Prozessmanagement anders denken (3min-Impuls)
Dieser 3min-Impuls ist im Rahmen des Interviews mit Raphael Schnebel entstanden. Es geht um Prozessmanagement und wann Prozesse anders gedacht werden sollten.
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Das Transkript zum Nachlesen
Und dann bin ich durch drei Zyklen gegangen, ihnen das mit den Prozessen zu vermitteln. Also erstmal an die natürlich auch gerichtet, die jetzt sich im Bereich E-Commerce in deinem Alter tummeln. Ich ziehe so dermaßen den Hut vor euch. Es ist unfassbar, was ihr dadurch dringt, wo wir als die Generation X mit ganz anderen Blicken früher drauf geguckt haben. Wir haben Logistikbücher gelesen, wir haben darauf geguckt, wie kann man Import-Export gestalten. Für mich war damals die Bibel, wo ich überhaupt erstmal gecheckt habe, dass es so etwas wie eine globale Welt gibt. Thomas Friedman, The World is Flat, der die zehn Flattener beschrieben hat, wie überhaupt die Welt in eine globale Welt gekommen ist. Und mit dem Anbeginn der Berliner Mauer, wo ich schon, wie alt war ich da? 18 Jahre, als die gefallen ist. Das sind alles Bereiche, wo ich sage, dass die junge Generation dort einen Einstieg hat und einen riesen Vorteil hat und Dinge einfach anders denkt. Und dieses Andersdenken ist etwas, was das Prozessmanagement betrifft. Du hast mir die Frage gestellt, beschreib mal in einfachen Worten, was ist Prozessmanagement überhaupt? In meiner Welt ist es der dokumentierte, strukturierte Ablauf von wiederholbaren Schritten. Die hin zu einem greifbaren oder auch dokumentierten oder nachvollziehbaren Ergebnis führen mit dem Ziel, diesen Ablauf kontinuierlich so zu verbessern, dass die Effizienz, also die Dauer des Ablaufes und die Qualität und die Aufwände, die es braucht, um die einzelnen Schritte zu durchlaufen, kontinuierlich verbessert und optimiert wird. Und wenn du mich jetzt fragen würdest, welche Tipps würde ich geben in Bezug auf Prozessmanagement, würde ich sagen, ich bin der völlig Falsche, den du da fragen darfst. Denn ich habe Bücher über Prozessmanagement geschrieben. Ich habe Bücher geschrieben, die einer der ersten Bücher überhaupt auf dem deutschen Markt waren, die beschrieben haben, wie Prozesse in ein Unternehmen eingeführt werden können. Und ich hatte vor ein paar Jahren so einen kleinen Durchbruch. Ein Durchbruch dahingehend, wir beraten ja Selbstständige und Unternehmer dabei, ihr Unternehmen zu wachsen, ihre Umsätze zu verdoppeln und das mit viel Individualität und Persönlichkeit. Also kein Massencoaching-Programm, sondern wirklich individuell auf den Einzelnen, nicht nur zugeschnitten, sondern den Einzelnen betreuend in seinem Kontext. Und wir hatten ein Unternehmen, was an dem Punkt war, Prozesse überhaupt mal zu etablieren und zu denken. Da habe ich gedacht, scheiße, ich weiß zwar genau, wie das geht, aber ich habe nichts bei uns in der Akademie. Das erste Unternehmen war das, was an dem Punkt war, dass wir sie da hinbringen konnten. Und dann bin ich durch drei Zyklen gegangen, ihnen das mit den Prozessen zu vermitteln. Und jedes Mal bei jedem Zyklus habe ich gemerkt, das ist es nicht, das hilft denen nicht. Weil mein gesamtes Mindset darauf basierte, Prozesse in einer Form für mittelständische und große Unternehmen zu denken. Wir haben damals immer Prozessdokumentationen geschrieben, die waren so dick wie das Great Escape Alps Buch, was hier neben mir liegt. 400 Seiten, was irgendwie drei Prozesse beschrieben hat, das hat EKS auch gelesen. Trotzdem haben wir es geschrieben, weil es der Kunde halt in der Form haben wollte, beziehungsweise es notwendig war, alle dahin entsprechend mitzunehmen. Und diese Ansätze habe ich übernommen in der Form, wie ich Prozesse unseren Kunden vermittele. Und das funktioniert nicht, weil das von Bürokratie und auch von Dekumentationswut nur strotzt, die auf kleine, junge, dynamische Unternehmen und Unternehmer, die zu deiner Zielgruppe gehören, überhaupt nicht funktionieren. Und wir sind dann wirklich auf ein ganz pragmatisch reduziertes Maß zurückgekommen, was nichts anderes repräsentiert als die Definition, die ich dir auf deine Frage gebe.