Unternehmerpaar-Talk: Business & Privat, Zeit zu zweit und gemeinsame Vereinbarungen - Im Gespräch mit Nicole Pethke und Christian Graßmann
Diese zweiteilige Interviewreihe ist eine besondere: es sind die ersten Folgen gemeinsam mit einem anderen Unternehmerpaar. Nicole und Chris leiten zusammen zwei Firmen, den Sanitär & Heizungsdrache, sowie die Ocean Akademie und nehmen uns mit auf ihre Reise.
In der Folge sprechen wir über die Trennung zwischen Business & Privat und du erhältst auf Erfahrung beruhende Tipps. Außerdem geht es um gemeinsame Vereinbarungen und Zeit zu zweit.
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Das Transkript zum Nachlesen
Auf dieses Interview freuen wir uns schon ganz besonders, denn es ist eines unserer ersten Interviews von Unternehmerpaar zu Unternehmerpaar. Und diejenigen, die wir heute hier zu Gast haben, die sind schon ganz lange in unserem Kontext. Wir dürfen uns gegenseitig begleiten, wir dürfen uns gegenseitig inspirieren. Und die beiden, die wir jetzt anmoderieren dürfen und die hier schon lächelnd vor uns sitzen, sind diejenigen, die in den letzten fünf Jahren ihrer Beziehung durchaus einige Höhen und Tiefen erlebt haben. Höhen im Bereich der Geschäftsentwicklung, Höhen im Bereich der Umsatzentwicklung, Höhen im Bereich zweier Businesses, die sie erfolgreich aufgebaut haben, Höhen in allen Kontexten der Sichtbarkeit, aber auch Tiefen. Tiefen im Sinne der Beziehung, was heißt es als Unternehmerpaar nicht nur gemeinsam zu arbeiten, sondern auch gemeinsam das Bett zu teilen, wenn man das so sagen darf. Tiefen in Herausforderungen im Kontext des Businesses, im Kontext Kunden, die abgewandert sind, im Kontext der allgemeinen Material- und Halbleiterknappheit. Und beide haben ein Business aufgebaut, jeder für sich, aber dennoch gemeinsam, was sich inspiriert, was sich auch belebt. Der eine hat schon seit vielen Jahren, fast schon Jahrzehnten, ein Handwerksunternehmen. Es nennt sich selbst der Sanitär- und Heizungsdrachen und das Team nennt sich das Drachenteam. Durchaus zu erkennen an einer sehr beeindruckenden Flotte an Fahrzeugen und gleichgearteten Mitarbeitern. Und die andere hat die Ocean Academy gegründet und die Ocean Academy mit einem seiner Teilausprägungen, mit einem Programm Handwerker von Morgen, mittlerweile anderen Handwerksunternehmen beschreibt, erfolgreich zu sein. Und das eben nicht nur in einem Verteilermarkt, da wo viel Nachfrage ist und teilweise wenig Angebot, sondern auch sich durchaus durchsetzt gegenüber der Konkurrenz in allen Belangen. Da wollen wir heute reinschauen. Sie selbst leben eine sehr fröhliche und ausgeglichene Beziehung, wie wir hier erleben dürfen. Sie kommen beide aus Itstein und jetzt begrüßen wir sie hier auf unseren Hotseats. Schön, dass ihr da seid, Nicole Petke und Chris Grassmann. Jetzt habt ihr mal konkret auch ein paar Taktiken beschrieben, die euch in der Vergangenheit geholfen haben, in den unterschiedlichen Situationen euch vielleicht nochmal ein Stück weit zu adjustieren. Das, was uns als Unternehmerpaare ja von allen anderen da draußen unterscheidet, sind eine ganz wesentliche andere Stoßrichtung. Wir sind weder der alleinige Unternehmer oder Unternehmerin verantwortlich für einen Betrieb, für ein Business, für ein Geschäft, noch sind wir mit einem Partner zusammen, mit einem Geschäftspartner. Du hast eben Apple erwähnt, wie Steve Wozniak damals oder Steve Jobs, die ja auch sehr erfolgreichen Unternehmen gegründet haben, die nach zwölf Stunden, 14 Stunden, wie lang auch immer, in der Garage oder sogar schon in einem Gebäude, in einem Businessraum, wo auch immer die damals gesessen haben oder wo ein normales Geschäftsführerpaar oder Unternehmer in der Mehrzahl sitzen, danach dann nach Hause gehen und erst mal zurück in die Familie, zurück zu sich, die Zeit haben, mal eine Nacht drüber zu schlafen, mal Situationen zu reflektieren, die am Tag über entstanden sind. Nein, ihr geht gemeinsam nach Hause oder wir gehen gemeinsam nach Hause und gehen gemeinsam auch ins gleiche Bett. Ob da jetzt eine imaginäre Kakteenwiese zwischen den beiden oder uns beiden oder euch beiden liegt oder ihr miteinander verschmelzt, weil es gerade danach, weil euch gerade danach ist. Wie seid ihr in der Lage, das Business vom Privaten zu trennen? Wie weit seid ihr in der Lage, wenn ihr dann eben auch gemeinsam nach Hause geht, die Punkte zu reflektieren oder eben auch nicht? Habt ihr Rückzugsorte? Habt ihr Regeln, Prinzipien, wie das Ganze zu trennen ist? Nehmt uns da mal mit in diese Außergewöhnlichkeit, die uns als verheiratete oder in einer festen Beziehung stehenden Unternehmerpaare ausmacht. Also tatsächlich würde ich es erst mal beantworten mit oftmals gar nicht. Also es gibt Situationen, wo wir es einfach nicht getrennt bekommen. Es gibt Situationen, wo wir einfach in dieser Situation stecken und uns das einfach nicht loslässt, irgendein Thema noch zu klären, weil es einem wichtig ist. Ich sag nur Sauna, genau. Wir waren mal in der Sauna und haben irgendwie gesagt, wir machen zum Jahrestag einen kompletten Tag frei. Und saßen keine zwei Minuten nach dem ersten Saunagang auf dieser Erholungsliege und die hatten so eine coole, wie so eine Kreidewand. Und das war so geil, wir könnten auch dies und das und jenes und diese Kreidewand. Wenn jetzt einer ein Stück Kreide hätte, wir hätten uns irgendwie in der Sauna reingestellt und das komplette Ding vollgeschrieben, weil ich so kreativ war, weil wir endlich mal so aus dem Alltag draußen waren. Und tatsächlich würde ich deswegen die Frage ein bisschen anders beantworten. Ich glaube, Selbstständigkeit ist für viele erst mal so eine unbewusste Entscheidung, weil sie sagen, naja, die Rechnungen schreiben und die Kunden haben gewiesen, kann ich jetzt noch selbst machen. Der Punkt Unternehmer zu werden und das ist ja einer der Hauptpunkte, die wir in dem Programm Handwerker von Morgen unseren Handwerkern ja an die Hand geben. Zu sagen, wir entwickeln dich in einer Schule, deswegen haben wir auch ein Mentoringprogramm aufgebaut, ähnlich wie ihr, was einfach über einen mindestens ein bis dreijährigen Zeitraum geht, um es nachhaltig darzustellen, um da dran zu sein, wie es denen geht. Es ist eine Entscheidung, wie eine Beziehung eine Entscheidung ist, wie ein Kindkriegen eine Entscheidung ist, wie eine Urlaubsreise eine Entscheidung ist. Man muss sich dazu wirklich innerlich entscheiden, Unternehmer zu werden. Und dazu gehört auch, dass es in Situationen Vorteile hat, dass man einfach gewisse Dinge sich leisten kann, die andere vielleicht noch nicht mal zu träumen wagen. Aber es ist auch eine Entscheidung für Verantwortung, für Mitarbeiter, für ein Team, für ein Unternehmen, aber natürlich auch für uns selbst. Und der Punkt, der uns immer wieder weiterhilft, oder mir zumindest, ist einfach zu sagen, du Schatz, wir wollten Feierabend machen. Ist das für heute noch wichtig? Wenn nein, schreibe es bitte auf. Lass uns das morgen klären. Das, was Nicole schon sagte, aktive Termine in den Alltag, also in den Arbeitszeitraum einzupacken. Und natürlich gibt es Punkte, wo wir freitags nachts von einem Kunden zurückkommen im Wohnmobil und natürlich dann noch über die Arbeit sprechen. Und es gibt Momente, wo wir freitags mittags um zwei Uhr sagen, jetzt ist es auch mal gut, wir werden anderen nochmal anfangen zu arbeiten. Dann haben wir halt Freizeit oder so Gelegenheiten. Also Bewusstsein, ganz, ganz viel Bewusstsein, bewusst machen und mit seinen Wünschen und Themen offen umgehen. Das, was du gerade gesagt hast mit dem Kalender, das würde ich da ganz gerne nochmal mit anbringen. Das hat viel verändert, dass wir ganz bewusst uns gesagt haben, wir machen uns Termine im Kalender. Und dann nicht einfach nur Gesprächstermine, sondern es gibt zu jedem Termin, also wir sehen uns da wirklich als Business Partner, es gibt zu einem Termin eine Agenda. Da steht im Termin drin, welche Punkte wollen wir besprechen. Um gar nicht da rein zu fallen und zu sagen, ach Schatz, wo du gerade da bist, was wollen wir eigentlich zum Mittagessen. Also, dass wir halt wirklich dann uns auf die Dinge konzentrieren, die jetzt gerade wichtig sind, die jetzt wesentlich sind. Wir haben da ein Gesprächsboard, da stehen eben die Punkte drauf, die zu besprechen, ich wollte gerade sagen To-Do-Punkte. Also die Dinge, die wir eben miteinander besprechen wollen, die stehen da drauf und die haken wir ab und dann wissen wir, alles klar, jetzt haben wir alles wichtige besprochen. Aktuell versuchen wir zum Beispiel angeregt durch einen Input von außen umzusetzen, uns wirklich als externe Geschäftspartner zu sehen. Also der externe Geschäftspartner, wenn ich jetzt euch beauftrage mit irgendeiner Dienstleistung, dann sitzt ihr abends um neun auch nicht bei mir auf der Couch. Also gibt es abends um neun auf der Couch eigentlich den Rahmen nicht, dafür mit meinem Geschäftspartner über Thema XY zu sprechen. Wenn der mich anrufen würde oder ich würde ihn anrufen, würde ich sagen, so Spatz, das ist alles super, aber es ist 21 Uhr, lass uns mal morgen reden. Und unter dem Aspekt, das versuchen wir gerade umzusetzen, das fand ich einen tollen Gedanken. Kleine Anekdote, Schatz. Ich habe aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, dass das mit den Terminen bei denen richtig super funktioniert, also besonders Termine mit sich selbst machen. Wir nehmen das Podcast ja jetzt hier auf, 1.3., das ist 1.3., wir haben heute Mittwoch und aus gut unterrichteten Kreisen habe ich erfahren, dass der nächste Wellness-Tag, der geplant ist, wo Sie mal wieder schwarze Wände mit Kreide voll malen möchten, möglicherweise am 26. August stattfindet. Chris, was ist da irgendwie, was hat es damit auf sich? Es hat damit auf sich, dass wir seit zweieinhalb Jahren einen Gutschein von meiner Mama vor uns her schieben. Aber um alle zu beruhigen, wir sind nicht die mega Workaholics, wir machen das wirklich gerne und Arbeit fühlt sich für uns nicht als Arbeit an. Sind da die Prioritäten richtig gesetzt? Die sind super gesetzt. Da hat der Code of Action gelebt. An dem Tag, wer weiß, mal gucken. Tatsächlich gibt es die ein oder andere Veranstaltung vorher, die Berufliches mit Schönem verknüpfen. Es gibt bei uns im Sanitären Heizungsrachen einen Hersteller, mit dem wir sehr, sehr lange unterwegs sind, der eine Seminarreise verknüpft. Ach, die kommen da mit? An dem 26. August mit Sicherheit nicht, aber es gibt zum Beispiel eine Seminarreise, die uns eine Woche bindet, wo wir in Italien sein werden und das Thema Lernen und Zusammensein mit den Partnern mit privater Zeit auch verknüpfen. Daher haben wir das schon ganz bewusst so gelegt und wir haben natürlich vorher schon Freiräume, Herr Körting, wie um Ostern herum zwei Wochen Urlaub mit unseren Kindern. Wunderbar. Ich habe ja eben den Code of Action mal kurz reingeworfen. Ich erinnere mich noch, als wir, ich glaube es war mit Chris, du und ich, wir das erste Mal über den Code of Action gesprochen haben. Habt ihr ihn implementiert? Also der Code of Action ja quasi die Vereinbarungen mit sich selbst und auch mit dem Geschäftspartner. Was ist uns wichtig? Was wollen wir tun? Was wollen wir nicht tun? Welche Art von Geschäften wollen wir eingehen und wie viel Zeit wollen wir für uns haben? Habt ihr den für euch definiert und lebt ihr ihn? Wir leben ihn in großen Teilen. Definiert haben wir ihn auch, ich sage mal so zu vielleicht 75, 80 Prozent. Was ich toll fand war, wir haben ja gerade das Thema Speaking nochmal, wo wir ja auch nochmal ein bisschen mehr Gas geben wollen, wo wir aber beide immer mehr dazu hinkommen und das ist natürlich eine Sache, die wächst. Also Unternehmensentwicklung ist ja nie fertig aus unserer Sicht, deswegen auch dort nicht, wo es einfach, wie Nicole vorhin schon sagte, Zeiträume haben darf für gewisse Dinge. Und wir haben bewusst die Entscheidung getroffen für unsere Zielgruppe. Wir haben bewusst die Entscheidung getroffen, wie wir mit unserer Zielgruppe agieren wollen im Vergleich zu auch durchaus Marktbegleitern an der Stelle. Uns ist das Individuelle wichtig, uns ist das Persönliche wichtig. Wohlwissend, dass wir uns damit auch ganz bewusst limitieren. Also ja, wir leben es im Alltag und dürfen uns beide immer wieder daran erinnern, hey, wir haben eine Vereinbarung zu XY getroffen. Lass uns mal gucken, dass wir da die Spur halten, was bei unserem kreativen Auswüchsen, die wir ja beide gerne mal haben, da durchaus manchmal jeder auf seine Art kompliziert ist. Nicht wahr Thorsten? Ja. Ja, großartig, wie ihr das reflektiert. Also auch der Code of Action. Ich möchte jetzt nicht die Fangfrage stellen, du sagst 75, 80 Prozent definiert. Was machen denn die 75 bis 80 Prozent aus? Was stehen da so für Aspekte drauf, auf die ihr euch geeinigt habt? Naja, wo ich jetzt gerade so drüber spreche, gib mir mal zwei, drei Beispiele, oder Nicole, was da auf dem Code of Action, was ihr für euch verankert habt. Ich gebe es gerne weiter, weil du hast ja darum gebeten, dass mein Redeanteil nicht so groß ist. Gerne. Sehr schön hat er das gemacht. Nicole? Blödes Kuh. Was fällt dir ganz spontan ein? Aber ich liebe dir. Ja, ja. Einmal im Halbjahr ein Wellness-Tag. Was haben wir vereinbart? Wir haben einmal die Woche einen Termin miteinander, wo wir die Woche reflektieren, wo wir uns überlegen, was lief gut, was lief nicht gut. Und was wollen wir in der nächsten Woche miteinander erreichen, wo wir auch die Themen priorisieren, die gerade anstehen. Und wir nehmen uns, und da hat tatsächlich unser gemeinsamer Termin, unsere Wanderung, unsere Alpencross, die hat da echt viel bewegt und verändert nochmal, dass wir uns tatsächlich seitdem wieder verstärkt Zeit für uns privat nehmen. Dass wir uns Zeit nehmen, um miteinander essen zu gehen, mal ins Kino zu gehen, einfach diese private Zeit auch wieder stärker zu leben. Also zu dem, was wir wieder stärker machen, dass wir wirklich ganz bewusst Zeit für uns nehmen und auch da, wenn es komisch klingt, wir tragen es in den Kalender ein. Da ist dann ein Blog privat drin oder privat keine Termine steht dann da als Blog drin, dass unser Team, die unseren Kalender mitfüllen auch wissen, da bitte nichts einbuchen. Und das merke ich auch, dass uns das richtig gut tut, da den Blog drin zu haben und das uns sichert, dass wir wirklich diese private Zeit auch haben. Was wir nicht mehr machen oder weniger, ist tatsächlich dieses Business-Themen abends auf der Couch oder am Wochenende. Also da, wie gesagt, es klappt noch nicht immer, aber sehr, sehr verstärkt, dass wir uns dann liebevoll, wir haben da einen Code ausgemacht, das ist das mit dem Feierabend, dass wir sagen, hier Schatze, haben wir jetzt Feierabend, ah ja stimmt, das ist unser Code, den wir da für uns intern haben, um uns liebevoll daran zu erinnern, dass wir jetzt gar nicht mehr über ein Business-Thema sprechen wollten, wenn denn doch nochmal irgendwo was hochkommt. Deswegen steht für mich da auch auf jeden Fall mit drauf, dass wir die Dinge offen ansprechen und den Zeitpunkt natürlich abpassen und das nicht so, weil man sich gerade mal auf dem Flur sieht, zu sagen, hier übrigens, das passt mir gerade nicht, sondern das wirklich bewusst ansprechen und da die Stärken des anderen nutzen. Also gerade das Thema freie Zeiten und ja, wenn sich Arbeit nicht eine Arbeit anfühlt, neigt man natürlich dazu, wenn man gerade so im Flow ist, da visionär unterwegs ist und da gerade Gas gibt und die Dinge dann natürlich auch stattfinden, das manchmal echt zu überpacen und einfach zu viel Gas zu geben und das zu reflektieren und zu sagen, hey, ich kann da gerade nicht anders, ich brauche das bitte anders, das steht auf jeden Fall mit drauf. Hey, wir, die Curtings, machen diesen Podcast aus Leidenschaft, um Menschen wie dich zu inspirieren. Und es würde uns und anderen wahnsinnig helfen, wenn du uns eine Podcast-Bewertung darlässt und diesen Podcast anderen Menschen empfiehlst, die möglicherweise ähnlich davon profitieren, wie du es tust. Danke dir dafür und jetzt weiter mit der aktuellen Folge. Wir begleiten ja einige Unternehmerpaare. Ich glaube, aktuell sind sieben oder acht Unternehmerpaare, die gemeinsam als Unternehmer mit uns, durch uns wachsen dürfen. Und ihr habt ja nicht nur Kontakt mit den Peers an der Stelle, mit den Unternehmerpaaren, sondern auch im äußeren Umfeld gibt es einige bei euch, auch in den Betrieben, die ihr unterstützt, beziehungsweise da, wo ihr tätig seid. Wo würdet ihr sagen, mit Blick auf die anderen Unternehmerpaare, ein Tschakka-Fäustchen in die Tasche, das machen wir schon richtig gut, wenn wir auf die anderen gucken, oder wo ihr sagt, Mensch, das eine oder das andere, das würden wir auch gerne bei uns integrieren. So weit sind wir noch nicht. Also ja, die Punkte gibt es auf jeden Fall. Also unsere Handwerker von morgen, die wir ja wie gesagt in diesem Mentoring-Programm begleiten, wo wir richtig gut sind, ist diese Sichtweise auf die Menschen zu haben. Also wir gucken uns wirklich an, welche Stärken haben die, welche Schwächen haben die. Wir versuchen wirklich, weil wir ja auch vor Ort bei den Unternehmern sind, das ist mit Sicherheit ein Alleinstellungsmerkmal, dass wir uns diesen Rahmen geschaffen haben von wir wollen bei denen vor Ort sein, egal ob die an der Ostsee wohnen oder an den Alpen. Wir fahren dahin, wir gucken uns das an im ersten Schritt. Wir machen Urlaub. Wir machen Urlaub, ja genau, in beiden Englischen, eigentlich auch schön in Deutschland, dass wir wirklich diese individuelle Waren wollen, dass wir nicht irgendwie einen Ordner haben, wo drinsteht, wenn du das durchgearbeitet hast, dann funktioniert es. Dass wir eng am Zahn der Zeit sind, wenn es um die geht. Da sind wir mit Sicherheit richtig gut und mit Sicherheit auch deutschlandweit einer der wenigen, die das so individuell machen und bewusst diese Limitierung eingehen und dort nicht diesen Riesenwachstumszahlen, die in der Branche gerne mal unterwegs sind, da unterwerfen, sondern sagen, das wollen wir da bewusst machen. Im eigenen Betrieb tatsächlich die Freiheit zu haben, die fehlt uns da ein bisschen manchmal. Die Freiheit zu haben, das so umzusetzen, wie wir es anderen raten, weil wir natürlich in dem Moment, wo ich montags morgens um 8, und das war ein tolles Feedback, was wir von den Kunden bekommen haben, das Tolle bei euch ist, dass wir merken, dass ihr montags um 8 denselben Mist an der Backe habt, wie wir, ihr geht nur anders damit um. Und aus diesem Gedanken heraus haben wir natürlich den Ansatz, dass wir sagen, naja, wenn es dann um die eigene Kohle geht, da darf ein bisschen mehr Freiheit mit reinkommen an der Stelle. Also sind wir gut, wir haben das reflektiert, dass wir das immer dann direkt merken, wenn das auftaucht, und uns dann wirklich mit dem Team zusammensetzen, was können wir jetzt tun, um wirklich in dieser Freiheit ohne den Druck agieren zu können. Und das macht einen großen Unterschied. Ja und privat, wenn wir uns andere Paare anschauen und uns die Frage stellen, was machen die super, was können wir uns da abgucken, und wo sind wir noch nicht so gut, stellen wir tatsächlich in einigen Situationen fest, dass wir da schon, also tatsächlich merken wir ja oft, wenn wir dann aus der Tür gehen, ach guck mal, so schlimm ist bei uns gar nicht. Und dass wir da tatsächlich schon in vielen Bereichen sehr, sehr weit sind. Gerade das, was wir vorhin hatten mit den Stärken des anderen sehen. Also nicht in den Vorwurf reinzugehen, hast du das schon wieder nicht, oder naja, das klappt ja eh nicht oder so, sondern dazu sagen, hey, okay, ich weiß, das liegt dir einfach nicht. Dieses ich sehe dich, das einander sehen, da sind wir schon sehr weit, das gelingt uns gut. Was uns noch nicht so gut gelingt, ist tatsächlich dieses, was ich schon gesagt habe, da manchmal das Ende finden. Also wenn wir gerade in einem Bereich, in einem Moment sind, wo wir da so schön im Flow sind, da gelingt es uns echt manchmal nicht, da ein Ende zu finden und dann merken wir plötzlich, oh, 11 Uhr, wollen wir dann jetzt Feierabend machen? Also da dürfen wir noch ein bisschen dran feilen, aber es ist wirklich dieses, wenn du gerade in einem Bereich unterwegs bist, wo du so Spaß dran hast, dann ist die Uhr manchmal unser größter Feind. Du meinst so Momente wie bei Podcast-Antworten? Ihr habt ja eben reflektiert, dass ihr auf der Alpenüberquerung unsere Nature Leadership Experience, dass das ein Game Changer war.
für Führungskräfte, wo es auch sehr viel um Selbstführung geht, was auch viele Momente beschert, wo Menschen deutlich an ihre körperlichen und mentalen Grenzen kommen. Was genau ist da bei euch einzeln, aber auch zusammen passiert, dass ihr sagt, das war nochmal, danach hat sich vieles verändert? Tatsächlich waren es die Summe der Dinge. Also es gab ja viele Momente, wo man so mal mit sich alleine war. Was ich bis heute noch mega fand, war, dass es einige Momente gab, wo wir kein Handy hatten. Also gerade die Ablenkung. Weißt du, es ist halt die Ablenkung von außen. Es ist das doch nochmal für den Kollegen oder Mitarbeiter erreichbar sein oder Kunden. Und wir haben das ja vorher auch schon so angekündigt, wir sind jetzt acht Tage weg. Wir wissen noch nicht, ob wir irgendwo Empfang haben. Wir sind einfach nicht da. Und das dann auch zu leben, wirklich mal mit sich zu sein, wirklich mal mit sich in Gedanken zu sein, wirklich Zeit für Reflexion zu nutzen. Wir hatten ja tolle Gespräche, da war jeder einfach super. Und was nochmal für mich persönlich ein Riesenpunkt war, der sehr, sehr in mir nachgearbeitet hat, war der letzte Tag. Ich weiß nicht, darf ich sagen, was am letzten Tag passiert? Nicht, dass ich da irgendwie was vorgreife? Am letzten Tag gab es ja Gespräche, also immer eins zu eins Gespräche mit allen, die da mit dabei waren. Und wir haben gegenseitig reflektiert, was wir voneinander wahrgenommen haben, wie wir uns erlebt haben und uns gegenseitig Tipps gegeben. Und da gab es doch ein paar emotionale Momente, die mich sehr, sehr berührt haben und nichts passiert ohne Grund. Der letzte Reflexionsgast, den ich da hatte, war TJ. Und wir haben dann nicht nur uns reflektiert, sondern auch die Gespräche, die ich vorher hatte, schon. Und da gab es wirklich nochmal so ein paar Punkte, wo ich für mich gesagt habe, alles klar, ich habe das und das verstanden und diese Schritte werde ich jetzt in Zukunft machen. Und da habe ich wirklich für mich in dem Gespräch mit dir ein paar Entscheidungen getroffen und habe die auch so gemacht. Und das hat sehr, sehr viel mir bedeutet und auch sehr, sehr viel verändert. Bei mir war es ähnlich. Tatsächlich war der Punkt, der mich hauptsächlich bewegt hat, der erste Tag. Es hat geregnet. TJ und Birgit dürften eine leichte Programmänderung einfließen lassen. Und ich bin ja jetzt grundlegend jemand, der mit Selbstbewusstsein jetzt so das Riesenproblem hat. Aber dieser Punkt, als du auf mich zukamst und gesagt hast, und heute wählen wir keinen aus, der die Führung fürs Team übernimmt, sondern wir bestimmen, wer es macht und das ist Chris. Hatte ich so einen kurzen Moment vorhin, okay, super, naja. Aber es war wirklich toll, weil mir das im Führungsalltag natürlich erstmal a nicht so bewusst ist oder bewusst gewesen ist bis zu dem Punkt. Es war eine ganz, ganz tolle Situation von dir, weil ich da tatsächlich eher zu dir aufschaue mit dem, was ihr hier macht, wie ihr das darstellt, was ihr wie auch als Paar miteinander seid. Dieses Vertrauen genießen zu dürfen, ohne große Vorbereitungen, mit den Stärken, die du da offensichtlich erkannt hast, Stand-up-Comedian, Entscheidungen treffen, da geht's lang. Da die Gruppe bei wirklich widrigen Wetterbedingungen, die für mich jetzt, naja es hat halt geregnet, gut, da zum nächsten Checkpoint zu führen, den wir ja übrigens zufällig eine Minute vor Ablauf der Zeit erreicht haben, möchte ich da mal an der Stelle darstellen. Genau, ganz stark, Christian. Das war tatsächlich ein cooler Moment und tatsächlich dieser Punkt von die Welt ist viel zu schön, um ständig in negativen Energien zu verharren. Nein, also sich auf ein Team verlassen zu können, also für mich war das ganz, ganz viel von Vertrauen gespickt und der ganz große Punkt für mich war tatsächlich, alter wie krass, was ich leisten kann, weil für mich in dieser ganzen Zeit trotz der Widrigkeit mit unserem Hund, mit den anderen Teilnehmern, also meine Akzeptanzgrenze für andere Menschen ist in der Zeit definitiv nochmal bewusster geworden. Das wäre vor zehn Jahren so nicht möglich gewesen, da wäre ich an Tag eins schon ausgetickt. Das war für mich wirklich, also was sich getan hat in den letzten zehn Jahren, wenn man sich aktiv mit sich selbst beschäftigt und aktiv entwickelt, das wirklich akzeptieren zu können, dass andere mit anderen Stärken unterwegs sind, dass sie das einfach anders machen, auch für den betrieblichen Kontext. Es gibt andere Menschen, die denken anders, man mag das nicht glauben, die finden andere Lösungen, die sind aber oftmals genauso cool oder sogar cooler wie die eigenen, wenn man die einfach mal machen lässt. Das war für mich ein ganz großer Punkt und dieses, was kann ich wirklich leisten, weil mal unter uns körperlich gesehen, also ja, es war eine Alpenüberquerung und ja, es war cool, für mich jetzt aber körperlich kein Punkt, wo ich in irgendeiner Form an ein wirkliches, für mich dargestelltes Limit, dargestelltes Equipment war cool. Wetter war in der Summe ja auch relativ gut, die Höhe machte mir keine Probleme, da hat mit Sicherheit jeder seine eigenen Themen, wo ich sage, okay, da geht echt noch ein bisschen was, wo ich mir meiner Leistungsfähigkeit auch körperlich und mental nochmal bewusst geworden bin, wo ich sage, boah krass, das ist mit einer der Gründe, warum es jetzt nach 20 Jahren Unternehmertum da steht, wo es steht. Großartig, deswegen nochmal eine Frage an jeden von euch einzeln nochmal gerichtet. Wenn ihr anderen Unternehmerpaaren jetzt diesen Podcast hören, drei Tipps geben könntet, geben müsstet aufgrund eurer Erfahrungen, aufgrund dessen, was ihr alles durchlebt habt. Nicole, du vielleicht als Erste, was hättest du für drei Tipps an, drei Gamechanger, drei Impulse an diejenigen, die jetzt hier gerade zuhören und sagen, cool, wie die das machen. Der erste Tipp wäre, redet offen über alles, also wirklich alles. Der zweite Tipp, seht euch gegenseitig, also seht euch wirklich mit allen Stärken, die ihr habt. Und der dritte Tipp, arbeitet mit dem Kalender. Auch wenn es sich manchmal blöd anfühlt, dass man Termine mit dem Partner einträgt und dann so ein Wort mit drei Buchstaben sieht und sagt, okay Schatz, es ist wieder Zeit. Chris, was wären deine drei Tipps? Werdet euch bewusst, für was ihr wirklich angetreten seid und warum ihr das macht, was ihr macht. Gerade in technischen Berufen oftmals ja so entstanden, weil man einfach den Job gerne macht, aber es ist tatsächlich etwas Größeres darüber, was einen motiviert, jeden Morgen aufzustehen. Also durchhalten und bewusst machen, das sind die zwei Sachen, die so ein bisschen ineinander fließen. Und für mich der ganz, ganz große Punkt, seht die Stärken der anderen, erkennt eure Schwächen dadurch und ergänzt die Schwächen, die ihr habt, mit Menschen, die dort wirklich gut sind, was ihr nicht gut könnt. Und auch als Unternehmer bist du nicht an allen Stellen gut, auch wenn wir das manchmal glauben. Wir sind ja so kurz unter Arzt als Unternehmer, so halbgötterweise. Aber auch wir haben unsere Schwächen und das, was es bei uns verändert hat, war zu erkennen, was ich persönlich nicht gut kann. Zu wissen, was Nicole jetzt an meiner Seite und andere bei uns im Team wirklich gut ergänzen. Und sucht euch genau die Leute aus, die diese Schwächen ergänzen und dann geht das Ding durch die Decke, egal in welchem Bereich. Für all diejenigen, die sagen, da wollen wir vielleicht nochmal ein bisschen hinter die Kulissen schauen, da haben wir vielleicht eine Frage oder ich brauche eine Pelletheizung oder ein neues Bad oder ich möchte gerne wissen, wie ich als Handwerksunternehmen vielleicht vorankomme und auch in einem Unternehmer-Paar-Kontext deutlich erfolgreicher zu sein, als es bisher vielleicht ist. Nicole, wo kann man euch erreichen? Wie kommt man an euch dran? Was ist der Weg? Über die www.ocean-akademie.com. Dort sind alle Kontaktdaten zu uns hinterlegt und einfach anrufen, schreiben, was auch immer der beste Kanal ist. Da sind wir sehr flexibel und sich einfach bei uns melden. Wenn ihr eine Heizung, ein Bad oder auch Kontakt braucht, weil ihr über die Ocean Academy Seite nicht weitergekommen seid, dann unter sanitär-heizungstrache.de erreicht ihr das Handwerksunternehmen und natürlich über Birgit und Thorsten, die selbstverständlich sehr, sehr gerne unsere Kontakte weitergeben. Genau und ich darf sagen, der Chris, der hat noch Heizungen, die er verbauen kann, also auch wenn die Nachfrage unermesslich ist und im Handwerker-vom-Morgen-Programm gibt es auch noch ein Plätzle, um sich da begleiten zu lassen. Es ist bei uns, Osus, in den Podcasts, in den Einzel- als auch in den mehr oder weniger Doppel- oder Unternehmerpaar-Folgen, dass das letzte Wort in diesem Fall dem Unternehmerpaar gehört. Was ist die Botschaft, was ist so der letzte Satz, was ist so das, was ihr noch in die Welt tragen möchtet als abschließendes Statement? Also wir ergänzen uns da wieder, ich fange mal an. Der Punkt, wenn du Unternehmer bist, nimm dir den Blick von außen, durch wen auch immer, um da wirklich was zu bewegen, auch wenn das knirscht und man es nicht unbedingt hören möchte, aber der Blick von außen hilft wirklich da mal gerade zu rücken. Seid euch darüber bewusst, wo ihr hinwollt, warum ihr angetreten seid. Liebt euch. Liebt euch. Wie du schon weißt, machen wir, die Curtings, diesen Podcast aus Leidenschaft, um Menschen wie dich zu inspirieren. Und es wäre wirklich großartig, wenn du uns eine Rezension darlässt, eine Bewertung und diesen Podcast anderen Menschen empfiehlst, die möglicherweise ähnlich davon profitieren, wie du es tust. Das bedeutet uns wirklich viel. Danke dafür. Und nun hören wir uns in einer der nächsten Folgen. Bis dahin. Der Thorsten von den Curtings. Und jetzt komm in die Umsetzung. Ciao, ciao.