
Die Geschichte vom Geschichten erzählen - Im Gespräch mit Gregor Adamczyk
In dieser dreiteiligen Podcast Reihe ist Gregor Adamczyk bei uns zu Gast. Nach seinem Studium der Slawistik an der Danziger Universität und der Regieausbildung an der Theaterakademie Ulm arbeitete er später u.a als Drehbuchautor für Kino und Fernsehen. Heute ist er einer der bekanntesten Storyteller Deutschlands, sowie als Trainer, Autor und Dozent tätig.
In dieser Folge erfährst du „die Geschichte vom Geschichten erzählen".
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Das Transkript zum Nachlesen
Ich glaube, das ist relatives Denken, dass wir andauernd in Geschichten leben und dass wir andauernd umgeben sind von Geschichten. Diese Grundlagen vermittelt er wie kein anderer. Er gehört für mich in Deutschland und im deutschsprachigen Raum. Ich will fast sagen, auch noch ein Stück weit zu den Hidden Champions, auch wenn ihr sein Buch, seinen Namen bei Amazon eingebt, ihr erstmal ein Stück weit scrollen dürft bei all den Büchern, die dort erscheinen. Dennoch ein Hidden Champion im Kontext von Storytelling. Wir hatten die Ehre, vor fünf, sechs Jahren mit ihm schon gemeinsam zu arbeiten. Wir hatten ein Live-Event mit ihm in einem anderen Format mit einem Mastermind-Charakter, wo wir im Wohnzimmer, so nennt sich dieser Meetingraum, im Wohnzimmer des 25-Stunden-Hotels, 25-Hour-Hotels hier in Frankfurt, einen ganz magischen Tag hatten, auch bis tief in den Abend hinein und das ein oder andere Tränchen geflossen ist. Nicht nur bei denen, die sehr magische Geschichten gehört haben, sondern auch bei denen, die diese erzählen durften. Er hat in Danzig studiert, hat dann das Theater und die Theaterakademie in Ulm besucht und ist dem Theater seitdem verbunden geblieben. Und natürlich sind auch im Theater die Geschichten magisch und ziehen den Menschen die Maske ab, die das Theater bewundern dürfen und zieht den Menschen die Maske ab, wenn sie die Geschichten richtig erzählen, die auf der Bühne stehen. Und genau das wird er uns heute vermitteln, Gregor Adamczyk. Gregor, schön, dass du heute Abend hier bist. Danke, dass du mein Gast bist und willkommen zur Show der Curtains hier in unserem Podcast. So, herzlichen Dank. Ich freue mich und du wolltest mich was fragen. Ja, großartig. Danke, dass du dich darauf einlässt mit der Bitte um kurze und fokussierte Antworten. Wir hatten ja schon einen Versuch, lieber Gregor. Gregor, du bist einer der, den ich auch immer wieder bezeichne als den Experten für Storytelling in Deutschland und den wirklich mit drei großen Buchstaben geschrieben. Es liegt nicht nur daran, dass du viele Bücher dahin publiziert hast, sondern du wirklich Menschen dahin bekommst, dass sie ihre Geschichten und zwar ihre eigenen Geschichten in einer Form vermitteln können, die andere emotional berührt und durch das Geschichtenerzählen nicht nur den anderen die Maske abzieht, sondern die eigene gleich mit. Was glaubst du, was sind so die Zutaten von einer großartig erzählten Geschichte, Gregor? Also, ohne Veränderung keine erzählenswerte Geschichte. Das ist die kurzeste Antwort, die ich dir geben kann. Das ist der wichtigste Zutat. Wenn es keine Veränderung stattfindet, gibt es nichts Erzählenswertes. Das heißt, es gibt so etwas wie Point of No Return, es gibt so etwas wie Danach wird alles anders als bisher. Man könnte auch sagen, wir brauchen einen Protagonisten oder sie, der etwas will oder nicht will, der etwas bewältigen muss. Wir brauchen eine Peripetie, hieß das vorher sehr schön, Aristoteles hat das sehr schön beschrieben. Das heißt, wir brauchen auf dem Weg zu einem Ziel oder wenn es darum geht eine Aufgabe zu bewältigen, wir brauchen unterschiedliche Widerstände, falsche Freunde, gute Berater, Mentoren. Das wäre aber etwas, was wir alle sehr gut kennen. Campbell hat es beschrieben als der Monomethos Heldenreise und so weiter. Mittlerweile ist das sehr bekannt und dann heißt das letztendlich, es geht darum, dass wir hier eine innere oder äußere Reise beschreiben. Ich glaube aber, was viel wichtiger ist, zu betonen ist, dass unsere Helden oder Heldinnen immer vulnerable, also verletzliche Personen sind. Das heißt, niemand will einen Oberchecker sehen, der alles weiß und alles aus dem Weg räumt. So etwas gibt es vielleicht, keine Ahnung. Also niemand will einen Top-Doc sehen, der einen Underdog fertig macht. Campbell sagt, das ist uninteressant, Folter haben mich noch nie interessiert oder wenn ich sehen will, wie Menschen fertig gemacht werden, dann will ich diese Geschichte nicht hören, dann drehe ich mich um und höre ich weg. Und ich glaube, woran wir interessiert sind, sehr interessiert sind, dass eine Geschichte in uns etwas berührt, nicht nur ein Gefühl, sondern ein sehr starkes Bedürfnis, das etwas bedeutet. Beispiel, wir wissen heute, in China zeigen Menschen sowas. Auf diesem Papier steht gar nichts. Und es gibt so viele Gäste und wir wissen aber, dass das eine Bedeutung hat. Und das wissen Menschen in China, die auf die Straße gehen und das wissen auch die Regierenden. Und sie geben dem eine Bedeutung, einen Sinn. Das heißt, das bewegt sich in einem Kontext. Das ist das Geheimnisvolle und das wird sich immer abspielen, durchspielen. Warum wir zum Beispiel Geschichten immer wieder gerne hören als Kinder oder gerne erzählt bekommen, weil wir sagen, erzähl mir das nochmal. Also ich möchte nochmal berührt werden, ich möchte mit einem Gefühl konfrontiert werden oder erlebt haben und dann möchte ich aber eine Bedeutung erleben. Dass jemand hier eigenem Leben eine Bedeutung verleiht oder einem etwas tut, was einen Sinn hat. Also ich verleihe einem ein Geschenk, das einen Sinn hat. Das heißt, wieder zurück ohne Veränderung, keine Geschichte. Eine Veränderung ist erzählenswert, diese Geschichte ist eine andere Geschichte. Auch die große Sehnsucht, glaube ich, danach, dass wir, wir möchten berührt werden. Berührt werden und eine Frage beantwortet bekommen, was ist, warum sind wir hier, warum geschehen Dinge. Und wenn diese Geschichte etwas liefert, dann ja. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass es dabei, wenn es darum geht, dass jemand etwas verändern möchte oder dass es um Konflikte geht. Ohne Konflikte, ohne Kontraste gibt es auch keine Geschichte. Das, was ich als Geschichte verstehe. Aber es gibt einen Begriff wie Narrative, das heißt eine bestimmte große Story, wie zum Beispiel vom Tellerwäscher zum Millionär und damit wird diese große Story, dieser große Narrativ immer mit anderen Geschichten gefüttert und sagen, so ist das oder das ist eine bestimmte Philosophie oder eine Lebenseinstellung und dazu braucht es Geschichte. Jetzt haben ja Geschichten seit jeher, seit Anbeginn der Menschheit eine Bedeutung und auch eine ganz wesentliche Rolle. Und selbst so weit sogar, dass Yuval Noah Harari, der in seinem Buch eine kurze Geschichte der Menschheit auch darauf fokussiert hat, dass diejenigen, die in dieser Entwicklungsgeschichte der Menschheit in der Lage waren, Geschichten zu erzählen, überhaupt die Grundlage waren für den Homo sapiens, also für unsere Entwicklung. Und das Geschichten erzählen, ob jetzt am Hyde Park in London, wo sich die Leute auf die Kiste gestellt haben, früher am Lagerfeuer, bis in die heutige Zeit sich das Geschichten erzählen ja maßgeblich verändert hat. Ich war jetzt gerade auf der Marketingoffensive in Berlin, da ging es eigentlich fast nur noch um YouTube Shorts und um TikTok Videos. Wie glaubst du, hat sich das Geschichten erzählen über die Zeit hinweg verändert und welche Bedeutung hat das Erzählen von Geschichten gerade in der heutigen Zeit, wo es so schnelllebig ist und wo der nächste Impuls nur ein Daumenwischen entfernt ist? Du stellst Fragen. Bitte um eine kurze Antwort. Ja, und bitte um eine kurze Antwort noch dazu. Ja, einen Storyteller. Diese Frage beantworte ich mit einer Geschichte. Wer hätte das gedacht? So, nur eine ganz kurze Unterbrechung. Du hast vielleicht schon vom Growcamp gehört. Ein vor einiger Zeit völlig neues Format, was wir ins Leben gerufen haben. Ein Format, in dem du uns online live erleben kannst. Ein Format, in dem wir das tun, von dem uns alle abraten. Aber es ist nun mal das, was wir am besten können und wofür wir brennen, nämlich Live-Coaching und Beratung. Maximal zehn Teilnehmer nehmen daran teil. Zwei bis drei landen auf dem Hotseat und dann geht es ans Eingemacht und wir werden deinen Herausforderungen begegnen, deine Wünsche versuchen zu erfüllen, damit du deine Ziele in der Selbstständigkeit schneller und sicherer erreichen kannst. Und unter www.die-kurtings.com-growcamp kannst du dich für das wöchentlich stattfindende Format kostenlos anmelden. Wir sehen uns und jetzt geht es weiter mit der Folge. Harari macht eine sehr schöne Erklärung. Ich werde jetzt Harari nicht zitieren, aber ich glaube, dass er uns mit einem Affen vergleicht, der eine besondere Beziehung zu einer Banane hat. Und wir können uns eine Banane vorstellen und wir könnten darüber jetzt streiten und wir könnten uns auch in eine Geschichte hineinbringen. Aber ich erzähle etwas. Ich weiß nicht, ob du Tagesträume kennst. Es geht um Aufmerksamkeit. TikTok oder YouTube, das sind die Aufmerksamkeit erreichende Maschinen. Und es geht um eine, wenn du so willst, jede Erzählung möchte auf etwas aufmerksam machen. Jeder Mensch möchte mehr oder weniger auf sich aufmerksam machen oder seine Aufmerksamkeit auf etwas lenken. Und ich glaube, wir denken mehr in Narrationen, wir denken in kurzen Stories, wir denken nicht in den Glaubenssätzen, wir denken nicht in den Zahlen. Unser Erinnerungsvermögen, unser Gedächtnis besteht aus kurzen TikToks oder aus längeren. Also jemand, der eine Traumata erlebt hat, würde sagen, okay, wenn diese TikTok-Traumata bei mir sich so abspielt, würde ich sagen, ich will diese Geschichte nicht mehr sehen oder nicht mehr hören. Und ich weiß, dass vor vielen, vielen Jahren meine Jungs, ich habe ja drei Jungs, wie du weißt, das war damals noch nicht TikTok, das musste YouTube am Anfang sein, haben mir ganz schnelle Stories gezeigt. Und das waren Geschichten, die ich vorher nie gesehen habe. Das waren Unfälle. Also etwas, wo ich sagte, da verändert sich von einem Moment auf den anderen das Leben. Und in dem Moment denke ich mir, wie geht es dann weiter, was sind dann die Eltern, wie ist dann weitergegangen? Das ist ein kurzer Ausschnitt, das ist das eine. Das andere, was ich an diesen Geschichten, diesen YouTubes und diesen TikTok-Geschichten oder YouTube finde, das sind Formen, die wir sehr gut kennen. Das sind pointierte Geschichten, da bringt jemand etwas auf den Punkt. Und wir lachen. Wir lachen über Tapsigkeit, wir lachen über uns selbst. Was ich sehr schätze, ich schätze sehr Stand-Ups zum Beispiel, Comedians, die auf eine verkürzte, pointierte Art und Weise etwas auf den Punkt bringen und ich kann lachen. Das heißt, ich kann Schrecken verbreiten, ich kann lachen. Und es ist immer noch eine Frage, und das finde ich sehr spannend, wie zum Beispiel Instagram, zum Beispiel als Kanal, wir wissen ja, da gibt es eine Idee, dass der Algorithmus eigentlich nur für Bikinitragende Männer und Frauen, ich weiß nicht, ob Männer Bikini tragen können, aber das ist alles möglich heute, und bedeutet eine Aufmerksamkeit, ein Lenken darauf. Aber sozusagen ist Instagram auch genutzt worden für viele gesellschaftliche Anliegen. Und diese verkürzte, pointierte Geschichten, die ich vorher mit dem weißen Blatt erzählt habe, oder kurze Geschichte, dass diese Plattformen, genauso wie immer Geschichten, die können sehr nützlich sein, weil es ein Kommunikationsmittel ist, der Menschen schnell erreicht, der einen einfach ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Und auf der anderen Seite können sie auch, wie so vieles, dafür sorgen, dass Menschen sich beängstigt fühlen, vereinsamen, dass Menschen aneinander vergleichen und dass Menschen eine Anregung finden, du weißt es auch, um die anderen zu hassen, um Feinde zu produzieren, Feinde zu fabrizieren. Das war schon immer so in Geschichten, also in Narrationen. Und wir dürfen nicht vergessen, also dadurch, dass Narratives denken, dass wir andauernd in Geschichten leben und dass wir andauernd umgeben sind von Geschichten. Und diese Geschichten sagen immer, schau mich an, hör mir zu, schau mich an. Und die Kunst, glaube ich, ist für uns alle, ich habe letztes Jahr in der Corona-Zeit ein Buch geschrieben, da ging es um das Thema Berufung. Was ist denn Berufung heute? Und ich habe mit meiner Frau das Buch gemeinsam geschrieben und wir haben festgestellt, es gibt so viel Jazz um uns herum, so viel Rauschen, Neues wird das auch in der Entscheidungsforschung. Ab und zu ist es wichtig, auf nichts zu reagieren. Okay, wo ist denn meine innere Stimme, wenn das die Bestimmung ist? Was wähle ich aus, welche Kanal? Ich habe es gerade bei meiner Schwiegermutter geguckt, ich bin bei meiner Schwiegermutter in der Schweiz und habe geguckt, wie viele Kanäle sie hat, einen Fernseher, ich glaube mehr als tausend. Ich glaube, wir leben auch in einer Zeit, und das finde ich das Spannende, weil wir uns jetzt hinterfragen, was ein Narrativ ist. Als es das Radio gab, wir wissen, gab es einen Riesensprung, was Massenmedien, also Massenmedien, Menschen sind über Radios, also Propaganda, Werbung, für viele gute, schlechte Sachen. Dann kam Fernsehen, vorher gab es Presse und jetzt haben wir soziale Medien und wir werden konfrontiert mit unheimlich vielen Geschichten. Aber darüber nachzudenken, wir sind narrative Wesen und wie können wir durch Geschichten die Zukunft gestalten? Wenn man z.B. Science-Fiction-Romane liest, das ist nicht alles Apokalypse, es gibt von Theresa Le Guin wunderbare Romane, wie z.B. Freigeister oder Vorlage für Avatar, also Romane, Visionen, wie wir uns gemeinsam gelingen können, wenn wir uns bewusst sind, dass wir durch die Geschichte Zukunft gestalten können. Deswegen, ich sehe das, ich beobachte das, fasziniert, erschrocken, und manchmal, wenn ich über 50 bin, denke ich, das ist nichts für mich, aber dann, ich habe meine Söhne, die zeigen mir Dinge, ich schaue mir die an und mir wird klar, da würde ich Harari auch beistehen oder mit ihm mich erklären, ja, wir sind Storytelling-Tiere, erzählende Affen, glaube ich, habe ich irgendwo mal gelesen, narrative Wesen. Wenn wir jetzt noch eine Frage stellen dürfen, Gregor, weil unsere Podcast-Folgen sind ja so 15 bis 20 Minuten lang, und du noch die Möglichkeit hättest, unserer Zielgruppe, nämlich den Selbstständigen und den Unternehmern, vielleicht ein, zwei oder drei Tipps zu geben, wie sie sich das Storytelling noch stärker verinnerlichen können, beziehungsweise ihre Geschichten so erzählen, dass die ersten Punkte, die du genannt hast, darin berücksichtigt werden. Es gibt so etwas in Unternehmen wie narrative Lehre, das heißt, wenn keine Geschichten erzählt werden, also wenn Fluhfunk verstummt, das ist ganz schlimm, und ich glaube, wenn wir uns selbst gegenüber verstummen, das ist auch nicht gut, wenn wir uns selbst keine Geschichte zu erzählt haben oder immer die ganze alte Story erzählen, und ich würde es immer wieder, also wenn ich in Unternehmen bin oder wenn ich mit Menschen arbeite, es geht immer um eine bestimmte Kultur, also wie kann ich eine Kultur beeinflussen, gibt es etwas wie Unternehmenskultur, und wenn ja, wenn es sie gibt, auf der informellen Ebene, wie kann ich die beeinflussen? Und ich glaube, also Fluhfunk weiß das ganz gut, was eine Kultur ist und was Geschichten sind, und ich glaube auch, dass die Qualität des Zuhörens macht das aus. Das heißt, dass ich immer wieder neugierig bin und offen bin, in der Psychologie nennt man das psychologische Flexibilität, wir würden sagen, dass es unheimlich viele Geschichten in Unternehmen gibt, also wie ein großes Produktionsstudio wie Bavaria oder Hollywood, da werden unterschiedliche Geschichten hergestellt, und solange ich den Zugang habe, solange ich weiß, was erzählt wird, ist es wichtig, also das heißt, das Unternehmen lebt, und auf der anderen Seite, das nennen wir Mission oder Vision, dass wir uns, wenn wir über Strategien nachdenken, weil das können wir auch, Geschichte bedeutet nichts, Storytelling bedeutet nichts, dass ich rückblickend schaue, ich kann aus der Geschichte sehr viel lernen, aber dass ich Entwürfe habe für die Zukunft, dass ich Geschichten, Narrationen für die Zukunft habe und erlaube, kreativ zu sein, dass ich denke mir, oh ja, in diesem Raum der unterschiedlichen Narrationen, da möchte ich drin leben, weil das Unternehmen, weil die Menschen, die diese Geschichten erzählen, sind unterschiedlich, oder die eine, die unsere Identität schafft, wenn du so willst, aber Identität ist auch so ein Thema, aber es gibt Modelle, die Entscheidungen ermöglichen, Prognosen, aber es gibt so etwas wie Identität, und das heißt, wenn es eine Story gibt, ein Narrativ, in dem andere Narrative auch passen, eine Polyphonie, also ein Arrangement an unterschiedlichen Storys, und keine narrative Lehre, wo Menschen sich nicht mal aufregen über die Entscheidung, oder ich mich selber über mich nicht aufrege, ich selber mir gegenüber verstumme, Dienstnachvorschrift, also Autopilot, Bahntafe, mich interessiert das nicht mehr, und ich glaube, das sind so viele Geschichten, die werden nur nicht angezapft, also das ist meine Erfahrung, weil so viele Erfahrungen, die da sind, die werden oft nicht willkommen, um zum Beispiel Prozesse zu verbessern, oder die Kultur zu verändern, mitzugestalten. Ich könnte dir stundenlang zuhören, Gregor, das ist großartig, danke für die drei Impulse, ich glaube, es waren genau auch drei, und bei uns ist es so im Podcast, Usus, dass so der Gast das letzte Wort hat. Welche Botschaft würdest du an die Selbstständigen und Unternehmer da draußen richten? Du bist selbst jahrelang selbstständig, du bist selbst Unternehmer, welche Botschaft passt gerade in die aktuelle Zeit und ist im Kontext von Storytelling für dich gerade wichtig zu senden? Ich habe schon erzählt, dass ich bei meiner Schwiegermutter bin in der Schweiz, und jede Frau in der Schweiz, wenn es aus der bäuerlichen Gegend kommt, bekommt so einen Aussteuer. So Schränke, in denen Wäsche ist und so weiter. Und in diesem Schrank habe ich mich gerade über das Thema Mut mit mir selber auseinandergesetzt, was Mut ist. Und in diesen Schränken steht sehr schön, Gott geleite die Frau mit dem mutigen Herzen. Und das finde ich sehr schön, was das bedeutet. Hat Gott die Frau mit dem mutigen Herzen gerne oder begleitet sie gerne? Sagt er, ja, eine Frau mit gutem Herzen, ach, da darf ich mal mitkommen mit dem mutigen Herzen. Und deswegen finde ich das passend. Also sich dazu überlegen, was bedeutet das, das mutige Herz, und wie lebt sich das? Ich glaube, das ist, wenn ich an ein unternehmerisches Risiko denke, dann denke ich an ein unternehmerisches Mut. Und was bedeutet durchzuhalten? Was bedeutet auszuhalten? Du kennst das sehr gut, die Einsamkeit des Langstreckenläufers. Und manchmal sind wir ganz einsam, und manchmal ist es hilfreich, dass jemand neben mir läuft und ich seinen Atem höre. Und dass wir in so einem Rhythmus mitlaufen, und dann denke ich mir, okay, ich bin nicht einsam, es gibt andere Unternehmer, Unternehmerpaare, Selbstständige, die diesen Weg gesucht haben. Das heißt, das größte Problem, glaube ich, und das fällt mir jetzt gerade ein, ist die Einsamkeit. Einsamkeit von Führungskräften, Einsamkeit von den Selbstständigen. Und es ist wichtig, dass die Langstreckenläufer, das kennst du ja auch, dass sie auch gemeinsam laufen. Und dass sie sich gegenseitig unterstützen, anfeuern, Mut zu sprechen und sich in diese Ausdauer. Ich glaube, das ist wichtig. Viel wichtiger möglicherweise, weil der Gott, das ist die Gemeinschaft. Das ist der geleitet, die Frau oder den Mann, mit den mutigen Herzen. Ich glaube, das ist es. Das ist dieses gemeinsame Atmen. Das ist das, was uns in unserer Einsamkeit tröstet und ermutigt und Kraft wiedergibt. So, das glaube ich, das wäre so mein Motto oder würde mir jemand wünschen. Und das, was du machst, das finde ich cool. So, wir hoffen, wir konnten dich mit dieser Folge etwas inspirieren und dir ein paar neue Impulse mitgeben und einen Anstoß geben für deine eigene Reflexion. Und vielleicht hast du es schon gehört, vor einiger Zeit haben wir ein völlig neues Format ins Leben gerufen. Das Growcamp, ein Format, in dem du uns online live erleben kannst, in dem wir das tun, von dem uns eigentlich alle abraten. Aber es ist nun mal das, was wir am besten können und wofür wir brennen, nämlich Live-Coaching und Beratung. Maximal zehn Teilnehmer lassen wir dort rein. Zwei bis drei landen auf dem Hotseat und dann geht es ans Eingemachte. Und wir werden deine Herausforderungen begegnen. Wir werden deine Wünsche versuchen zu erfüllen, damit du deine Ziele in der Selbstständigkeit schneller und sicherer erreichen kannst. Und unter www.die-körtings.com-growcamp kannst du dich für das wöchentlich stattfindende Format kostenlos anmelden. Und vielleicht sehen wir uns dann dort live und in Farbe. Und auch hören wir uns möglicherweise in einer der nächsten Folgen. In dem Sinne, der Thorsten von den Körtings und jetzt komme ich in die Umsetzung. Ciao, ciao. Untertitel der Amara.org-Community