
Compliance und Datenschutz im Zeitalter von KI - Im Gespräch mit Carsten Wittmann
In dieser spannenden Episode begrüßen wir Carsten Wittmann, einen erfahrenen Unternehmensberater und AI-Consultant, auf unserer Bühne. Carsten nimmt uns mit auf eine Reise durch die komplexen Regelungen des EU-AI-Acts, einer neuen Regulatorik, die aktuell in aller Munde ist. Mit seiner Expertise im Bereich AI Compliance und seinem Hintergrund in Projektmanagement und Datenschutz beleuchtet er die relevanten Aspekte dieser Vorschrift. Um das komplexe Thema greifbarer zu machen, vergleicht er es auf unterhaltsame Weise mit einem Fußballspiel, wobei er die verschiedenen Risikoebenen der KI anhand von Karten erläutert – von der roten Karte für verbotene Anwendungen bis hin zur gelben für Hochrisiko-KI. Carsten zeigt, wie der EU-AI-Act die Nutzung von KI in Unternehmen beeinflusst und welche Herausforderungen und Chancen sich daraus ergeben. Zudem beantwortet er zahlreiche Fragen aus dem Publikum und gibt praktische Einblicke in die Umsetzung der Compliance-Vorgaben in der Praxis.
Carsten Wittmann:
Carsten Wittmann ist ein erfahrener Unternehmensberater und AI-Consultant mit einem breiten Background in Programmierung, Projektmanagement und Datenschutz. Als Freelancer berät er Unternehmen bei der Entwicklung und Implementierung von AI-Strategien und begleitet sie im Transformationsprozess, insbesondere im Umgang mit neuen Regulierungen wie dem EU-AI-Act. Seine fundierten Kenntnisse in Prozessoptimierung und Change-Management machen ihn zu einem gefragten Experten, wenn es darum geht, KI-Lösungen in Organisationen sicher und compliant zu integrieren.
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Das Transkript zum Nachlesen
Wo bin ich denn in dieser Wertschöpfungskette? Also wer nutzt denn meine KI? Mache ich das nur für meine Mitarbeiter? Mache ich das für Kunden, die das wiederum für ihre Kunden verwenden? Dann gibt es wieder ganz unterschiedliche Szenarien. Und da muss ich mir halt zu dieser gesamten Prozesskette auch Gedanken machen. Carsten, worum wird es heute gehen? Ja, der EU-EI-Act ist ja ein spannendes Thema. Und ich habe gedacht, ich mache das mal ein bisschen spielerisch tatsächlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben im Moment Fußball-Europameisterschaft. Und ich habe gedacht, ich lehne das mal ein bisschen an und gebe einen kurzen Einblick. Man kann das natürlich in der Kürze der Zeit. Das ist ein riesiges Dokument mit ein paar hundert Seiten. Das kann man natürlich in einer kurzen Präsentation nicht darstellen. Aber zumindest einen Überblick, dass ihr ja mal wisst, worum geht es da? Und was sind die Dinge, die euch vielleicht betreffen? Hallo erst mal. Willkommen zu meiner kurzen Einführung in das Thema. Ich habe gesagt AI-Compliance, weil das Thema ist eigentlich ein bisschen größer als nur der EU-EI-Act. Der ist natürlich jetzt in aller Munde. Und viele fragen sich, was hat das mit dem, was ich in der AI mache, zu tun? Und da möchte ich euch heute einen kurzen Einblick zu geben. Kurz zu mir. Ich bin Unternehmensberater, selbstständig als Freelancer, habe einen Background in Programmierung, habe viel Projekterfahrung, habe lange Jahre Prozessoptimierung gemacht in großen Firmen und Leute auch darin ausgebildet. Das heißt, alles, was Automatisierung, Workflow und so weiter angeht, bin ich ganz gut aufgestellt. Ich habe jetzt die Ausbildung zum AI-Consultant gemacht und kümmere mich um AI-Strategien für Unternehmen, aber auch den Transformationsweg, also alles, was so mit Change Management zu tun hat. Wie kriege ich KI in eine größere Organisation? Wie nehme ich die Mitarbeiter mit? Das sind so die Themen, die mich bewegen. Die letzten Jahre habe ich sehr viel im Thema Datenschutz gemacht. Und da liegt natürlich dann AI-Compliance eigentlich ganz nah. Die Idee ist jetzt eigentlich zu sagen, wie bringe ich euch das Thema KI und EU-AI-Act nah? Und ich habe gesagt, eigentlich bietet sich die EM an, die läuft gerade. Ich stelle euch einfach vor, ihr habt einen Profi-Fußballclub, ganz coole Geschichte, und du bist extrem tierfreudig, du willst was mit KI machen, hast davon gehört. Wo kannst du das jetzt im Fußballclub einsetzen? Was sind da die Grenzen? Was macht Sinn, was macht keinen Sinn? Und das würde ich euch heute gerne in diesem Vortrag zeigen. Also Einordnung, worum geht es bei dem EU-AI-Act? Das ist die neue Regulatorik, die wir da haben. Und eigentlich zu einem frühen Zeitpunkt, manche sagen viel zu früh, wir wissen noch nicht mal, wie KI funktioniert und wo wir es überall einsetzen können, aber die EU hat schon beschlossen, das zu regulieren. Insgesamt kann man sagen, die wollen dort viele Aspekte regeln, für KI-Anbieter, aber auch für Nutzer in Firmen. Und da geht es auch um Dinge, die ein bisschen größer sind, also Schutz der Gesellschaft vor negativen Folgen zum Beispiel, aber auch, wenn ich KI in kritischen Bereichen einsetze, dann ist das wichtig. Flankierend gibt es natürlich noch Dinge, die weiter gelten, wie zum Beispiel Datenschutz. Das gilt alles weiter, da gibt es auch durch KI grundsätzlich oder beziehungsweise im EU-AI-Act nichts Neues dazu. Aber natürlich, wenn ich mit Datenschutz und KI arbeite, muss ich natürlich gucken, welche Tools setze ich da ein, das gilt weiterhin. Gerade da haben wir viele US-Anbieter, da muss man sich ein bisschen Gedanken zu machen. Aber dazu sagt der EU-AI-Act im Grunde genommen nichts Neues zum Thema Datenschutz. Wo ich einen großen Overlap habe, ist so das Thema Ethik. Also was darf ich eigentlich machen wirklich aus ethischen Gründen? Da gibt es einige Punkte im EU-AI-Act, die da durchaus relevant sind. Ist noch ein ganz junges Feld, ist gerade sehr dynamisch, gibt es auch ganz viele Forschungen, die sich damit beschäftigen. Da werden wir heute nicht einsteigen. Und auch weitere Themen sind Informationssicherheit natürlich. Wenn ich dort sensible Daten habe oder die KI in meinen Prozess integriert habe, muss ich natürlich auch dafür sorgen, dass das alles reibungslos funktioniert und nicht irgendwie gestört wird. Und deswegen gibt es auch so Dinge wie ein Management-System. Also für Information Security gibt es schon ein Management-System. Und die ISO 42001 ist das Management-System für alle, die KI in größerem Maßstab in Unternehmen einsetzen wollen. Wie klassifiziert denn jetzt der EU-AI-Act die KI? Ich habe das mal als Pyramide dargestellt. Das ist ein ganz häufiges Bild, das wird euch sicherlich auch woanders begegnen. Es gibt im Prinzip die Sachen, die verboten sind, wo man sagt, die wollen wir gar nicht haben, da wollen wir keine KI einsetzen. Wir gucken uns die gleich alle noch im Detail an. Das ist erstmal jetzt hier der Überblick. Und ich habe mal gesagt, das ist im Prinzip die rote Karte, um jetzt im Fußballbild zu bleiben. Da ist das Spiel zu Ende. Dann gibt es KI mit einem hohen Risiko. Da gibt es eine ganze Reihe von Auflagen, die ich erfüllen muss. Wenn ich das machen will, da muss ich ganz viel dokumentieren und auch vorher nachweisen, dass ich mich an bestimmte Spielregeln halte. Dann haben wir den gelben Bereich. Das ist ein begrenztes Risiko, sagt der EU-AI-Act. Da muss ich im Prinzip nur informieren und Transparenz herstellen über das, was ich da tue. Aber da kann ich KI sehr gut einsetzen. Und dann gibt es noch das minimale Risiko. Da habe ich das grüne Spielfeld ausgewählt, wo ich im Prinzip gar keine Pflichten habe. Man geht davon aus, dass die allermeisten KI-Anwendungen tatsächlich in dem gelben und grünen Bereich sind. Also man sagt, so 70, 80 % der KI-Anwendungen werden dort sein. Natürlich sind die interessanteren an den Grenzen, wo es ein bisschen schwieriger wird, ist auch klar. Aber das ist schon mal so eine Orientierung. Wir gucken uns die jetzt alle noch mal gleich im Detail an. Wichtig ist auch zu verstehen, es gibt oben noch diese zwei Punkte General Purpose AI, also sowas wie LLMs, also generische AI-Elemente und KI als Systemrisiko. Die werden auch im EU-AI-Act geregelt und die überschneiden sich dann teilweise zum Beispiel mit Hochrisiko-KI, weil wenn ich sage, ich habe jetzt, keine Ahnung, Open AI, irgendwie ein neues LLM, dann ist das vielleicht ein hohes Risiko. Das heißt, sie müssen viel dokumentieren. Das kann aber auch zu einem systemischen Risiko werden. Und dann ist es halt noch mal an der anderen Ecke vom EU-AI-Act betroffen. Das gucken wir uns jetzt nicht an, weil ich glaube, keiner von euch wird jetzt gerade ein LLM entwickeln. Also ist auch eine Kostenfrage, im Moment zumindest noch. Vielleicht wird es irgendwann mal billiger, dann könnte man dahin kommen. Gut. Verbotene KI, was ist ein Verboten? Also Manipulation ist verboten. Das heißt, ich darf keinen irgendwie so versuchen zu beeinflussen und mit KI seinen Willen irgendwie umlenken in Bahnen, die mir jetzt mehr Umsatz machen oder irgendwelche anderen Dinge, irgendwelche anderen Vorteile bringen. Genauso das Ausnutzen von Schwächen. Social Scoring ist verboten. Das heißt, das Verhalten und die persönlichen Merkmale von Personen zu bewerten. Das ist ja das, was China zum Beispiel macht. Und das will man in der EU nicht haben. Dann haben wir unten noch die Emotionserkennung speziell gesehen bei Arbeit und Ausbildung. Das heißt, man darf keine Mitarbeiter beobachten und gucken, Gesichtsausdruck, fühlt er sich jetzt überfordert? Oder was denkt der, während er mit seinem Chef spricht? Das will man nicht haben. Es gibt andere Sektoren, wo man Emotionserkennung durchaus einsetzen darf. Aber speziell bei Arbeit und Ausbildung ist es verboten. Massenüberwachung ist verboten in Echtzeit. Das gilt also auch für Behörden. Da gibt es ein paar Ausnahmen von. Aber grundsätzlich darf ich das nicht machen. Und Bildsammlung. Also zum Beispiel, wenn Facebook jetzt versuchen würde, eine Bilddatenbank zu machen, um dann Leute zu identifizieren. Das wäre auch im EU-Ereignis verboten. Und ich habe es mal Precrime genannt. Das ist das vorausschauende Verhindern von zukünftigen Verbrechen. Wer Minority Report gesehen hat, der weiß, was da passieren kann. Und das ist auch nach dem EU-Ereignis verboten. Das sind die roten Karten. Dann haben wir die orangen Karten. Also KI mit hohem Risiko. Da haben wir alles, was zu Sicherheit betrifft. Sicherheitskomponenten im Auto zum Beispiel oder an Maschinen. Wenn ich dort KI einsetze, dann muss ich halt auch dafür sorgen, dass die ihre Anforderungen erfüllen und dass sie wirklich eine Sicherheit bieten und nicht selber zum Sicherheitsrisiko werden. Die Identifikation von Personen, sofern sie nicht lokal ist. Also zum Beispiel lokal wäre auf dem iPhone die Face-ID. Das wäre lokal. Aber wenn ich sage, ich mache eine Identifikation und ich mache die irgendwo zentral in irgendeinem Supercomputer oder mit einer AGI oder wo auch immer, dann ist das ein hohes Risiko. Und ich muss mir halt dann Gedanken machen, wie dokumentiere ich das Ganze? Wo sind die Grenzen? Was für menschliche Eingriffsmöglichkeiten gibt es in diesem Prozess zum Beispiel? Alles, was mit Personal zu tun hat im weitesten Sinne. Also Auswahl von Personal, Zulassung zu Berufen, auch Beschäftigungsmöglichkeiten etc. Da gibt es besondere Anforderungen. Das kann ich nicht einfach so machen, wie ich lustig bin, sondern da muss ich mich halt auch an die Standards halten. Das ist so ein Ausschnitt nur. Da gibt es noch ein paar mehr Dinge. Aber das sind so die Wesentlichen. Und es gibt auch Ausnahmen von diesem hohen Risiko. Nämlich ich habe dann keine Hochrisiko-KI, wenn ich kein erhebliches Risiko für die Gesundheit, die Sicherheit oder die Grundrechte von Personen habe. Und wenn Entscheidungen nicht wesentlich beeinflusst werden. Plus einer von den rechts unten genannten Gründen. Wenn ich eine prozedurale Aufgabe mache, also wirklich richtig irgendwas abarbeite, dann ist da kein großes Risiko drin. Das ist vorhersehbar. Oder es wird eine abgeschlossene Aufgabe von einem Menschen verbessert. Das heißt, die KI guckt darüber und sagt, guck mal, du könntest das auch so und so machen. Oder da könnte man noch an das und das denken. Solche Ausnahmen gibt es. Die sind auch alle aufgezählt. Und ich finde, das ist ein ganz guter Ansatz. Das gibt zumindest auch eine Möglichkeit, wenn ich sage, ich will sowas gestalten und ich habe Zweifel, ob ich was mit hohem Risiko habe. Dann kann ich gucken, dass ich das so gestalte, dass ich da rausfalle. Trotzdem ist bei diesen Ausnahmen auch immer wichtig. Ich befinde mich trotzdem noch in diesem Thema hohes Risiko. Und ich muss eine Dokumentation dazu machen. Und ich muss das vorher machen. Ich kann nicht erst mal anfangen und dann hinterher sagen, ja, ach, ich baue das so hin, dass es kein hohes Risiko ist, sondern ich muss das vorher wirklich auch dokumentieren, dass ich das gemacht habe und gecheckt habe. So, ganz kurze Unterbrechung. Wenn dir dieser Podcast gefällt und du mehr erleben möchtest, tiefere Einblicke in die künstliche Intelligenz erlangen möchtest und lernen möchtest, wie sie dich als auch deine Kunden noch erfolgreicher macht im Marketing, im Vertrieb und in der Produktion, dann komm doch einfach mal in das KI-Café. Jede Woche Mittwoch, 8.30 Uhr bis um 10 Uhr. 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Und ich muss mir auch Gedanken machen, wo bin ich denn in dieser Wertschöpfungskette? Also wer nutzt denn meine KI? Mache ich das nur für meine Mitarbeiter? Mache ich das für Kunden, die das wiederum für ihre Kunden verwenden? Dann gibt es wieder ganz unterschiedliche Szenarien. Und da muss ich mir zu dieser gesamten Prozesskette auch Gedanken machen. Also sehr aufwendig. Wie gesagt, die meisten KIs, die werden erwartet bei begrenztem und minimalem Risiko. Bei begrenztem Risiko, das sind zum Beispiel Chatbots oder auch sonstige Interaktionen. Das kann zum Beispiel in Zukunft auch ein Bot sein, ein Roboter, der irgendwie mit Menschen interagiert oder mit denen in Kontakt kommen kann. Und da habe ich dann die Informationspflicht. Also das ist so das Minimum, was man im Prinzip eigentlich erwartet. Wenn ich wirklich eine Interaktion habe und jemand weiß gar nicht, dass da vielleicht KI zum Einsatz kommt, dann muss ich ihn darüber informieren, dass ich das nutze. Und vielleicht ist es auch ein guter Stil zu sagen, guck mal, du hast die Möglichkeit, auch einen menschlichen Ansprechpartner zu bekommen, wenn du mit der KI nicht zurechtkommst oder du die Ergebnisse seltsam findest. Fände ich immer eigentlich eine gute Lösung, das zu machen. Und die Fakes müssen gekennzeichnet werden. Das ist natürlich auch eigentlich schon fast Standard. Ich sehe auch jetzt zunehmend, dass KI-Anbieter, die Bilder oder Videos generieren, ihr Logo unten rein machen oder Dinge, das man schon identifizieren kann, das ist KI. Bei Facebook war es sogar, wenn ich jetzt irgendwie Bilder poste, muss ich auswählen, ist KI generiert oder nicht. Also das kommt und die machen sich schon Gedanken, wie sie sowas umsetzen können. Und dann gibt es natürlich noch das grüne Spielfeld, minimales Risiko, also alle anderen Anwendungen von KI, die dann keine besonderen Auflagen haben. Das heißt, wenn ich das für mich privat nutze zum Beispiel, habe ich jetzt keine besonderen Anforderungen. Wenn ich damit public gehe oder das an Leute versende, wird das sicherlich wieder anders aussehen. Aber für mich intern kann ich das im Prinzip alles nutzen, wie ich da Lust habe. So, jetzt haben wir Ideen für den Fußballverein. Wir kommen da nochmal zurück. Was könnten wir denn machen? Und ich habe hier einfach mal drei Dinge zum Mitdenken für euch hingeschrieben. Ein Fanshop, also im Online-Shop will ich KI verwenden. Was müsste ich denn da machen? Wie würde ich das eingruppieren? Und das würde heißen, ich mache KI vielleicht im Lager. Das wäre aus meiner Sicht ein grüner Fall. Ja, die Mitarbeiter muss ich da einmal drüber informieren, aber das ist es. Aber wenn ich sage, ich setze KI in Beratung und Verkauf ein, dann bin ich im hellgelben Bereich. Da müsste ich dann zumindest einen Hinweis im Online-Shop machen und sagen, wir setzen KI dafür ein und analysieren vielleicht dein bisheriges Portfolio, was du letztes Mal gekauft hast oder wo du drauf geguckt hast und machen dir dann mit KI irgendwelche Vorschläge. Fanbetreuung. Wenn ich im Fanklub ein Bot benutze, um mit den Fans zu kommunizieren oder im Forum die zu betreuen, ist auch ganz klar ein hellgelber Fall. Das heißt, ich müsste da Hinweise geben, dass die Fans entsprechend informiert sind. Wenn ich jetzt sagen würde, ich will eine Überwachung machen, also mit Kameras das Stadion überwachen und die Fans identifizieren. Dafür gibt es die rote Karte. Ich kann natürlich Sicherheitskameras, so wie ich das heute auch ohne KI mache, installieren. Auch da muss ich entsprechend das anzeigen. Da gibt es dann wahrscheinlich am Eingangsbereich irgendwelche Hinweisschilder. Aber die Identifikation mit KI darf ich nicht machen. Dann haben wir weitere Ideen für den Fußballverein. Also der Robo-Trainer. Der Trainer wird durch einen Roboter ersetzt. Kann man machen. Ich sehe es ein bisschen dunkelgelb, also orange. Eventuell könnte die Gesundheit der Spieler in Gefahr sein, wenn er die überfordert, weil er sagt, ich habe noch Energie, ihr auch, ihr Säcke. Dann könnte er vielleicht auch Manipulationen machen. Er könnte versuchen, die ein bisschen zu motivieren. Da sind die Grenzen natürlich fließend. Aber wenn ich das ausschließen kann, dann wäre zumindest die Hinweispflicht für die Spieler notwendig, dass sie wissen, das ist ein Roboter, der mich trainiert. Das wird man wahrscheinlich erkennen, wenn es ein echter Roboter ist. Irgendwie sehen die noch auf absehbare Zeit nicht so ganz menschlich aus. Es gibt sogar Roboter, die bewusst anders gebaut werden, weil der Mensch auch Defizite hat. Er kann sich z.B. nicht so gut bücken. Wenn ich einen geschickten Roboter baue, dem fällt das viel leichter. Spieleranalyse. Also der Betreuer macht die komplette Analyse aller Spieler mit KI. Das geht schon so Richtung Scoring. Eventuell auch guckt er denen dabei ins Gesicht und schaut sich an, der strengt sich jetzt aber an. Vielleicht geht es dem nicht gut. Vielleicht setzen wir den am Samstag nicht ein. Insofern müsste man da gucken, dass man nicht in diese rote Zone kommt. Auf der anderen Seite sind Spieler Angestellte. Da bin ich schnell bei dem Thema Personal. Dann bin ich wieder im Orangenbereich. Aber man könnte natürlich sagen, der Betreuer behält die Entscheidung, aber er wird von KI unterstützt, die sammelt Daten und stellt sie ihm zur Verfügung, damit er eine gute Entscheidung treffen kann. Dann bin ich vielleicht im gelben Bereich und muss die Spieler darüber informieren. Da gibt es viel Gestaltungsspielraum. Ich glaube, das werden wir in der Praxis häufig sehen, dass man sich angucken muss, was geht. Und wenn was nicht geht, was ist das Nächstbeste, was ich machen kann. Zu sagen, die Entscheidung liegt immer noch bei Menschen und die KI unterstützt im Vorfeld bei der Informationsbeschaffung z.B. Das ist ein zukunftsträchtiges Modell. Der Getränke-Bot, der die Lieblingsgetränke zu jedem Spieler liefert. Da würde ich sagen, das geht als KI-Lösung. Jetzt könnte man sagen, vielleicht hat der eine Unverträglichkeiten. Wenn ich noch eine Statistik führe, wer wie viel getrunken hat, kommt man vielleicht schon wieder in eine gelbe Zone. Aber grundsätzlich ist das eine schöne Idee. Die letzte Runde. Wenn ich Spieler ersetze. Also die Mannschaft wird durch Roboter verstärkt. Ja, genau. Kommt drauf an. Ist immer eine richtige Antwort. Juristin? Okay. Deswegen die schwarze Karte. Da ist ethisch und sportlich noch einiges zu klären. Wollen wir das? Wollen wir gemischte Mannschaften? So. Man müsste ausschließen, dass es eine Gesundheitsgefahr gibt. Insofern könnte man eventuell in der Orangenzone sein und müsste dokumentieren, warum das nicht der Fall ist. Dann wäre die Hinweispflicht da, dass die gegnerische Mannschaft und die eigenen Spieler wissen, da läuft ein Roboter übers Feld. Vielleicht ist ein Zusammenprall nicht so angenehm. Aber ist bei manchen Spielern auch nicht so toll, wenn man mit denen zusammenstößt. Der Robo-Mäher. Also ein Mähroboter, der den Rasen managt. Was denkt ihr? Grün. Genau. Ihr habt es schon verstanden. Ich merke das. Unbedenklich. Man müsste gucken, wenn er während der Trainingszeiten auf dem Platz läuft, ist er vielleicht nicht so klug. Aber das kann man konfigurieren. Wir haben ja jetzt den Videoassistenten. Da muss man aufpassen, wenn ich da einen Bot einsetze, dass ich nicht im Social Scoring lande. Nämlich irgendwelche Statistiken im Hintergrund geführt werden. Das kann ja auch zum Ausschluss von Spielern führen, die dann nicht nur eine rote Karte kriegen, sondern vielleicht auch dauerhaft gesperrt werden. Da wäre ich eher dafür, das tatsächlich als Assistent zu gestalten und wirklich einem menschlichen Schiedsrichter die finale Entscheidung treffen zu lassen. Ansonsten sind wir da, glaube ich, gelb. Da könnte man theoretisch sicherlich was machen. Dann gucken wir uns noch mal an. Wie findet denn die Überwachung statt? Vom EU-AI-Eck natürlich. Ich habe es hier mal verglichen mit Fußballbegriffen. Es gibt eine europäische AI-Behörde und einen AI-Ausschuss auf der EU-Ebene. Das heißt, die machen im Prinzip die Regeln für die KI in Europa. Das ist am Ende des Tages eine Art UEFA-Komitee oder Fair-Play-Ausschuss, die dafür sorgen, dass da vernünftige Regeln bei uns gibt, die dann auch eingehalten werden. Die gelten übrigens auch für KIs aus anderen Ländern, die hier eingesetzt werden. Das ist ähnlich wie mit der DSGVO. Wer in Europa Daten verarbeitet, der muss sich daran halten. Das gilt natürlich auch für die KIs. Wer es ein bisschen beobachtet hat, Apple hat jetzt auch schon gesagt, wir haben neue Features, Apple Intelligence kommt. Die haben auch gesagt, aber zuerst nicht in Europa. Vielleicht ist es schon ein Vorbote darauf, dass sie sich auf die Regulierung hier vernünftig vorbereiten. Könnte natürlich auch ein Druckmittel sein von Apple an die EU, um zu sagen, wir sind mit euren Regeln nicht einverstanden und dass wir die User dann ein bisschen versuchen, auszuspielen gegen die EU. Das werden wir einfach sehen, wie sich die Firmen positionieren. Aber gibt es in anderen Fällen auch schon, die gesagt haben, wir warten erst mal ab mit der Einführung. Dann gibt es die Länder. Die Behörden dort überwachen den Markt und die Einhaltung des EU-EI-Act. Ich sage immer, das sind die Schieds- und Linienrichter, die gucken, dass da keine Verstöße passieren und überwachen das Ganze. Und dann haben wir noch jeden, also wirklich jeder EU-Bürger, jede Person kann nicht Einhaltung melden. Das heißt, wir haben hier 450 Millionen Zuschauer, die sich das Spiel angucken und vielleicht auch ihre Meinung dazu haben. Und wenn sie mal sagen, guck mal, der hat aber dagegen verstoßen, dann dürfen die das auch tatsächlich melden. Ich würde jetzt gerne zum Abschluss das noch mal kurz bewerten, weil natürlich unterschiedliche Meinungen immer da sind. Ist das jetzt schädlich? Der EU-EI-Act, bringt der uns weiter? Und ich habe hier mal ein paar Punkte zusammengestellt. Also ja, es bringt einiges an Aufwand mit sich für die Regulierung, insbesondere für die Firmen, die Large Language Models machen oder Hochrisiko-KI. Aber viele Anwendungen fallen voraussichtlich unter minimales oder eingeschränktes Risiko. Dann haben wir die Sicherheit. Ziel ist ja auch, die Bürgerrechte zu schützen. Und ich glaube, da macht der EU-EI-Act einen ganz guten Job. Es gibt da klare Regelungen. Und das hilft natürlich auch, den Firmen zu verstehen, woran muss ich mich denn halten? Und man sieht auch schon, dass erste Firmen das machen und damit anfangen, sich dazu Gedanken zu machen. Und das ist eigentlich ganz cool. Aber die Begriffe sind teilweise noch nicht so etabliert. Das ist ein bisschen anders als bei der DSGVO. Da gab es ja irgendwie zehn Jahre Erfahrung mit Datenschutz. Hier ist es ein bisschen schneller. Und man hat auch die letzten Minuten noch irgendwie so Large Language Models mit reingenommen in den EU-EI-Act, was vorher nicht so diskutiert worden ist. Das heißt, da gibt es Auslegungen. Und das muss sich halt im Laufe der Zeit erstmal etablieren. Und das ist ein bisschen negativ aktuell. Wir haben ein globales Vorbild. Das kann gut oder schlecht sein, aber andere Länder diskutieren das schon auf Basis des EU-EI-Acts. Und insofern sind wir da Vorreiter, auch für zukünftige Gesetze. Wäre natürlich gut, wenn man einen globalen Standard hat, weil so ein Large Language Model macht ja nicht an der Grenze Halt. Und das macht es den Anbietern auch schwer. Globale Lösungen und günstige Lösungen zu entwickeln, wenn nachher in vielen Regionen andere Regeln gelten. Aber natürlich haben USA und China auch andere Anforderungen an KI, andere Erwartungen. Man sagt so scherzhaft irgendwie, die USA wollen irgendwie die beste KI haben, die die besten Antworten liefert. China will die effizienteste KI haben und Europa will die regulierteste KI haben. Da muss man auch mal gucken, wie wird das den Wettbewerb gegebenenfalls einschränken? Was halt schön ist, wenn wir es schaffen, dass sich alle dran halten, auch an diese ethischen Grundsätze, die damit drinstecken, dann könnte sich die EU langfristig als ein Standort für die Entwicklung von ethisch korrekten, sicheren, vertrauenswürdigen KIs etablieren. Und das wäre durchaus was Positives. Auf der anderen Seite haben wir natürlich auch nicht die Infrastruktur aktuell, um solche Dinge hier zu betreiben. Das heißt, wir sind da doch wieder auf aktuell die USA zum Beispiel angewiesen, wenn es um Rechenzentrum, Rechenleistung etc. geht. Da muss man mal gucken. Wäre schön, wenn wir irgendwie eine europäische Infrastruktur auch haben.