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Folge 114: Extreme Abenteuer und was alle davon lernen können - im Gespräch mit Jonas Deichmann
#114 09.11.2022 · 44:31 min

Extreme Abenteuer und was alle davon lernen können - im Gespräch mit Jonas Deichmann

Diese zweiteilige Podcastreihe ist mit dem grandiosen Jonas Deichmann. Früher war der 35-jährige Sales Manager bei einer IT-Firma, heute Exremsportler und Inhaber von mehreren [Weltrekorden](https://de.wikipedia.org/wiki

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Diese zweiteilige Podcastreihe ist mit dem grandiosen Jonas Deichmann. Früher war der 35-jährige Sales Manager bei einer IT-Firma, heute Exremsportler und Inhaber von mehreren Weltrekorden. Letztes Jahr hat er mit 360 Langdistanz Triathlons die Welt umrundet und ist dabei 450 Kilometer an der Küste Kroatiens geschwommen, hat 21.000 Kilometer auf dem Bike verbracht und ist 5060 Kilometer gelaufen.

In diesem ersten Teil des Podcast werden wir gemeinsam über sein bisheriges Leben und seine vielen aufregenden Stationen sprechen, sowie reflektieren, was er bislang schon alles erlebt hat.  

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Das Transkript zum Nachlesen

Vom Nordkap bis zum Kap der guten Hoffnung. 18.000 Kilometer, 72 Tage. Einmal um die Welt mit 120 Long Distance Triathlons. Dazu gehören 21.000 Kilometer Radfahren, über 5.000 Kilometer Laufen und noch über 400 Kilometer Schwimmen. Und ich habe heute jemand ganz Besonderen in diesem Podcast, der genau das erlebt hat. Willkommen zurück zu dieser neuen Folge und heute habe ich jemand ganz Besonderes im Podcast. Jemand, der mit seinen 35 Jahren schon deutlich mehr erlebt hat als manch anderer in seinem ganzen Leben. Und er ist nicht nur vom Nordkap bis zum Kap der guten Hoffnung geradelt und hat den Streckenrekord in Anführungszeichen aufgestellt. Er ist um die Welt mit 120 Triathlons in etwas mehr als einem Jahr geradelt, gelaufen, geschwommen. Und er war in früheren Jahren Sales Manager, hat an sechs Universitäten studiert. Und er ist jemand, der jetzt diese Erfahrungen und die Impulse in seinen Vorträgen, die sowohl öffentlich als auch für Unternehmen erlebbar sind, andere Menschen inspiriert. Und zwar nicht es ihnen gleich zu tun, sondern um darüber nachzudenken, was es bedeutet zu leben. Seine Botschaften, die unter anderem lauten, einfach machen, fang einfach mal an. Geh mal runter vom Sofa und freu dich auf die Startlinie. Und welche Botschaften in ihm sind, die er nun nach außen trägt. Und genau darüber werden wir sprechen. Hier in dieser ersten Folge schauen wir auf sein bisheriges Leben. Wir schauen besonders auf die zwei großen Abenteuer, die er erlebt hat. Wir werden dort überprüfen, was hat er dort erlebt, wie ist er da durchgegangen, wie hat er sich vorbereitet. Und in der zweiten Folge werden wir darauf schauen, wo waren die Wendepunkte in seinem Leben. Was ist das, was es ausgemacht hat, dass er sich überhaupt auf diesen Weg begeben hat. Dass er an sechs Universitäten studiert, dann als Sales Manager das Grundwerk von Vertrieb gelernt hat, um dann dieses Abenteuer gehen, was durch seine Familie mitgegeben wurde, zu beleben, zu erleben und jetzt anderen mitzuteilen. Und natürlich ist mit 35 Jahren bei weitem noch nicht Schluss. Und gerade in der zweiten Folge werden wir demaskieren, was denn da alles noch kommt. Und jetzt viel Spaß und ich freue mich riesig, dass du da bist, Jonas Deichmann. Da ist er, moin. Guten Morgen. Morgen Jonas, schön dich zu sehen. Aber nicht in der Tundra Taiga oder auf dem Baikalsee, sondern... Nein, nein, ich liege in meinem Zelt auf dem Baikalsee. Ich wollte es sagen, aber da bist du ja nicht dran. Ich liege im Hotel, ja. Großartig, schön dich zu sehen. Toll, dass du da bist, toll, dass das geklappt hat. Wir haben es ja, ich weiß nicht, vor vier, fünf Monaten ungefähr, im Mai, Juni, haben wir das ja ausgemacht. Du schaust gut aus, du strahlst, hast Spaß, hast den Bart rasiert. Genau, es hat gerade unglaublich viel mit Vorträgen und so weiter zu tun. Ja. Aber jetzt wird es langsam ein bisschen ruhiger, jetzt sind die öffentlichen Sachen durch und jetzt kommen noch Firmenvorträge, viele. Und ja, da bin ich auch ein bisschen in Sport zwischen drin und nächste Projekte planen. Du hast es schon erwähnt, im Mai, dass da einiges ansteht, aber du noch nicht so viel verraten willst. Ich weiß nicht, ob wir heute was aus dir rauskitzeln, aber ich bin sicher, nach Cape Token und nach den Triathlonen um die Welt hast du wieder einiges, was wahrscheinlich die nächsten Monate oder auch im nächsten Jahr ansteht, richtig? Auf jeden Fall, ja. Ja, schön, danke, dass du dich darauf einlässt. Du hast es ja vielleicht, ich weiß nicht, ob du dir irgendwas angeschaut hast, aber ich habe so einige von solchen Abenteurern hier schon im Podcast gehabt. Gerade letztes Jahr Hans Kammerlander, der so sehr ausführlich berichtet hat über die gemeinsamen Zeiten mit Reinhold Messner als auch dann mit ihm. Und wir, also meine Frau und ich, wir haben ein Business, mit dem wir Selbstständige beraten und begleiten, dass sie wachsen können, wo auch immer das Wachstum bei ihnen entsteht. Und das Spannende ist immer, beides so zusammenzubringen. Ich bin auch einer, der sehr stark in der Natur unterwegs ist und Triathlons macht, aber das in früheren Zeiten viel eher das Weitwandern und das Ultratrail-Laufen entdeckt hat für sich. Und solche Menschen wie du immer spannend sind. Wir haben dich im Mai gesehen auf dem Vortrag und da habe ich gedacht, Mensch, nicht nur das Buch, sondern es wäre schön, wenn du auch hier bist. Meine Tochter hatte ich dann noch gesehen, die ist jetzt letzte Woche für neun Monate nach Australien. Die ist 19, die war dann mit ihrem Freund. Ich hätte schon fast gesagt, zukünftigen Schwiegersohn von uns. Wer weiß, wo sich das hin entwickelt. War sie auch in Frankfurt bei dir? Du warst jetzt hier vor einigen Wochen oder Monaten oder sowas war das da. Und ja, freue mich sehr. Wie lange haben wir Zeit, Jonas? So bis um zehn, Viertel vor zehn? Genau, maximal eine Stunde. Ja, großartig. Super. Ist dir irgendwas besonders wichtig? Das passt schon alles. Gut, sehr schön. Sollen wir gleich rein starten? Ja, gerne. Großartig. Anmoderation mache ich immer im Nachgang, weil dann weiß man, was wir so gesprochen haben. Ich werde versuchen, mit dir so ein bisschen auch Wendepunkte in deinem Leben. Wie bist du aus dem Sales-Manager-Leben dann raus? Hast du das Abenteuer entdeckt? Und natürlich hast du die Anbindung zu den Unternehmen nicht verloren, sondern wie du sagst, die ganzen Firmenvorträge, die jetzt gerade anstehen oder anstanden. Und natürlich dürfen wir auch reingucken in Cape to Cape und Triathlon um die Welt. Und vielleicht ist eine Frage dabei, die dir noch keiner gestellt hat. Ich weiß nicht. Wir gucken mal. Sehr gespannt. Sehr schön. Großartig. Dann steigen wir gleich ein. Und heute hier bei uns im Podcast. Ich freue mich riesig darauf. Schön, dass du da bist, Jonas Deichmann. Ja, hallo. Freut mich auch. Jonas, wir haben dich gesehen vor einigen Monaten im Mai in Frankfurt. Und wir haben begeistert deinem Vortrag zugehört, Triathlon um die Welt – das Limit bin nur ich. Das Buch hat mich magisch angezogen am Verkaufstisch. Und als jemand, der auch sehr stark im sportlichen und in der Outdoor-Welt unterwegs ist, ist es natürlich großartig und eine Riesen-Ehre, so jemanden wie dich hier im Podcast zu haben. Und damit die Menschen sich so ein bisschen einordnen können. Wir haben dich im Mai gesehen. Du wurdest von EOFT bzw. von anderen Formaten als so eine Art Leuchtturmfigur mit eingebracht. Du hast dort berichtet über den Triathlon um die Welt. Wie war die Zeit nach Mai? Was ist dir jetzt hier in Deutschland bzw. in Europa bis jetzt? Wir sind im Oktober. Was ist dir da so widerfahren, Jonas? Ja, seit Mai ging es praktisch nonstop so weiter mit Vorträgen. Nicht nur öffentliche, bei der EOFT, sondern vor allen Dingen viele Firmen-Events. Das ging im Dezember letzten Jahres los, als ich von meinem Triathlon um die Welt zurückgekommen bin. Seitdem habe ich eine andere Art von Marathon, nämlich einen Vortragsmarathon. Auch sehr, sehr spannend. Da kann man Einblicke auch hin, einfach große Firmen zu bekommen und da Vorträge zu halten. Ansonsten versuche ich, jede freie Minute auf dem Fahrrad oder in den Laufschuhen zu verbringen. Wieder zu trainieren, mich vorbereiten auf das nächste Projekt. Ich war zwei Wochen in Irland. Das war mein Fahrradurlaub. Ich bin mitten in der Planung für die nächsten großen Projekte, weil ich habe noch einiges vor. Du sagst Fahrradurlaub in Irland. Du radelst sonst Tausende von Kilometern bei deinen Abenteuern und bei deinen Projekten. War das so gechillt, einfach 300 Kilometer am Tag? Wie darf man sich das vorstellen? Auch im Urlaub kann ich nicht am Strand liegen. Da langweile ich mich sofort. Das heißt, auch im Urlaub gehe ich dann laufen oder Radfahren oder irgendeine andere Sportart. Da muss ein Abenteuer dabei sein. Aber ohne jetzt ein konkretes Ziel, dass ich sage, ich muss 300 Kilometer am Tag radeln, das wären dann schon auch mal 200, aber einfach so, wie es sich gut anfühlt. Du hast ja Cape to Cape und der Triathlon um die Welt. Das sind, glaube ich, zwei der auch sehr in der äußeren Welt präsenten Projekte erfolgreich beendet. Beide haben einen Rekordcharakter. Cape to Cape, 18.000 Kilometer, 72 Tage. Du wolltest den Rekord vom Nordkap bis zum Kap der guten Hoffnung in Kapstadt erradeln. Und auch der Triathlon um die Welt insofern Rekord, weil es vor dir noch keiner gemacht hat. Wie ist es zu diesen Projekten gekommen? Was hat dich angetrieben, damals Cape to Cape zu machen bzw. Triathlon um die Welt? War es der Rekord oder war es andere Dinge, die du dahinter für dich entdecken wolltest? Ich mache das seit 2017 auch beruflich. Ich habe vorher im Software-Vertrieb gearbeitet und dann war eine Firmenfeier und mein Chef hat mich gesponsert. Also Timing ist wichtig. Ich habe da 2017 meinen ersten Weltrekord aufgestellt, die schnellste Eurasien-Durchquerung mit dem Fahrrad. Das war für mich einfach ein Traum, mal Abenteuer und Leistungssport miteinander zu verbinden und schauen, wie schnell kann ich auf dem Fahrrad einen Kontinent durchqueren. Die Jahre darauf sind die Projekte gewachsen. 2018 Panamerika, 2019 Cape to Cape, immer mit dem Fahrrad. Dann kam der Wunsch, ich möchte mal eine neue Disziplin ausprobieren. Ich bin auf dem Fahrrad, habe über 100 Länder bereist, habe so viel gesehen. Ich komme kaum noch aus der Komfortzone raus. Da beginnt ja das Leben. Einmal um die Welt ist einfach ein Kindheitstraum, ist naheliegend als Abenteurer. Wobei es viel darum geht, ist nicht der Rekord an sich, der ist für mich wie ein Bonus. Es ist schön ihn zu haben, aber der Weg dahin ist das Ziel. Es sind einfach die Erlebnisse entlang der Strecke und die besonderen Begegnungen, Naturerlebnisse. Ich fühle mich einfach lebendig auf so einer Reise. Was ist das, was das ausgelöst hat in deiner Vergangenheit? Dieses sich lebendig fühlen auf so einer Reise. Wo hast du das zum ersten Mal für dich wahrgenommen? Praktisch seit meiner Kindheit. Ich komme aus einer Abenteurerfamilie. Mein Opa ist schon in die Welt gesegelt. Mein Opa war Schlangenfänger in Afrika. Mein Vater bereitet gerade auch eine Weltumsegelung vor. Das ist schon ein bisschen eine Familientradition. Von klein auf war ich immer draußen in der Natur, immer mit dem Zelt unterwegs. Das hat sicherlich viel verändert. Ich habe nicht in Deutschland studiert, sondern in sechs verschiedenen Ländern, inklusive Brasilien, Singapur und Indien. Das sind Länder, die komplett anders sind, wo man raus aus der Komfortzone kommt. Das verändert einen extrem. Wir werden dann noch mal so ein Stück weit reinschauen, auch diese Wendepunkte in deinem Leben. Ich denke, das Cape to Cape und auch Triathlon um die Welt, da darf man einfach auf deine Vorträge gehen, die auch öffentlich stattfinden und du die Menschen dort grandios mitnimmst. Nur damit wir mal so ein Blitzlicht reinbekommen, damit Menschen überhaupt nachvollziehen können, was das bedeutet. Cape to Cape. Beschreib mal, was hat sich damals angetrieben, das zu tun und dann 18.000 Kilometer, 72 Tage auf dem Rad vom Nordkap bis zum Kap der guten Hoffnung. Wie darf man sich das vorstellen, Jonas? Vielleicht mal ein kurzer Abriss. Es war mein drittes großes Fahrradprojekt nach der Eurasienquerung und dann die Panamerika, das Cape to Cape, so die letzte von den großen Kontinentalquerungen. Es war schon sowas, was irgendwie auch naheliegend war. Mich reizt es extrem, geografisch gesehen einen Kontinent von einem Ende zum anderen zu durchqueren. Das ist einfach so, es ist irgendwie naheliegend, man hat ein Ziel, ich möchte jetzt ans andere Ende kommen. Gerade bei Cape to Cape ist natürlich landschaftlich, vor allen Dingen aber kulturell und mit den Herausforderungen so extrem spannend, weil es einmal quer durch Afrika geht. Man startet oben in der Nördlich des Polarkreises und dann geht es Richtung Sahara, wo es dann ein bisschen heiß wird und dann Hochland von Äthiopien und die ganzen Begegnungen und alles. Also es hat alles aus einem Abenteuer ausgemacht. Du hast dich ja sehr gut vorbereitet in deinem Buch Das Limit bin nur ich, bist du in Norwegen und trainierst dort. Hat sicherlich was auch mit der Historie von Cape to Cape zu tun. Wie hast du dich damals auf Cape to Cape besonders vorbereitet? Und natürlich ist Ernährung, Equipment, Ausdauer, Mindset, gehört natürlich alles dazu. Und nach deinen anderen Projekten im Vorfeld sicherlich schon bekanntes Terrain. Was war so besonders an der Vorbereitung für Cape to Cape? Ich habe keinen Trainingsplan, sondern bei mir geht es 95 Prozent Kopfsache. Es geht darum, motiviert zu sein. Ich muss nicht jeden Tag, wenn ich ein Gramm schneller bin am Ende, das bringt mir nicht so viel. Sondern es geht darum, einfach durchzuhalten, einfach jeden Tag meine 10, 11 Stunden im Sattel zu bringen. Ganz egal, was die Bedingungen sind. Ganz egal, ob es schneit oder Hitze oder Lebensmittelvergiftung. Ich fahre immer weiter. Und das heißt also, motiviert zu bleiben, heißt auch Spaß zu haben. Und ich habe während der Projekte so eine extreme Disziplin und Regeln für alles, die ich den Rest des Jahres auch gar nicht immer so habe. Wichtig ist bei der Vorbereitung einfach Grundlagen. Das heißt, ich bin die letzten Jahre immer 50.000 Kilometer pro Jahr geradelt. Und war dieses Mal vor Cape to Cape noch in den Anden, zum Beispiel, auf 5.000 Meter für sechs Wochen. Bin da ein bisschen rumgeradelt. Habe so ein paar Ultra-Rennen gemacht. Und dann war ich bereit. Thema Ernährung war ja gerade noch was. Ich habe keinen Ernährungsplan, sondern ich esse einfach viel und alles, auf was ich Lust habe. In deinem Vortrag bei Triathlon um die Welt hast du das gesagt, wie du da die Milchshakes reingezogen hast in den Burger-Restaurants und dich gesagt hast, das sind genau die Kalorien, die du jetzt brauchst. Spannend ist, kein Plan, sondern die Grundlagen und einfach zuzulassen. Du hast auch, glaube ich, berichtet, Mexiko, wo es dann doch ein bisschen heißer herging mit den kleinen Shots, die dann auch mal sein durften und du da gar nicht so großartig jetzt auf alles so geachtet hast, wo man sonst penibel drauf gucken darf. Der Triathlon in Hawaii ist ja gerade zu Ende gegangen. Und wenn man dort die Athleten sieht, die ganz akribisch die Jahre davor planen, ist das ein ganz anderer Ansatz. Und ich glaube, die Zuhörer und Zuhörer dürfen sich auch mal orientieren. 50.000 Kilometer Radfahren im Jahr, das sind 1.000 Kilometer pro Woche. Das sind dann irgendwie 150 Kilometer, wenn ich es grob rechne, am Tag. Das darf man auch erst mal alles so umsetzen. Auf was warst du nicht vorbereitet bei dieser großen Tour? Was ist vorgefallen oder was ist passiert, wo du sagst, da hätte ich vielleicht noch mal im Vorfeld drauf schauen sollen? Bei so einem Projekt, da funktioniert der beste Plan in der Praxis sowieso nicht. Das lief alles dann durch Skandinavien und auch durch Russland. Da hatten wir zehn Tage Dauerregen und Übelsbedingungen. Aber das lief alles trotzdem noch relativ locker. Und dann kam Afrika und die Probleme gingen los. Ich bin damals gemeinsam mit einem Fotografen gestartet. Der heißt, ich bin in Ägypten mit Lebensmittelvergiftungen ausgestiegen. Und dann bin ich alleine weitergefahren. Das hat schon mal den ganzen Plan und alles durcheinander geworfen. Ich hatte gerade in Afrika, von Ägypten bis Kenia, die ersten zweieinhalb Wochen keinen Tag, der nach Plan verlief. Jeden Tag ist irgendwas total schiefgelaufen. Ich hatte in Ägypten nonstop Probleme mit Polizei und Militär. Die haben mich einfach immer angehalten, wollten mich nicht weiterfahren lassen. Ich habe dann auch eine Nacht in einer Gefängniszelle verbracht. Dann in Sahara hatte ich auch Lebensmittelvergiftung. Das ist ein ziemlich mieser Ort, um eine zu haben. Aber es geht auch irgendwie weiter. Auch eine Lebensmittelvergiftung ist in allererster Linie Kopfstache. Damit kann ich auch noch meine 250 Kilometer radeln. Und in Äthiopien hatte ich dann einen Bürgerkrieg. Da haben wirklich die Straßen gebrannt. Es sind über 100 Leute umgebracht worden in der Stadt, wo ich war an dem Tag. Es war in Afrika jeden Tag eine neue, meist böse Beratung. Das Spannende ist ja, wie wir damit umgehen. Wie wir uns vorbereiten. Ich komme aus dem Projektmanagement. Ich habe 30 Jahre Projektmanagement gemacht, Programmmanagement. Da ist Risikomanagement eine ganz wesentliche Disziplin. Und du kannst ja gar nicht alle Risiken absichern im Vorfeld. Sondern die Frage ist ja, wie geht man mit diesen ganzen Unwägbarkeiten und Unsicherheiten um, die ohnehin einen auf diesem Weg begleiten. Wie hast du dich darauf eingelassen? Deine ganzen Vorträge gehen in Richtung Mindset für die Unternehmen und für die Mitarbeiter. Was ist die Schlüsselbotschaft, die du daraus für dich als auch für andere abgeleitet hast? Ich bin ja unterwegs in einem Umfeld von extremer Unsicherheit. Ich weiß nicht, was morgen passiert. In Afrika war es noch viel extremer. Es war Pandemie. Ich habe nicht gewusst, ob die Grenze im nächsten Land offen ist oder nicht. Ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann. Kann ich etwas machen, um es zu ändern? Und wenn nicht, dann verschwende ich damit auch keine negative Energie. Ich schaue nach den kleinen Schritten. Kann ich meinem großen Ziel nur ein kleines Stückchen näher kommen? Wenn ich ganz viele kleine Schritte in die richtige Richtung mache, dann komme ich auch irgendwann an. Das Thema Risiko ist auch ein interessanter Punkt, weil Risiko etwas extrem Emotionales ist. Das heißt, es ist ein Empfinden, das in den meisten Fällen einfach nur falsch ist. Als ich durch die Artia geschwommen bin, haben die Leute immer gesagt, da hast du keine Angst vor Haifischen. Es gibt weltweit 10 tödliche Haieattacken pro Jahr. Die sind in Australien und Südafrika. Die Wahrscheinlichkeit, im Mittelmeer vom Hai gefressen zu werden, ist deutlich gefährlicher. Aber davor haben wir Angst. Vor Autoverkehr in der Großstadt haben wir keine Angst. Das ist das Verhältnis mit allem, was Risiko angeht. Ich mache vorher natürlich eine Risikoanalyse. Aber das, was ich mache, ist bei Weitem nicht so gefährlich, wie es nach Hause gehen würde. Spannend finde ich diese Botschaft. Konzentrier dich auf das, was du beeinflussen kannst. Das war sicherlich in der Artia das Salzwasser und alles, was damit dazugehört hat. Und die vielen Kilometer, die du jeden Tag geschwommen bist, auf die wir gleich noch kommen. Cape to Cape, Nord bis Süd war der Antrieb ein Stück weit der Rekord. Zumindest ist es auch so beschrieben, nach außen hin. Als du dann da unten angekommen bist, war das wie durch ein Ziel durchlaufen. Ist da wie eine Last runtergefallen? Oder sagst du, das viel Geilere waren die 18.000 Kilometer davor? Definitiv das Geilere waren die 18.000 Kilometer davor. Für mich ist es auch vom Kopf her, vom Mindset. Ich visualisiere mir die Ankunft in Kapstadt schon Monate davor. Und ich weiß, dass ich es schaffen werde. In dem Moment, wo ich losfahre, ist das Projekt für mich in meinem Kopf geschafft. Also ich habe keinen Zweifel. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ich es auch ankomme. Es gibt Faktoren, aus irgendeinem Grund kann mal was schief gehen. Aber ich glaube einfach zu 100 Prozent, dass ich es ankomme. Daher ist es wichtig, dass ich es ankomme. Wenn ich es ankomme, ist es für mich wie eine Bestätigung für die harte Arbeit. Klar, ich freue mich, es ist geschafft. Es wird auch mal gefeiert. Aber es ist bei mir nicht dieser Moment, wie wenn ein Fußballspieler ein Tor schießt oder man eine Tour de France-Etappe gewinnt. Wo man von einem Moment auf den nächsten das Gefühl hat, ich habe gewonnen, ich habe es geschafft. Ich weiß schon Monate vorher, ich werde gewinnen und schaffen. Ich werde die Ergebnisse und den Weg dahin genießen. Es war 2019, als du das ermöglicht hast. Dir ermöglicht hast, uns ermöglicht hast. Dann im Nachgang auch mit deinen Berichten. Dann kam 2020. 2020 für uns, die so im Business sind, war der 13., 14. März wie so ein Einschlag. Es hat sich alles verändert. Manche haben dann im April wieder gedacht, jetzt geht es wieder los. Ich kann mich noch erinnern, dass ich auf einer der EOFT- oder BAND-Veranstaltungen war. Da warst du noch unterwegs. Du warst geteasert. Es gab einen Zwischenbericht. Wir saßen da am Tisch. Du warst noch unterwegs. Du warst geteasert. Es gab einen Zwischenbericht. Wir saßen alle im Kino. Abstand und so mit der Maske. Einige Speaker-Kollegen bzw. Extremsportler, die ich kenne, haben ihre Projekte abgebrochen. Aufgrund der Pandemie. Du warst mittendrin und hast durchgezogen. Wie hast du das Projekt vorbereitet? Wie kommt man in dieser Zeit der Pandemie auf die Idee, einen Triathlon um die Welt zu machen, ohne zu wissen, wie die Länder die Regularien ausziehen? Wie war das währenddessen? Die Idee für das Projekt und die Routenplanung habe ich vor der Pandemie gemacht. Die Idee kam mir während Cape to Cape, wo ich durch Afrika geradelt bin. Da habe ich eine Route gehabt. Ich war gerade in Gran Canaria im Lauftrainingslager. Da habe ich die Nachricht im Fernsehen gesehen. Jetzt gibt es einen Lockdown. Das wird ziemlich unangenehm. Ich habe nicht planen können, wie es jetzt mit der Weltumrundung geht. Für mich war das wie für alle anderen auch. Es gibt verschiedene Szenarien. Aber gewusst hat es keiner, wie lange es geht. Ich habe die Route ein bisschen angepasst. Ich habe auch eine andere Route gemacht. Ich wollte ursprünglich eine schöne, warme Südroute nehmen. Von der Türkei in Iran, Pakistan, Indien, Südostasien. Bevor ich gestartet bin, habe ich mich darauf eingestellt, dass es wahrscheinlich eher durch Russland geht. Weil es ein Land ist, das weniger grenzen hat. Von der sportlichen Herausforderung, das war das Interessante in der Vorbereitung, habe ich mich darauf eingestellt. Ich habe mich darauf eingestellt, wie komme ich über die Grenzen? Wie schaffe ich das mit der Bürokratie? Ich habe die Route so angepasst. So wenige Grenzen wie möglich. Wie komme ich da irgendwie durch? Das Interessante ist aber, irgendeine Lösung zu finden. Ich habe mich darauf eingestellt, wie komme ich über die Grenzen? Das Interessante ist aber, irgendeine Lösung gibt es immer. Ich sehe zwar nicht aus wie ein Berufsreisender, aber es ist ja mein Beruf. Viele Grenzen, die für Touristen zu sind, waren aber für Berufsreisende auch auf. Du hast das auch sehr intensiv berichtet in deinem Vortrag. Der eine Grenzübergang, wo es dir fast nicht möglich gewesen wäre, in Richtung Russland durchzukommen. Es ist ja nicht nur die Pandemie jetzt passiert, sondern zwei, drei Monate nachdem du zurückgekommen bist, der Krieg von Russland in der Ukraine oder mit der Ukraine. Du bist damals auch genau durch die Ukraine, durch Karkiv und dann dort auch über die Grenze. Frage 1. Hast du damals schon irgendetwas wahrgenommen? Also diese Spannungen? Ich war damals auch in Karkiv, habe dort Vorträge gehalten. Super junges Publikum, tolle Menschen, neugierig, wissenaufsaugend, in die Zukunft blickend. 2018, 2019 waren wir noch da. Die Grenze war 60 Kilometer, wie du die Bilder aus Karkiv und der Ukraine siehst. Ich bin das erste Mal, ich bin schon vorher mal in Kiew gewesen, 2017 bin ich mit meinem Rasenrekord auch quer durch die Ukraine geradelt. Was mir dort aufgefallen ist, 2017 war definitiv kein extremer, da haben sie sich doch verstanden. 2017 gab es den Krieg auch schon, einen kleineren Krieg im Donbass. Aber da hatte ich noch nicht das Gefühl, dass in der Ukraine wirkliche Feindseligkeiten gegenüber Russland so eine Bevölkerung präsent sind. Wo ich jetzt im Februar in der Ukraine war, kurz vor einem Jahr, bevor der Krieg losging, da habe ich schon gemerkt, Russland hat da wohl schon mit der Krim und im Donbass so viel angerichtet, dass in der Ukraine, in der Bevölkerung bereits da die Stimmung komplett gegen Russland umgekippt ist. Was Putin immer gesagt hat, er kommt, um die russische Bevölkerung der Ukraine zu befreien, das habe ich komplett anders wahrgenommen. Die haben bereits damals Russlands überhaupt nicht leiden können. Nach allem, was auch vorher vorgefallen ist. Dass dann ein Einmarsch kommt und ein Krieg, hat mich natürlich auch überrascht. Aber die Spannung hat man überall sofort gesehen. Es ging so weit, ich wurde dann auch von einem lokalen Radclub eingeladen, war mit denen zum Essen usw. Die sind alle russische Muttersprachler. Die haben teilweise auch gesagt, wir sprechen kein Russisch, wir sprechen Russland. Wir sind stolz in der Ukraine und kein Russen. Wie schaust du da heute drauf, wenn du die Bilder siehst? Für mich persönlich wirklich schockierend, das zu sehen, was mich persönlich betrifft. Ich habe zwei Wochen dort verbracht. In Kharkiv wurde da jemandem gewohnt. Die Leute haben mich zum Essen eingeladen, mit mir ran gegangen. Super nette und herzliche Leute. Jetzt wird die Stadt täglich beschossen. Das trifft mich persönlich auch wirklich hart. Aber ich muss auch sagen, ich bin auch durch Russland geradelt. Ich habe auch überall nette Leute getroffen. So wie auch in der Ukraine und allen anderen Ländern, wo ich war. Es ist einfach Politik. Danke fürs Teilen, Jonas. Ich glaube, intensive Erlebnisse, gerade im Rückblick mit der Ukraine und Russland, die Länder, durch die du durchgekommen bist, mit dem Fahrrad. Dieser gesamte Triathlon ist sehr stark in der Presse gewürdigt worden. Das ist eine herausragende Leistung, darf man sagen. Das hat sich auch noch mal deutlich abgegrenzt von deinen anderen Projekten, die du im Vorfeld hattest. War das etwas, was du bewusst initiiert hast? Du warst früher Sales Manager. Da kommen wir noch nachher drauf zu sprechen. Aber ist das etwas, was dein Ansinnen war, auch gelernt vielleicht aus den ersten Projekten? Oder warst du selbst beeindruckt und überwältigt von dem, was dann im Nachgang auf dich und währenddessen vielleicht schon auf dich hereingeprasselt ist? Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Ich habe das nie des Geldes wegen gemacht, weil es für mich einfach die beste Sache der Welt ist. Aber ich muss auch schauen, wie ich damit Geld verdiene. Deshalb habe ich natürlich auch alles Mögliche getan, um eine tolle Story zu haben und das in die Medien zu bringen. Ich habe schon vorher gewusst, dass das mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ziemlich große Story wird, deutlich größer als die Radprojekte vorher. Im Triathlon die Welt ist viel greifbarer. Da versteht man sofort, was das ist. Und noch dazu, während der Pandemie, man besteht immer in Konkurrenz, auch was Medienaufmerksamkeit angeht. Du hast es vorhin schon gesagt, alle anderen Abenteurer haben ihre Projekte abgesagt. Ich war einfach der Einzige. Ich hatte, was große Expeditionen angeht, den News-Charakter hatte ich praktisch ein Monopol. Ich war einfach der Einzige, der etwas Cooles gemacht hat. Daher habe ich schon erwartet, dass es etwas Größeres wird. Es ist auch immer stetig gewachsen. Und dann kam Mexiko. Und Mexiko war in keinster Art und Weise geplant. Ich habe ein bisschen nachgeholfen. Ich habe mir eine Barbara-Gamb-Mütze bestellt auf Amazon und hatte einen langen Bart, damit ich auch ein bisschen in den Straßenhütten hinterher renne und es dann die nationale Cool-Story wird. Ich war für drei Monate täglich im Fernsehen in Mexiko. Wir haben es mal ausgerechnet in der Agentur. Ich hatte eine Medienreichweite von 300 Millionen. Das kam praktisch über Nacht. Das ist dann auch nach Deutschland übergeschwappt. Das war in keinster Art und Weise in diesem Ausmaß natürlich vorhersehbar. Das hat meine künftigen Erwartungen um das Zehnfache übertroffen. Man weiß nicht, wann die Möglichkeit kommt, aber man kann seine Trefferquote erhöhen, indem man einfach coole Dinge macht und dafür bereit ist. Und wenn die Gelegenheit kommt, muss man sie auch packen. Du sagst gerade, du hattest ein Monopol. Ich glaube, keinem war es hier so gewahr, dass da gerade jemand aus Deutschland in der Welt so ein Projekt angeht. Kurz davor war die Zeit, wo man über die Luftbrücken so ein Projekt gemacht hat. Dort hat man deutsche Staatsbürger wieder nach Deutschland geholt. Alle haben versucht, hier wieder zurückzukommen. Dann macht sich da ein Abenteurer auf den Weg. Spannend ist auch die Geschichte aus Mexiko, wo du beschrieben hast, dass dieser Bulli neben dir angehalten hat. Du hast gedacht, jetzt werde ich hier überfallen. Dann kommen die da raus. Dann ist es eine Band, die dir das Liedchen spielt und ihr einfach auf der Straße richtig Spaß habt zusammen. Ich würde auf eine Sache noch mal schauen. Du hast gesagt, du wolltest eine neue Sportart ausprobieren. Gerade das Schwimmen vor der Küste von Kroatien. Was ein wesentlicher Teil. 430 oder 420 Kilometer. 450 Kilometer schwimmen vor Kroatien. Du ja vorher so das Wasser, auch wenn dein Vater jetzt eine Segeltour noch plant, möglicherweise noch nicht so verinnerlicht hast. Vorher war das Radfahren so intensiv. Was hat dich angetrieben, das Laufen und besonders das Schwimmen zu integrieren? Ich bin mein ganzes Leben lang Radfahrer gewesen. Ich bin früher Radrennen gefahren, habe dann die Weltrekorde aufgestellt. Das wird auch immer meine Lieblingsdisziplin bleiben. Aber es war einfach so, ich war bereit für eine neue Herausforderung. Was kann man machen, was liegt nahe. Ich wollte Radfahren auch ein bisschen dabei haben. Aber ich mache jetzt auch keine Sachen, die nur des Rekordes hergezogen sind. Dass man jetzt auf dem Einrad irgendwas macht oder Sackhüpfen, gibt es für alles Rekorde. Ich wollte auch nichts machen, was ganz aus der Welt hergezogen ist. Es muss schon was Festes sein. Ich bin ein guter Läufer gewesen. Ich bin mein ganzes Leben lang auch im Training viel Trailrunning gemacht. Schwimmen war für mich der Punkt. Es ist ja nicht weit. 450 Kilometer, das sind zwei Monate, dann bin ich da durch. Das klingt nicht so viel weit. Aber im Verhältnis zu dem, was ich sonst mache, ist es nicht so weit. Es ist absehbar. Einfach mal zwei Monate lang jeden Tag aufstehen und schwimmen. Ich fand diese Herausforderung, das anzugehen, unglaublich spannend. Ich war kein Schwimmer. Ich habe Seepferdchen gehabt. Zusätzlich mit Klos. Ich habe ja kein Beiboot gehabt. Das ist eine ganz neue Disziplin, die vorher, soweit ich weiß, eine andere Person von mir gemacht hat. Das war für mich ein absolutes Neuland. Beim Laufen auch. Ich mache 120 Marathons in 120 Tagen. Da kommt erst mal Ablehnung. Das geht nicht. Aber das Interessante ist, die Ablehnung kommt von 99 % der Leuten. Das sind 99 % der Leute, die noch nie einen Ultralauf gemacht haben. Das sind für mich unqualifizierte Meinungen. Beim Schwimmen war es etwas ganz anderes. Beim Schwimmen war ich der Unqualifizierte. Jetzt haben mich die ganzen Schwimmer und Triathleten gesagt, das geht nicht. Ich muss trotzdem der festen Überzeugung sein, das geht, ich kann das. Ich breche mir das mit meinem Kopf herunter. Große Distanzen schrecken erst mal ab. Ich muss ja keine 460 km schwimmen. Ich schaue das Ganze in kleinen Stückchen an. Wenn ich 1 km schwimmen kann, kann ich auch 450 km schwimmen. Aber ich komme irgendwann an. Es ist kein Geschwindigkeitsrekord. Großartig, dieses Runterbrechen. Für uns Normalbürger. Wenn ein Marathon läuft, sagt man, ich laufe 42 x 1 km. Das im Kopf sich kleinzurechnen. Du hast allen bewiesen, dass es geht. Du hattest die unqualifizierte Meinung. Wie man fast sagen könnte, im inneren Kind der Sturkopf. Ich mache das jetzt, ich schaffe das jetzt. Die Bilder, die du uns gezeigt hast, zeigen, wie du von der Küste weg bist. Dann wieder zur Küste hin. Die Strömung usw. Besondere Erfahrungen deinerseits. Was war das Besondere an diesem Projekt? Das, was uns durch den Kopf geht, Triathlon 360 oder 420 Mal. Oder wie oft der Triathlon 120 Mal gewesen ist. Was war das, wenn du darauf zurückblickst? Wenn ich eine Seite im Buch hervorheben dürfte, welche wäre das? Schwierig zu sagen, weil so viel passiert ist. Alle 3 Disziplinen sind unterschiedlich. Es war eine Herausforderung. Schwimmen für mich, das komplette Neuland, war eine Riesenherausforderung. Die Radstrecke war anspruchsvoll. Und dann die Dauerbelastung mit den Marathons. Was mir trotzdem sofort in den Kopf kommt, wenn ich daran denke, wie verrückt das alles wurde. Ich wurde als deutscher Forrest Gump zur nationalen Berühmtheit. Ich hatte eine Polizeieskorte und Tausende von Leuten, die mitgerannt sind. Dann sind die Drogenkartelle gekommen. Meine Straßenhündin usw. Es wurde jeden Tag was Neues, komplett Unerwartetes. Daran muss ich am meisten denken. Das war gar nicht geplant. Mike Tyson hat mal gesagt, der Plan hält so lange, bis du den 1. Schlag in die Fresse kriegst. Das hat dann dafür gesorgt, dass du die geilste Zeit hattest in New York, in Mexiko. Danke dafür. Ich habe vorher unsere Community, unsere Kunden gefragt, was ich fragen sollte. Natürlich geht das alles in Richtung deiner Abenteuer. Ich würde das mit den Fragen abbinden, weil es so viele sind. Sag mal eine Zahl zwischen 1 und 10. Die Nummer 8. Gab es Tage, an denen dein innerer Schweinehund schwer zu überwinden war? Das Überwinden kostet. Das ist irgendwo naheliegend. Aber ich habe ihn immer überwunden. Es gibt keinen einzigen Tag, an dem ich im Zelt liegen geblieben bin, wo ich nicht meine Stunden gebracht habe. Ich habe immer ein Spiel von Disziplin und ein bisschen lockerer sein. Ich trinke abends auch mal ein Bier oder einen Tequila. Aber nicht in jeder Situation. Der nächste Morgen wird extrem schwierig. Wenn ich in Sibirien zelte und es minus 15 Grad ist, alles ist nass und der Schneesturm ist draußen. Da ist es schwierig, aber wenn ich in der Arthea bin, ist es ein unruhiger Tag mit Wind, Wetter und allem. Dann bin ich extrem diszipliniert. Da habe ich eine Regel, wenn mein Wecker klingelt, bin ich sofort in meinen Modus. Ich springe auf, ziehe meinen Neoprenanzug an und meine schleifgefrorenen Schuhe an und schwimme los. Da führe ich einfach aus. Der interessante Punkt ist, wenn man das oft genug gemacht hat, den inneren Schweinehund sofort anzugreifen und sich zu überwinden, dann ist es irgendwann nicht mehr so schwer. In dem Sinne, nicht gebrochen zu werden. Ich finde das großartig, weil wir das gleich noch aufs Business übertragen können. Du kommst aus dem Business und gibst Vorträge. Es gibt Momente, wo du dich gehen lassen darfst. Und dann gibt es Momente, wo klare Disziplinen, Regeln und Prinzipien zu befolgen sind. Ohne daraus eine gesamte Lebensphilosophie zu machen, sondern wieder zu den Momenten zurückzukommen, wo es mal wieder fließen darf. Die Nummer 8 haben wir. Was wäre die nächste Zahl, die du dir wünschst? Die Nummer 5. Etwas von deinen lustigsten Erlebnissen. Wow, das hatten wir noch nicht. Jonas, was war das lustigste Erlebnis? Die lustigste Erlebnis? Ich muss sofort an Mexiko denken. Was unglaublich lustig war für mich, waren die ganzen Geschenke, die ich bekommen habe. Für mich war es nicht immer lustig, weil ich musste das Ganze hinter mir her schleppen. Ich habe teilweise an einem Tag mal innerhalb von 10 Minuten 30 Liter Getränke bekommen und 20 Somperos. Ich habe auch Steine geschenkt bekommen von den Mexikanern. Also 5 kg schwere Steine. Man darf die Geschenke in Mexiko nicht ablehnen. Das war meine größte Herausforderung in Mexiko. Es war nicht die Hitze, sondern die ganzen Geschenke wieder loszuwerden. Es wurde so schwer, dass ich einfach nicht mehr die Berge hochgekommen bin. Wie hast du dich dann den Geschenken entledigt? Ich weiß nicht, ob es den Mexikanern hier zuhört. Hast du eines auch weiter verschenkt? Ja, wenn gerade keiner geguckt hat und ich weniger Leute dabei hatte, habe ich es normalerweise an Mitläufer oder Polizeieskorte weiter verschenkt. Großartig. Das wird denjenigen freuen, der die Frage gestellt hat. Ich werde es ihm sagen. Eine Frage, die noch keiner gestellt hat und dir gleich das Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Einen nehmen wir noch. Die 5 hatten wir und die 8. Welche nimmst du jetzt von den 10? Auch eine schwierige Frage. Das schönste Erlebnis war für mich der Moment des Losfahrens in München. Das ist ein Jahr der Vorbereitung und vorher auch Anspannung und alles. Es war Pandemie. Es waren so viele Unsicherheiten drin. Jeder hat gesagt, du spinnst doch, das geht nicht. In dem Moment, wo ich dann gestartet bin, jetzt geht es um die Welt und irgendwie schaffe ich das auch. Jetzt gibt es keine Zweifel mehr. Der Moment des Losfahrens ist diese Vorfreude. Es kommt ein Jahr Abenteuer. All die Erlebnisse sind für mich das Allerschönste. Großartig. Möglicherweise eine Botschaft an alle da draußen, die sich auf kleine oder große Projekte vornehmen, sich auf den Moment zu freuen, wo es endlich losgeht, man ist gut vorbereitet und kann es durchziehen. Danke für die Beantwortung der Fragen. Jonas. Was für ein grandioser 1. Teil. Ich bin so überwältigt, nach 5 Monaten Jonas hier im Podcast zu haben. 5 Monate, nachdem ich ihn hier in Mai in Frankfurt an der Goethe-Universität erleben durfte und ihm nun in der Lage gewesen sein zu dürfen, diese Fragen zu stellen und schon die eine oder andere Botschaft aus ihm herauszukitzeln. Ich freue mich nun auf die Folge 2, wo wir in sein Leben eintauchen und noch mal reflektieren, was so die magischen Momente gewesen sind, die ihn auf diesen richtigen Weg gebracht haben und diesen Weg für ihn erlebbar und auch für andere belebbar werden zu lassen. Viele, viele, viele tolle Impulse, die da noch auf uns warten. Freue dich auf die nächste Folge. Wir hören und sehen uns. Bis dann. Der Thorsten von den Körtings. Ciao, ciao.