
Kunden gewinnen - Im Gespräch mit Nico Gundlach
In dieser Podcast Folge habe ich Nico Gundlach zu Gast. Er gründete bereits 2002 mit seinem Cousin seine erste Markenagentur und hat heute über 30 Mitarbeiter. Mit seiner Agentur begleitet er Positionierungs- & Branding-Projekte für Unternehmen und Experten in ganz Europa. 2018 gründete er zudem das NEO HUB - den ersten Co-Creation-Campus Europas. Hier liegt der Arbeitsschwerpunkt auf außergewöhnlich effektiven Sprintformaten. Darüber hinaus begleitet Nico Gundlach seine Kunden im Rahmen von Wettbewerbs- und Auftragspräsentationen. Er selbst hat während seiner Laufbahn an über 1.200 Ideen- und Wettbewerbspräsentationen teilgenommen und kann hier eine Erfolgsquote von über 90% vorweisen.
Wir sprechen heute darüber, worauf es ankommt wenn man neue Kunden für sich und sein Business gewinnen will und welche Fehler dabei vermieden werden sollten. Nico erklärt die richtigen Muster der Kundengewinne und gibt Dir 5 herausragende Tipps damit dein nächster Pitch gelingt – sei es offline oder online. Am Ende verrät er uns noch seinen persönlichen Game Changer.
In dieser Folge erfährst du:
- Nico Gundlach (01:20)
- Worauf kommt es an wenn wir Kunden gewinnen wollen (03:10)
- Was sind die größten Fehler? (05:30)
- Das sind richtige Muster (08:13)
- 5 Herausragende Tipps (12:30)
- Der eine ganz besondere Gamechanger (20:09) Quick Links:
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Das Transkript zum Nachlesen
Im Rahmen unseres neuen Buchprojektes und Hörbuchprojektes, Auftrag deines Lebens, haben wir verschiedene Koryphäen aus dem deutschsprachigen Markt interviewt und somit in unser Buch und in unser Hörbuch integriert. Koryphäen, die in ihren unterschiedlichen Bereichen Marketing, Vertrieb, Produktion, also wie du deine Leistung lieferst und Business skalieren, wirklich großartige Talente sind und in der Lage sind, Selbstständige und Unternehmer in ihren ganz spezifischen Bereichen wirklich nach vorne zu bringen. Und diese Episode soll dir ein Interview und einen Einblick ermöglichen in die Gedankenwelt. Und wenn du sagst, ich möchte das gesamte Buch oder Hörbuch haben, dann geh gerne auf www.erfolgsexpedition.com slash best of, denn dort haben wir ein best of dieses zehnstündigen Hörbuches und ich glaube 400 Seiten dickes Buches zusammengefasst und das kannst du dir kostenlos zugänglich machen. Und nun viel Spaß mit dieser besonderen Episode und einem grandiosen Interview. Bis dann! Das nun folgende Interview führe ich mit keinem Geringeren als demjenigen, der bekannt ist in Deutschland als die Pitch-Legende, als jemand, der unfassbar hohe Abschlussquoten erzeugt durch großartige Angebotspräsentationen. Und im Rahmen dieses Interviews werden wir demaskieren, worauf es ankommt, Angebote nicht nur besonders vorzustellen, sondern auch dem Kunden zu zeigen, dass du es mehr willst als jeder andere und wie du teilweise schon während des gesamten Prozesses den Kunden für dich gewinnst und damit neue Kunden abschließen kannst und in deinen Kosmos holen kannst. Es ist niemand Geringerer als Nico Gundlach, den wir schon in einigen Podcast folgen und auch Expertencalls bei uns zu Gast haben. Und im Rahmen dieses Interviews werde ich mit ihm darüber sprechen, was die Herausforderungen sind, die Selbstständige und Unternehmer gerade umtreiben, auf was es ankommt, großartige Angebote zu präsentieren und zu pitchen. Die kleinen Game-Changer werden wir demaskieren, aber auch Fehler, die aktuell da draußen gemacht werden. Und ich bin sicher, der ein oder andere Impuls wird auch wirksam für dich sein, sodass du ihn morgen vielleicht auch schon bei deinem nächsten Angebot umsetzen kannst. Und nun viel Spaß mit Nico Gundlach! Nico, du bist ja bekannt als jemand, der Angebote auf den Kunden zugerichtet präsentieren kann. Du bist bekannt dafür, dass Angebote, wenn sie gut gepitcht werden, auch von den Kunden angenommen werden. Wir schauen mal grundsätzlich auf das Thema Kundengewinnung drauf. Nico, wie ist deine Perspektive da drauf? Was ist das, worauf es ankommt, wenn wir neue Kunden gewinnen wollen? Da kann ich tatsächlich, TJ, einen Klassiker bemühen, den wir eigentlich alle kennen, es uns aber häufig sehr schwerfällt, in die Praxis umzusetzen, dass wir Menschen ja Kaufentscheidungen zu einem ganz, ganz großen Teil, sagen wir mal 80 Prozent, auf emotionaler Ebene treffen und sie eigentlich erst im Nachhinein mit rationalen Gründen untermauern. Und nichtsdestotrotz ist es so, dass viele Angebotspräsentationen sich eigentlich auf diese 20 Prozent Zahlen, Daten, Fakten, auf die Leistungsbeschreibung konzentrieren. Und das hat im Prinzip zwei Herausforderungen. Herausforderung Nummer eins, ich beschäftige mich eben nur mit 20 Prozent Erfolgsfaktor. Und Herausforderung Nummer zwei, es ist ganz, ganz häufig, gerade wenn du in einer Wettbewerbssituation unterwegs bist, ist es ganz, ganz häufig schwer, sich auf reiner Leistungsebene von deinen Marktbegleitern zu unterscheiden, weil die können ja auch was. Und in der Regel klingt jedes Angebot auf der Leistungsebene wahrscheinlich erst mal schlüssig und gut. Und hinzu kommt noch, du wirst ja in der Regel auch als Expertin oder als Experte eingeladen, dass die Menschen, die am Ende die Kaufentscheidung treffen, oft gar nicht nachvollziehen können oder beurteilen können, welches ist jetzt auf Leistungsebene wirklich das deutlich bessere Angebot. Und deswegen geht es vor allem darum, bei Angebotspräsentationen auch die emotionale Seite, diese 80 Prozent zu bedienen. Und das fängt unter anderem damit an, sich die richtige, wenn wir das Angebot tatsächlich auch vorstellen, nicht nur rüberschicken, sondern tatsächlich auch präsentieren, mit Kundinnen und Kunden besprechen. Und ich bin da im Wettbewerb, an welcher, an welcher Stelle präsentiere ich? Bin ich erster, zweiter oder dritter? Wie baue ich den Rahmen auf und wie kreiere ich denn auch mein Spielfeld? Weil du weißt ja, Pitch heißt ja übersetzt auch Spielfeld. Wie kreiere ich denn für mein Angebot ein Spielfeld, auf dem ich nicht zu schlagen bin? Du zeigst schon wunderbar auf, in welche Richtung das gehen kann, wo so kleine Tipps und Kniffe verborgen sind. Darauf gehen wir gleich noch ein. Was sind so die größten Fehler, die du erlebst, speziell dann, wenn es um diesen gesamten Prozess der Kundengewinnung geht? Also, dass wir wirklich den Abschluss bekommen, vielleicht auch aus emotionaler Sicht und nicht nur, weil wir den Sack unbedingt zumachen wollen und unbedingt klausen wollen. Was sind so die größten Fehler, die du immer wieder siehst? Also, es sind eigentlich so zwei große Fehler, wenn wir noch so in der Kundengewinnungsschiene unterwegs sind. Das eine ist, zu wenig bei der Kundin und beim Kunden zu sein, im Vorfeld viel zu wenig Fragen zu stellen und viel zu sehr bei sich sein, weil wir haben ja so einen ganz großen Trend und da nehme ich uns auch nicht aus, dass sich gerade auch der Dienstleistungsbereich sehr stark in Richtung Produktorientierung entwickelt. Das heißt, viele Anbieterinnen und Anbieter haben Produkte im Hinterkopf oder in der Hinterhand, also Nutzenbündel, die sie ihren Kundinnen und Kunden anbieten können, anbieten wollen. Und ich stelle ganz, ganz häufig fest, dass gerade schon so in der Auftragsklärung man eigentlich durch seine Produktbilder drauf schaut und immer guckt, okay, welches meiner Produkte könnte jetzt gerade passen und ich viel zu sehr bei mir bin als bei Kundinnen und Kunden. Das ist, glaube ich, schon mal der erste große Switch, so in den Vorgesprächen, weil da fängt es ja schon an, die richtigen Fragen zu stellen und wirklich verstanden zu haben, was ist denn der Schmerzpunkt meiner Kundin, meines Kunden? Und dann kann ich hinterher schauen, welches Aspirin kann ich da am Ende des Tages anbieten? Das ist das eine. Und der zweite große Fehler, der häufig gemacht wird, ist, dass wir unsere Kundinnen und Kunden überfordern, dass wir entweder zu viele Dinge anbieten, den Blumenstrauß einmal aufmachen oder sozusagen den Bauchladen einmal aufmachen, zeigen, was gibt es für Möglichkeiten und ihn hinterher nicht wieder zumachen. Ist uns übrigens auch seit langer Zeit, vor knapp anderthalb, zwei Jahren mal wieder passiert. Sollte eigentlich nicht mehr, aber auch wir sind nicht frei von Fehlern. Da haben wir auch einen Pitch tatsächlich nicht über die Ziellinie bringen können, weil uns genau das passiert ist. Wir haben ganz viele Optionen aufgezeigt, haben aber vergessen, bei Kundin und Kunde hinterher wieder das Ganze auf eine Empfehlung zusammenzuführen. Also Kundinnen und Kunden zu überfordern, weil man zu viel reinpackt oder sie auch sprachlich überfordert, weil du hast ja meistens unterschiedliche Entscheiderinnen und Entscheider, Fachexperten, Kaufmännische und vielleicht sogar auch welche, die nur aus der Adlerperspektive draufschauen. Und da muss man halt gucken, dass man quasi für jede dieser unterschiedlichen Sprachen, die du am Tisch hast, die richtigen Botschaften dabei hat. Großartig, danke. Und ohne, dass wir es jetzt dir oder uns zu einfach machen. Die nächste Frage zielt darin, was machen denn die, die es richtig machen? Was machen die richtig? Was sind die Muster, die du da erkennst und machst dir nicht zu einfach, indem du sagst, die hinterfragen, die gehen auf den Kunden ein und sind in der Lage, den großen Bauchladen dann zu einer Empfehlung zu fokussieren. Was sind Muster, von denen auch vielleicht du lernen kannst, wo du sagst, das sind Muster, die sind großartig im Markt. Das machen die, die es richtig machen, richtig gut. Ich habe neulich in meinem Podcast einen extrem erfolgreichen Unternehmer gehabt, der auch Investor ist. Und ich habe ihn mal gefragt, wie er Investorenentscheidungen trifft. Also in welche Organisation, Unternehmen er investiert oder nicht. Und er hat mir gesagt, Nico, wenn mir ein Anbieter am Markt nicht innerhalb der ersten 10, 15 Sekunden erzählen kann, für welchen Schmerz da draußen er das Aspirin isst oder hat, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ich in dieses Unternehmen investiere, auf unter 10 Prozent. Und ich glaube, diejenigen, die wirklich erfolgreich sind in der Kundengewinnung, auch in der Konvertierung, jenseits von allem Drum und Dran, das sind diejenigen, die sich ganz explizit damit auseinandersetzen, wirklich herausgefunden haben, was ist der wirkliche Schmerzpunkt der Nutzerin, des Nutzers, was ist wirklich das Nutzerbedürfnis und dafür eine Lösung kreiert haben. Ich glaube, das ist erst mal der zentrale Kern. Es ist, glaube ich, auch eine ganz, ganz große Veränderung im Marketing und im Branding. Ich mache das jetzt seit 20 Jahren. Und ich glaube, die Zeiten, wo wir mit witzigen Kampagnen, bunten Bildern, knackigen Headlines Menschen gewonnen haben, die sind ein Stück weit vorbei. Das funktioniert noch punktuell, aber ich glaube, es geht heute immer mehr um Substanz. Können mir Anbietende auf der anderen Seite wirklich weiterhelfen? Das ist schon mal Punkt Nummer eins. Ich glaube, der ganz, ganz große Schritt ist das Thema, wie heißt es schon, Value Proposition Design. Also ein klassisches Beispiel, selbst wenn du der schlechteste Verkäufer unter der Sonne bist und du triffst mich in der Wüste und du hast einen Kasten Wasser dabei, dann wirst du mir wahrscheinlich was verkaufen. Egal, wie rhetorisch unbegabt du vielleicht bist, egal, wie argumentativ, unbeholfen, du wirst mir was verkaufen, weil du das richtige Angebot für mein Bedürfnis hast. Andersrum ist es wahrscheinlich so, wenn du ein Megaprodukt hast und ich habe da keinen Bedarf dran, ich brauche das einfach nicht und du verkaufst mir das trotzdem, dann kriege ich das vielleicht auch, kriegst du es vielleicht auch abgesetzt, aber ich bin vielleicht spätestens einen Tag später Thema Kaufreue unzufrieden, weil ich mir sage, okay, was habe ich mir da aufschwätzen lassen. Also Punkt Nummer eins, die haben wirklich herausgefunden, wer sind die Menschen, die ein Problem haben und was kann ich für die lösen. Das ist für mich ein ganz, ganz, ganz, ganz wesentlicher Kern und das Zweite ist, und das klingt jetzt vielleicht auch so ein bisschen klischeehaft, die sind auch bereit, die Extrameile zu gehen, um die Kundin und den Kunden zu gewinnen, weil, wenn wir wieder sagen, wir sind in einem Wettbewerb und es gibt auch andere, die vielleicht ähnlich gute Lösungen im Gepäck haben, bekommt am Ende des Tages immer derjenige den Zuschlag, der es mehr will, der sich mehr angestrengt hat, der mehr Herzblut mit reingebracht hat, weil das ist bei uns in der Angebotspräsentation, du weißt, es ist immer ein ganz entscheidender Partner, da investieren wir 50 Prozent unserer Zeit drauf. Wie zeigen wir unserer Kundin und unseren Kunden ganz am Ende, dass wir es mehr wollen als alle anderen? Großartig, wieder mega und jetzt gehen wir noch mal eine Ebene tiefer, bei unterschiedlichen Stoßrichtungen. Wir haben damals ein Hörbuch aufgenommen, sechseinhalb Stunden haben wir beide wirklich mal alles demaskiert, was Pitch-Legenden ausmacht, was die Magie entstehen lässt in einem Pitch und du hast, glaube ich, 140 Post-its mitgebracht, die wir demaskiert haben, zum größten Teil, was einen Pitch grandios werden lässt und worauf es ankommt. Wir gehen jetzt mal in zwei Stoßrichtungen, nämlich einmal fünf herausragende Tipps, du musst nicht alles demaskieren, fünf Stück für den Offline-Pitch, für das, wo wir präsent sind beim Kunden, wo wir beim Kunden die Möglichkeit haben, ins Auge zu gucken, auch was mitzubringen und der Pitch im Online, im Zoom, der immer noch zu 80 Prozent stattfindet, wo wir uns online präsentieren dürfen. Fangen wir mal an mit den fünf Tipps, die du mitgeben kannst für die Zuhörer hier im Rahmen des Hörbuchs, als auch die Leser im Rahmen des Buches für den Offline, sprich in der realen, physisch erlebbaren Welt stattfindenden Pitch. Also das Schöne ist, die ersten drei Tipps, die ich dabei habe, die funktionieren für beide Welten gleichermaßen, das heißt, wir können da gerne später noch tiefer reingehen, aber ich habe mich mal irgendwann gefragt, wenn mich eins meiner Kinder fragen würde, die sind in einer Wettbewerbssituation in dem Pitch und ich dürfte nur drei Tipps geben, welche drei würde ich geben? Und dann, das ist tatsächlich sozusagen die 1-2-3-Regel, nenne ich sie, für erfolgreiche Pitches und die 1 steht für die Fragestellung, welche Präsentationsposition sollte ich mir denn eigentlich sichern, weil in der Regel so, du wirst ja zu einem Pitch eingeladen, erst mal loslöst, ob der live stattfindet oder remote und die meisten, über 90 Prozent der Menschen überlassen die Position, das heißt, an welcher Stelle präsentiere ich als Erster in der Mitte oder als Letzter, dem Zufall. Und das, was wir niemals machen, ist genau das. Das Erste, was passiert, wenn wir eingeladen werden, wenn wir neben den Hörern an die Hand rufen, an und sagen, hey, wir hätten gerne Position Nummer 1, weil, ich habe es ja gesagt, Pitch bedeutet auch übersetzt Spielfeld und wenn du der oder die Erste bist, die präsentiert, hast du die Möglichkeit, dein eigenes Spielfeld zu kreieren, also ein Spielfeld zu bauen, auf dem du nicht zu schlagen bist, weil 9 von 10 oder 19 von 20 oder 99 von 100 Juries für Pitches, die dort im Raum sitzen, haben keinen festgefertigten Bewertungskatalog bei sich liegen. Ab und zu haben die mal so ein paar Zettel vor sich liegen, wo sie sagen, okay, es gibt ein paar Punkte, die schauen wir uns an, aber für das Angebot haben die in der Regel überhaupt keine Bewertungskriterien im Kopf. Und dein Job in Position Nummer 1 ist es, diese Bewertungskriterien in den Raum zu bringen, weil es geht nicht darum, die Messlatte so hochzulegen, dass alle anderen, die nach dir kommen, drunter durchspringen, sondern die Messlatte so zu verschieben, dass alle anderen, die nach dir kommen, an dieser Messlatte vorbeispringen. Das heißt also quasi, und dazu kommt die 2 und die 3, du brauchst also zwei Flipcharts im Raum, ich führe das gleich alles zusammen, du sagst also bitte bei deiner Präsentation, die wollen ja immer wissen, was brauchen sie für eine Ausstattung, ich sage, ich brauche zwei Flipcharts im Raum. Das Gute ist, kaum einer präsentiert mit Flipcharts, fast alle haben digitale Präsentationen mit dabei, das heißt, du machst an der Stelle schon mal was anders als alle anderen und wenn schon einer einen Flipchart haben will, dann bist du der Einzige, der zwei haben will. Und die brauchst du nämlich für die dritte Regel sozusagen, die drei Gründe sozusagen, die drei Rahmenfaktoren für dein Spielfeld, weil die schreibst du nämlich auf das eine Flipchart, das heißt, du führst quasi, dein Bewertungskriterium, das du in den Raum bringst, darf drei Kernbotschaften umfassen. Es gibt zahlreiche Forschungen, die mittlerweile sagen, wir Menschen können uns nicht mehr als drei Dinge gleichzeitig merken. Drei hat den Vorteil, es ist so komplex, dass es nach Substanz klingt, aber so einfach, dass wir es uns gut merken können. Und unsere ganze Welt ist ja in drei Klängen aufgebaut. Errare, Humanum, Est, Vene, Vidi, Vici, ein Deutscher, ein Franzose, ein Italiener. Und dein Job an Position 1 ist es, drei Bewertungskriterien für diesen Pitch in den Raum zu bringen und die schreibst du auf das eine Flipchart. Also beispielsweise, wenn du sagst, was sind die Erfolgsfaktoren eines zukunftsfähigen, modernen Designs und dann schreibst du quasi diese drei Erfolgsfaktoren ran. Das kann Adaptionsfähigkeit sein, das kann Anwendbarkeit sein und das kann Authentizität sein, beispielsweise. Oder drei andere Kriterien. Wichtig ist, sie müssen deine Haltung, deine Sichtweise auf das Thema widerspiegeln und wenn du das quasi reinbringst in den Raum und immer wieder während deinem Pitch sozusagen penetrierst, dann baust du in den Köpfen der Menschen, die sich das Ganze anhören und dies hinterher entscheiden sollen, einen Bewertungskatalog auf. Und den kriegen die nicht mehr aus dem Kopf. Und alle, die nach dir kommen, können diesen Bewertungskatalog gar nicht erfüllen, weil er ist ja nicht falsch, aber es ist ja deiner. Und sozusagen deswegen, also sichere dir Position Nummer 1, sorge für zwei Flipcharts, weil das eine brauchst du, um die drei Bewertungskriterien reinzubringen und die bleiben auch die ganze Zeit sichtbar im Raum. Da blätterst du nichts mehr um und dann nimmst du sie quasi mit auf deine Kampagnenentwicklung, deine Konzeptentwicklung, deine Trainingsentwicklung, je nachdem, was du vorstellen möchtest und das machst du an dem anderen Flipchart. Das sind schon mal so drei Gründe und die funktionieren remote und online gleichermaßen. Jetzt haben wir die Grundlage geschaffen. Drei für beide Stoßrichtungen. Jetzt nochmal im Staccato, sagen wir mal zweieinhalb Minuten für offline, zweieinhalb Minuten für online, 30 Sekunden pro Tipp. Hau sie einfach mal raus. Fünf Stück für die reale Welt. Also kreiere Magic Moments, zeige, dass du es mehr möchtest als alle anderen. Überlege dir auch beispielsweise, wie präsentierst du das Team. Wir machen das beispielsweise, wir machen einen kleinen Song, wir lassen Videos aufnehmen, wir kreieren Poesie-Alben. Also bring auch das Team mit in den Raum und schaffe eine Verbindung. Was ich auch immer gerne mache ist, wenn ich mit Flipcharts arbeite, dass ich mir Stifte in Kundenfarben besorge. Du hast immer einen Menschentypen im Raum, dem das auffällt. Hey, das sind ja Farben, genau sozusagen in unserem Color Code, im Color Code unseres Unternehmens. Und was ich immer mache, kam eben schon so ein bisschen rüber, alle präsentieren digital, mache ich manchmal auch. Ich arbeite aber immer haptische Elemente mit rein. Das heißt, ich habe immer Pappen mit dabei. Also irgendetwas, was anders ist vom Präsentationsmodus als das, was andere tun. Also überlege dir immer, wie kriegst du die digitale Komponente raus aus der Präsentation. Und in Remote Präsentation, wenn du ausreichend Vorbereitungszeit hast, würde ich dir immer empfehlen, auf jeden Fall im Vorfeld etwas zuzuschicken, einen versiegelten Umschlag, wo du sagst, bitte erst zum Pitch-Termin öffnen. Sie haben einen Umschlag bekommen, jetzt öffnen sie den. Und dann führst du quasi deine Teilnehmenden einmal durch die Präsentation. Was du großartig machen kannst, ist dir Gedanken zu machen über dein Setting. Wie sieht der Hintergrund aus? In welcher Form ist der personalisiert? Stehen da vielleicht die Namen der teilnehmenden Jury-Mitglieder? Sind die zum Beispiel im Hintergrund zu sehen? Also, dass du dir über solche Dinge intensiv Gedanken machst, das ist wichtig. Und natürlich dann gerade im Remote auch das Thema Präsentations-Performance ganz wichtig. Wie hast du, ist eigentlich ein Selbstverständnis, aber es machen doch immer noch mal viele, denen rutscht das so durch. Sorge dafür, dass du eine Kamera auf Augenhöhe hast, dass du nicht von oben sozusagen auf die Teilnehmer runter schaust oder von unten nach oben, sondern dass du immer eine Kamera auf Augenhöhe hast, dass du deine Teilnehmenden immer anschaust. Das sind nochmal so wichtige Tipps. Wie gestalte ich den Hintergrund? Wie ist meine Präsentations-Performance? Und versuche irgendwie ein haptisches Element da reinzubringen, indem du im Vorfeld was zuschickst. Sehr geil. Mega. Jetzt letzte Frage für diesen Teil. Was ist der eine ganz besondere Tipp, von dem wir jetzt schon ganz vielen gehört haben? Was ist so der eine Game-Changer, der vielleicht auch erst in den letzten Wochen oder Monaten dir bewusst geworden ist, den du hier nochmal mitgeben möchtest? Der eine Game-Changer, der mir in den letzten Wochen und Monaten so bewusst geworden ist. Also ich glaube, Boris Becker hat so schön gesagt, er hat gesagt, gewonnen und verloren wird zwischen den Ohren. Und das Allerwichtigste für jeden Pitch, für jede Angebotspräsentation ist, dass du mit der Überzeugung da reingehst, dass du das Ding auch holst und dass du die beste Option für den Kunden bist. Ich sage immer so schön, verlieb dich erstmal selber in deinem Produkt und dann musst du nichts anderes tun, als in deinem Pitch davon zu schwärmen. Und ich glaube, dass es ein ganz entscheidender Faktor ist, dass du mit der Überzeugung da reingehst, nicht hingehst und sagst, ich will mich nicht blamieren, sondern du gehst da rein und sagst, ich will das Ding holen, ich will den Pitch gewinnen. Wir hoffen, dass dir dieses Interview gefallen hat und dass es dir ein paar Einblicke in die Gedankenwelt der Choreophäe gegeben hat, beziehungsweise den einen oder anderen Impuls für einen der Bereiche Interessenten anziehen, Kunden gewinnen, Leistung liefern oder auch Business skalieren. Und vielleicht hast du ja auch die ein oder andere Idee mitgenommen, die du in dein Business entsprechend integrieren kannst. Mein Name ist Thorsten, Thorsten Körting von den Körtings. Und wenn du glaubst, dass dieses Hörbuch dich weiterbringen könnte, darf ich dir eine Best-of-Version ans Herz legen unter www.erfolgsexpedition.com slash best-of kannst du dir eine kostenlose Kurzversion, die immerhin noch dreieinhalb beziehungsweise vier Stunden hat, zugänglich machen. Und wenn du Bock hast auf das ausführliche Hörbuch und das ausführliche Buch, dann werden wir bei Zeiten das auch entsprechend kommunizieren. Und wenn du sagst, wir wollen und sollten mal ins Gespräch kommen, um deine Situation zu überprüfen, in welchem Bereich der Selbstständigkeit auch immer und du ambitioniert, anspruchsvoll bist, umsetzungsstark und vielleicht schon ein Stück weit etabliert und erfolgreich, dann wende dich gerne an uns und buche dir einen Termin unter www.die-körtings.com slash Termin. Und dann werden wir uns mal deine Situation anschauen und überprüfen, ob und wie wir dir helfen können. Und sicherlich wirst du aus dieser Session auch mit dem ein oder anderen Impuls rauslaufen. Wir freuen uns von dir zu hören. Bis dahin noch viel Spaß mit weiteren Episoden der Thorsten von den Körtings. Bis dann. Ciao, ciao.