Als Entscheider wäre ich in unserem Angebot völlig lost
Die vier Wochen, die ein Kunde bis zur Antwort braucht, liegen womöglich an unserem Angebot.
Anfang September, KI-Café, die offene Runde am Ende des Vormittags. Ein Berater hebt zum zweiten Mal die Hand. Er hatte ein Angebot gelegt: Über 250 Mitarbeiter eines großen Hauses sollten in Claude geschult werden, dem KI-Assistenten von Anthropic.
Vier Wochen habe der Kunde gebraucht, bis überhaupt eine Antwort kam. Gesagt war längst „wir führen Claude ein, wir machen den Rollout". Rollout heißt: das Werkzeug kommt ins ganze Haus, für alle. Nur wusste in der Führungsspitze niemand, wie der erste Schritt aussieht. Dann dreht er den Verdacht zu uns: Wir überfrachten die großen Häuser mit Lösungen, die für uns eine kleine Fingerübung sind.
Ich habe ihm zugestimmt, schneller als mir lieb war.
Wenn ich da als Entscheider hingehen würde, ich wäre völlig lost. Völlig lost.
Bis zu diesem Vormittag habe ich das Zögern dem Kunden angehängt. Er scheut das Risiko, die Wege sind lang, Mittelstand eben. Der Verdacht gehört woanders hin. Vielleicht machen wir das von diesem Vertriebs- und Beratungsansatz her einfach falsch.
Der Wow-Effekt beweist, was wir können. Beim Entscheider erzeugt er eine einzige Frage: Was soll ich jetzt damit tun?
Einer in der Runde hatte kurz davor das Bild der Brücke mit den vielen Pfeilern gebracht. Zeig ihm, dass er den nächsten Pfeiler erreicht. Der Pfeiler ist der eine Schritt, den er diese Woche selbst gehen kann. Das Zielbild am anderen Ufer hört er ohnehin nicht.
Was in diesem Moment sichtbar wurde
Wenn ich da als Entscheider hingehen würde, ich wäre völlig lost. Völlig lost.
Was das für dich heißt
Streich aus deiner nächsten Demo alles, was nur staunen lässt. Zeig eine Sache, die dein Kunde am Freitag selbst tun kann. Schreib den nächsten Schritt daneben: ein Satz, eine Person, ein Termin. Mehr braucht er nicht.
Wann hat ein Kunde nach deiner Demo zuletzt selbst ausgesprochen, was sein nächster Schritt sein wird?