgegeben, dass Amerika die globale KI-Vorherrschaft übernehmen möchte. Weil für all das, was Thorsten heute auch vorführt und zeigt und was in den Entwicklungen der nächsten Monate auf uns zukommt, braucht es Infrastruktur. Die KI darf man sich vorstellen wie einen sensiblen Hochgeschwindigkeitsrennwagen und da können wir nicht auf Feldwegen fahren. Das funktioniert leider nicht. Und von daher braucht man da die technologischen Grundlagen und die Infrastruktur. Und deshalb fließt da auch so viel Geld rein. Und das Ziel ist ja auch ausgegeben worden, die allgemeine künstliche Intelligenz so schnell wie möglich durch die Amerikaner erreichen zu lassen. Trump hatte das Projekt von der Biden-Administration übernommen. Also das war nicht seine Erfindung. Aber da sind sowohl Demokraten als auch die Amerikaner grundsätzlich breitbeinig und das Signal ist bigger is better. Und in Deutschland und in Europa ist zur kalten Jahreszeit dann direkt das Zähneklappern auch ausgebrochen. Es wurde sofort abgeschlossen damit, dass man noch irgendeine Chance hat, im KI-Rennen der Großen zwischen den USA und China irgendeine Rolle spielen zu können. Eigentlich haben wir selbst von uns aus das Rennen der Großen für beendet erklärt und die Abhängigkeit Europas durch diese Wucht der Zahlen, die da auf uns eingeprasselt zur Souveränitätskrise erklärt. Das ist auch so ein bisschen ein Haltungsthema. Und ich glaube, wir dürfen dringend als Europäer, ich will uns Deutsche da nicht jetzt zwingend in den Vordergrund stellen, aber als Europäer uns da selbstbewusster mit dem Thema auseinandersetzen. Weil diese Nachricht übrigens kam am 21. Januar, direkt nach dem Antritt eines der ersten Dekrete der Präsidentschaft von Trump. Und allerdings zwei Tage vorher, am 20. Januar wurde R1 veröffentlicht, das KI-Reasoning-Modell des chinesischen KI-Labors DeepSeek. Das performt mit einem Reinforcement-Learning-Aufbau, also einem verstärkten, belohnenden Lernenaufbau mit minimalen Geldmitteln und hat alle gängigen Benchmarks von der großen Modelle, ob das Anthropic war, ob das Gemini war, ob das OpenAI war, erreicht beziehungsweise übertroffen. Also im Reasoning-Bereich mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser. Und das trotz Hardware-Nachteil durch weniger leistungsfähige Chips. So, eine ganz kleine Unterbrechung. 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Die Tech-Börsen sind eingebrochen. Nvidia mit seinen Hochleistungs-GPUs verlor fast 600 Milliarden Dollar Marktwert an einem Tag. Das ist der größte Marktverlust eines Einzelunternehmens in Summe jemals, ever. Und man kann durchaus sagen, das ist natürlich überhaupt kein Zufall, dass das alles am 20., 21., 22. Januar passiert ist. Man kann durchaus sagen, dass das geopolitische Gleichgewicht im Bereich KI beeinflusst wird. KI ist total politisch mittlerweile und man spricht hier von dem sogenannten Sputnik-Moment. Ihr werdet euch erinnern, da ging es damals um den Wettlauf im All, um den Wettlauf hin zum Flug zum Mond, den die Amerikaner dann zur nationalen Aufgabe hochstilisiert haben und entwickelt haben. Ähnlich sehen viele diese Situation aktuell in Bezug auf die Entwicklung von DeepSeek und das, was es am Markt auslösen könnte. Was ist aus neutraler Sicht dazu zu sagen? Ich finde, dass es irgendwie wie eine letzte Chance für Europa ist. Wenn ich sehe, wie Entwickler und zwar nicht viele Entwickler in Europa, sondern eigentlich alle Entwickler sich auf den Open-Source-Ansatz, das ist übrigens Open-Source bereitgestellt worden, dieses Modell, was sehr überraschend war, weil es eben aus China kommt und wir wissen auch nicht, wie lange die Modelle von DeepSeek Open-Source sein werden. Aber die Entwickler, ich habe mich mit ein, zwei unterhalten dazu, die wirklich auch unternehmensindividuelle Modelle schon in Deutschland anbieten und auch sehr erfolgreich sind, die sagen, das ist das Spannendste, was wir seit zwei Jahren erleben durften, weil wir jetzt eine technologische, eine tektonische Verschiebung fast haben, von den geschlossenen Modellen hin zu Open-Source in der Transparenz arbeiten zu können und das von einem chinesischen Anbieter, das ist natürlich eine Sensation. Und das kann vielleicht auch dazu führen, dass in Europa die Entwickler wirklich nochmal richtig Gas geben und vielleicht auch über diesen Open-Source-Ansatz und über diese andere Art, Modelle zu trainieren, technologische Souveränität für Europa aufzubauen unter unseren Prinzipien und Werten. Gerade vor zwei Tagen aus Berlin, Paris und Brüssel gehört, gibt es Überlegungen, ein europäisches Konsortium mit wirtschaftlichem Gegengewicht zu den Amerikanern und zu den Chinesen aufzubauen. Das wäre toll, das wäre allerhöchste Zeit. Und es ist im Grunde ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet die Chinesen uns den Weg in die Entwicklung einer eigenen, vielleicht ethisch verantwortungsvollen Schlüsseltechnologie eröffnen. Und DeepSeek hat das Potenzial dazu, nicht ein riesengroßes Unternehmen zu werden, möglicherweise verschwinden die relativ schnell wieder vom Markt, aber das Prinzip, mit den Trainingsdaten umzugehen, Infrastruktur ganz anders zu nutzen und auf vermehrtes Reinforcement Learning zu setzen, ist ein Game Changer, zumindest aktuell.