
Jetzt schon auf KI setzen oder noch warten?
Willkommen zur Miniserie "KI im Projektmanagement". Hier dreht sich alles um den Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf das Projektmanagement. Jeden Tag dieser Woche bieten wir Dir Einblicke, wie die KI den Bereich verändert und wie sie in andere Lebensbereiche eindringt. Lass Dich überraschen und inspirieren!
Sollten Unternehmen und Einzelpersonen jetzt schon auf KI setzen oder lieber noch 2 Jahre warten? Genau um diese Frage dreht sich die heutige Folge!
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Das Transkript zum Nachlesen
Herzlich willkommen zu dieser Miniserie in unserem Podcast. Ich wurde in den letzten Tagen zu einer Bachelorarbeit, wie künstliche Intelligenz das Projektmanagement verändert, befragt. Und genau darum geht es in dieser Miniserie. Du wirst in dieser Woche jeden Tag einen kleinen Einblick darüber bekommen, wie künstliche Intelligenz im Projektmanagement Einzug erhält und es verändert. Viel Spaß damit. Ich fange mal damit an. Es gibt ein Modell von Klaas Janssen, die vier Räume der Veränderung. Das heißt, wenn eine Veränderung auf Menschen trifft, dann sind wir im ersten Raum, nämlich im Raum des Schocks. Wir fragen uns, was ist das? Das kann doch nicht möglich sein. Das sind diese iPhone-Momente. Als Steve Jobs das iPhone vorgestellt hat, das war so ein Schockmoment. Nein, das kann doch nicht sein. Unfassbar, wie geht das? Wenn wir dann durch diesen Schock durchgehen, landen wir häufig im Raum der Verneinung. Die manchen länger, die manchen sind in diesem Raum kürzer. Das ist der Raum, wo wir sagen, das hat nichts mit mir zu tun. Ich bin lieber bei Blackberry. Ich bleibe bei der Taste. iPhone ist nichts für mich. Oder die halt sagen, KI geht schon wieder weg. Das hat nichts mit mir zu tun. Ich habe noch zehn Jahre bis zur Rente. Ich muss mich damit nicht auseinandersetzen. Das wird man schon weg regulieren. Da ist eine große Gefahr für die Menschheit. Nein, nein, nein. Das ist der Raum der Verneinung. Wenn wir da durchgehen, weil wir merken, es bleibt ja doch so richtig reguliert. Man hat zwar Ansätze, aber es ist da. Dann kommt der Raum der Verwirrung. Wir fragen uns, was hat das mit uns zu tun? Wieso sind wir da involviert? Welchen Einfluss wird das auf mich haben, auf mein Leben, auf meine Rolle? Wenn wir durch diese Verwirrung durch sind, die durchaus mal ein Stückchen länger dauern kann, um diese Orientierung zu finden und einzuordnen, was dort passiert, landen wir im Raum der Akzeptanz. Wir akzeptieren die Veränderung und sind bereit, mit dem, was da neu gekommen ist, zu leben. Durch diese vier Räume der Veränderung, gerade Change Manager und Berater, also Unternehmen, die Mitarbeiter durch so einen Prozess führen wollen, gehen immer durch diese vier Räume oder häufig wird dieses Modell zurate gezogen. In der KI-Welt merkt man jetzt, dass dieses Modell nicht ausreicht. Dieses Modell ist unzulänglich, ist unzureichend. Ich habe das im Februar, im März schon in den Keynotes gesagt, als mir das bewusst geworden ist. Es gibt nämlich einen Raum, der vorne dran fehlt und zwei, die hinten fehlen, die jetzt sichtbar werden, weil die künstliche Intelligenz sich mit einer solch rasenden Geschwindigkeit nicht nur verbreitet. Chats GPT war das Tool, was innerhalb von fünf Tagen eine Million User gewonnen hat. Das ist keinem anderen vorher gelungen. Netflix hat damals noch dreieinhalb Jahre gebraucht, Spotify zweieinhalb Jahre, Facebook irgendwie 14 Monate oder sowas. Mit Instagram waren es dann zweieinhalb Monate und Chats GPT in fünf Tagen eine Million User und innerhalb von zwei Monaten 100 Millionen User. Es ist keiner anderen Technologie vorher gelungen, eine solche Durchdringungsrate zu bekommen. Durch diese Geschwindigkeit wird deutlich, dass es einen Raum gibt, der immer noch proppenvoll ist. Das ist der Raum der Ahnungslosen. Die haben noch gar nicht mitbekommen, was da draußen passiert. Wenn man da fragt, hast du schon mal Chats GPT, künstliche Intelligenz? Da fragen die vielleicht noch, wie schreibt man das? Wie schreibt man KI? Das sind die, die im Raum der Ahnungslosen stecken. Eine der Aufgaben ist es, zu sensibilisieren, ein Problembewusstsein zu schaffen und Menschen aus dem Raum der Ahnungslosen möglichst schnell, mindestens in den Raum der Verwirrung zu bekommen. Das ist eine der Aufgaben, die jetzt in Unternehmen stattfinden muss. Ängste nehmen, also dieses Verneinen, das können wir hier nicht zulassen, das gefährdet meinen Job, wo bin ich dann in zwei Jahren? Diese Ängste zu nehmen. Wir müssen edukieren, also nicht ausbilden in dem Sinn, aber sensibilisieren, auf das, was kommt, um die Leute aus dem Raum der Ahnungslosen rüber zu bewegen. Warum ist der Raum proppenvoll? Weil diese Entwicklung so schnell geht. Das gab es noch nie. Wir hatten immer Zeit, uns zu adaptieren, dass es gar nicht aufgefallen, dass da so ein Raum der Ahnungslosen existiert. 60 Prozent im Juni in Deutschland waren immer noch unwissend über das, was passiert ist und haben niemals irgendwas mit KI zu tun gehabt oder geschweige denn sich damit mal auseinandergesetzt. Dieser Raum ist proppenvoll und wir müssen die weiter bewegen. Jetzt kommen wir zu den zwei weiteren Räumen dort hinten. Denn Akzeptanz in meiner Welt reicht nicht aus. Nur zu akzeptieren, dass das jetzt da ist, das wäre defensiv, das wäre reaktiv und ist im Kontext der KI für jeden Einzelnen mit einem hohen Risiko verbunden. Deswegen ist es wichtig, dass wir die Menschen aus der Akzeptanz hinüberbekommen in den Raum der Integration. Das heißt, dass sie anfangen, diese Technologie nicht nur zu akzeptieren, sondern in ihre Arbeitsabläufe zu integrieren, sie zu nutzen. Und zwar nicht auf einer Spielwiese. Schreibt mir mal ein Kinderlied, mein Sohn wird 13. Wow, das ist ja krass, was da für ein Kinderlied rauskommt. Sondern es wirklich in ihren Prozessen zu leben und für kleine Projekte anzuwenden. Damit, und jetzt kommen wir zum siebten Raum, damit sie in den Raum der Transformation kommen. Transformation bedeutet in meiner Welt, dass sie es produktiv, wirksam oder wie ich sage transformativ nutzen für ihre Rolle. Wenn sie da angekommen sind in dem Raum der Transformation, dann lernen sie damit umzugehen. Dann sind sie gewappnet ein Stück weit für das, was ich glaube, was in der Zukunft kommt oder was viele andere sehen, was in der Zukunft kommt. Jetzt gibt es noch ein Ding, das habe ich erst im April mit integriert, weil mir da eins bewusst geworden ist. Im Raum der Transformation reicht es auch noch nicht aus zu sein. Denn wir wachen im Rahmen der künstlichen Intelligenz, in der Welt der künstlichen Intelligenz, wachen wir morgens auf und befinden uns im Raum der Ahnungslosen. Dann gucken wir aufs Handy, lösen Neuigkeiten und auf einmal, das kann doch nicht sein, das geht jetzt mit künstlicher Intelligenz, ach du Scheiße. So und dann bin ich wieder im Raum der Ahnungslosen. Das heißt, das ist aktuell durch diese Geschwindigkeit solch ein immerwirrender Zirkel. Und wir müssen Menschen, also müssen, ich sage wirklich müssen, aber wir dürfen die Menschen mitnehmen auf dieser Reise, gerade in den Unternehmen. So und jetzt kommen wir zu den Unternehmen. Ich habe gesagt, das wird eine lange Antwort. Jetzt kommen wir zu den Unternehmen. Unternehmen haben drei Aufgaben. Aufgabe Nummer eins ist, zu sensibilisieren, ein Problembewusstsein zu schaffen und die Menschen, die davor noch nichts mitbekommen haben oder die reserviert dem Ganzen gegenüberstehen, mitzunehmen auf die Reise. Das heißt, wir dürfen gerade in größeren Unternehmen, dürfen wir Workshops machen, Trainings, kleine Keynotes, kleine Formate, um alle Menschen in diesen Unternehmen darauf zu sensibilisieren, was da jetzt kommt, weil es einen massiven Einfluss haben wird, nicht nur auf das gesamte Unternehmen, sondern auf jeden Einzelnen in dieser Organisation. Das Zweite, was wir tun dürfen, ist, die, die richtig Bock haben, sich damit auseinanderzusetzen, heranzuführen an diese Technologie und zwar nur unter der Voraussetzung, dass das ein Unternehmen ist, was das nicht schon seit Jahren ohnehin macht. Also bei Tesla brauche ich da keinen mehr heranzuführen. Das ist integriert seit Jahren, Jahrzehnten fast schon. Amazon richtet natürlich auch sein Unternehmen danach aus. Bei Microsoft arbeitet keiner mehr nicht mit künstlicher Intelligenz oder umgedreht. Alle sind auf dem Thema künstliche Intelligenz. Auch das ist eine Justierung, die die Unternehmen gemacht haben. Also die, die sehen, was dort kommt. Es gibt eigentlich kein Softwareunternehmen, was sich nicht mehr in diesem Bereich beschäftigen sollte. Also andersherum gesagt, jedes Softwareunternehmen sollte sich damit beschäftigen und zwar jetzt, weil 2030 sagen die Studien, gibt es nur noch zwei Formen von Unternehmen, vielleicht Softwareunternehmen könnte man es eingrenzen, die die KI integriert haben und die, die nicht mehr existieren. Wenn man dazu gehören möchte, zu den Integrativen, also dies Teil ihrer Produkte gemacht haben, muss ich jetzt damit anfangen. Unabhängig davon gilt es auch für die anderen Unternehmen, die jetzt nicht Software entwickeln, kleine Projekte zu identifizieren. Ich nenne das immer Leuchtturmprojekte, an denen sie das wahre Potenzial erleben können, ausprobieren können und damit in diese Integration und Transformationsräume kommen und dadurch einen Strahleffekt haben in die gesamte Organisation. Die sagen, wow, das ist geil und das hilft uns richtig weiter als Unternehmen und damit andere anzuzünden. Das ist die zweite Aufgabe. Also erste Aufgabe sensibilisieren, ausbilden, informieren, Menschen mitnehmen auf die Reise, Ängste nehmen. Die zweite Aufgabe ist kleine Leuchtturmprojekte zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter anfangen, es integrativ, transformativ zu nutzen und damit es einen Strahleffekt hat, deswegen Leuchtturm, einen Strahleffekt hat in die Organisation. Dritte Aufgabe ist die, dass wir die Organisation fit machen dürfen für das, was kommt, weil viele glauben jetzt, die von KI was gehört haben, das ist der Silver Bullet, das ist das Allheilmittel für alles. Jegliche Unzulänglichkeiten, Prozessflaws, Datenbestände, die irgendwie verteilt sind, Prozesse, die nicht zum Ergebnis führen, die ineffizient sind, können mit der Keule der künstlichen Intelligenz erschlagen werden. Das ist ein Trugschluss, weil vieles geht zurück auf die Digitalisierung, geht zurück auf optimiertere Prozesse. Man hat damals im Zeitalter der Digitalisierung gesagt, das ist ja gar nicht so lange her, ein digitalisierter Scheißprozess bleibt ein Scheißprozess. Kann ich 100 Mal digitalisieren, shit in, shit out, bleibt halt blöd. Also erarbeite erst mal deine Prozesse, bevor du sie dann digitalisierst. Gleiches gilt in einer anderen gedachten Form für die KI, nämlich dritte Stoßrichtung ist, mach erst mal deine Hausaufgaben, damit du vorbereitet bist auf das, was kommt. Nämlich dann, wenn Microsoft mit Co-Pilot kommt, ist ein paar Monate weg in Deutschland, in Amerika schon da, dann dürfen wir darauf vorbereitet sein. Wenn wir glauben, künstliche Intelligenz ist das Allheilmittel und wir jetzt über verschiedene Datentöpfe irgendwelche krasse Auswertungen machen können, ist sicherlich ein Stück weit möglich, vielleicht besser als mit den Mechanismen, die wir vorher zur Verfügung hatten. Aber es ist jetzt die Zeit, die Hausaufgaben zu machen, um vorbereitet zu sein für die Standardsoftware, die viele Unternehmen einsetzen, die dann mit KI ausgestattet ist, um damit sie von Tag 1 wirksam und auch vielleicht im Vorteil zum Wettbewerb nutzen zu können. Ich vergleiche das häufig auch mit einem Tsunami. Das mag jetzt ein Bild sein, was vielleicht nicht ganz passend ist, aber du darfst dir vorstellen, da stehen die Menschen auf dem Strand. Das Wasser zieht sich schon weg vom Strand. Da sind immer noch Familien, die spielen da. Die haben noch gar nicht gecheckt, was gerade passiert. Hatten wir in Thailand 2000 irgendwas, konnten wir das erleben. Die sind immer noch am Strand, total ahnungslos, wundern sich, oh jetzt ist hier Ebbe, hier gab es ja noch nie Ebbe. Das ist ja witzig. Guck mal hier. Und hinten am Horizont bäumt sich die Wand auf. Dann gibt es andere, die sehen das, wissen aber es nicht einzuordnen. Und dann gibt es die, die machen ihre Hausaufgaben. Die suchen sich Fluchtwege, die schauen, was können sie jetzt machen, wie können sie sich dem Ganzen erwehren. Und die Welle, die da kommt, in meiner Perspektive, ist größer als alles andere, was wir in unseren Generationen, die jetzt gerade irgendwo zwischen 20 und 60 in Unternehmen eingebettet sind, jemals erlebt haben. Und daher gilt es, sensibilisieren, ausbilden, fit machen, die Leute mitnehmen auf die Reise, Problembewusstsein schaffen. Das zweite ist kleine Leuchtturmprojekte initiieren, Initiativen, die eine Strahlkraft haben, wo Menschen dann dadurch mitgerissen werden. Und das dritte ist, die Hausaufgaben zu machen, Grundlagen zu schaffen, ein Fundament zu schaffen, ein paar Sachen aufzuräumen, bis dann das kommt, damit wir es wirklich wahrlich nutzen können.